The Expendables


The Expendables 3: A Man's Job - Extended Director's Cut (USA, 2014)

Blu-ray, Splendid Film
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: ca. 132 Minuten

Extras:
- Extended Scene (2:45 Min.)
- Gag Reel (5:40 Min.)
- Making of (51:55 Min.)
- New Blood: Stacked and Jacked (16:07 Min.)
- Into the Battle (6:58 Min.)
- Action for Hire (7:41 Min.)
- Real Action Heroes (6:30 Min.)
- The Total Action Package (6:36 Min.)

Regie:
Patrick Hughes

Hauptdarsteller:
Sylvester Stallone (Barney Ross)
Mel Gibson (Conrad Stonebanks)
Harrison Ford (Max Drummer)
Arnold Schwarzenegger (Trench Mauser)




Story

Die von Barney Ross angeführte Söldnertruppe "The Expendables" kommt immer dann zum Einsatz, wenn sich die US-Regierung nicht selbst die Hände schmutzig machen will. Barney ist seit vielen Jahren im Geschäft und hat schon viele Kameraden verloren. Die Truppe braucht Verstärkung, um ihre neueste Mission für den CIA-Agenten Max Drummer erledigen und eine Waffenlieferung an einen somalischen Kriegsherrn abfangen zu können. Daher befreien Barney und seine Leute zunächst das ehemalige Expendables-Mitglied Dr. Death aus den Klauen eines ausländischen Militärs. Die Mission in Somalia geht trotzdem schief und es stellt sich heraus, dass der Waffenhändler niemand anderer ist als Conrad Stonebanks, einst Barneys bester Freund und Expendables-Gründungsmitglied. Stonebanks ist vor langer Zeit zum Verräter geworden. Bislang hatte man angenommen, Barney habe ihn getötet. Stonebanks schießt Barneys Teammitglied Hale Caesar an und flieht. Die Expendables müssen sich zurückziehen. Es ist unklar, ob Caesar überleben wird. Drummer gibt Barney den Auftrag, Stonebanks lebend gefangen zu nehmen. Er soll in Den Haag als Kriegsverbrecher angeklagt werden.

Um nicht noch mehr Freunde in den Tod zu führen, löst Barney die Expendables auf und heuert eine neue Truppe an, deren Mitglieder ihm nichts bedeuten. Er findet vier geeignete junge Leute: Den ehemaligen US-Marine John Smilee, die Nahkampfexpertin Luna, den Hacker Thorn und den Waffenspezialisten Mars. Den Scharfschützen Galgo verpflichtet Barney nicht. Er ist ihm zu alt und zu geschwätzig. Barneys alter Konkurrent Trench Mauser fliegt die Gruppe zum Einsatzort in Rumänien. Dort stellen die neuen Expendables ihre Fähigkeiten unter Beweis. Sie infiltrieren ein Fünfsternehotel, sprengen einen Waffendeal und nehmen Stonebanks fest. Sie bemerken nicht, dass Stonebanks einen Peilsender trägt, werden verfolgt und angegriffen. Barney stürzt in einen Fluss und entkommt mit knapper Not. Die vier jungen Leute fallen den Waffenhändlern in die Hände und werden als Köder für Barney missbraucht. Stonebanks will Barneys Tod und er weiß genau, dass Barney sein Team nicht im Stich lassen wird.

Stonebanks hält die Geiseln in einem verlassenen Hotel in Azmenistan gefangen, welches mit Sprengstoff in eine Todesfalle verwandelt wird. Zudem steht Stonebanks die korrupte Armee des Landes zur Verfügung. Barney ist bereit, sich seinem Erzfeind zu stellen. Diesmal lehnt er nicht ab, als Galgo seine Hilfe anbietet. Zu guter Letzt stoßen auch noch die alten Expendables hinzu. Sie können problemlos in das Hotel eindringen und die vier jungen Söldner befreien. Da meldet sich Stonebanks über Funk und aktiviert den Sprengstoff. Es gelingt Thorn, den ferngesteuerten Countdown für eine knappe halbe Stunde aufzuhalten. Allerdings rückt bereits die azmenische Armee mit Panzern, Hubschraubern und hunderten Soldaten an. Die alten und jungen Expendables arbeiten nun als Team zusammen, geraten aber schwer unter Druck. Doch Verstärkung ist unterwegs. Drummer stürzt sich mit einem Kampfhubschrauber persönlich ins Getümmel. Mauser und Ex-Expendable Yin Yang leisten Schützenhilfe. Genervt von der Inkompetenz der azmenischen Soldaten greift Stonebanks selbst ein. Die Expendables kämpfen sich zum Dach durch, wo sie von Drummer abgeholt werden. Barney stellt sich Stonebanks zum Zweikampf, tötet ihn mit den Worten "Ich bin Den Haag", und erreicht den Helikopter kurz bevor das Gebäude zusammenbricht.

