Europa Report


Europa Report (USA, 2013)

Blu-ray, Ascot Elite Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 90 Minuten

Extras:
- Making of "Visual Effects" (6:39 Min.)
- Bildergalerien
- Fakten und Informationen "Jupitermonde" (Text)
- Bio-/Filmografien (Text)
- Trailer

Regie:
Sebastian Cordero

Hauptdarsteller:
Anamaria Marinca (Rosa Dasque)
Karolina Wydra (Dr. Katya Petrovna)
Michael Nyqvist (Andrei Blok)
Christian Camargo (Dr. Daniel Luxembourg)
Daniel Wu (William Xu)
Sharlto Copley (James Corrigan)
Embeth Davidtz (Dr. Samantha Unger)




Story

Die von Dr. Samantha Unger geleitete Mission Europa One, ein privat finanziertes internationales Milliardenprojekt, ist das ehrgeizigste und riskanteste Forschungsunternehmen der Menschheit. Mit einem großen Raumschiff sollen sechs Astronauten zum Jupiter fliegen und auf dessen Mond Europa landen, um herauszufinden, ob es dort Leben gibt: Kommandant William Xu, Pilotin Rosa Dasque, die Ingenieure Andrei Blok und James Corrigan, sowie die Wissenschaftler Dr. Katya Petrovna und Dr. Daniel Luxembourg. Das gesamte Innere des Raumschiffes ist mit Kameras ausgestattet, die ihre Bilder rund um die Uhr live zur Erde schicken. Die Crew ist auf sich allein gestellt, denn aufgrund der gewaltigen Entfernung, die ihr Schiff zurücklegen muss, ist eine Rettungsmission ausgeschlossen. Nach ungefähr einjährigem Flug wird das Schiff von einem Sonnensturm in Mitleidenschaft gezogen. Die Funkverbindung bricht ab, es können keine Nachrichten mehr zur Erde gesendet oder von dort empfangen werden. Ein Reparaturversuch außerhalb des Schiffes scheitert. Es kommt zu einem Unfall, bei dem Corrigan stirbt. Die Crew setzt ihre Mission dennoch fort.

Ein weiteres Jahr später ist das Ziel erreicht. Das Landemodul des Raumschiffes landet auf dem Eispanzer Europas, unter dem sich ein gewaltiger Ozean verbirgt. Die vorgesehene Landezone, an der es zahlreiche Verwerfungen im Eis gibt, so dass dort am ehesten Oberflächenspuren von Lebewesen zu finden sein sollten, wird um hundert Meter verfehlt. Die Forscher durchbrechen die Eisdecke mit einem Bohrer. Eine ferngesteuerte Kamerasonde wird durch das Loch geschickt. Sie liefert Bilder vom Ozean unter dem Eis. Plötzlich sind Lichtblitze zu sehen, dann fällt das Bild aus. Offensichtlich wurde die Sonde von einem unbekannten Objekt getroffen und zerstört. Um doch noch Proben sammeln zu können, verlässt Petrovna trotz der gefährlich hohen Strahlungswerte die Landekapsel im Raumanzug. Tatsächlich findet sie eine algenähnliche Lebensform. Petrowna sieht ein blaues Licht, dass sich unter dem Eis bewegt. Sie entfernt sich weiter von der Kapsel, um es genauer zu untersuchen. Das Eis unter ihr bricht und sie versinkt.

Nach Petrownas Tod beschließen die anderen Raumfahrer, den Rückweg zur Erde anzutreten. Beim Start kommt es zu einer Triebwerks-Fehlfunktion. Die Kapsel stürzt zurück und geht ironischerweise genau in der vorgesehenen Landezone nieder. Dabei kommt Xu ums Leben. Die Kapsel wird beim Absturz beschädigt und verliert Sauerstoff, außerdem wird sie bald durch das Eis brechen. Blok und Luxembourg verlassen das Schiff, um den Antrieb zu reparieren. Doch auch Luxembourg bricht ein und geht unter. Blok setzt die Kommunikationssysteme instand, so dass Dasque den Datentransfer zur Erde wieder starten kann. Erneut erscheint das blaue Licht unter dem Eis, welches prompt bricht, so dass Blok und wenig später die Kapsel versinken. Dasque weiß, dass sie sterben muss, und dass sie nur noch eine Chance hat, um die Mission doch noch zum Erfolg zu bringen. Sie öffnet die Luftschleuse, so dass nicht nur das Wasser eindringen kann, sondern auch die Quelle des blauen Lichts. Es ist ein großes Lebewesen mit Fangarmen und biolumineszentem Körper.

Die Filmaufnahme dieses Lebewesens ist das letzte, was zur Erde geschickt wird. Alle Besatzungsmitglieder von Europa One sind tot, aber durch die von ihnen gewonnenen Erkenntnisse wird das Bild, das sich die Menschen bisher vom Sonnensystem gemacht haben, grundlegend verändert.

