Evil Dead


Evil Dead (USA, 2013)

Blu-ray, Sony Pictures Home Entertainment
Altersfreigabe: SPIO JK - Keine schwere Jugendgefährdung
Laufzeit: ca. 91 Minuten

Extras:
- Audiokommentar des Regisseurs, des Drehbuchautors und der Darsteller
- Regisseur der Toten (7:25 Min.)
- Evil Dead - Das Remake (9:50 Min.)
- Alles möglichst schwierig (8:13 Min.)
- Das entfesselte Böse (5:07 Min.)
- Mias Weg (9:13 Min.)

Regie:
Fede Alvarez

Hauptdarsteller:
Jane Levy (Mia)
Shiloh Fernandez (David)
Lou Taylor Pucci (Eric)
Jessica Lucas (Oliva)
Elizabeth Blackmore (Natalie)




Story

David trifft sich mit seiner Schwester Mia sowie den gemeinsamen Freunden Eric, Olivia und Natalie in einer abgelegenen Waldhütte. Die drogenabhängige Mia möchte dort mit der Unterstützung der anderen einen kalten Entzug durchziehen. Genau dasselbe hat Mia schon im vorigen Jahr erfolglos versucht. Ihre Freunde beschließen deshalb, Mia diesmal unter keinen Umständen gehen zu lassen, solange die Tortur nicht überstanden ist. Im Keller entdecken die jungen Leute aufgehängte Tierkadaver, Waffen und ein in Plastikfolie eingepacktes, mit Stacheldraht umwickeltes uraltes Buch. Sie ahnen nicht, dass ein Mann hier vor einiger Zeit seine eigene, von einem Dämon besessene Tochter verbrannt hat. Schon nach kurzer Zeit hat Mia unter schweren Entzugserscheinungen zu leiden. Eric packt das Buch aus und liest die wenigen übersetzten Stellen laut vor. Auf diese Weise beschwört er eine dämonische Macht, die sich der draußen im strömenden Regen herumirrenden Mia in Gestalt eines Mädchens zeigt. Mias Freunde glauben ihr nicht. Sie versucht mit einem der Autos zu fliehen. Plötzlich sieht sie eine mitten auf dem Weg stehende Gestalt, weicht aus und landet mit dem Auto im Sumpf. Der Dämon ergreift Besitz von Mia. Zurück in der Hütte zieht sie sich völlig von den anderen zurück und verbrüht sich selbst mit kochend heißem Wasser. David will seine Schwester ins Krankenhaus fahren, aber die einzige Straße wurde vom Hochwasser überflutet. Die jungen Leute sitzen somit in der Hütte fest.

Mia verändert sich auf erschreckende Weise und attackiert ihre Freunde. Eric begreift, dass ein Zusammenhang mit den im Buch geschilderten Ritualen besteht. Darin geht es um einen Dämon, der fünf Seelen rauben muss, um sich körperlich manifestieren zu können. Bevor Mia im Keller eingesperrt werden kann, spuckt sie Blut auf Olivia, die somit ebenfalls infiziert wird. Olivia zerschneidet sich das Gesicht und sticht auf Eric ein. Eric erschlägt Olivia in Notwehr mit einer zerbrochenen Toilettenschüssel. Mia lockt Natalie in den Keller und beißt ihr in die Hand. Als sich Natalie zu verändern beginnt, trennt sie den Arm in einem lichten Moment mit einem elektrischen Fleischmesser ab. Danach fühlt sie sich viel besser. Wenig später ergreift der Dämon trotzdem Besitz von ihr. Sie beschießt David und Eric mit einer Nagelpistole und prügelt auf Eric ein, bis David ihr den verbliebenen Arm mit einer Schrotflinte wegschießt. Natalie stirbt. David lässt sich von Eric überzeugen, dass man die Besessenen nur "reinigen" kann, indem man sie zerstückelt, verbrennt oder lebendig begräbt. David versucht deshalb die Hütte in Brand zu stecken, wird aber von Mia überwältigt. Im letzten Moment kommt Eric hinzu und schlägt Mia nieder, erleidet aber selbst eine tödliche Stichwunde.

