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Elysium Elysium - Special Edition (Südkorea, 2003)
DVD - Regionalcode 2, i-on
FSK: 12
Laufzeit: ca. 85 Minuten

Extras
Making Of, Musikvideos (englisch, koreanisch), Trailer und Teaser, Bildergalerie

Regie:
Jae-Woong Kwon




Inhalt:

Im Jahre 2113 entdecken Wissenschaftler, die eine Erdbebenzone in der Antarktis untersuchen sollen, riesige Markierungen in Form eines geheimnisvollen Symbols im Eis. Darunter erstreckt sich eine gigantische Höhle mit einem unterirdischen See - und in diesem See scheint eine außerirdische Macht versteckt zu sein, die die Forscher tötet und einen Energiestrahl ins All schickt. Der Strahl ist direkt auf den Planeten Elysium gerichtet und macht die humanoiden Bewohner dieser Welt auf die Erde aufmerksam. Eine Flotte von Raumschiffen wird zur Erde entsandt, Botschafter Yaspe soll friedlichen Kontakt zu den Erdlingen aufnehmen. Ein Treffen mit einem Schiff von der Erde, der ODYSSEY, wird angebahnt. Doch da wird Yaspes Raumschiff scheinbar von der ODYSSEY vernichtet - daß Sabotage am Werk gewesen sein muß, ahnen die Elysianer nicht. Irgend eine fremde Kraft hatte die Kontrolle über die Waffensysteme der ODYSSEY übernommen. Ein schrecklicher Kampf entbrennt, in dem die Menschen der Erde nicht den Hauch einer Chance haben. Der überlegenen Technologie der Fremden haben die Menschen nichts entgegenzusetzen und so dauert es nicht lang, bis die Elysianer mit ihren riesigen Mech-Kampfanzügen die Macht in den größtenteils zerstörten Städten der Erde übernehmen. Dabei werden sie von dem gnadenlosen General Necros angeführt. Die Menschen müssen sich in unterirdischen Bunkern verstecken, wer sich an die Oberfläche wagt, wird getötet.

Dieses Schicksal erleidet auch Lydia, die Freundin des jungen Van. Verbittert und auf der Suche nach Rache schließt Van sich den letzten Kämpfern an, die den Elysianern noch Widerstand leisten. In einem der letzten Gefechte wird er beinahe getötet. Doch die Elysianerin Nyx, Tochter des Botschafters Yaspe, verschont sein Leben. Die Erde versinkt im Chaos, aber es gibt noch Hoffnung: Vor vielen Jahrhunderttausenden waren schon einmal Elysianer auf der Erde - tatsächlich stammen die Menschen von ihnen ab. Eine der ursprünglichen Elysianerinnen, die Wächterin Sonra, war auf der Erde zurückgelassen worden. Jetzt erwacht Sonra und holt vier Krieger zu sich, die sie mit übermächtigen Mech-Rüstungen ausstattet. Diese riesigen Biomorph-Kampfanzüge werden durch eine Art Symbiose zwischen Mensch und Maschine gesteuert. Einer der vier Krieger ist Van. Der zweite Krieger ist Christopher, ein Kampfjägerpilot. Paul, ein etwas ungestümer Junge, der seine Mutter verloren hat, ist der dritte Krieger. Die drei Gefährten liefern sich gegen Sonras Willen erste Gefechte mit den Elysianern. Nyx ist erstaunt, wie ehrenhaft sie sich dabei verhalten (diesmal ist es Van, der ihr Leben verschont), und beginnt Nachforschungen anzustellen. Sie findet heraus, daß die Attacke der ODYSSEY auf Botschafter Yaspe von Necros inszeniert worden ist. Necros brauchte einen Vorwand, um die Erde angreifen zu können, denn in Wirklichkeit ist er ein Tenebran-Dämon. Vor Jahrtausenden wurden die meisten Tenebrans verbannt, sie wurden im ewigen Eis der Antarktis auf der Erde eingekerkert. Necros Ziel ist es, die Tenebrans zu befreien.

Bei ihrer Flucht von Necros' Flaggschiff COLONUS wird Nyx verletzt. Sie schließt sich Sonra als vierte Kriegerin an, muß aber zunächst einige Zeit in einem Heiltank verbringen. Van verliebt sich in die schöne junge Frau, die seiner verlorenen Freundin ähnelt... Dummerweise sind Necros' Schergen durch das verfrühte Auftreten der drei Krieger auf Sonras Versteck aufmerksam geworden. Sonra kann den Angriff nur durch den Einsatz der Armageddon-Kanone aufhalten, doch dabei wird ihr Versteck, die "Arche", vernichtet, sie selbst verliert ihr Leben. Auf sich allein gestellt, schmuggeln die vier Krieger sich auf die COLONUS, die schon dabei ist, den Kerker der Tenebrans zu knacken. Dort müssen sie sich Necros stellen, dessen Kräfte den ihren weit überlegen sind. Christopher opfert sich, um es Van zu ermöglichen, überhaupt in die Nähe des Gegners zu kommen. Nachdem Van den bösen General getötet hat, beginnt die COLONUS auseinanderzubrechen. Die drei Krieger entkommen gerade noch rechtzeitig. Das Ende von Necros ist auch das Ende des Kriegs zwischen Erde und Elysium. Die Menschen können sich wieder ins Freie wagen und sich an den Wiederaufbau machen - die Tenebrans sind immer noch in ihrem ewigen Gefängnis eingesperrt.

