The Expendables


The Expendables - Director's Cut (USA, 2010)

Blu-ray, Splendid Film
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: ca. 114 Minuten

Extras:
- Action: The Expendables (20:33 Min.)
- Director's Introduction to Extended Cut (3:12 Min.)
- Inferno: The Making of The Expendables (91:55 Min.)
- San Diego Comic-Con 2010 Panel (45:29 Min.)
- Musik Video (3:47 Min.)

Regie:
Sylvester Stallone

Hauptdarsteller:
Sylvester Stallone (Barney Ross)
Jason Statham (Lee Christmas)
Giselle Itié (Sandra)
Eric Roberts (James Munroe)
David Zayas (General Garza)
Dolph Lundgren (Gunnar Jensen)
Jet Li (Yin Yang)
Terry Crews (Hale Caesar)
Randy Couture (Toll Road)
Mickey Rourke (Tool)
Bruce Willis (Mr. Church)




Story

Sie sind die beste und härteste Söldnertruppe der Welt. Sie sind Schattenkrieger, die überall dort eingreifen, wo sich die Regierung nicht die Finger schmutzig machen kann oder will. Sie nennen sich "The Expendables". Ihre Basis in New Orleans, ein Motorrad- und Tatoo-Geschäft, wird von Tool geleitet. Einst sind die Expendables der Regel gefolgt, nur den anzugreifen, der es auch verdient. Doch diesen Ehrenkodex haben sie längst über Bord geworfen. Jetzt geht es ihnen nur noch ums Geld. Jedes Teammitglied geht anders mit der ständigen Extrembelastung um. Anführer Barney Ross ist zu einem abgestumpften Zyniker geworden. Seine rechte Hand Lee Christmas stürzt sich von einer Liebesbeziehung in die nächste. Hale Caesar liebt nur seine Waffen. Toll Road geht zur Psychotherapie. Yin Yang arbeitet seiner Meinung nach härter als alle anderen, denn er hat mit Minderwertigkeitskomplexen aufgrund geringer Körpergröße zu kämpfen. Gunnar Jensen nimmt Drogen und lässt seinen gewalttätigen Trieben solange freien Lauf, bis Barney während eines Einsatzes gegen somalische Piraten erkennt, dass er ihn nicht mehr unter Kontrolle hat und ihm nicht mehr vertrauen kann. Jensen wird deshalb aus der Truppe entfernt.

Kurz danach zieht Tool einen neuen Auftrag an Land. Ein Mr. Church bietet fünf Millionen Dollar für die Beseitigung General Garzas, eines Diktators, der eine brutale Militärdiktatur auf der Insel Vilena aufgebaut hat. Getarnt als Tierschützer schauen sich Ross und Christmas vor Ort um. Ihre Kontaktperson ist Sandra, die Tochter des Generals. Dieser wird von dem skrupellosen Gangster James Munroe als Strohmann benutzt. Munroe versorgt Garza mit Geld, um auf Vilena ungestört und mit billigen Arbeitskräften Drogen im großen Stil produzieren zu können. Beim Auskundschaften des Palasts, in dem Garza residiert, wird Sandra von den Schergen ihres Vaters angegriffen. Ross und Christmas stehen ihr bei und müssen fliehen, wobei sie eine beträchtliche Anzahl gegenerischer Soldaten ausradieren. Sandra bleibt zurück; sie will ihre geknechtete Heimat nicht im Stich lassen. Ross ahnt nicht, dass Jensen ihm gefolgt ist und sich nun in Munroes Dienst stellt. Sandra wird von Munroes Leuten gefoltert, bis Garza eingreift.

Ross will den Auftrag platzen lassen, denn ihm ist klar, dass Munroe das eigentliche Ziel der Aktion ist. Der Mann ist ein ehemaliger CIA-Agent, und die Agency will mit Sicherheit nicht nur ihn beseitigen, sondern nach getaner Arbeit auch die Expendables. Sie würden also nicht lange genug leben, um ihre Millionen ausgeben zu können. Um seine Selbstachtung zurückzugewinnen, beschließt Ross, allein nach Vilena zurückzukehren und Sandra zu retten. Seine Freunde lassen ihn nicht im Stich und kommen mit. Zuvor müssen Ross und Yin Yang allerdings Jensen ausschalten, der mit einigen Auftragskillern in die USA gekommen ist und nun zum Angriff übergeht. Nach hartem Kampf gibt Jensen auf und verrät Ross die Schwachstellen in Garzas Verteidigung. So gelingt es den Expendables, Garzas Palast und die dazu gehörende Militärbasis unbemerkt zu verminen. Der General glaubt inzwischen, Munroe habe die Expendables angeheuert, um ihn zu ermorden. Er will Munroe von der Insel jagen, wird aber von ihm erschossen. Die Expendables jagen die ganze Anlage in die Luft und liefern sich ein Feuergefecht mit Garzas Soldaten sowie Munroes Leuten. Als Munroe erkennt, dass er verloren hat, nimmt er Sandra als Geisel und will verschwinden. Ross und Christmas töten ihn und befreien Sandra.