Kringels Meinung

Science Fiction - Filme, die diesen Namen wirklich verdienen, sind fast schon Mangelware. Natürlich gibt es unzählige Filme mit Elementen der SF oder Phantastik, das sind aber zur Zeit vor allem Comicverfilmungen mit Superhelden, hirnloser Action-Krawall oder Endzeit-Horror. Ich will damit nicht sagen, dass mir sowas nicht gefällt. Keineswegs! Ich mag auch solche Filme. Trotzdem freue ich mich immer wieder, wenn mal ein "richtiger" SF-Film ins Kino kommt oder wenigstens fürs Heimkino erhältlich ist. Jüngster Vertreter solcher meist eher ruhigen Werke, die ganz ohne eroberungswütige Aliens, fleischgierige Zombies, effektvoll inszenierte Raumschlachten und sonstige Zerstörungsorgien auskommen, ist "Gravity". Eine schon etwas ältere Perle gleichen Kalibers ist zum Beispiel Moon. "Europa Report" reiht sich da nahtlos ein und ist wahrhaft eine Bereicherung für das Genre! Die Erkundung des Alls und die damit verbundene Faszination, der selbstmörderische Eifer ehrgeiziger oder schlicht leichtsinniger Wissenschaftler, die Entdeckung unbekannter Lebensformen - das sind klassische SF-Elemente, und in diesem Film werden sie so unaufdringlich und mit derart erstklassigen Spezialeffekten präsentiert, dass sie jederzeit glaubwürdig bleiben.

Allerdings sollte man wissen, dass nicht dem üblichen Spielfilm-Erzählschema gefolgt wird. "Europa Report" ist vielmehr wie eine Dokumentation aufgebaut, in der die Geschehnisse nicht ganz chronologisch gezeigt werden. Es wird stattdessen der Eindruck erweckt, die Dokumentation sei aus den Filmaufnahmen zusammengesetzt worden, die von den automatischen Kameras im Raumschiff und von den Raumfahrern gemacht worden sind - "Big Brother" im All, könnte man fast sagen. Dr. Samantha Unger und einige ihrer Kollegen kommentieren die Aufnahmen, wodurch die eigentliche Handlung immer wieder unterbrochen wird. Der Film beginnt mit Szenen kurz vor und nach Corrigans Tod, dann wird quasi zurückgespult und es geht mit dem Start des Raumschiffes weiter. Auch danach wird immer wieder mit Rückblenden gearbeitet, und zwar so geschickt, dass man lange nicht weiß, ob es nicht vielleicht doch Überlebende gibt. Trotz der etwas eigenwilligen Struktur des Films ist es kein Problem, der Handlung zu folgen, und der Spannung ist das Ganze sowieso nicht abträglich. Ganz im Gegenteil!

Bei "Europa Report" hat man sich wie gesagt um wissenschftliche Korrektheit bemüht. All das, was wir heute schon über den Jupitermond Europa wissen, wird gerade so sehr extrapoliert, dass man es zwar als Science Fiction bezeichnen kann, aber doch nicht für völlig unmöglich halten muss. Man nimmt ja inzwischen an, dass sich unter Europas Eiskruste ein unglaublich tiefer Ozean aus ganz normalem Wasser befindet. In "Europa Report" ist das bereits eine bewiesene Tatsache. Außerdem wird behauptet, man habe Wärmequellen ausfindig gemacht (der Film spielt in der nahen Zukunft). Wasser und Wärme sind vorhanden - warum sollte sich also in den Tiefen des durch das Eis vor kosmischer Strahlung geschützten Ozeans nicht ein derart großes Lebewesen entwickelt haben, wie es am Ende des Films kurz zu sehen ist? Auch sonst wird auf Realismus gesetzt. Der Alltag der Raumfahrer in ihrem Schiff wirkt genau so, wie man sich das Leben heutiger Astronauten in der ISS vorstellen kann, die Lösung für das Schwerelosigkeits-Problem ist plausibel. Irreale Supertechnik ist nicht vorhanden, so dass das Ende konsequent tragisch ausfällt, weil keine Rettung in letzter Sekunde aus dem Hut hervorgezaubert werden kann.

Allen Freunden intelligenter Science Fiction kann ich "Europa Report" nur wärmstens ans Herz legen. Wer bei einem Film nicht so gern mitdenken möchte, greift lieber zu Transformers.

Blu-ray-Features

Die Blu-ray ist leider nur mit sehr wenig Bonusmaterial ausgestattet. Im "Making of" wird hauptsächlich auf die Entstehung der computergenerierten Effekte von den ersten Entwurfszeichnungen über Konzeptgemälde und grobe CGI-Modelle bis hin zum fertigen Endprodukt eingegangen. Man sieht außerdem, wie die Schauspieler an Stangen und Drähten aufgehängt wurden, um den Eindruck von Schwerelosigkeit zu vermitteln. Das war's dann auch schon! Immerhin hat man sich wenigstens die Mühe gemacht, ein paar Textinformationen zum aktuellen Kenntnisstand über Europa zusammenzustellen.


J. Kreis, 10.11.2013




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