Zwei tolle Käfer räumen auf


Zwei tolle Käfer räumen auf (D, 1979)

DVD, Kinowelt
Altersfreigabe: FSK 6
Laufzeit: ca. 89 Min.

Extras
- "Ikonen des 20. Jahrhunderts - Der VW Käfer" (10:01 Min.)
- Trailer
- Werberatschlag (PDF)

Regie:
Rudolf Zehetgruber

Hauptdarsteller:
Rudolf Zehetgruber alias Rudolf Rittberg (El Guancho)
Fernando Sancho (Don Alfonso Mattoni)
Sal Borgese (Salvatore Camillo Mattoni)
Brad Harris (Don Fernando Hidalgo)
Herbert Tiede (Major Russ)
Kathrin Oginski (Maria)
Wolfgang Jansen (Emanuel)




Inhalt

Im 2. Weltkrieg radiert der deutsche Major Russ das halbe sizilianische Dorf Corleone aus und raubt den aus Goldmünzen im Wert von zwanzig Millionen Mark bestehenden Schatz der dortigen Mafiafamilie. Er flieht nach Lanzarote und tötet einige Landser, die von der Tat erfahren. Nur einer überlebt schwer verwundet. Er bleibt auf Lanzarote, nennt sich künftig nur noch "El Guancho", und ertränkt seine Erinnerungen in Alkohol. Zwanzig Jahre später kehrt Russ mit seiner jungen Frau nach Lanzarote zurück, um das Gold einzusacken. Don Alfonso Mattoni und dessen Bruder Salvatore, zwei skrupellose Mafiosi aus Corleone, folgen ihm. Sie wollen die Bluttat des Majors rächen und das Gold zurückholen. Aber sie haben die Rechnung nicht mit El Guancho gemacht, der das Gold irgendwo auf Lanzarote versteckt hat. Der gewitzte Tüftler arbeitet als Mädchen für alles bei Don Fernando Hidalgo, dem Herrn der Insel. Schon als die Mafiosi auf Lanzarote ankommen, liefert sich El Guancho ein Stock-Car-Rennen mit ihnen, wobei allerdings sein Wunderkäfer Dudu die Karosserie verliert. Übrig bleiben ein sechsrädriges Geländefahrzeug und der kleine krabbenförmige Roboter Pitscho. Als die vorlaute Maschine mit einer Goldmünze aus dem Schatz angibt, setzen sich die Mafiosi auf El Guanchos Fersen. Die Frau des Majors wiederum macht sich an Don Fernando heran, der den Schatz selbst gut gebrauchen könnte, denn ihm sitzen zahlreiche Gläubiger im Nacken. Frau Majorin will, dass Don Fernando seinen bei ihm lebenden Neffen Lorenzo verschwinden lässt.

El Guancho riecht die Lunte. Er bringt Lorenzo und dessen Kindermädchen Maria in der leeren Stadt La Santa bei seinem Freund, dem Schmuggler Emanuel, in Sicherheit. Lorenzos Vater hat die Stadt vor zwanzig Jahren mit einem Teil des Corleone-Goldes gebaut; El Guancho hat damals im Fieberwahn verraten, wo der Schatz versteckt ist. Don Fernando hat jedoch Lorenzos Vater beseitigt und die über sein Land verlaufenden Wasserleitungen zerstört, so dass La Santa zu einer toten Stadt wurde. Als El Guancho Russ hilft, der mit einem von Salvatore sabotierten Flugzeug abgestürzt ist, erkennt er, wen er vor sich hat. Er schwört dem Alkohol ab und bringt den Major zum Versteck des Schatzes. El Guancho hat das Gold damals zusammen mit seinen ermordeten Kameraden vergraben. Doch jetzt ist nichts mehr von den wertvollen Münzen übrig, denn Lanzarote ist eine vulkanische Insel - das Gold ist geschmolzen und versickert. El Guancho lässt Russ bei den Gräbern zurück. Er muss vor den Mafiosi fliehen. Don Alfonso tötet Russ mit einer explosiven "Friedenszigarre" und sprengt sich wenig später selbst mit einem solchen Sargnagel in die Luft. Salvatore verbündet sich mit dem Kommandanten der Privatarmee Don Fernandos.

Emanuel, Maria und Lorenzo werden in eine Höhle gesperrt, die mit einer Zeitbombe (als Zünder dient eine wertvolle Uhr aus dem Besitz Don Fernandos) gesprengt werden soll. El Guancho wird gefangen genommen und soll in einer Mine Zwangsarbeit leisten, kann sich und die anderen Gefangenen jedoch befreien. Gerade noch rechtzeitig rettet er seine Freunde. Dann lockt er Don Fernando unter dem Vorwand in die Geisterstadt, ihm Lorezo gegen eine Million in Bar ausliefern zu wollen. Nachdem er Salvatore in der Kanalisation eingesperrt hat, setzt sich El Guancho mit dem Geld ab, doch Don Fernando verfolgt ihn mit einem Hubschrauber. El Guancho ist gezwungen, ihm das Geld zu geben. Er überlässt ihm außerdem die mit einem Rest Sprengstoff präparierte Zeitzünder-Uhr. Don Fernando hebt ab und ist zehn Sekunden später Toast.