Der Film:

Über die ziemlich chaotische Story braucht man kein Wort zu verlieren, denn sie ist absolut nebensächlich. Bedrohung durch einen übermächtigen außerirdischen Gegner, Rettung der Menschheit durch einen auserwählten (meist jugendlichen) Krieger, Opferbereitschaft für ein höheres Ziel, eine Lovestory, schwammige mythologische Anspielungen, trottelige Sidekicks (in diesem Fall ein fliegender Miniroboter, der sich schnell zur völligen Nervensäge entwickelt) - das sind die Ingredienzien, aus denen praktisch alle fernöstlichen Animes zusammengesetzt sind. "Elysium" macht da keine Ausnahme, man sollte also keine tiefgründige Handlung oder auch nur Logik erwarten. Es kommt noch nicht einmal Spannung auf, weil man den gesamten Verlauf von Anfang an vorhersagen könnte und weil die ganze Geschichte sowieso ziemlich holprig vorgetragen wird. Genauer gesagt: Es kommt mir so vor, als seien einfach wahllos ein paar Szenen zusammengefügt worden, denen man irgend eine beliebige Story übergestülpt hat. Des öfteren ist sogar ein Off-Kommentar Sonras von Nöten, weil man sonst manchmal überhaupt nicht begreifen würde, um was es da eigentlich gerade geht. Sobald Van und seine Freunde erst einmal ihre Mechs bestiegen haben, überwiegen die Kampfszenen, von Handlung kann dann sowieso keine Rede mehr sein. Es sind denn auch Actionszenen wie diese Mech-Kämpfe, auf die es bei "Elysium" eigentlich ankommt.

"Elysium" ist, wie auch schon Final Fantasy - Die Mächte in dir ein vollständig computergenerierter Film. An die fotorealistische Qualität dieses zwei Jahre älteren Films kommt "Elysium" aber nicht einmal annähernd heran. Die Qualität der Computergrafiken ist sehr uneinheitlich und das Ziel, möglichst realistisch wirkende Ergebnisse zu erhalten, wurde in vielen Fällen verfehlt. Selbst wenn man in Rechnung stellt, daß Van, Nyx und ihre Freunde möglicherweise absichtlich nicht anatomisch korrekt, sondern leicht verfremdet dargestellt werden sollten (Arme und Beine sind viel zu lang), kann man sich über die hölzernen Bewegungsabläufe und schlechten Texturen nur wundern. Da hat man inzwischen schon bei Computerspielen erheblich Besseres gesehen! Viele Personen sehen in diesem Film aus wie steife Plastikfiguren, die man im Stop-Motion-Verfahren abgefilmt und vor leblose, fade Hintergründe gesetzt hat. Kaum aber hat man sich über derartige Lächerlichkeiten geärgert, gibt es einen Szenenwechsel - und dann könnte man meinen, man sei plötzlich in einen ganz anderen Film geraten. Ein besonders gutes Beispiel ist der Wechsel von der ersten Szene in Vans Pizzeria zu der entstehenden Raumschlacht am Anfang des Films. Die Pizzeria-Sequenz wirkt wie ein Sammelsurium nicht richtig zueinander passender Rohentwürfe, doch dann kommt eine Überblende in die Zentrale der ODYSSEY. Da sieht man dann selbst Fältchen und Hautunreinheiten auf dem Gesicht eines Funkers, im All zischen wendige Jäger zwischen gigantischen Kampfschiffen herum und überall explodiert etwas. Wunderschön detailliert gerenderte Modelle mit feinen Texturen sind zu sehen, geniale Lichteffekte usw. - dann kommt der nächste Szenenwechsel und man wird auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, weil wieder so ein häßliches Knetmännchen steif und ohne jegliche Mimik durch farblose Kulissen stakst.

Diese Gegensätze ziehen sich durch den ganzen Film. Sie sind so extrem, daß man meinen könnte, der Film sei unter enormem Zeitdruck oder Geldmangel entstanden, so daß viele Szenen tatsächlich nur oberflächlich bearbeitet werden konnten. Immerhin sind die Mech-Kämpfe sehr schön in Szene gesetzt worden. Klar: Bewegungsabläufe von Robotern kann man viel besser darstellen als die von Menschen. "Elysium" ist also nur was fürs Auge - und das auch nur abschnittsweise.

Die DVD:

Auch bei den DVD-Extras sieht's eher mau aus. Ein ca. 5 Minuten langer, unkommentierter Beitrag (der den Namen "Making of" wirklich nicht verdient), in dem man kurze Ausschnitte von der Entstehung einzelner Szenen sieht, ist noch das interessanteste Feature. Man sieht z.B. die koreanischen Synchronsprecher bei der Arbeit. Die Bildergalerie ist ziemlich daneben, weil die paar wenigen Bilder viel zu klein sind - man erkennt kaum etwas. Hinzu kommt ein Musikvideo (in englischer und koreanischer Sprache) mit einigen Szenen aus dem Film. Bei dieser mageren Ausstattung fragt man sich wirklich, warum die DVD als "Special Edition" bezeichnet wird.

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