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Dragonheart Dragonheart - Collector's Edition (USA, 1996)
DVD - Regionalcode 2, Universal
FSK: 12
Laufzeit: ca. 99 Minuten

Extras
Making of "Dragonheart", Audiokommentar von Regisseur Rob Cohen, 2 entfallene Szenen, "The Dragonheart Archives" (Bildergalerie), Kinotrailer und TV-Spots, Produktionsnotizen und Infos zu Cast & Crew (Texttafeln)

Regie:
Rob Cohen

Hauptdarsteller:
Dennis Quaid (Ritter Bowen)
David Thewlis (König Einon)
Dina Meyer (Kara)
Julie Christie (Königin Aislinn)




Inhalt

Im Jahre 984 A.D. wird der grausame König Freyne bei einem Aufstand geknechteter Dorfbewohner getötet. Sein Sohn Einon nimmt dem Sterbenden die Krone ab und schwört, ein noch größerer König zu werden als sein Vater. Da wird er zufällig von der jungen Kara angerempelt. Er stolpert und rammt sich einen Pfahl ins Herz. Einons Ausbilder ist Bowen, einer der letzten Ritter, die nach dem alten Ehrenkodex leben. Er hat sich seit Jahren bemüht, dem jungen Mann diesen Kodex beizubringen. Verzweifelt bringt er den tödlich verletzten Einon zu Königin Aislinn, doch die weiß Rat: Sie bittet einen Drachen um Hilfe. Es gibt ein uraltes Bündnis zwischen Menschen und Drachen - tatsächlich kann Einon gerettet werden, indem der Drache ihm die Hälfte seines eigenen Herzens einsetzt. Einon muß allerdings schwören, ein gerechter Herrscher zu werden. Bowen wäre aus Dankbarkeit bereit, dem Drachen jeden Wunsch zu erfüllen. Einon denkt allerdings gar nicht daran, seiner Verpflichtung nachzukommen. Stattdessen macht er seinen früheren Schwur wahr und schickt sich an, seinen Vater an Grausamkeit zu übertreffen. Er versklavt das Volk und zwingt die Männer zur Arbeit beim Wiederaufbau einer alten Burg. Bowen, der sich verraten fühlt und glaubt, Einons Bösartigkeit sei auf das Herz des Drachen zurückzuführen, sinnt auf Rache. Er streift durch die Lande, um jeden Drachen zu töten, den er finden kann. Nebenbei verdient er dadurch seinen Lebensunterhalt, denn in Einons Diensten kann er nicht bleiben.

12 Jahre später hat sich Einon zum unangefochtenen Tyrannen und zu einem eiskalten, gefühllosen Mann entwickelt. Durch das Drachenherz ist er praktisch unverwundbar: Solange der Drache lebt, heilt jede noch so schwere Wunde Einons in Sekunden. Umgekehrt empfindet der Drache den Schmerz jeder Wunde, die Einon erleidet. An Rebellion denkt niemand mehr - außer der jungen Kara, deren Vater Einon persönlich tötet. Einon läßt Kara auf seine Burg bringen, um sie zu seiner Frau zu machen, doch Königin Aislinn verhilft ihr zur Flucht. Währenddessen stellt Bowen den letzten lebenden Drachen, alle anderen hat er bereits getötet. Es gelingt dem Ritter nicht, den Drachen zu überwinden. Da macht dieser ihm einen Vorschlag, der plausibel und verlockend klingt. Würde Bowen nämlich den letzten Drachen töten, dann wäre er arbeitslos. Würde der Drache seinerseits Bowen töten, dann würde es nicht lange dauern, bis er sich mit dem nächsten abenteuerlustigen Drachentöter herumschlagen müßte. Also arbeitet Bowen künftig mit dem Drachen zusammen, dem er später den Namen Draco gibt. Draco fällt jeweils über ein Dorf her und richtet überzeugende Verwüstungen an. Dann erscheint Bowen und bietet den Dorfbewohnern an, sie gegen Gold vom Drachen zu befreien. Das macht er auch, aber nur zum Schein - danach ziehen die beiden weiter zum nächsten Dorf.

Das geht so lange gut, bis Bowen der aus der Burg geflohenen Kara begegnet und sie gegen Einon verteidigt. Kara durchschaut Bowens und Dracos Tricks und verdirbt ihnen das Geschäft. Sie will Bowen dazu bewegen, einen neuen Aufstand gegen Einon anzuführen, denn dem berühmten Ritter würden die Menschen folgen. Dann findet Bowen auch noch heraus, daß Draco jener Drache ist, dem Einon sein Leben verdankt. Inzwischen hat er aber begriffen, daß Einon schon immer ein schlechter Mensch gewesen ist und nie die Absicht hatte, ein guter Herrscher zu werden. Draco verrät Bowen, daß er sein Herz mit Einon geteilt hat, um sich durch diese gute Tat einen Platz im Sternenhimmel zu sichern, denn dorthin gelangen die Seelen aller Drachen nach deren Tod - aber nur, wenn sie ein gutes Leben geführt haben. Bowen begreift, daß Einon aufgehalten werden muß. Er trainiert die Dorfbewohner für den Kampf und greift die Burg an. Doch da wird Draco von Drachentötern, die von Königin Aislinn angeheuert worden sind, in Ketten gelegt. Einon, der begreift, daß sein Leben von Draco abhängt, tötet Aislinn und hält Draco gefangen. Bowen und Kara führen die Dorfbewohner in die Burg, um Draco zu befreien. Jetzt fordert Draco jedoch das Versprechen ein, das Bowen ihm einst gegeben hat, und äußert seinen Wunsch: Bowen soll ihn töten. Nur so kann Einon vernichtet werden.