Alle Expendables kommen mit heiler Haut davon. Caesar erwacht aus dem Koma und kann mithalten, als alte und neue Expendables plus Mauser und Yin Yang ihren Erfolg in einer Bar feiern.


Kringels Meinung

Dieser Kommentar bezieht sich auf den verlängerten Director's Cut. Die Kinoversion kenne ich nicht. Sie soll in den Gewaltszenen deutlich entschärft worden sein.

Actionfilme gibt es wie Sand am Meer. Da muss heutzutage schon etwas Besonderes geboten werden. Das kann ein charismatischer, unbeirrbarer und unaufhaltsamer Einzelgänger sein wie zum Beispiel Jack Reacher, eine besondere Form der Kampfkunst wie in John Wick (bei dem noch eine merkwürdige Parallelwelt für Pluspunkte sorgt) oder Übertreibung bis hin zur Karikatur wie im Falle von Crank. Das größte Pfund, mit dem The Expendables wuchern kann, und das gilt auch für den zweiten Teil, sind die zahlreichen Actionfilm-Ikonen vergangener Tage. In beiden Filmen müssen diese überlebensgroßen Figuren abgesehen von ausgedehnten Kämpfen nicht viel mehr leisten, als sich die selbstironischen Frotzeleien, Genre-Zitate, Anspielungen und Insidergags um die Ohren zu hauen. Alte Haudegen wie Arnold Schwarzenegger, Jean-Claude Van Damme, Bruce Willis, Chuck Norris und so weiter sind lebende Legenden, und egal wie gut oder schlecht man ihre alten Filme findet - bei Filmfans meiner Generation dürften zumindest nostalgische Gefühle aufkommen, wenn nicht gar Tränen der Rührung, sobald sie wieder auf der Leinwand erscheinen und es noch einmal krachen lassen!

Leider ist die Story diesmal sogar noch dünner als in den vorherigen Filmen. Ich finde den Generationenkonflikt zwischen alten und neuen Expendables sinnlos, er wird sowieso sehr oberflächlich abgehandelt. Schon beim zweiten Film wurde ich angesichts der unreflektierten, regelmäßig mit derben Kommentaren, Jubelrufen und dergleichen begleiteten Tötung unzähliger feindlicher Kämpfer von einem unguten Gefühl beschlichen. Das ist in Teil 3 noch schlimmer geworden. Insbesondere beim geradezu monotonen Showdown beißen Fantastilliarden von gesichtslosen Schergen ins Gras, während die neuen und alten Expendables - wie Erzbösewicht Stonebanks völlig zu Recht moniert - nicht mal Kratzer abbekommen. Hier wird eine Freude am Töten zelebriert, bei der selbst mir, der ich durchaus den einen oder anderen gewaltverherrlichenden Egoshooter mit Vergnügen gezockt habe, mulmig geworden ist! Von "Realismus" konnte man auch bei den Ballerorgien der Vorgängerfilme wahrhaftig nicht sprechen. Mit dem, was diesmal abgefeiert wird, wurde der Bogen für meinen Geschmack jedoch definitiv überspannt - und das, obwohl merkwürdigerweise kaum ein Tropfen Blut zu sehen ist! Nun, das ist immer noch besser als CGI-Blut ... Nur doof, dass augenfällig schlechte CGI-Effekte auch diesmal wieder vorhanden sind. Die Nahkämpfe und "normalen" Feuergefechte lassen an Dynamik auch ohne Blut nichts zu wünschen übrig, aber praktisch alle Flugszenen sehen wirklich billig aus - vielleicht bilde ich es mir ja nur ein, aber diese Szenen wirken so, als hätte man die Schauspieler vor einem projizierten Hintergrund gefilmt!

