Das verrückteste Auto der Welt


Das verrückteste Auto der Welt (D, 1975)

DVD, Kinowelt
Altersfreigabe: FSK 6
Laufzeit: ca. 90 Min.

Extras
- Produktionsnotizen (PDF)
- Trailer

Regie:
Rudolf Zehetgruber

Hauptdarsteller:
Rudolf Zehetgruber alias Robert Mark (Jimmy Bondi)
Salvatore Borgese (Aldo Regozzani)
Barbara Zehetgruber alias Kathrin Oginski (Schwester Johanna)
Evelyne Kraft (Schwester Engelmunda)
Ulrich Beiger (Marchese Dellapozzi)
Walter Roderer (Jakob Robusti)




Inhalt

Jimmy Bondi erfreut die Bewohner eines von Nonnen betriebenen Waisenhauses im kleinen schweizerischen Ort Chamby, indem er eine alte Bahnlinie wieder in Gang bringt. Der Besitzer eines nahe gelegenen Hotels ist jedoch gar nicht erbaut über das ständige Gepfeife der Dampflok, denn dadurch wurden fast all seine Gäste vertrieben. Nur Rallypilot Aldo Regozzani, der an der Tour d'Eurotel teilnehmen will, logiert dort noch. Der Hotelier will das Übel an der Wurzel packen und erwirbt alle Schuldscheine des Waisenhauses. Die Schwestern müssen nun schnellstens 30.000 Schweizer Franken auftreiben, um die Pfändung abzuwenden. Jimmy möchte helfen und könnte hierzu die 100.000 SFR Siegprämie der Tour d'Eurotel gut gebrauchen, aber er kann nicht einmal die 10.000 SFR Startprämie aufbringen. Da bietet Aldos Rennrivale, der Machese Dellapozzi, eine Wette an. Jimmy erhält 10.000 SFR, aber wenn er die Rally verliert, muss er den Wunderkäfer Dudu an den Marchese abtreten. Auch Aldo möchte, dass Jimmy an der Tour d'Eurotel teilnimmt, und stellt ihm weitere Tausender zur Verfügung. Die überlässt Jimmy den Schwestern Johanna und Engelmunda, die somit selbst für die Waisenkinder ins Rennen gehen können. Rally-Chefkontrolleur Jakob Robusti erklärt die Regeln. Die Teilnehmer dürfen jede beliebige Strecke befahren, um quer durch die Alpen zum Zielort Montreux zu gelangen, aber Hauptstraßen und Autobahnen dürfen nicht benutzt werden. Wer sich nicht daran hält, wird disqualifiziert.

Der Marchese spielt falsch. Er setzt Aldo mit einem Schlafmittel außer Gefecht (Jimmy und die Schwestern befreien Aldo jedoch), legt den größten Teil der Strecke heimlich mit einem Helikopter zurück, der auch seinen zusammenklappbaren Rennwagen transportiert, und engagiert die zwielichtige "Brown and Brown Company". Dieses Gangsterduo stellt den anderen Fahrern Fallen. Auch Aldo tappt hinein, erhält aber einen Ersatzwagen, den er allerdings wenig später ebenfalls zu Schrott fährt. Die Nonnen fallen mit ihrer von Jimmy umgebauten zerlegbaren Doppel-Ente immer weiter zurück, weil sie jedem verunglückten Fahrer helfen. Aldo wird nach dem zweiten Crash disqualifiziert und fährt bei Jimmy als Kopilot mit. In einem unbeobachteten Moment gelingt es den Browns, Dudus Bordcomputer umzuprogrammieren, so dass der flugfähige Käfer allein abhebt, als Jimmy und Aldo in drei Kilometern Höhe eine Pinkelpause einlegen. Dudu ist auf den nächsten Checkpoint programmiert und fliegt allein davon. Nach einem beschwerlichen Fußmarsch über den Gletscher finden Jimmy und Aldo zwei Hängegleiter, mit denen sie den Checkpoint trotz der Nachstellungen durch Brown and Brown rechtzeitig erreichen.

Kurz vor dem Ziel installieren die Browns eine letzte Falle. Sie stellen einen großen Spiegel auf eine Straße, die von allen Teilnehmern passiert werden muss. Die Fahrer sehen somit ein Auto auf sich zukommen, weichen aus und stürzen in einen Abgrund. Dem Marchese ergeht es allerdings genauso. Er wird ohnehin disqualifiziert, denn Robusti beobachtet das Rennen in verschiedenen Verkleidungen und kommt dem Betrüger auf die Schliche. Die Nonnen rammen den Spiegel (Schwester Engelmunda, die am Steuer sitzt, ist extrem kurzsichtig) und entgehen dem Abgrund, aber die Doppel-Ente ist nach dem Zusammenstoß nicht mehr fahrtauglich. Dudu nimmt die beiden Enten-Hälften buchstäblich unter die Arme und schleppt sie bis kurz vor die Ziellinie. Dort lässt er ihnen gentlemanlike den Vortritt. Die Nonnen gewinnen das Preisgeld und die Goldene Rose von Montreux. Dudu fliegt sicherheitshalber davon, denn der wütende Jimmy hat angedroht, ihn zu zerlegen und in einen ganz normalen Käfer umzubauen.