Ross überlässt Sandra seinen Anteil der fünf Millionen für den Wiederaufbau Vilenas. Der inzwischen geläuterte Jensen wird wieder ins Team aufgenommen.

Kringels Meinung

Eins vorweg: Dieser Kommentar bezieht sich auf den Director's Cut. Die Kinoversion kenne ich nicht.

In den Achtzigern, als Männer noch echte Männer waren, Frauen noch echte Frauen und kleine pelzige Wesen von Alpha Centauri noch echte kleine pelzige Wesen von Alpha Centauri, da waren Söldnerfilme groß in Mode. Es könnte sogar sein, dass die Söldnerfilm-Welle durch Rambo losgetreten wurde, eine der ersten Superstar-Hauptrollen Sylvester Stallones. Die Achtziger waren sowieso die große Zeit der mehr oder weniger unsensiblen und humorlosen Actionhelden, der bis zur Schädeldecke mit Testosteron vollgepumpten Kampfmaschinen, die unbeeindruckt selbst durch den dicksten Kugelhagel marschierten und ihre bösen Gegner stets mit möglichst großkalibrigen Waffen und einem markigen Oneliner auf den Lippen ins Jenseits beförderten. Das Bild des Actionhelden hat sich im Laufe der Zeit zwar etwas gewandelt, aber auch wenn viele Frauen an ihre Stelle getreten sind, die ihre Sache mindestens ebenso gut machen, so gibt es sie auch heute immer noch, die coolen Typen und stoischen Einzelgänger. Siehe zum Beispiel Crank mit Jason Statham in der Hauptrolle, der in "The Expendables" Sylvester Stallones Stellvertreter spielt.

Es wäre also nicht ganz richtig zu behaupten, Stallone habe die typische Männer-Unterhaltung der Achtzigerjahre zurück auf die Leinwand geholt. Auf jeden Fall hat er jedoch - und das ist im Grunde das größte Pfund, mit dem er wuchern kann - einige (aber bei weitem nicht alle) der namhaftesten Actionhelden dieser im verklärenden Dunst goldener Jugenderinnerungen verschwimmenden Zeit zu einer richtig gut funktionierenden Truppe zusammengeschmiedet und mit frischem Blut (Statham) angereichert. Sogar Arnold Schwarzenegger, seinerzeit Stallones schärfster Konkurrent um den Titel des absoluten Actionfilm-Superhelden, hat einen köstlichen Gastauftritt als Trench Mauser, Chef einer anderen Söldnergruppe. Mauser interessiert sich ebenfalls für den Vilena-Auftrag, lehnt diesen aber ab. Er meint, der Job sei nur etwas für Idioten. Trench und Barney hauen sich die Frotzeleien nur so um die Ohren. Was der Typ für ein Problem habe, möchte Mr. Church wissen. "Er will Präsident werden", sagt Barney. LOL! Die bunte Truppe ermöglicht viel Abwechslung, schon allein weil jedes Teammitglied seinen eigenen, ganz besonderen Kampfstil hat. Jeder einzelne hat seine große, ikonenhafte Szene. Alles ist fast (aber eben nicht ganz) bis zur Selbstparodie überhöht, Anspielungen, Zitate und so weiter inklusive.

