Ein Käfer gibt Vollgas


Ein Käfer gibt Vollgas (D / Schweiz, 1972)

DVD Regionalcode 2, Kinowelt
Altersfreigabe: FSK 6
Laufzeit: ca. 87 Minuten

Extras
- Bio-/Filmografie Joachim Fuchsberger (Text)
- Interview mit Rudolf Zehetgruber (Text)
- Trailer
- Fotogalerie
- Produktionsnotizen (PDF)
- Werberatschlag (PDF)

Regie:
Rudolf Zehetgruber

Hauptdarsteller:
Rudolf Zehetgruber alias Robert Mark (Jimmy Bondi)
Joachim Fuchsberger (Plato)
Heidi Hansen (Tamara Schibulski)
Karl-Otto Alberty (Marchese de la Sotta)
Barbara Zehetgruber alias Kathrin Oginski (Magnolia)
Arturo Duarte (da Silva)




Inhalt:

Ex-Häftling Plato, in Wahrheit Beamter der internationalen Bankaufsichtsbehörde FBSCN, fliegt nach Portugal, um den kriminellen Marchese de la Sotta zu treffen. Plato hat hochwertige Druckplatten zur Herstellung falscher fünf-Dollar-Noten anzubieten. Diese sind dem Marchese 50.000 echte Dollar wert. Durch das Geschäft soll der Marchese in die Falle gelockt und auf frischer Tat ertappt werden. Plato besitzt nur eine der beiden Platten, die andere soll sich im Besitz seines Freundes Schibulski befinden. Den haben die Schergen des Marchese bereits ermordet, die Platte haben sie aber nicht gefunden. Ein Brief, versteckt in einer Schachfigur, weist den Weg zum Versteck der zweiten Platte. Als Plato den Brief holt, trifft er auf Schibulskis Schwester Tamara. Diese hängt sich wie eine Klette an den angeblichen Freund ihres Bruders und findet schnell die Wahrheit heraus. Sie behauptet, sie wolle den Finderlohn für die zweite Platte kassieren, tatsächlich findet sie den Polizisten jedoch sehr attraktiv. Die Sache geht schief, denn der Marchese kommt mit seinen Schlägern und will die erste Platte sowie den Brief mit Gewalt an sich bringen.

Es sieht nicht gut aus für Plato, doch da erscheinen Weltenbummler Jimmy Bondi und sein Wunderkäfer Dudu, die auf dem Seeweg zur Algarve gereist sind. Sie greifen in die Schlägerei ein, und der auf schlagkräftige VW knockt alle Gangster aus. Im Handgemenge geht der Brief verloren. Er bleibt im Käfer liegen, als sich Plato und Tamara auf Jimmys Rat hin nach Lissabon absetzen. Dort befindet sich die Firma "General Service", betrieben von Jimmys Freundin Magnolia. General Services nimmt jeden legalen Auftrag an und ist bereit, Plato zu helfen. Jimmy folgt Plato und Tamara, nachdem er die Gangster abgeschüttelt hat. Er trifft erst bei Magnolia ein, als Plato und Tamara schon wieder gegangen sind. Magnolia ist zwar noch sauer, weil Jimmy vor über zwei Jahren einfach mit Dudu verschwunden ist, freut sich aber über seine Rückkehr. Plato und Tamara fallen dem Marchese in die Hände. Zwei Gangster aus Amerika sollen Jimmy den Brief abjagen. Gegen Magnolias und Jimmys Waffenarsenal können sie aber nichts ausrichten.

Schließlich soll es zur Übergabe kommen. Jimmy erscheint verkleidet und lenkt den Marchese ab. Der Bösewicht kann fliehen. Die zu Hilfe gerufene Polizei will erst eingreifen, wenn Verstärkung eingetroffen ist. Plato verfolgt den Marchese allein zum Strand, sieht sich dort aber einer Übermacht von Ganoven gegenüber. Erneut greifen Jimmy und Dudu ein. Eine wilde Schlägerei entbrennt, bei der die Gauner keine Chance haben. Der Marchese gibt seinem Anwalt da Silva das belastende Material und setzt sich mit einem Luftkissenboot ab. Wieder will die Polizei nicht einschreiten, weil man dem Marchese nichts nachweisen kann. Plato springt in letzter Sekunde auf das Luftkissenboot, Jimmy und Dudu folgen. Der Marchese wird zwar überwältigt, aber Platos Mission ist gescheitert. Deshalb will er Jimmy begleiten, der gar nicht daran denkt, zu Magnolia zurückzukehren (er hat eine gewisse Ahnung, warum die Gute einen Priester bestellt hat), sondern sich auf die Bahamas absetzen will. Dummerweise hat Jimmy seinen Gürtel zurückgelassen, mit dem man Dudu fernsteuern kann. So kann Magnolia den Käfer auf den von ihr gewünschten Kurs lenken...

