Zurück zu den Filmen

el_dorado

El Dorado (USA 1966)
DVD - Regionalcode 2, Paramount
FSK: 12
Laufzeit: ca. 122 Minuten

Extras
Kinotrailer

Regie:

Howard Hawks

Hauptdarsteller:

John Wayne (Cole Thornton)
Robert Mitchum (Sheriff J.P. Harrah)
James Caan (Alan Bourdillion Traherne - aka Mississippi)
Charlene Holt (Maudie)
Edward Asner (Bart Jason)
Michele Carey (Josephine McDonald - aka Joey)
Arthur Hunnicutt (Bull Harris)
Christopher George (Nelse McLeod)




Inhalt:

Cole Thornton ist ein alternder Revolverheld - genauer gesagt: Er ist der schnellste Revolvermann des ganzen Westens - der vom Viehbaron Bart Jason für einen Job nach El Dorado geholt wird. Thornton trifft in dem Städtchen seinen alten Freund J.P. Harrah, der jetzt Sheriff ist und ihm die Augen öffnet: Jason will Thornton nur anheuern, damit der Revolvermann die kleinen Farmer terrorisiert, die sich Jasons Ausbreitungsgelüsten in den Weg stellen. Da spielt der aufrechte Thornton natürlich nicht mit. Er schmeißt Jason den Job vor die Füße, aber leider erfahren die anderen Farmer das zunächst nicht. Die Familie McDonald lauert ihm auf, postiert aber dummerweise ausgerechnet den jüngsten und unerfahrensten Sohn an der Stelle, an der Thornton vorbeikommen muß. Der Junge schießt aus dem Hinterhalt und trifft nur Luft, Thornton feuert zurück und verpaßt dem Unglücklichen einen Bauchschuß. Der Junge erschießt sich selbst, weil er die Schmerzen nicht erträgt. Thornton bringt die Leiche des Knaben zurück zu dessen Familie, erntet aber Undank: Die Schwester des Jungen folgt Thornton und schießt ihm eine Kugel in den Rücken. Die tötet ihn zwar nicht, sitzt aber in der Nähe der Wirbelsäule fest und drückt auf die Nerven. Von diesem Moment an leidet Thornton unter unvorhersehbaren Lähmungsanfällen, die mit der Zeit immer schlimmer werden.

Einige Zeit danach ist Thornton wieder einmal auf dem Weg nach El Dorado. Unterwegs trifft er in einem Saloon den jungen Alan Bouordillion Traherne, der allgemein nur "Mississippi" genannt wird, weil man sich seinen richtigen Namen sowieso nicht merken kann. Mississippis väterlicher Freund wurde von einem Banditen beim Kartenspiel getötet - und genau diesen Banditen hat Mississippi jetzt in dem Saloon gestellt. Es kommt zum Duell, bei dem Mississippi dem bösen Burschen ohne Revolver gegenübersteht. Er gewinnt dennoch, denn er ist der schnellste Messerwerfer weit und breit. Leider gehörte der Fiesling zu einer ganzen Gruppe von Gangstern, so daß Mississippi in eine bedrohliche Situation gerät. Es versteht sich von selbst, daß Thornton den jungen Hüpfer unterstützt. So kommt Thornton mit McLeod, dem Boß der Bande, ins Gespräch. Der ist selbst ein Gunslinger und möchte sich gerne einmal mit der lebenden Legende Thornton messen. Er erzählt ihm, daß er und seine Männer ebenfalls auf dem Weg nach El Dorado sind, um den Job zu übernehmen, den Thornton abgelehnt hat. Von ihm erfährt Thornton auch, daß Sheriff Harrah nur noch ein Wrack sein soll, vor dem keiner mehr Respekt hat. Thornton macht sich wieder auf den Weg, Mississippi folgt ihm beharrlich, obwohl Thornton auf jegliche Begleitung gut verzichten zu können glaubt. Er besinnt sich anders, als der junge Mann ihm bei einem von seinen Lähmungsanfällen hilft. Mississippi ist ein so miserabler Schütze, daß Thornton ihm eine abgesägte Schrotflinte beschafft, die man nur in die allgemeine Richtung des Ziels halten muß.

Als die beiden in El Dorado ankommen, müssen sie feststellen, daß Sheriff Harrah wirklich nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Er ist permanent betrunken, pennt die meiste Zeit in einer seiner eigenen Gefängniszellen und wird von niemandem mehr ernst genommen, am allerwenigsten von Bart Jason und seinen Leuten, die in der Stadt tun und lassen können, was sie wollen. Er wurde durch Liebeskummer in die Alkoholsucht getrieben und ist nur wegen der Hilfe seines Faktotums Bull Harris noch nicht endgültig vor die Hunde gegangen. Die von Jason bedrängten Farmer, insbesondere die Familie McDonald, hat immer wieder unter den Übergriffen zwielichtiger Gesellen zu leiden, und als McLeod und seine Bande in die Stadt kommen, droht die Situation zu eskalieren. Harrah wird durch ein fürchterliches Gebräu nach Mississippis Rezept zwar von der Trunksucht kuriert, aber seine Würde ist immer noch ramponiert. Um nicht den Respekt vor sich selbst zu verlieren, entschließt Harrah sich zum Kampf gegen die Verbrecher und locht zuallererst Bart Jason ein. Dadurch fordert er natürlich Reaktionen von Jasons Anhängern heraus, die ihren Chef befreien wollen. Am Ende stehen ein Ex-Alkoholiker, ein halbgelähmter alter Revolverheld, ein miserabler Schütze und ein Indianerkriegs-Veteran gegen eine Horde skrupelloser und brutaler Banditen, aber natürlich siegt das Gute, McLeod unterliegt im Duell der Top-Revolvermänner, Thornton entschließt sich endlich zu der Operation, die er immer vor sich hergeschoben hat und Harrah ist wieder trocken...


Der Film:

Einer der besten und spannendsten Western, die ich kenne. Er ist zwar durchaus ernst und dramatisch, dabei aber auch humorvoll und stellenweise gar selbstironisch. Die Hauptfiguren sind nicht einfach nur Western-typische Abziehbilder, sondern echte Charaktere, deren Beweggründe man nachvollziehen kann und die eigentlich fast schon Anti-Helden sind. Der alte Haudegen John Wayne steht sowieso weit jenseits aller Kritik (er ist der lässige, nicht zu erschütternde Western-Archetyp schlechthin) und Robert Mitchum spielt den versoffenen Sheriff so genial, daß man ihm zutraut, selbst Alkoholiker zu sein. El Dorado ist einer der letzten großen Hollywood-Western vor der Welle der Italo-Western. Was die Härte und z.T. auch den Zynismus der Charaktere angeht, kann man ihn mit Filmen dieser Art sogar schon vergleichen, er hat ihnen aber immer noch einen augenzwinkernden Humor voraus.

Die DVD:

Für einen so alten Film ist die DVD-Bildqualität sehr gut. Der englische Ton ist klar und deutlich - was man von der deutschen Version nicht sagen kann. Die klingt sehr sehr dumpf, manche Geräusche sind kaum zu hören. Also: Lieber in englisch angucken, da kommt die Westernstimmung wegen John Waynes breiter Mundart sowieso besser rüber und Mitchums rauhe Betrunkenen-Stimme klingt viel "echter" als in der deutschen Synchro.

Seitenanfang