Natürlich ist Bowen nicht bereit, seinen Freund umzubringen. Doch er hat keine Wahl, denn solange Draco lebt, ist Einon unbesiegbar. Also tötet Bowen den letzten Drachen, so daß auch Einon stirbt. Dracos größter Wunsch wird erfüllt, denn durch sein Opfer darf er einen Platz unter seinesgleichen im Sternbild des Drachen einnehmen. Bowen und Kara regieren fortan als gütige Herrscher über das befreite Volk.

Der Film:

"Dragonheart" ist ein richtig schöner Fantasyfilm mit viel Humor, aber auch genug Ernsthaftigkeit, um nicht in die Kinderfilm-Rubrik zu kippen. Für Kinder ist der Film trotz seiner beschwingt-komödiantischen Grundstimmung (Sorry wegen der blöden Formulierung - ich weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken soll) sowieso nicht geeignet, denn er enthält einige recht brutale Kampfszenen. Der Humor ist zum großen Teil auch eher von der schwarzen Sorte. Beispiele: Nach einer weiteren vorgetäuschten Drachen-Befreiung wollen die Dörfler sich über das Drachenfleisch hermachen - als Draco flieht, stürzen sie sich mit den gleichen gierigen "Fleisch! Fleisch!" - Rufen auf Bowen und Kara. In einer anderen Szene klaubt Bowen Draco die vermoderten Überreste eines Drachenjägers zwischen den Zähnen heraus...

Der Film gewinnt seinen Humor natürlich auch aus der Tatsache, daß so manches Klischee ins Gegenteil verkehrt wird. So entführt Draco zwar eine schöne Jungfrau, aber nicht etwa, um sie zu fressen, sondern um ihr ein Liedchen vorzusingen. Der Drache ist kein tumbes Monster, sondern ein hochintelligentes und weises Wesen, das seinen Gegnern nicht nur mit Drachenfeuer einheizen kann, sondern auch mit eloquent vorgetragenen Argumenten. Und der heldenhafte Drachentöter ist in Wirklichkeit ein Betrüger, der mit seinem vermeintlichen Opfer gemeinsame Sache macht. Dennis Quaid spielt den desillusionierten Ritter sehr überzeugend und auch den anderen Schauspielern kauft man ihre Rollen ohne weiteres ab. Es gibt rasante Kämpfe mit ordentlich Schwertgefuchtel, wunderschöne Landschaftsaufnahmen, einen stimmungsvollen orchestralen Soundtrack, finstere Bösewichter - und natürlich gibt es einen Drachen.

Selbst nach all den Jahren hat Draco nichts von seinem Charme eingebüßt. Natürlich ist man heutzutage weit bessere computergenerierte Kreaturen gewöhnt, dennoch kann der CGI-Drache (teilweise wurden ja auch reale Modelle verwendet) sich auch heute durchaus noch sehen lassen. Im Original wird er kongenial von Sean Connery gesprochen, in der deutschen Synchronisation von Mario Adorf - eine gar nicht so schlechte Wahl. Obwohl man den Schauspieler nie sieht und obwohl Dracos ganze Mimik künstlich ist, "paßt" einfach alles, so daß man wirklich glaubt, der Drache sei echt. Oder Sean Connery habe sich in einen Drachen verwandelt. Draco hat einfach eine richtige Persönlichkeit, er ist ein glaubwürdiger virtueller Schauspieler.

"Dragonheart" ist amüsant, ohne kindisch zu sein, hat gefühlvolle Momente und Pathos, ohne kitschig zu sein und bietet spannende Unterhaltung, ohne zum hohlen Actionfilm zu werden.

Die DVD:

Den Löwenanteil des Bonusmaterials macht ein ca. 45 Minuten langes "Making of" aus, das zwar hauptsächlich aus Interviews besteht, aber dennoch recht interessant ist. Man erfährt, wie viel Mühe der Regisseur sich gegeben hat, um den Entwicklern klarzumachen, wie er sich Draco vorgestellt hat. Es sind auch Probeaufnahmen aus einer Zeit zu sehen, als man sich noch nicht für Computergrafiken entschieden hatte. Seinerzeit war ein steifer und alles andere als lebendig wirkender Modell-Drache eingesetzt worden. Gut, daß es nicht dabei geblieben ist!

Ich war im ersten Moment etwas verwundert, die Bildergalerie und die beiden entfallenen Szenen nicht im Auswahlmenü des Bonusmaterials zu finden. Sollte es euch ebenso ergangen sein: Schaut mal in der Kapitelanwahl des "Making of" nach! Auf der 4. und 5. Seite findet ihr die vermißten Menüpunkte. Ich verstehe nicht, warum man die so versteckt hat. Es gibt Dutzende von Szenenfotos, Konzeptzeichnungen und Storyboards zu bewundern, außerdem die erwähnten entfallenen Szenen. In der ersten schwadroniert der dichtende Wandermönch über Avalon, in der zweiten weckt Kara Bowen etwas unsanft und will ihn mit einer Axt rasieren. Eigentlich ist es ganz gut, daß die beiden Szenen es nicht in den fertigen Film geschafft haben...

J. Kreis, 25.04.2006
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