Der Film:

Im zweiten von fünf Dudu-Filmen erlebt der gelbe VW-Käfer quasi eine Wiedergeburt und damit im Grunde sein Debüt. Im ersten Film (Ein Käfer geht aufs Ganze) wurde ja angedeutet, Dudu sei nichts anderes als der instandgesetzte und umlackierte US-Wunderkäfer Herbie. Jetzt wird es so dargestellt, als sei er neben genialen Erfindungen wie dem "Klaufuchs" und der schussfähigen Kaffeekanne von "General Services" konstruiert worden. Außerdem ist er erst jetzt der computergesteuerte Wunderkäfer, als den wir ihn kennen und lieben. Im ersten Film war er zwar auch schon ein sehr außergewöhnliches Auto, hatte aber noch kein so futuristisches Innenleben wie jetzt. Und genau diese ebenso verrückte wie einfallsreiche Ausstattung, die immer wieder für Überraschungen sorgt, macht ja eigentlich erst den besonderen Reiz der Dudu-Filme aus.

Der neue Dudu ist auf Schimpfwörter programmiert, d.h. wenn geschimpft wird, dann teilt er mit zuschlagenden Rädern, Scheinwerfern, Stoßstangen und Türgriffen aus. Eindringlinge werden mit dem um 360 Grad drehbaren Sitz durchgeschleudert. Dudu kann schwimmen, verfügt über eine ausfahrbare Dusche und andere Gadgets. Er kommuniziert über einen kleinen Bildschirm und gibt auf diesem Wege launige Kommentare ab. Jimmy Bondi (dieser Name wird hier erstmals verwendet) trägt einen Gürtel mit weiteren Extras - als Kind habe ich mir auch so ein Teil gewünscht, bzw. ich glaube mich erinnern zu können, dass ich mir mit diversen Yps-Gimmicks so etwas ähnliches gebastelt habe. So ein geniales Teil wie Jimmy Bondis Druckluftpistole besaß ich aber nicht. Kein Wunder, laut Film musste Jimmy Bondi ein Jahr lang in einem Astronautenzentrum in Texas arbeiten, um an die Einzelteile heranzukommen. Mit dem Gürtelschnallen-Mikro kann Dudu zwar ferngesteuert werden, aber er hat immer noch seinen eigenen Kopf...

Die entsprechenden Spezialeffekte sind erheblich besser gemacht als im ersten Film, und sie nehmen natürlich breiten Raum ein. Über weite Strecken hinweg geht es nur darum, die zahlreichen technischen Spielereien zu präsentieren. Lange Verfolgungsjagden, Prügeleien - ganz im Stil der Filme mit Terence Hill und Bud Spencer, komplett mit den typischen Geräuschen - und sonstiger Slapstick füllen die etwas magere Handlung auf. Immerhin: Es ist eine Handlung vorhanden! Sie endet zwar eher unbefriedigend, aber immerhin wird im Gegensatz zum ersten Film eine mehr oder weniger logische Geschichte erzählt. Die Schauspieler machen ihre Sache so gut, wie es in einem Film dieser Art möglich ist. Mein Liebling ist Max Dralle ("Ihr glaubt wohl, ich bin doof? Bin ich aber nicht!"), der Ganove, der einfach nur ein Schläfchen halten will und immer daran gehindert wird. Bemerkenswert ist aber auch "Blacky" Fuchsberger. Trotz graumelierter Schläfen ist er im besten Alter und sehr agil; mir scheint, er hat so manchen nicht ganz ungefährlichen Stunt selbst gemacht.

Im Grunde genommen ist "Ein Käfer gibt Vollgas" nichts anderes als typischer 70-er-Jahre-Klamauk. Dennoch macht es einfach Spaß, Dudu dabei zuzuschauen, wie er immer neue Tricks zeigt und die bösen Ganoven vermöbelt. Wenn die Lage aussichtslos zu sein scheint, dann kann man sich auf eines verlassen: "Dudu macht das schon!"

