Dracula Untold


Dracula Untold (USA, 2014)

DVD Regionalcode 2, Universal
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 88 Minuten

Extras:
Keine

Regie:
Gary Shore

Hauptdarsteller:
Luke Evans (Vlad)
Sarah Gadon (Mirena)
Art Parkinson (Ingeras)
Dominic Cooper (Mehmed II.)
Charles Dance (Vampir)




Story

Die Herrscher des Osmanischen Reiches erheben in den von ihnen eroberten christlichen Ländern nicht nur Tribut in Form von Geld, sondern auch in Form von Knaben, die anschließend eine unmenschlich harte militärische Ausbildung erhalten und durch Folter zu gefühllosen Kampfmaschinen gemacht werden. Diese Janitscharen leben nur für den Kampf. Sie bilden die Elite der Armee und die Leibwache der Sultane. Ein junger Janitschare namens Vlad, Sohn des von den Osmanen unterworfenen Herrschers von Transsilvanien, ist wegen seiner Kampfkraft und Grausamkeit besonders gefürchtet. Er ist ein unüberwindlicher Krieger, pflegt seine Feinde zu pfählen und fürchtet den Tod nicht. Mit Mehmed, dem Sohn des Sultans, verbindet ihn eine tiefe Freunschaft. Eines Tages erhält er die Erlaubnis, in seine Heimat zurückzukehren. Dort tritt er die Nachfolge seines Vaters an. Aus Vlads Ehe mit Mirena, die er über alles liebt, geht der Sohn Ingeras hervor. Vlad versucht seine Vergangenheit für immer zu begraben. Er wird ein allseits beliebter Fürst. Unter seiner Herrschaft erlebt das Land zehn Jahre des Friedens, allerdings bleibt Vlad tributpflichtig.

Als Anzeichen für die Anwesenheit osmanischer Kundschafter gefunden werden, geht Vlad zu Recht davon aus, dass der neue Sultan Mehmed II., sein ehemaliger Freund, eine Invasion vorbereitet. Die Spur der Kundschafter führt in eine Höhle im Reißzahngebirge. Als Vlad und zwei Gefolgsleute die Höhle betreten, werden sie von einer schattenhaften, übermenschlich starken und schnellen Kreatur angegriffen. Nur Vlad kommt mit dem Leben davon. Die von Vlad zu diesem Vorfall befragten Mönche des Klosters Cozia wissen, womit ihr Fürst es zu tun hatte. Der Legende nach ist die Kreatur ein Vampir. Vor langer Zeit war er ein Mensch. Er hat einen Pakt mit einem Dämon geschlossen, um ewiges Leben zu erhalten, wurde jedoch betrogen und ist zu einer endlosen Existenz in der Finsternis verdammt, bis jemand kommt, der ihn erlöst. Wenig später erscheint ein Abgesandter des Sultans an Vlads Hof, um den Tribut einzufordern. Diesmal werden nicht nur Silbermünzen gefordert, sondern auch 1000 Jünglinge, die zu Janitscharen gemacht werden sollen. Vlad sucht Mehmed persönlich auf und bietet sich selbst im Austausch für die Kinder an, doch der Sultan bleibt hart. Obendrein fordert Mehmed, dass Ingeras als Geisel an seinem Hof leben soll. Vlad ist nicht bereit, seinen Sohn ins Exil zu schicken. Er tötet die Abgesandten, die den Jungen abholen sollen, obwohl ihm klar ist, dass er damit einen Krieg anzettelt.