Kommentar

"Hoho! Afraskai kuku!" Dieser Kampfruf der Browns ist wieder mal so ein Detail, das sich offensichtlich seit Jahrzehnten bei mir in irgendwelchen Hirnwindungen versteckt gehalten hat. Als ich "Das verrückteste Auto der Welt" jetzt erstmals wieder gesehen habe, da kam der Spruch wieder hervorgesprungen. Wie kann es sein, dass das Gehirn so einen Unsinn jahrzehntelang speichert, ganz einfache Informationen wie Passwörter, PINs und die Dreisatzregel aber immer wieder löscht?

Im vorletzten der fünf Dudu-Filme treten dieselben Schauspieler auf wie im vorherigen Film - bis auf Zehetgruber und Borghese aber in anderen Rollen - und auch die Handlung verläuft ganz ähnlich. Seltsamerweise kennen sich Jimmy Bondi und Aldo Regozzani nicht, obwohl sie doch in Teil 3 schon seit längerer Zeit dicke Freunde sind. Wenn es überhaupt irgendwelche Zusammenhänge zwischen den einzelnen Dudu-Filmen gibt, dann müsste "Das verrückteste Auto der Welt" also zeitlich vor "Ein Käfer auf Extratour" spielen. Die Geschichte ist zwar immer noch kaum mehr als der Aufhänger für das übliche Spektakel, aber sie ist nicht so wirr wie in den anderen Filmen. Gut, ganz rund läuft der Film nicht. So manche Szene zieht sich zu sehr in die Länge oder ist komplett verzichtbar. Der von Walter Giller gespielte Hotelkoch, der inkognito auf Jimmy Bondis Eisenbahn als Heizer arbeitet, ist zum Beispiel schlicht überflüsig, während Aldos Befreiung aus dem Schloss des Marchese offensichtlich nur ein paar Slapstick-Szenen ermöglichen soll.

Aber wen stört das schon, wenn alles geboten wird, was das Dudu-Fanherz erfreut: Autorennen mit vielen ganz verschiedenen Rennwagen, massenweise Schrott, launige Dialoge, zünftige Prügeleien, schöne Landschaftsaufnahmen und natürlich allerlei technische Spielereien. Dudu hat eine Einrichtung, die Zusammenstöße mit Fußgängern zu vermeiden hilft, er kann einen kleinen ferngesteuerten Hubschrauber als "Vorhut" entsenden, er kann fliegen - und er kann sprechen. Das ist zwar nicht neu, es ist schon in "Ein Käfer gibt Vollgas" vorgekommen, aber diesmal mutiert Dudu zur Plaudertasche und singt sogar manchmal. Das hätte vielleicht nicht sein müssen. Immerhin hat Dudu nicht den furchtbar gekünstelten "schweizerischen" Akzent wie die Nonnen und andere Figuren. Nicht nur Dudu kann mit neuen Gimmicks aufwarten (wir erfahren übrigens, dass er 250 PS und einen zusätzlichen Elektromotor hat), sondern auch die Doppel-Ente der Nonnen. Das Gefährt besteht aus zwei aneinandergekoppelten 2CV-Vorderhälften, die getrennt werden können. So können es sich die Nonnen erlauben, doch über Hauptstraßen zu fahren, denn das Reglement verbietet dort nur das Fahren im Vorwärtsgang. Aber wo ist bei einer Doppel-Ente vorne? Die Spezialeffekte sorgen natürlich manchmal für unfreiwillige Komik, zum Beispiel bei Jimmy Bondis Sturz aus hundert Metern Höhe, bei dem er sich nicht mal den Knöchel verstaucht - kein Wunder, er hängt ja auch an Seilen, wie man deutlich sieht...

Klamaukige, aber kurzweilige, sehr charmante und familienfreundliche Unterhaltung mit vielen originellen Ideen - das dürft ihr von "Das verrückteste Auto der Welt" erwarten. Man kann einwenden, dass es sich im Grunde nur um den vierten Aufguss des aus allen vorherigen Filmen bekannten Handlungsschemas handelt. Aber keine Sorge: Dudu macht das schon!