David begräbt Mia bei lebendigem Leib. Nach ihrem Tod reanimiert er sie mit einem improvisierten Defibrillator. Mia ist wieder ganz sie selbst, doch jetzt taucht der in einen Dämon verwandelte Eric auf. David wird von ihm tödlich verwundet. Es gelingt David noch, die breits in Benzin getränkte Hütte anzuzünden. Er selbst und Eric verbrennen. Dennoch gräbt sich das personifizierte Böse aus dem Erdreich hervor, während blutiger Regen vom Himmel fällt. Der Dämon hat fünf Seelen gesammelt: Mia und das vom eigenen Vater getötete Mädchen zählen mit. Mia gerät in schwere Bedrängnis, kann sich mit einer Kettensäge jedoch erfolgreich wehren. Der Dämon verliert zunächst ein Bein, wirft aber noch ein Auto um, so dass Mias Hand eingeklemmt wird. Sie trennt die Hand ab und zerteilt den Dämon mit der Kettensäge in zwei Hälften. Der vernichtete Dämon versinkt im Boden, der Blutregen hört auf. Doch das Buch ist noch intakt. Es liegt aufgeschlagen vor der Hütte...

Kringels Meinung

Dies ist ein Remake des in Deutschland seit Jahrzehnten indizierten Films "Tanz der Teufel" (The Evil Dead). Und da die ungeschnittene Heimkinoversion des Remakes keine FSK-Freigabe erhalten hat, ist zu erwarten, dass diese Fassung bald ebenfalls indiziert sein wird. Das wäre nicht verwunderlich, denn die vollmundige Ankündigung auf dem Cover, der zufolge dies der schockierendste Film sein soll, den ich je sehen werde, ist zwar einigermaßen übertrieben, dennoch wird in "Evil Dead" eine Schlachteplatte präsentiert, die es wirklich in sich hat. Besonders erfreulich dabei ist der fast vollständige Verzicht auf CGI-Effekte. Das freut mich sehr, denn sehr oft ist es überdeutlich zu erkennen, wenn CGI-Blut und computergenerierte Kreaturen eingesetzt werden, und wenn man das erkennt, dann verpufft der Effekt wirkungslos. Nein, in "Evil Dead" wurde ganz auf Maskenbildnerei und andere handgemachte Effekte gesetzt. Das Ergebnis kann auf ganzer Linie überzeugen! Ich glaube zwar nicht, dass es so leicht ist, sich selbst den Arm mit einem Küchengerät abzutrennen oder eine unter einem Auto eingeklemmte Hand einfach abzureißen, aber das sind ja nur unmaßgebliche Beckmessereien. Selbst im Fall des geradezu unverwüstlichen Eric, der gleich mehrere eigentlich tödliche Verletzungen so gut übersteht, dass er noch Mia Saures geben kann, will ich nicht meckern. Es könnte ja sein, dass er zu diesem Zeitpunkt schon besessen war. Jedenfalls wird in "Evil Dead" keine Rücksicht auf empfindliche Mägen genommen. Man glaubt die Qualen der armen Jungs und Mädels fast selbst zu empfinden! Der Splatter ist höchstens aufgrund der schieren Übertreibung unrealistisch. Ich finde es einfach klasse, wenn sich ein Filmteam einen Dreck um die Altersfreigabe schert und genau den Film macht, den es machen will.

