Edge of Tomorrow


Edge of Tomorrow (USA, 2014)

Blu-ray, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 113 Minuten

Extras:
- Operation Downfall (11:33 Min.)
- Waffen der Zukunft (8:25 Min.)
- Kreaturen aus einer anderen Welt (5:38 Min.)
- On the Edge mit Doug Liman (42:37 Min.)
- Nicht verwendete Szenen (7:38 Min.)

Regie:
Doug Liman

Hauptdarsteller:
Tom Cruise (Major William Cage)
Emily Blunt (Sergeant Rita Rose Vrataski)
Brendan Gleeson (General Brigham)
Bill Paxton (Master Sergeant Farrell)
Noah Taylor (Dr. Carter)




Story

In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts landen Außerirdische in Europa und erobern binnen kürzester Zeit große Teile des Kontinents. Millionen Menschen werden getötet. Niemand weiß, was die als Mimics bezeichneten nichthumanoiden Kreaturen wollen, aber es steht fest, dass sie die gesamte Menschheit auslöschen werden, wenn ihnen nicht Einhalt geboten wird. Deshalb schließen sich die Armeen der Welt zur United Defense Force (UDF) zusammen. Nach zahlreichen Rückschlägen erringen die Menschen einen großen Sieg, der dem Einsatz neuartiger Kampfanzüge zu verdanken ist. Es handelt sich quasi um Einmannpanzer - mit verschiedenen schweren Waffensystemen bestückte kraftverstärkende Exoskelette, mit denen die Soldaten ohne Fallschirm aus großer Höhe im Kampfgebiet abspringen können. So ausgerüstet tötet Sergeant Rita Vrataski in der Schlacht um Verdun im Alleingang unzählige Mimics. Public-Relations-Offiziere wie Major William Cage machen die Soldatin (den "Engel von Verdun") zur legendären Kriegsheldin und schlachten ihre Taten propagandistisch aus, um die Menschheit auf "Operation Downfall" einzustimmen. Mit der größten Offensive in der Geschichte der Menschheit, einem konzertierten Gegenangriff praktisch aller vorhandenen Streitkräfte an mehreren Fronten, soll Europa zurückerobert werden. Cage wird nach London zu General Brigham beordert und erhält den Befehl, die Landung in der Normandie als Kriegsberichterstatter in der ersten Angriffswelle mitzumachen. Cage hat keinerlei Kampferfahrung und weigert sich, den Auftrag auszuführen. Er versucht zu fliehen, wird verhaftet und degradiert.

Cage findet sich auf dem Flughafen Heathrow wieder. Dort bereiten sich die Invasionstruppen auf die Landung vor. Cage wird der von Master Sergeant Farell kommandierten J-Squad zugeteilt. Die Soldaten sind nicht erfreut, einen Deserteur in ihren Reihen zu haben, so dass Cage keinen leichten Stand hat. Inzwischen nutzen alle Soldaten das Exoskelett. Auch Cage wird ein einen solchen Kampfanzug gesteckt, kommt aber nicht wirklich damit zurecht. Es grenzt an ein Wunder, dass er die ersten Minuten nach dem Abwurf auf dem heftig umkämpften Strandabschnitt überlebt, zumal sich schnell herausstellt, dass die Mimics den Angriff erwartet haben. Die Operation wird zur Katastrophe. Die Mimics richten ein Gemetzel an. Vrataski wird vor Cages Augen getötet. Mitten im Schlachtengetümmel steht Cage einem Mimic gegenüber, der anders aussieht als alle anderen. Cage zündet eine Claymore-Mine, als das Wesen über ihn herfällt. Der Mimic wird zerrissen. Bedeckt vom Blut des Wesens stirbt kurz danach auch Cage. Im nächsten Moment findet sich Cage auf dem Flughafen Heathrow wieder, wo sich die Invasionstruppen auf die Landung vorbereiten. Er wird mit denselben Worten, die er schon einmal gehört hat, von Farell begrüßt und sieht alle Soldaten wieder, die am Strand gestorben sind. Erneut landen die Invasionstruppen in der Normandie, wieder richten die Mimics ein Gemetzel an. Da Cage weiß, was Vrataski bevorsteht, kann er ihr Leben retten. Dabei wird er selbst tödlich verwundet. Nach seinem Tod findet er sich auf dem Flughafen Heathrow wieder und alles beginnt von vorn. Cage begreift, dass er in einer Zeitschleife gefangen ist. Derselbe Tag läuft wieder und wieder auf identische Weise ab. Nur Cage kann sich anschließend an das Ganze erinnern, so dass niemand seinen Warnungen Glauben schenkt. Der Verlauf der Geschehnisse ist jedoch nicht in Stein gemeißelt. Cage kann eingreifen und den Ablauf verändern, aber auf sich allein gestellt kann er nicht verhindern, dass die Mimics die UDF vernichtend schlagen und anschließend über Großbritannien herfallen.