Kommentar

Der fünfte und letzte Dudu-Film ist auch unter dem Titel "Superbaby - der Kleine mit der großen Klappe" bekannt. Er verdient es nicht, in einem Atemzug mit den ersten vier Filmen genannt zu werden. Dass wieder einmal alles ignoriert wird, was im vorherigen Film geschehen ist, ist noch nicht einmal der Hauptgrund dafür. Das war schließlich bei den anderen Filmen auch nicht anders. Es gibt eigentlich überhaupt keine Zusammenhänge zwischen den fünf Filmen. Regisseur Zehetgruber ist aber auf die "geniale" Idee gekommen, den Haupt-Sympathieträger der Reihe, den gelben Wunderkäfer Dudu, schon gleich zu Beginn des Films ganz nebenbei zu entsorgen. Dudu erleidet einen Totalschaden, und jetzt sollen wir glauben, unter seiner Karosserie habe sich schon immer ein Solo 750 - Geländefahrzeug verborgen, in dessen Gepäckfach wiederum die alberne Nervensäge Pitscho untergebracht ist. Dudu spielt während des ganzen restlichen Films keine Rolle mehr.

Stattdessen kurvt Zehetgruber ausgiebig bei viel zu vielen öden Verfolgungsjagden mit dem sechsrädrigen Solo 750 durch den Wüstensand, während Pitscho (dieser Name steht im Werberatschlag für den Film, er könnte ebenso gut "Pichu" oder "Picho" lauten) mit unerträglicher, elektronisch verfremdeter Quietschstimme und seltsam österreichisch klingendem Zungenschlag dummes Zeug labert, unbeholfen auf acht hydraulischen Beinen durch die Gegend stakst, allerlei Blödsinn vollführt und nichts zur Handlung beiträgt. Keine Spur mehr von Dudus schlagkräftigen "Argumenten" und sonstigen Gimmicks. Das ist ein äußerst unwürdiges Ende für die eigentliche Hauptfigur der Reihe. Pitscho ist nicht einmal annähernd als "Ersatz" für Dudu geeignet. Vielleicht hat sich Zehetgruber ja dafür geschämt, dass er die Hauptrolle in seinem eigenen Film spielt? Er tritt unter dem Pseudonym "Rudolf Rittberg" auf. Jedenfalls hat Zehetgruber offenbar selbst nicht begriffen, warum seine ersten vier Filme so erfolgreich waren, sonst hätte er wohl kaum alles über Bord geworfen, was den Reiz dieser Filme ausmacht.

Aber nicht genug damit. Der Film ist an sich einfach unterirdisch schlecht und vor allem langweilig. Die Handlung verläuft völlig chaotisch und ist dennoch jederzeit vorhersehbar. Figuren tauchen aus dem Nichts auf und verhalten sich unbeschreiblich dämlich. Warum kommt der Major erst nach zwanzig Jahren auf die Insel zurück und warum hat er eigentlich damals das Gold nicht gleich mitgenommen? Warum will Frau Majorin, dass Lorenzo beseitigt wird? Warum sprengt sich Don Alfoso selbst in die Luft? Die Sache mit Lorenzos Vater und der toten Stadt wird so aufgebaut, dass man meinen könnte, sie wäre irgendwie wichtig für die Handlung - aber was daraus wird, bleibt beim abrupten Ende ebenso ungeklärt wie das weitere Schicksal Lorenzos, Marias und Emanuels. Darüber hinaus ist der Klamauk-Faktor womöglich noch höher als in allen bisherigen Dudu-Filmen, von diversen Schlüpfrigkeiten ganz zu schweigen. Hier passt einfach nichts zusammen. Der ganze Film ist nur eine sinnlose Aneinanderreihung dummen Gequatsches, in die Länge gezogener Verfolgungsjagden mit Autos, Pferden und Kamelen und recycelter Ideen. Es wurden sogar einige Szenen aus den älteren Filmen wiederverwendet. Schade, dass diese Kultreihe mit einem derartigen Missklang enden musste...

DVD-Features

"Zwei tolle Käfer räumen auf" ist sowohl einzeln als auch in einer Box zusammen mit den vier anderen Dudu-Filmen erhältlich. Bild- und Tonqualität fallen im Vergleich mit dem vierten Film leicht ab. Das Bild ist grobkörnig, der Ton dumpf. Neben einem Trailer und einer PDF-Datei mit einem Werberatschlag, die man nur am PC nutzen kann, ist diesmal sogar eine so genannte "Dokumentation" vorhanden. Allerdings ist es keine Doku zum Film, sondern zum VW Käfer. Die Entstehung dieses sympathischen Verkaufsschlagers wird kurz angerissen, wobei einiges an historischem Bild- und Filmmaterial gezeigt wird. So bekommt man einen sichtlich begeisterten Adolf Hitler zu sehen, dem im Jahre 1938 ein Käfer-Modell zum Geburtstag geschenkt wird. Die Doku stammt aus dem Jahre 1997, Regie führte Reiner E. Moritz.


Screenshots


Zwei tolle Käfer räumen auf

Dieses beknackte Ding soll Dudu ersetzen? Na dann Prost!


Zwei tolle Käfer räumen auf

Pitschu in voller "Schönheit".


Zwei tolle Käfer räumen auf

Das Solo 750 - Geländefahrzeug. Sechs Räder. Dudu hatte vier. Wo also soll das Ding versteckt gewesen sein?


Zwei tolle Käfer räumen auf

Eigenwilliger Zeitzünder und noch eigenwilligere Entschärfung mittels Kaugummi.


Zwei tolle Käfer räumen auf

Vor diesem Film kann man wirklich nur in Deckung gehen!


J. Kreis, 28.08.2012




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