Selbst wenn man Sam Raimis Film "The Evil Dead" aus dem Jahre 1981 schon kennt, kann man sich trotzdem köstlich gruseln und die Fingernägel vor Spannung im Fernsehsessel vergraben, denn das Remake hält sich keineswegs sklavisch an die bekannte Handlung und versucht nicht, den Kultstatus des Originals durch bloße Imitation zu erreichen. Das geht schon damit los, dass die damalige Hauptfigur Ash nicht vorkommt. Aber halt! Das stimmt nicht ganz. Nach dem Abspann ist Ash bzw. Bruce Campbell ganz kurz zu sehen. "Groovy!" sagt er, und besser kann man den Film kaum kommentieren. Aber zurück zum Thema: Ash ist also nicht dabei, und zuletzt überlebt nicht die Hauptfigur, von der man es erwartet hätte. Stattdessen wird eine Besessene geheilt - es ist ja ganz was Neues, dass das überhaupt möglich ist! Und nicht zuletzt gibt es da noch den Subplot um Mias Drogensucht und ihre familiären Probleme. Auch das ist neu; in "Tanz der Teufel" wollten die fünf jungen Leute lediglich ein schönes Wochenende in der Hütte verbringen. Tatsächlich könnte man auf die Idee kommen, Mia habe sich alles nur eingebildet. Wer weiß, vielleicht wurde sie durch den kalten Entzug auf einen besonders unschönen Horrortrip geschickt, hat sich den ganzen Kram mit den Dämonen nur eingebildet, und hat all ihre Freunde eigenhändig niedergemetzelt, weil die sie in der Hütte festhalten wollten?

"Evil Dead" schlägt also durchaus ganz eigene Wege ein. Innovativ ist "Evil Dead" aber nicht, ganz im Gegensatz zu The Cabin in the Woods. Während dort das allseits bekannte Horrorfilm-Klischee von den jungen Leuten, die in einer abgelegenen Gegend einer nach dem anderen eines interessanten Todes sterben, gleichzeitig erklärt und ad absurdum geführt wird, so wird es in "Evil Dead" lediglich auf die Spitze getrieben. Aber das ist völlig in Ordnung - "Evil Dead" soll gar nichts anderes sein als ein klassischer Horrorfilm, und dieses Ziel wird mit Bravour erreicht. Jedenfalls habe ich schon lange keinen so kompromisslosen, dreckigen, grimmigen, beklemmenden und handwerklich perfekt gemachten Horrorfilm mehr gesehen. Die Bedrohung wird sehr schnell gesteigert und mündet in ein Splatterfest, bei dem das Kunstblut hektoliterweise fließt. Höhepunkt ist natürlich der Einsatz einer Kettensäge. Der kundige Fan findet viele weitere Anspielungen auf den 1981er-Film: Die Schaukel, das Auto, die Uhr, die Kamerafahrten...

Bei "Evil Dead" wurde alles richtig gemacht. Hoffentlich gibt es wie beim Original bald eine Fortsetzung!

Blu-ray-Features

"Evil Dead" ist in verschiedenen Aufmachungen im Handel. Ihr müsst nur eines wissen: Alle Fassungen mit FSK-18-Logo sind gekürzt. Die würde ich links liegen lassen.

Das Bonusmaterial besteht aus fünf kurzen Featurettes, die insgesamt einen ganz guten Einblick in den Produktionsprozess vermitteln. Bruce Campbell, der in "The Evil Dead" die Hauptfigur Ash gespielt hat, kommt dabei auch zu Wort. Es wird gezeigt, wie die spektakulären Effekte hergestellt wurden, das dämonische Buch wird ausführlich vorgestellt und es sind auch ein paar Bilder aus dem Jahre 1981 zu sehen. Man erfährt, dass Regisseur Fede Alvarez mit dem YouTube-Kurzfilm "Panic Attack", von dem Ausschnitte zu sehen sind, auf sich aufmerksam gemacht hat, und dass Jane Levy in der entsprechenden Szene wirklich in einer Kiste unter der Erde gelegen hat, damit Shiloh Fernandez a) einen Ansprechpartner für seine Trauer über Mia und b) einen ganz besonderen Anreiz hatte, sie wieder auszubuddeln!

Insbesondere in der letzten Featurette "Mias Weg" wird deutlich, was Jane Levy bei den Dreharbeiten durchmachen musste, und wie sehr sie unter den Strapazen gelitten hat. Es muss wirklich schwer für die junge Frau gewesen sein, ständig in eiskaltes Wasser geworfen, mit Blut übergossen, von Dämonen attackiert und vergraben zu werden, die Besessenheit durch gruselige Mimik / Schreie ausdrücken zu müssen und so weiter...


J. Kreis, 16.10.2013




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