Aufgrund der ständigen Wiederholungen weiß Cage irgendwann genau, was am Strand geschehen wird, so dass er jedes Mal länger überlebt. Er versucht dieses Wissen zu nutzen, um Vrataski zu retten. Das geht zwar schief, aber Vrataski scheint zu wissen, was mit Cage los ist. Sie fordert ihn auf, zu ihr zu kommen, sobald er aufwacht. Nach seinem Tod sucht Cage Vrataski in der Trainingshalle des Flughafens auf. Sie glaubt ihm, denn sie hat dasselbe erlebt wie er. Sie führt ihn zu Dr. Carter, einem Experten für Mimics, der in alles eingeweiht ist. Cage erfährt, dass der besonders große Mimic, den er getötet hat, ein "Alpha" war. Alle Mimics sind praktisch ein- und derselbe Organismus. An der Spitze steht ein Einzelwesen, das als "Omega" bezeichnet wird und die Zeit manipulieren kann. Die Alphas sind Heerführer, die die Masse der gewöhnlichen Kampfdrohnen kontrollieren. Jedes Mal, wenn ein Alpha stirbt, wird die Zeit um 24 Stunden zurückgesetzt. Durch das Wissen über die Geschehnisse, die zum Tod des Alpha geführt haben, gewinnt das Omega unschätzbare Vorteile. Seit der Kontamination mit Alpha-Blut besitzt Cage dieselbe Fähigkeit. Er muss "nur" sterben, um denselben Tag erneut zu erleben und es besser zu machen. So ist es seinerzeit auch Vrataski ergangen. Sie hat die Fähigkeit nach einer schweren Verletzung verloren, an der sie nicht sofort gestorben ist und die durch eine Bluttransfusion behandelt wurde. Sie weiß von der Existenz des Omega, weil sie nach unzähligen Resets Visionen von diesem Wesen hatte. Um die Menschheit zu retten, müssen Cage und Vrataski das Omega finden und töten. Cage trainiert mit Vrataski und wiederholt den Invasionstag ungezählte Male, bis er zum einem ebenso perfekten Soldaten wird wie der Engel von Verdun. Irgendwann bekommt auch Cage Visionen, so dass das Versteck des Omega lokalisiert werden kann. Die Kreatur befindet sich in einer bestimmten Talsperre in den Alpen.

