Evil


Evil (Griechenland, 2005)
- To kako -

DVD Regionalcode 2, I-On New Media
Altersfreigabe: Keine Jugendfreigabe
Laufzeit: ca. 80 Minuten

Extras
- Making of (27:24 Min.)
- Evil's Visual Effects (6:26 Min.)
- Interview mit Regisseur Yorgos Noussias (6:18 Min.)
- Entfernte Szene (0:44 Min.)
- Kurzfilme des Regisseurs: "A night at the Office" (4:51 Min.), "Claws" (1:27 Min.), "Merry Mary" (0:25 Min.), "Bloody Mary" (1:08 Min.)
- Trailer

Regie:
Yorgos Noussias

Hauptdarsteller:
Mary Tsoni (Jenny)
Pepi Moschovakou (Marina)
Meletis Georgiadis (Meletis)
Argiris Thanasoulas (Argyris)
Stavroula Thomopoulou (Dimitra)
Andreas Kontopoulos (Leutnant Vakirtzis)




Inhalt:

Irgendwo in der Nähe Athens entdecken drei Bauarbeiter ein unbekanntes Höhlensystem. Als sie sich dort umsehen, kommen sie mit etwas in Kontakt, durch das sie nach einiger Zeit in mordgierige Bestien verwandelt werden. Einer der beiden fällt über Partygäste in einer Disco her, der andere über Fußballfans in einem Stadion. Der dritte verspeist seine Ehefrau zum Abendbrot. Wer von den drei Männern gebissen wird, wird sofort zum Zombie, der die Infektion ebenfalls durch Bisse weitergibt. Somit vermehren sich die Untoten extrem schnell. Chaos bricht aus. Jenny, die vierzehnjährige Tochter des dritten Arbeiters, flieht gemeinsam mit der Nachbarin Marina. Die beiden verstecken sich irgendwo in der Stadt. Am nächsten Tag treffen sie Meletis, einen Mann, der seine eigene Familie erschießen musste, sowie den großmäuligen Taxifahrer Argyris, dessen Fahrgast Dimitra und den Soldaten Vakirtzis, dessen Einheit von den Untoten ausradiert wurde. Ganz Athen ist inzwischen eine Geisterstadt voller Zombies, die nach dem Fleisch der Lebenden gieren.

Auch die Überlebenden haben Hunger. Sie lassen sich Fleischbällchen mit Zaziki in einer Taverne schmecken. Zombies greifen an, können jedoch abgewehrt werden. Während die anderen versuchen, die Stadt zu verlassen, bleibt Vakirtzis zurück - er hat noch etwas mit einem nicht ganz toten weiblichen Zombie vor. Jenny konnte bei der Flucht ihren vierjährigen Bruder nicht mitnehmen. Sie will die Stadt nicht ohne ihn verlassen und überredet ihre Gefährten, sie zu ihrer Wohnung zu begleiten. Dort findet Jenny aber nur Leichen und ihren zombiefizierten Vater vor. Sie tötet ihn endgültig. Alle Ausfahrtsstraßen sind total blockiert und wieder stürmen Zombies heran. Die fünf Gefährten finden Unterschlupf bei zwei anderen Überlebenden, die sich in einer Garage verbarrikadiert haben. In der Nacht wollen sich Dimitra und Argyris miteinander vergnügen. Sie werden von einem Zombie gestört, der Dimitra beißt. Meletis ist gezwungen, sie zu erschießen. Weitere Zombies dringen ein. Nur Jenny, Marina und Meletis können entkommen; Argyris wird aufgespießt und die beiden anderen Überlebenden werden gefressen.

Das Trio wird von Zombies in die Ecke gedrängt. In letzter Minute erscheint Vakirtzis und rettet seine Freunde. Zu viert fliehen die Menschen in ein Fußballstadion. Rücken an Rücken stehen sie im Anstoßkreis, während sich Massen von Zombies durch alle Eingänge drängen...

