Ein Käfer geht aufs Ganze


Ein Käfer geht aufs Ganze (D / Schweiz 1971)

DVD Regionalcode 2, Kinowelt
Altersfreigabe: FSK 6
Laufzeit: ca. 88 Minuten

Extras
- Produktionsnotizen (PDF)
- Werberatschläge (PDF)
- Trailer

Regie:
Rudolf Zehetgruber alias David Mark

Hauptdarsteller:
Rudolf Zehetgruber alias Richard Lynn (Ben)
Barbara Zehetgruber alias Katharina Orginski (Daktari Jo)
Gerd Duwner (James Butler)
Lex Country (Nick Hallmark)
Harry Fuß (Graf Bobo de la Motta)
Bob Mackay (van Springel)
Constanze Sieck (Angie)




Inhalt:

Sensation bei der East African Safari Rally: Erstmals nimmt ein Luftkissenfahrzeug teil! Der Schotte James Butler will beweisen, dass er damit mindestens ebenso schnell ist wie die anderen Teilnehmer. Diese nehmen die Wette an und akzeptieren sogar Butlers Bedingung: Er will die Route zu den vorgeschriebenen Kontrollpunkten frei wählen dürfen. Auch Graf de la Motta möchte an der Rally teilnehmen. Seine Gattin schenkt ihm einen Wagen, der angeblich alle wichtigen Rennen der letzten Jahre in den USA gewonnen hat - einen VW Käfer. In Wahrheit handelt es sich um eine alte Filmrequisite, die günstig erhältlich war. Die erste Probefahrt endet in einem Fiasko, denn der Käfer hat seinen eigenen Kopf und lässt sich nicht gern als Schrottmühle bezeichnen. Er lässt sich nicht mehr lenken, so dass es zum Zusammenstoß mit dem am Pistenrand stehenden Fahrrad des Lebenskünstlers Ben kommt. Der Graf schenkt Ben den eigenwilligen Käfer und greift für die Rally doch lieber auf einen Porsche zurück. Er spielt jedoch falsch und beauftragt den zwielichten Dr. Hyänimus damit, dem Luftkissenfahrzeug eine Falle zu stellen.

Ben tauft sein neues Auto auf den Namen Dudu, was auf Suaheli soviel bedeutet wie "Käfer". Auch er möchte die Rally gewinnen, um seiner Freundin, der verwitweten Ärztin Daktari Jo, die Finanzierung dringend benötigter Medikamente zu ermöglichen. Er kann sich aber nicht einmal das Startgeld leisten. Butler wird jedoch überredet, Dudu als Servicefahrzeug zu akzeptieren, das ihn auf der Strecke begleiten darf. Die Rally beginnt. Zunächst liegt Nick Hallmark mit seinem Ford Capri vorn. Ben und Butler werden getrennt, denn der Schotte kann nur gewinnen, wenn er die Luftlinienstrecke zwischen den Kontrollpunkten wählt, auf der normale Autos - und auch weniger normale wie Dudu - nicht fahren können. Plötzlich geht Dudu in Führung, denn die Schergen des Dr. Hyänimus schlagen zu. Butler wird zwar von Hallmark gerettet, aber dadurch verlieren beide viel Zeit. Ben fällt jedoch wieder zurück, als er Jo gegen zwei Wilderer beisteht.

Nach einigen weiteren Abenteuern während des halsbrecherischen Rennens quer durch Dschungel und Savanne finden Bob und Butler wieder zusammen. Sie nehmen einem Diamantendieb die Beute ab und erfahren, dass Jo in Gefahr ist. Chef der Diebesbande ist ein gewisser van Springel - und er wird wegen einer Verletzung in Jos Buschkrankenhaus behandelt. Bob und Butler müssen die gefährlichen Schlangensümpfe durchqueren, um die Klinik schnell zu erreichen. Butler wird von einer Kobra gebissen. Gerade noch rechtzeitig erreichen die beiden den nächsten Kontrollpunkt, wo Butler behandelt werden kann. Jo erfährt, dass van Springel ein Verbrecher ist, und wird von ihm entführt. Sie kann aber bald wieder fliehen. Auch Hyänimus ist jetzt hinter den Diamanten her. Als seine Schergen das Luftkissenboot sprengen wollen, erwischen sie versehentlich das Auto, mit dem Jos Schwester Angie und ein Gehilfe unterwegs sind. Dabei kommt auch van Springel um. Angie bleibt unverletzt, aber die Medikamente verbrennen.

Ben, Butler und Nick (der in Angie verliebt ist) beschließen, dass sie Jo sowohl den Finderlohn für die Diamanten als auch das Rally-Preisgeld überlassen wollen. Wer die Rally gewinnt, ist ihnen inzwischen egal. Zunächst muss sich Ben jedoch mit den Dieben auseinandersetzen, die ihre Beute wiederhaben wollen. Die Bösewichte werden ausgetrickst, Hyänimus wird verhaftet. Zu guter Letzt gewinnt Dudu die Rally. Graf de la Motta bleibt auf der Strecke, denn er versucht zwei Schimpansen zu vertreiben, indem er die Autoschlüssel nach ihnen wirft. Ben möchte Dudu gegen Butlers Luftkissenboot eintauschen, um dieses Jo zu schenken. Dudu will aber lieber bei Ben bleiben. Als Jo erkennt, dass Butler den Käfer an Graf de la Motta verkaufen würde, verzichtet sie auf das Luftkissenboot. Somit steht weiteren Abenteuern mit dem tollen Käfer nichts mehr im Wege...