Trotz aller Anstrengungen gelingt es Cage und Vrataski nicht, gemeinsam zur Talsperre zu gelangen. An einem bestimmten Punkt ist immer Endstation, zumindest für Vrataski. Sie stirbt stets an derselben Stelle, Cage kann nichts dagegen tun. Er müsste ohne sie weitermachen, doch das kommt für ihn nicht infrage, denn würde er das Omega töten, dann wäre Vrataskis Tod endgültig. Er hat sich jedoch in sie verliebt. Deshalb verzichtet er schließlich darauf, Vrataski beim nächsten Neustart zu kontaktieren. Er schlägt sich allein zur Talsperre durch, nur um festzustellen, dass es sich um eine Falle handelt. Anstelle des Omega sind nur eine Drohne und ein Alpha vor Ort, die Cage nicht töten, sondern schwer verletzen - sie wollen sein Blut. Es gelingt ihm, sich rechtzeitig selbst zu töten. Es gibt nur noch eine Möglichkeit, das wahre Versteck des Omega aufzuspüren. Ein von Dr. Carter entwickeltes Gerät, mit dem die Verbindung eines Alphas zum Omega zurückverfolgt werden kann, wird in General Brighams Büro aufbewahrt. Wieder sind zahlreiche Fehlversuche erforderlich, bis es Cage und Vrataski gelingt, zu Brigham zu gelangen und diesen zur Herausgabe des Ortungsgerätes zu bewegen. Da Cage quasi selbst ein Alpha ist, muss er das Gertät nur noch mit seiner Blutbahn verbinden. So erfährt er, dass sich das Omega in einem überfluteten Bereich unterhalb des Louvre befindet. Cage und Vrataski werden von Sicherheitskräften verfolgt und getrennt. Cage wird schwer verwundet und landet in einem Lazarett, wo er Bluttransfusionen erhält und somit die Alpha-Fähigkeit verliert. Vrataski befreit ihn, doch die beiden haben jetzt nur einen einzigen Versuch, um das Omega unschädlich zu machen.

Mit seinem Wissen über Details, die niemand kennen dürfte, bringt Cage die J-Squad auf seine Seite. Die Soldaten sind bereit, ihm und dem Engel von Verdun zu folgen. Sie stehlen am Vorabend der Invasion einen Senkrechtstarter, werden in Paris aber von den Mimics abgeschossen. Die überlebenden Soldaten opfern sich, um es Cage und Vrataski zu ermöglichen, bis zum Louvre vorzudringen. Auch Vrataski lässt ihr Leben, um einen Alpha-Mimic von Cage abzulenken. Cage taucht zum Omega hinab und zündet mehrere Granaten. Das Omega stirbt. Cage ist tödlich verwundet. Sein Körper wird vom Blut des Omega umhüllt. Wieder kommt es zu einem Neustart. Diesmal kommt Cage kurz vor seinem ersten Treffen mit Brigham zu sich. Der Tod des Omega ist endgültig und wirkt sich auf alle Mimics aus. Die Invasionstruppen stoßen nirgendwo auf Widerstand. Cage, jetzt wieder Major, fährt zum Flughafen Heathrow. All seine Kameraden sind am Leben, so auch Vrataski.


Kringels Meinung

Diesmal stimmt die alte Regel wieder: Je länger die Handlungszusammenfassung, desto besser finde ich den Film. In verschiedenen Reviews haben sich Kritiker abfällig über den Hauptdarsteller geäußert, weil er zur Scientology gehört. Was Tom Cruise in seiner Freizeit macht, interessiert mich nicht. Seine neuen Filme gefallen mir! Wie schon im Falle von Oblivion war ich auch bei "Edge of Tomorrow" schon allein von der Tatsache angetan, dass es sich nicht etwa um einen weiteren Superheldenfilm handelt. Man möge mich nicht falsch verstehen! Ich liebe vor allem die Comicverfilmungen aus dem Hause Marvel heiß und innig, aber ab und zu sehe ich doch gern einen Science-Fiction-Film ohne Superhelden. In Sachen Originalität muss ich bei "Edge of Tomorrow" jedoch bemängeln, dass die Grundidee bei Und täglich grüßt das Murmeltier geklaut wurde. Auch Phil Connors (Bill Murray) erlebt denselben Tag immer und immer wieder, weiß nach der vermutlich millionsten Wiederholung hundertprozentig genau, was wann wo geschieht, wodurch er quasi gottgleiche Macht gewinnt, kann damit aber kaum etwas anfangen, weil er zu wenig Zeit hat, um diese Macht richtig auszunutzen. Da geht es Major Cage (Tom Cruise) schon besser. Zumindest darf er seine Fähigkeiten vermutlich behalten. Wenn ich es richtig verstanden habe, befindet sich am Ende Omega-Blut in seinen Adern. Cage müsste also bis zur nächsten Bluttransfusion die Möglichkeit haben, die Zeit zurückzusetzen. Vermutlich muss er zu diesem Zweck nicht einmal mehr sterben! Er hat also unendlich viel Zeit, um herauszufinden, wie er Vrataski herumkriegen kann! Die Tatsache, dass Cage Vrataski immer besser kennen lernt, während er für sie ja bei jedem Neustart ein Fremder ist, verleiht dieser Beziehungskiste einen besonderen Reiz.