Der Film:

Und noch eine Zombiekomödie! Mal sehen - bis jetzt hatten wir Shaun of the Dead, Zombieland, Wasting away, Küss mich, Zombie, Boy eats Girl, Dead and Breakfast und jetzt "Evil" - alle sind innerhalb von fünf Jahren entstanden. Die Besonderheit diesmal: "Evil" ist ein griechischer Film und spielt in Athen. Das allein fand ich schon so interessant, dass ich mir das Ding unbedingt besorgen musste. Meine Erwartungshaltung war vielleicht nicht ganz richtig, denn eigentlich ist "Evil" keine Komödie. Oder besser gesagt: Man weiß nicht so recht, ob der Film ernst oder als Komödie gemeint ist. Außerdem war mir nicht klar, dass es sich um eine Low-Budget-Produktion handelt. Abgesehen von der in dunklen Szenen furchtbar schlechten Bildqualität macht sich das vor allem dadurch bemerkbar, dass nur in irgendwelchen Tiefgaragen, Mietskasernen oder an sonstigen preisgünstigen Schauplätzen gedreht wurde, und dass kaum Schusswaffen, Pyrotechnik usw. zum Einsatz kommen, stattdessen aber uralte Tricks wie der einer sich drehenden Bildersäule, die den Blick aus einem fahrenden Auto simulieren soll. Warum ab und zu Szenen per Split-Screen nebeneinander montiert wurden, erschließt sich mir nicht. Dieses Stilmittel passt absolut nicht in den Film hinein. Das Ergebnis wirkt wie ein Amateurfilm, oder wie die ersten Gehversuche eines Filmstudenten.

Eine Story ist ebenso wenig vorhanden wie Logik. Es bleibt schonmal völlig unklar, was da am Anfang in der Höhle wirklich geschieht. Wurden die drei Arbeiter von Zombies angegriffen, die seit wer weiß wie vielen Jahren in der Höhle gehaust haben? Haben sie sich mit einem Virus o.ä. infiziert? Sind Dämonen in ihre Körper gefahren? Der restliche Film besteht nur aus Szenen, in denen die Überlebenden vor den Zombies davonlaufen, gegen die Zombies kämpfen oder sich verstecken. Nur in letzteren Szenen wird ein bisschen Dialog eingestreut, aber es wird keine Geschichte erzählt. Das offene Ende ist fragwürdig: Warum rennen die letzten Überlebenden in das Stadion? Ihnen muss doch klar sein, dass das eine Todesfalle ist? Es gibt praktisch keine Figurenexposition oder -entwicklung, wenn man mal davon absieht, dass a) die Schauspieler durchaus mit Verve bei der Sache sind und b) Argyris permanent dumme Macho-Sprüche klopft, um bei der leicht zickigen Dimitra zu landen. Unfassbarerweise geht die Dame auch noch auf die plumpen Annäherungsversuche ein, wofür sie prompt durch Zombiefraß am Fuß bestraft wird. Jedenfalls erschöpft sich der Humor - bis auf eine entscheidende Ausnahme, zu der ich gleich komme - in dem Geplänkel zwischen Argyris und Dimitra. Die amateurhafte, lieblose deutsche Vertonung versetzt dem Ganzen den Todesstoß. Der Rest ist höchstens unfreiwillig komisch, zum Beispiel der mit "gruseligen" Geräuschen unterlegte aufdringliche Synthie-Soundtrack.

