Fargo


Fargo (USA / GB, 1996)

DVD Regionalcode 2, MGM / Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 94 Minuten

Extras
- Audiokommentar von Kameramann Roger A. Deakins
- Dokumentation: "Minnesota ist nett zu jedem" (27:48 Min.)
- TV-Spot
- Original Kinotrailer

Regie:
Ethan und Joel Coen

Hauptdarsteller:
Frances McDormand (Marge Gunderson)
William H. Macy (Jerry Lundegaard)
Steve Buscemi (Carl Showalter)
Peter Stormare (Gaear Grimsrud)
Harve Presnell (Wade Gustafson)
Kristin Rudrüd (Jean Lundegaard)
Steve Reevis (Shep Proudfoot)




Inhalt:

Jerry Lundegaard, Verkaufsleiter im Autohaus seines reichen Schwiegervaters Wade Gustafson, hat Geldsorgen. Da er von Gustafson verachtet wird, versucht er gar nicht erst, ihn um Hilfe zu bitten. Stattdessen heuert Lundegaard in der Stadt Fargo Carl Showalter und Gaear Grimsrud an, zwei Kriminelle, die seine Frau Jean entführen sollen. Der Kontakt zu den Kidnappern wird von Shep Proudfoot hergestellt, einem Mechaniker des Autohauses, der die beiden aus dem Gefängnis kennt. Die 80.000 Dollar Lösegeld will Lundegaard natürlich nicht selbst bezahlen; Gustafson soll dafür aufkommen. Das Geld will sich Lundegaard mit den Verbrechern teilen. Sie dürfen außerdem das Auto behalten, das Lundegaard ihnen für den Coup zur Verfügung stellt. Das Ganze sollte eigentlich ohne Gewalt ablaufen, aber die Situation gerät außer Kontrolle. Showalter und Grimsrud werden nach der Entführung auf dem Weg zu ihrem Versteck außerhalb der Kleinstadt Brainerd, Minnesota, von einem Streifenpolizisten angehalten. Sie erschießen ihn und zwei Zeugen. Sie lassen die Leichen liegen und fahren weiter.

Zu allem Unglück manövriert sich Lundegaard durch dubiose Geschäfte immer mehr ins Minus, so dass die angedachte Lösegeldsumme nur ein Tropfen auf den heißen Stein wäre. Lundegaard behauptet deshalb, die Entführer hätten eine Million Dollar gefordert. Gustafson traut seinem Schwiegersohn nicht zu, die Übergabe über die Bühne zu bringen, und fährt selbst zum Treffen mit Showalter. Als er sich weigert, das Geld sofort zu übergeben, wird er erschossen. Showalter ist sehr überrascht, als er sieht, wie viele Banknoten sich in dem Geldkoffer befinden. Er versteckt ihn, denn er denkt nicht daran, mit Grimsrud oder Lundegaard zu teilen. Lundegaard versucht die ganze Sache zu vertuschen. Als er Besuch von Brainerds Polizeichefin Marge Gunderson erhält, die in den Mordfällen ermittelt und Hinweisen auf Proudfoot gefolgt ist, verliert er die Nerven und flieht. Gunderson leitet die Fahndung ein.

Showalter kehrt ins Versteck zurück, wo Grimsrud die Geisel inzwischen getötet hat. Es kommt zum Streit, weil Showalter das Auto behalten und Grimsrud nicht auszahlen will. Grimsrud erschlägt seinen Komplizen mit einer Axt. Gunderson fährt zum Moose Lake, denn Zeugen wollen dort das Entführungsfahrzeug gesehen haben. So entdeckt sie das Versteck und stellt Grimsrud, der gerade dabei ist, Showalters sterbliche Überreste mit einer Häckselmaschine zu entsorgen. Sie verhaftet ihn und kehrt nach Hause zurück. Lundegaard wird wenig später in einem Motel aufgespürt und ebenfalls verhaftet.

Der Film:

Diesen skurrilen Krimi solltet ihr euch mal in der englischsprachigen Originalversion ansehen, denn durch den breiten Minnesota-Dialekt und die vielen Slangausdrücke gewinnt der Film eine typische Note, die in der deutschen Synchronisation größtenteils verloren geht. Angeblich soll sich alles, was in diesem Film zu sehen ist, im Jahre 1987 wirklich zugetragen haben. Das mag stimmen oder nicht, ist aber auch egal. Die Story mag nicht besonders originell und der Verlauf nicht unbedingt spannend sein - tatsächlich verläuft fast alles in einem Tempo, das genauso ruhig und gemächlich ist wie Marge Gundersons Redeweise - aber die absurden Situationen, die tollen Schauspieler, der tiefschwarze Humor und nicht zuletzt der Schauplatz (der tief verschneite mittlere Westen der USA) sowie die schrägen Typen, die dort leben, machen den Film absolut sehenswert. Der immer wieder stattfindende krasse Wechsel von Szenen mit behäbiger Gangart und dem ganz normalen Leben von Durchschnittsmenschen wie der gutmütigen, bodenständigen Marge zu Szenen, in denen es plötzlich zum Ausbruch brutaler und explizit dargestellter Gewalt kommt, oft auch noch verbunden mit morbider Situationskomik, verleihen dem Film einen ganz besonderen Reiz.

Vor allem gewinnt "Fargo" aber durch die Hauptdarsteller. Frances McDormand, die die im siebten Monat schwangere Polizistin spielt, mag oft etwas allzu übertrieben naiv mit großen Augen aus der Wäsche gucken, aber man muss sie einfach gern haben. Und letzten Endes ist Marge die einzige wirklich kompetente Person im ganzen Film. Alle anderen überschätzen sich maßlos: Sowohl Lundegaard, der einfach nur ein Komplettversager ist und gleichzeitig so schmierig-scheißfreundlich, wie man sich einen Autoverkäufer eben vorstellt, als auch sein Schwiegervater, dem auf besonders drastische Weise klar gemacht wird, dass mit Verbrechern nicht zu spaßen ist, und natürlich Showalter, dem wirklich in absolut jeder Situation die Kontrolle entgleitet. Nur Grimsrud, der große Schweiger, zieht sein Ding eiskalt durch. Peter Stormare verleiht diesem Psychopathen eine beeindruckende Aura der Bedrohlichkeit. Die Szene, in der er mit Mühe ein Bein seines Opfers (Fuß nach oben, Socke noch dran) in den Häcksler stopft - genial.

DVD-Features:

Die Dokumentation stammt aus 2003 und enthält neben Filmausschnitten und ein wenig hinter-den-Szenen-Material hauptsächlich Interviews aus diesem Jahr. Die Featurette heißt im Original "Minnesota friendly", und damit ist ein angeblich typischer Wesenszug der Bewohner dieses Landstrichs gemeint. Man wird dort stets geduldig und freundlich behandelt, ganz in der Art von Marge. Witzig: Die Dreharbeiten fanden ausgerechnet im wärmsten Winter seit Jahrzehnten statt, deshalb mussten wahre Schneemassen herbeigekarrt werden, damit die Gegend so hergerichtet werden konnte, wie sie im Winter normalerweise aussieht...


Screenshots


Fargo

Würden Sie bei diesem Mann einen Gebrauchtwagen kaufen?


Fargo

Das Unheil nimmt seinen Lauf...


Fargo

Nach all dem Ärger hat sich Showalter die Million redlich verdient. Oder auch unredlich.


Fargo

Margie hat bis zuletzt alles unter Kontrolle.


Fargo

Willst... du... da... wohl... reingehen?!?


J. Kreis, 19.04.2011




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