DVD-Features

"Das verrückteste Auto der Welt" ist sowohl einzeln als auch in einer Box zusammen mit den vier anderen Dudu-Filmen erhältlich. Bild- und Tonqualität sind diesmal akzeptabel. Das Bonusmaterial besteht lediglich aus einem Trailer. Weiteres Material kann nur genutzt werden, wenn man die Disc in einen PC einlegt. Dann kann man auf ein PDF-Dokument mit Werberatschlägen, einer Handlungszusammenfassung sowie Kurzporträts von Rudolf und Barbara Zehetgruber, Evelyne Kraft und Sal Borgese zugreifen. Es soll angeblich noch eine andere Version des Films existieren, in der Dudu nicht spricht. Die ist meines Wissens aber derzeit nicht im Handel.


Screenshots


Das verrückteste auto der Welt

Dudus Auge, Herz und Gehirn: Der Bordcomputer mit integrierter Kamera.


Das verrückteste auto der Welt

Die Doppel-Ente kann ebenso gut rückwärts wie vorwärts fahren...


Das verrückteste auto der Welt

...sie kann sich selbst anschieben...


Das verrückteste auto der Welt

...und sie kann die Straße blockieren!


Das verrückteste auto der Welt

Gut getarnt beobachten Robusti und Assistentin das Renngeschehen.


Das verrückteste auto der Welt

Brown and Brown in Action.


Das verrückteste auto der Welt

Dem Marchese wird das fiese Lachen schon noch vergehen!


Das verrückteste auto der Welt

v.l.n.r.: Aldo und Jimmy sowie Schwester Johanna, Schwester Engelmunda und ihre Trophäe.


J. Kreis, 09.08.2012




Gastkommentare


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Gastkommentar von Retrofan (19.08.2016):

Ja,

einige der DuDu filme kann, ich mir immer wieder ansehen.

Dieser wirkt wie die vorredner schon sagten in die Länge gezogen.
Das lezte mal das ich den gesehen habe war bei Kabel 1

Die Filme haben trotz etlicher logikfehler ihren reiz finde ich.
Einige der Fehler wurden ja schon angesprochen wie die Tatsache das die Darsteller sich nach einer Folge in der nächsten nicht mehr zu kennen scheinen.

Das wirkt merkwürdig. Man sollte aber bedenken das die Schauspieler auch zum Teil andere Namen als noch in den Vorigen Filmen haben.

Mir war als ich den Film zum ersten mal sah klar das wir hier einen auflieger auf die alten Herbie Filme haben.

Trotzdem finde ich es bewundernswert was Herr Zehetgruber aus dem niedrigen Buget alles rausgeholt hat.

Wenn ich mir so manchen Filme heute ansehe dann könnte ein bisschen was von dem was hier in den Filmen steckt gern auch da drin sein.

Heute ist alles so oft Computer animiert das man nicht mehr weiss was echt, und was animiert ist..

Beziehungsweise :D man weiss es doch.

Irgendwie scheint es den Filmen dann irgendwie an was zu fehlen.
Ohne all zu dramatisch klingen zu wollen aber es wirkt eben künstlich und seelenlos an mancher Stelle.

Also der Film so auch wie die anderen Teile sind sicher nicht für jeden was.

Aber man kann sie sich ansehen.
Und falls, man das tut sollte man eben nicht vergessen dass, die Filme low buget und aus den 70ern sind !!!!

Viel Spass wünsche ich schon mal demjenigen der es tut.

Retrofan


Gastkommentar von Takidoso (31.10.2012):

"Dudu"
ja dieser Film und auch der Kampfspruch sind mir noch ganz gut in Erinnerung. Tatsächlich hatte ich den Film als Kind im Kino damals gesehen. Was man nicht alles wieder findet im Internet :-)


Gastkommentar von joethanks (14.08.2012):

Es gibt den Film tatsächlich in zwei völlig unterschiedlichen Versionen. Im ZDF-Ferienprogramm und später im Privatfernsehen lief durchweg die Version ohne sprechenden Dudu. (Die ich in leider sehr schlechter VHS-Qualität vorliegen habe.) Es fehlen dabei mehrere Gimmick-Szenen (Nonnen-Auffangen, Spaghetti-Einsammeln) der DVD-Version vollständig und statt eines fliegenden Spielzeug-Käfers wird durchweg ein Käfer in Originalgröße gezeigt. Dafür sind den ganzen Film hindurch immer wieder Dialoge und Szenen um einge Sekunden länger.
Es macht insgesamt den Eindruck, als sei die "TV-Version" für die "DVD-Version" zusammengekürzt worden, um bei gleicher Gesamtlänge Platz für die besagten Gimmick-Szenen zu schaffen. So kommt es teilweise sogar zu sehr abweichenden Umschnitten, um aus einer langen Einstellung dann nur zwei kurze Abschnitte verwenden zu können (beispielsweise beim Gespräch Jimmi - Marchese in der Bibliothek).



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