DVD-Features:

"Ein Käfer gibt Vollgas" ist sowohl einzeln als auch in einer Box zusammen mit den vier anderen Dudu-Filmen erhältlich. Das Bonusmaterial besteht aus ein paar Bildern und Textinformationen. Weiteres Material kann nur genutzt werden, wenn man die Disc in einen PC einlegt. Dann kann man auf zwei PDF-Dokumente mit Werberatschlägen, Handlungszusammenfassungen, Infos zu den Schauspielern und Interviews mit Zehetgruber zugreifen. Die Bildqualität ist zwar ganz OK für einen so alten Film, Defekte, Verschmutzungen etc. sind aber noch recht häufig zu sehen.

Screenshots


Ein Käfer gibt Vollgas

Dudus Armaturenbrett


Ein Käfer gibt Vollgas

Jimmy Bondi mit seinem Spezialgürtel


Ein Käfer gibt Vollgas

Tamara und "Plato"


Ein Käfer gibt Vollgas

Der Marchese (weißer Pulli, schmieriges Grinsen) und seine Schergen


Ein Käfer gibt Vollgas

Magnolia bastelt an neuen Erfindungen herum


Ein Käfer gibt Vollgas

Dudu hat immer noch kein Duisburger Kennzeichen!


Ein Käfer gibt Vollgas

Wer frech wird, kriegt was auf die Zwölf!


Ein Käfer gibt Vollgas

Wenn Dudu erst mal in Fahrt ist, hört er ungern wieder auf!


J. Kreis, 12.09.2011




Gastkommentare


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Gastkommentar von Alexander Becker (12.07.2013):

Ich liebe diesen Film! Meine Mum hat mir die DVD gekauft und wußte garnicht dass es solche Filme gibt. Der Gürtel von Jimmy Bondi ist ebenso nicht schlecht. Der Mann hat echt Phantasie und irgendwie lebt er da noch so ein wenig Kindheitsträume. Auf Tomaten schießen, die Kaffeekanne durch die Luft wirbeln, 90 Grad den Berg hoch und Marcheses Gang abhängen oder auf dem Wasser zwischen den Felsen Max Dralle davon kommen. Wer möchte nicht mal Schimpfwörter loslassen ohne dass man gleich dafür selbst ein auf die Mütze kriegt? Von Afrika bis Portugal in 4 Tagen auf dem Wasser fahren denn "auf der Autobahn ist es ja viel schlimmer" wie Jimmy zugeben mußte. Eine Frau wie Maggie ist ebenfalls nicht zu verachten, genügend Weiblichkeit und viel technisches Verständnis für kniffelige Tricks. Ob Rudolf Zehetgruber noch lebt? Würde ihn gern mal kennenlernen denn seinen Jimmy Bond Gürtel hätte ich gerne!


Gastkommentar von Christiane Becker (09.10.2011):

Alle Personen spielen ihre Rolle wirklich gut. Nicht zu verachten: Da Silva, der feine alte Pinkel, von "Gonzales" auch Paragraphenhengst genannt, hängt ganz schön tief mit drin. Eine lustige Hommage an Gangsterfilmen und James Bond - nur hier total übertrieben doof, Marcheses Gang ist ein einziger Affenstall von halbstarken Idioten, coolen Amerikanern (Heinz Reincke mit seiner Knallbohne), trotzdem klasse anzusehen und der Film wird nie langweilig, die Jungs kriegen die Gürtel durchgeschnitten und sammeln ständig ihre Hosen im Laufschritt. Dann immer noch die Musikuntermalung von landestypischer Toreromusik auf Saxophonen. Schöne Strandaufnahmen und warum auch nicht mal in Portugal an der Algarve? Ein Film der mal wieder im Fernsehen (warum auch nicht mal ARD oder ZDF?) gezeigt werden sollte. Ich würde diesen, wie damals in den Kinos noch mal anpreisen... Denn diese Art von Humor ist schon fast in unserer zu logisch und sachlich vertechnisiert gewordenen Welt ausgestorben. Mal herzhaft lachen auch über so eine "Computerkarre"- wie Shapiro fast zum Schluß so Dudu auch nannte.



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