"The Expendables" bietet knackige, handgemachte (vom CGI-Blut mal abgesehen) Action "wie früher" mit geradezu wahnwitzigem Einsatz von Pyrotechnik und ehrlichen Stunts. Die Story mag sehr dünn sein und über die moralischen Implikationen denkt man besser nicht nach, aber das mindert nicht den Spaß an der Baller-Freude. Die Erzbösewichte sind so fies, dass sie bedenkenlos dutzendweise niedergemäht werden dürfen, während unsere Helden kaum einen Kratzer abbekommen. Die Hintergrundgeschichten mit Lees Beziehungsproblemen und mit Barneys angeblich verloren gegangenem Ehrgefühl, das mit der Befreiung Sandras wiederhergestellt werden soll, haben nur Alibifunktion. Gunnar Jensens Schwenk vom völlig zerrütteten Verräter zurück zum akzeptierten Teammitglied konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Wie dem auch sei: "The Expendables" ist ein bodenständiger, geradliniger Söldnerfilm, der gerade so viel Selbstironie enthält, dass er auch für Leute geeignet ist, die nicht mit Achtzigerjahre-Action aufgewachsen sind und denen angesichts der Darstellerriege nicht die Tränen vor nostalgischer Rührung in die Augen treten...

Blu-ray-Features

Der Film ist in einer Box zusammen mit Teil 2 erhältlich. Enthalten ist nur der Director's Cut. Der zum Bonusmaterial gehörenden Einleitung von Sylvester Stallone zufolge ist das nicht nur eine alternative Schnittfassung, in die irgendwelche nicht verwendeten Szenen eingebaut wurden. Der DC wurde ganz anders aufgebaut und ist die von Stallone wirklich favorisierte Version. Da ich die Kinoversion nicht kenne, muss ich euch auf den exzellenten Schnittbericht auf Schnittberichte.com verweisen. Demnach ist der DC ungefähr zehn Minuten länger als die Kinoversion. Es sind aber nicht nur neue Szenen hinzugekommen; es wurden auch welche entfernt. Die Figurenzeichnung soll im DC viel besser gelungen sein, und anscheinend enthält die Kinoversion einige nicht überzeugende Spezialeffekte, auf die im DC verzichtet wurde.

Das Making of hat Spielfilmlänge und ist damit der größte Batzen des Bonusmaterials. Stallone erzählt viel von sich selbst und seiner Arbeit als Drehbuchautor/Regisseur. Man sieht, wie er Regieanweisungen erteilt, während er selbst in der betreffenden Szene mitspielt. Es ist unverkennbar dass er in jeder Situation alles gegeben hat, und dass ihm die mit dem Produktionsprozess verbundenen Probleme sehr stark zugesetzt haben. Damit nicht genug: Da Stallone nicht davon abgehalten werden konnte, alle möglichen gefährlichen Stunts selbst zu machen (wie übrigens auch Statham, der tatsächlich in der offenen Frontluke eines im Sturzflug befindlichen Flugzeugs gesessen hat), ist es zu einer ganzen Reihe kleinerer und größerer Verletzungen gekommen. Platzwunden mussten genäht werden, nach Sehnenrissen hat sich Stallone einfach nur "gesundspritzen" lassen, und selbst ein Wirbelsäulenschaden wurde anscheinend erst nach Abschluss der Dreharbeiten mit einer Metallplatte versorgt! Stallones Frau und Töchter waren immer mit dabei, man sieht, dass sie ziemlich besorgt waren. Stallone und die anderen echten Kerle wollen sich nichts anmerken lassen und freuen sich wie die Kinder, wenn am Drehort mal wieder etwas in Flammen aufgeht und explodiert...

Der Auftritt Stallones und einiger anderer Hauptdarsteller beim Comic Con ist auch nicht schlecht. Harry Knowles, Betreiber der Webseite Ain't It Cool News, sowie einzelne Fans stellen Fragen, die mit viel Humor beantwortet werden. Bruce Willis schaut auch mal kurz vorbei. Die Featurette "Action: The Expendables" ist nicht so interessant. Sie wurde vermutlich als mehrteilige Fernsehwerbung für den Film produziert und hat dementsprechend nicht viel mehr zu bieten als Filmausschnitte, kurze Interviews und etwas Hinter-den-Szenen-Material. Ein gewisser David Chokachi präsentiert das Ganze. Einmal tritt er im Ring gegen Randy Couture an. Wusste gar nicht, dass Couture Mixed Martial Arts-Kämpfer ist bzw. war, und dass seine Blumenkohlohren echt sind. Das Musikvideo "Sinner's Prayer" von Sully Erna rundet das insgesamt durchaus gelungene Bonusmaterial ab.


J. Kreis, 13.02.2014




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