Was in "Und täglich grüßt das Murmeltier" schon prächtig funktioniert hat, nämlich der humorvolle Umgang des in der Zeitschleife gefangenen Helden mit stets demselben und doch veränderlichen Tagesablauf und die sich daraus ergebenden verzwickten Situationen, sorgt auch in "Edge of Tomorrow" für viele köstliche Szenen und wird darüber hinaus mit Action angereichert, die es wirklich in sich hat. Natürlich gibt es verschiedene Kritikpunkte. Während die Ursache für die Zeitschleife in diesem Film zumindest andeutungsweise erklärt wird, bleiben die Gründe für die Alien-Invasion im Dunkeln. Eine Kommunikation mit dem Mimics ist anscheinend nicht möglich, zumindest zeigen sich die Viecher nicht sehr mitteilsam, und so weiß niemand, was diese wenigstens interessant designten Kreaturen eigentlich auf der Erde wollen. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes gesichtslose Fieslinge, die es zu vernichten gilt. Das ist mir etwas zu platt. Und vielleicht wäre es nicht nötig gewesen, Parallelen zur Landung in der Normandie während des Zweiten Weltkrieges mit der Brechstange herbeizuzwingen. Das lässt sich aber alles verschmerzen, denn der Film punktet mit hohem Tempo und einer Geradlinigkeit, die den Zuschauer von Anfang an in ihren Bann zieht. Die Ausgangssituation wird innerhalb weniger Minuten eindrucksvoll skizziert, dann wird Cage genau wie der Zuschauer mitten in die Story hineingeworfen. Cruise spielt den zunächst sehr hasenfüßigen und vollkommen unerfahrenen Propagandaoffizier, der sich ganz allmählich zur Kampfmaschine mausert, absolut überzeugend. Noch beeindruckender ist Emily Blunt als "Full Metal Bitch" - eine wortkarge Einzelgängerin, die den armen Cage erbarmungslos erschießt, wenn er im Training mal wieder versagt hat, damit er sofort von vorn anfangen kann! Ihre harte Fassade bröckelt allerdings irgendwann doch noch.

Action und Spezialeffekte sind über jeden Zweifel erhaben. Mit klobigen Exoskeletten ausgerüstete Menschen kämpfen gegen bizarre Mimic-Drohnen, während um sie herum Landungsschiffe brennend abstürzen, Geschosse hin und her fliegen, Explosionen den Strand erschüttern ... Das sieht klasse aus, wird selbst nach mehreren (natürlich stets abgewandelten) Wiederholungen nicht langweilig und steht der Figurenentwicklung nicht im Wege.


Blu-ray-Features

Nimmt man die verschiedenen Featurettes zusammen, sreicht man die Redundanzen und ignoriert man die wenig aussagekräftige gegenseitige Lobhudelei, dann erhält man durchaus einen ganz guten Eindruck von der Arbeitsweise des Regisseurs und von den Dreharbeiten, insbesondere was die Szenen angeht, die am Invasionsstrand spielen. Dieser Strand wurde eigens für den Film hergestellt und auch die Exoskelette sind keineswegs computergeneriert, sondern echt. Es scheint ziemlich anstrengend für die Schauspieler gewesen zu sein, in diesen schweren Dingern gegen nicht vorhandene Aliens zu kämpfen. Die sieben kurzen nicht verwendeten Szenen sind durchweg nicht ganz neu, vielmehr handelt es sich um verlängerte Filmszenen mit zum Teil unfertigen Effekten. Inhaltlich sind sie derart irrelevant, dass ich mich schon gar nicht mehr genau daran erinnern kann, was überhaupt gezeigt wurde ...


J. Kreis, 22.03.2016




Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Seitenanfang


Startseite

Filme