Das waren ungefähr meine Gedanken während der ersten Hälfte des Films. Aber dann kam der Moment, in dem "Evil" mein Herz doch noch gewonnen hat. Da beschließen die von Zombies verfolgten Überlebenden nämlich, es sich mitten in der Stadt in einer offenen Taverne gemütlich zu machen und eine schöne Parea (Tischgemeinschaft) zu bilden, um in aller Ruhe diverse leckere Mezedes zu verputzen. Prompt kommen ein paar Untote vorbeigehumpelt. Es entbrennt ein unglaubliches Gemetzel! Im Verlauf des mit allen möglichen und unmöglichen Waffen geführten Handgemenges werden Köpfe abgetrennt, bis auf die Schultern gespalten oder total zermanscht, Zombies werden durchbohrt oder in zwei Hälften gehackt, einer bekommt eine Gabel ins Auge, andere werden erschossen - das Blut spritzt und sprudelt literweise. Dimitra entledigt sich ihrer Schuhe und mutiert zur Martial-Arts-Kickboxerin. Der Soldat rastet völlig aus; irr grinsend und blutbeschmiert schlachtet er lustvoll Zombies ab. Die Tavernen-Szene weckt Erinnerungen an den Gore-Slapstick von Braindead und versöhnt mit dem ganzen Rest des Films. Sie ist derart bizarr und übertrieben, dass man merkt: Dem Regisseur war selbst klar, was er da gerade für einen Film dreht, und wollte nur noch Spaß haben. Kein Wunder, dass die Schauspieler manchmal nur mit Mühe ernst bleiben konnten! Gut, die Spezialeffekte sind teilweise nicht up-to-date. So lassen sich Zombie-Köpfe viel zu leicht abtrennen, danach spritzt das Blut aus zwei Röhrchen im Halsstumpf wie bei einer Spritzpistole. Aber insgesamt werden alle Gorehounds bestimmt zufrieden sein, denn es gibt viele blutige Szenen, auch Fress-Szenen mit fröhlich im Bauchraum des Opfers herumwühlenden Zombies.

DVD-Features:

Nimmt man das "Making of", das Interview mit dem Regisseur und die Featurette "Evil's Visual Effects" zusammen, dann erhält man eine zwar nicht besonders umfrangreiche, aber doch aussagekräftige Dokumentation. Die Herstellung der Masken und Puppen wird gezeigt (teils im Zeitraffer), es gibt einiges an Hinter-den-Szenen-Material zu sehen und man erhält einige interessante Informationen. Zum Beispiel habe ich mich gefragt, wie das Team es geschafft hat, die menschenleere Stadt Athen zu zeigen. Antwort: In manchen Szenen wurden Autos und Passanten einfach digital wegretuschiert, andere Szenen wurden aber gedreht, als die Innenstadt wegen einer Probe für die Olympischen Spiele 2004 gesperrt war. Der Regisseur sagt, er habe mit dem von "Evil" eingespielten Geld eine Ouzo-Fabrik gründen wollen. Keine Ahnung, ob daraus was geworden ist. Es gibt eine Fortsetzung des Films vom selben Regisseur. Vielleicht hat er das Geld dort reingesteckt.

Die nicht verwendete Szene ist vernachlässigbar. Man sieht nur ein bisschen mehr von Jennys und Marinas Flucht in der ersten Nacht. Interessanter sind da schon die vier Kurzfilme des Regisseurs. "Merry Mary" und "Bloody Mary" sind böse kleine Cartoons. In "A Night at the Office" entspannt sich ein Büroangestellter nach einem harten Arbeitstag, indem er im Nachbarzimmer mit einem abgetrennten Schädel herumspielt. "Claws" ist ein Wortspiel, denn eine junge Frau fragt in einem typisch griechischen Minimarkt nach Ersatz für ihre Haarspange. Die Dinger heißen dort wohl "Claws" (= Klauen), und genau die kriegt sie auch. Genauer gesagt: Die Verkäuferin hat Klauen an den Händen und reißt der jungen Frau damit die Eingeweide heraus...

Screenshots


Evil

Suchbild: Wo ist der Zombie?


Evil

Ich finde auch, dass es zu viele Arme auf der Welt gibt.


Evil

Zitat Meletis: "Wenn ihr nicht mir vertraut, vertraut dem!"


Evil

SPLAT!


Evil

SMACK!


Evil

POW!


Evil

CRUNCH!


Evil

SCREECH!


Evil

Metzeln macht Spaß!!!


Evil

Das nennt man eine aussichtslose Situation.


J. Kreis, 23.11.2011




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