Der Film:

Dies ist der erste von fünf Dudu-Filmen, und die Handlungszusammenfassung ist nur deshalb so lang geworden, weil die Story so chaotisch ist. Manche Handlungsstränge enden im Nichts, das Rennen wird zur Nebensache, Personen tauchen ohne weitere Erläuterung plötzlich auf oder werden im weiteren Verlauf einfach ignoriert, irgendwann platzt ohne jeden Zusammenhang noch eine Gangster-Geschichte hinein, und gegen Ende werden die Abläufe so wirr, dass van Springels Tod nachträglich erklärt werden muss. Zudem wird die Handlung ständig durch teils recht lange Tier- und Naturaufnahmen unterbrochen, hinzu kommen ebenfalls nicht gerade kurze Klamauk-Szenen, die nichts zum Fortgang der Geschichte beitragen. Ohne all diese Elemente, die den an sich schon sehr holprigen Erzählfluss empfindlich stören, würde der Spielfilm auf die Länge einer Fernsehserien-Episode schrumpfen. Immerhin wurde an Original-Schauplätzen gedreht und die Schauspieler sind sympathisch. Wem Gerd Duwners Stimme bekannt vorkommt, der irrt sich nicht: Das ist der Synchronsprecher für Ernie aus der Sesamstraße.

Eine zweite große Schwäche dieses Films sind die so genannten "Spezialeffekte". Man sieht überdeutlich, dass anstelle des echten Käfers manchmal ein kleines, an Fäden aufgehängtes Modell verwendet wurde. Dann noch die lächerliche Nachvertonung durch Geräuschemacher. Kennt ihr dieses typische Reifenquietschen-Geräusch, das die Foley-Artists früher immer mit dem Mund gemacht haben? Das bekommt man hier ständig zu hören - auch dann, wenn auf Schotter oder Sand gebremst wird... Die verschiedenen Stunts mit einem echten Luftkissenfahrzeug und diversen echten Rally-Autos können sich aber durchaus sehen lassen. Für Erwachsene ist der Film wirklich nicht geeignet, aber Kinder werden ihren Spaß damit haben. Man kann aber nicht leugnen, dass der Film einen ganz eigenen Charme hat - eine liebenswerte Naivität, die aufwändiger produzierten Werken fehlt. All jene, die die Dudu-Filme in ihrer Kindheit geliebt haben (wie ich), können zudem vom nicht zu unterschätzenden Nostalgie-Faktor profitieren.

Dabei ist Dudu hier noch gar nicht der mit unzähligen technischen Gadgets ausgestattete Wunderkäfer, als der er sich in späteren Filmen der Reihe präsentiert. Dudu kann zwar sprechen und hat Emotionen, aber er hat keine besonderen Fähigkeiten, wenn man mal von seiner selbst für einen VW Käfer erstaunlichen Unverwüstlichkeit absieht. Stattdessen wird er mehrmals auf abenteuerliche Weise von seinem menschlichen Freund umgebaut - der allerdings nicht Jimmy Bondi heißt, sondern einfach nur "Ben". Mir war zwar schon immer klar, dass Regisseur Zehetgruber an den Erfolg der amerikanischen Herbie-Filme anknüpfen wollte, aber mir war nicht bewusst, dass Dudu in Wahrheit Herbie ist! Im Herbie-Film "Ein toller Käfer" zerbricht der "Love-Bug" in zwei Hälften. Tja, und genau dieses zerbrochene Auto, ein weißer Käfer mit der Nummer 53, wird zu Beginn von "Ein Käfer geht aufs Ganze" angeliefert. Ob das die Original-Filmrequisite ist? Offenbar wurde im weiteren Verlauf des Films ein anderes Auto verwendet, nämlich ein organgegelber Käfer mit dem alten ADAC-Wappen auf den Türen. Dass der Name "Dudu" nicht vom Kfz-Kennzeichen des Käfers abgeleitet ist (in diesem Film hat er noch ein anderes), sondern wohl wirklich aus der Sprache Suaheli stammt, habe ich übrigens auch nicht gewusst.

DVD-Features:

"Ein Käfer geht aufs Ganze" ist sowohl einzeln als auch in einer Box zusammen mit den vier anderen Dudu-Filmen erhältlich. Das Bonusmaterial kann nur genutzt werden, wenn man die Disc in einen PC einlegt. Dann kann man auf drei PDF-Dokumente mit Werberatschlägen und Produktionsnotizen zugreifen. Letztere enthalten neben Angaben zu Filmteam und Besetzung sowie einer Handlungszusammenfassung einige gar nicht so uninteressante Informationen. Man erfährt, dass eine polnische Schauspielerin namens Regina Gaidowa als Erstbesetzung für Daktari Jo vorgesehen war. Sie wurde jedoch von einem Geparden verletzt, und zwar so schwer, dass Zehetgrubers Ehefrau Barbara einspringen musste - die dann ebenfalls etwas unsanft von dem Geparden behandelt wurde!

Leider lässt die Bildqualität sehr zu wünschen übrig, d.h. sie schwankt stark. Viele Szenen sind unscharf mit matten, wie ausgebleicht wirkenden Farben. Verschmutzungen und Beschädigungen ziehen sich durch den ganzen Film.

Screenshots


Ein Käfer geht aufs Ganze

Herbie?!?


Ein Käfer geht aufs Ganze

Dudus neuer Look


Ein Käfer geht aufs Ganze

James Butler und sein Luftkissenfahrzeug "Queen"


Ein Käfer geht aufs Ganze

Nick Hallmark


Ein Käfer geht aufs Ganze

Kinski? Nein, Dr. Hyänimus


Ein Käfer geht aufs Ganze

Daktari Jo und ihre Schwester Angie


Ein Käfer geht aufs Ganze

Reich mir die Flosse, Genosse!


Ein Käfer geht aufs Ganze

Der Graf macht sich zum Affen


Ein Käfer geht aufs Ganze

Sieg für Dudu!


J. Kreis, 25.08.2011




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