Das alles ließe sich verschmerzen, wenn das Alleinstellungsmerkmal der "Expendables"-Filme, nämlich der oben genannte Nostalgiefaktor, nicht sträflich vernachlässigt werden würde. Ich habe wohlgemerkt nichts gegen die vier (bzw. fünf) neuen Expendables. Sie machen ihre Sache gut genug, so dass sie nicht gänzlich zu identitätslosen 08/15-Abziehbildern degenerieren. Dummerweise sind die alten Expendables diesmal wirklich entbehrlich! Couture, Crews und Lundgren werden mehr oder weniger nur mitgeschleppt, Jet Li hat einen verzichtbaren Alibiauftritt. Wesley Snipes hat nach seinen bizarren ersten Szenen (der Bart! Der irre Blick!) kaum noch was zu tun und selbst Statham wird im Grunde nicht wirklich benötigt. Mel Gibson, Harrison Ford und Arnold Schwarzenegger liefern die zu erwartenden soliden Leistungen ab. Gibson ist sogar richtig sehenswert in der Rolle des Bösewichts. Irgendwie will das Ganze diesmal aber nicht so recht funktionieren. Vielleicht ist das Figurenensemble einfach zu groß? So richtig sticht keiner heraus. Doch halt! Es gibt eine Ausnahme. Antonio Banderas bleibt aufgrund gnadenlosen Overactings in Erinnerung. Ich find's witzig, aber ich kann mir vorstellen, dass der eine oder andere Zuschauer von seinem ständigen Geplapper und Gehampel genauso genervt sein wird wie Barney.

"The Expendables 3" ist definitiv der schwächste Teil der Reihe. Man langweilt sich nicht gerade und es wird Action satt geboten, man verpasst aber nichts, wenn man den Film ignoriert. Schade!


Blu-ray-Features

Es wäre sinnlos, einzeln auf das Making of und die fünf kürzeren Featurettes einzugehen, denn sie enthalten alle dieselbe Mischung aus Filmausschnitten, Interviews und Hinter-den-Szenen-Material. Insgesamt ergibt sich eine abendfüllende, allerdings etwas oberflächliche Filmdokumentation mit erstaunlich wenig Redundanzen. Nur die ständigen Lobhudeleien und das nicht enden wollende ehrfürchtige Gebaren der Jungschauspieler wegen der Zusammenarbeit mit Filmikonen wie Stallone, Schwarzenegger und Gibson hätte vielleicht etwas gekürzt werden können. Ansonsten bekommt man recht viel von Training, Proben und Dreharbeiten zu sehen. Gedreht wurde vorwiegend (ausschließlich?) in Bulgarien und dabei ist es zu einem heftigen Unfall gekommen, der im Making of zu sehen ist. Jason Statham (der wie viele Schauspieler alle möglichen Stunts selbst gemacht hat) lenkt einen LKW, dessen Bremsen versagen. Das war nicht vorgesehen. Der Truck stürzt in tiefes Wasser und versinkt - Schock für das Team! Doch Statham taucht nach einiger Zeit unversehrt wieder auf. Nur eine sehr teure Kamera ist verloren gegangen. Die Darsteller der vier jungen Expendables filmen sich selbst, spazieren durch Sofia und albern herum. Bei den Filmfestspielen in Cannes (2014) fahren die Schauspieler stilecht in bzw. auf gepanzerten Mannschaftstransportern vor ... Man kann sehr gut erkennen, dass alle Schauspieler mit viel Spaß bei der Sache waren. Stallone bringt es auf den Punkt, indem er sagt: Wir sind Kinder mit Arthritis!

Hinzu kommen eine ganz witzige Zusammenstellung schiefgegangener Szenen und eine verlängerte Szene aus dem Showdown. Der ist meiner Meinung ja sowieso schon zu lang; hier ist noch mehr Geballer mit Statham und Snipes zu sehen.


J. Kreis, 01.12.2016




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