Gegen das übermächtige osmanische Heer hätte die kleine Streitmacht Transsilvaniens allein nicht den Hauch einer Chance. Vlad sucht den Vampir auf. Er braucht dessen Stärke für den Kampf gegen die Osmanen. Der Vampir gibt Vlad sein Blut zu trinken, klärt ihn jedoch zuvor über die Konsequenzen auf. Die Verwandlung ist nur vorübergehend, sofern es Vlad gelingt, dem vampirischen Blutdurst drei Tage lang zu widerstehen. Wenn nicht, ist eine Rückverwandlung ausgeschlossen. Dann wäre der alte Vampir frei. Vlad lässt sich darauf ein und trinkt das Blut. Neben der Stärke des Vampirs gewinnt er verschiedene weitere Fähigkeiten. Unter anderem heilen selbst schwere Wunden innerhalb von Sekunden, außerdem kann Vlad alle Tiere kraft seines Willens beherrschen. Doch es gibt auch Nachteile. Silber schwächt ihn, das Sonnenlicht verbrennt ihn. Vlad kehrt zu seiner Burg zurück, die bereits von den Osmanen belagert wird. In einer einzigen Nacht tötet und pfählt Vlad hunderte von Feinden. Anschließend schickt er seine Untertanten zum Kloster Cozia, welches in den Bergen liegt und somit viel besser geschützt ist als die Burg. Er selbst muss zurückbleiben, weil der Tag anbricht. Vlad hält seine Verwandlung geheim. Nur Mirena kennt die Wahrheit. In derselben Nacht werden die Flüchtlinge von Janitscharen attackiert, die einige von Vlads Getreuen töten, bis er eingreifen und die Überlebenden ins Kloster führen kann.

Der Mönch Lucian erkennt, was mit Vlad geschehen ist. Er hetzt die Menschen gegen ihn auf, doch Vlad macht ihnen klar, dass sie ohne seine Hilfe untergehen werden. Tatsächlich ist Mehmed bereits an die Spitze einer riesigen Armee im Anmarsch. Vlad ruft Millionen von Fledermäusen zu Hilfe. Der gewaltige Schwarm unterstützt ihn im Kampf, doch er findet den Sultan nicht, da dieser die Rüstung eines einfachen Soldaten trägt und sich in der Menge versteckt. Während Vlad die Armee dezimiert, infiltrieren einige Janitscharen das Kloster und richten ein Gemetzel an. Vlad kann nicht verhindern, dass Ingeras entführt wird. Mirena stürzt von einem Turm. Sterbend fordert sie Vlad auf, ihr Blut zu trinken, damit er Ingeras retten kann, denn bei Sonnenaufgang würde Vlad, der den Durst bisher erfolgreich unterdrückt hat, alle Vampirfähigkeiten verlieren. So wird Mirena das erste Opfers von Vlad Dracula, dem Vampir. Nun kann Vlad sein eigenes Blut einsetzen, um die wenigen Überlebenden des Massakers zu seinesgleichen zu machen. Gemeinsam vernichten sie die gesamte osmanische Armee. Vlad schützt sich und die Vampire vor dem Sonnenlicht, indem er Wolkenmassen aufziehen lässt. Obwohl sich Mehmed in ein mit Silbermünzen gefülltes Zelt zurückgezogen hat, gelingt es Vlad, ihn zu töten und Ingeras zu befreien. Allerdings dürsten die anderen Vampire nach dem Blut des Jungen. Da erscheint Lucian. Mit einem Kreuz hält er die Vampire in Schach. Vlad lässt Ingeras gehen. Dann teilt er die Wolken, so dass alle Vampire verbrennen. Vlad wird von einem Menschen gerettet, der ihm dienen will und ihn mit seinem Blut heilt.

Jahrhunderte später findet Vlad in London eine Frau namens Mina, die Mirena wie aus dem Gesicht geschnitten ähnelt. Vlad spricht sie an, denn für ihn ist sie die Reinkarnation seiner geliebten Gattin. Die beiden werden von dem alten Vampir beobachtet. Für ihn sind all diese Geschehnisse nur ein Spiel.


Kringels Meinung

Böse Zungen könnten behaupten, "Dracula Untold" sei nichts anderes als der Prolog von Bram Stokers Dracula - auf Spielfilmlänge aufgebläht, aber ohne die packende emotionale Wucht und faszinierende Bildersprache, die Francis Ford Coppolas Verfilmung von Bram Stokers Roman für mich zu einem Film macht, den ich mir wieder und wieder anschauen kann. Mit dem Roman hat "Dracula Untold" nichts zu tun, recht viel aber mit den geschichtlichen Fakten, soweit diese überhaupt bekannt sind. Vlad III. Draculea hat Mitte des 15. Jahrhunderts gelebt und sein Hauptfeind war tatsächlich der osmanische Sultan Mehmed II. Vlads Vater hatte sich den Osmanen unterworfen und seinen Sohn als Geisel ins Exil geschickt. Dort soll der junge Vlad ausgepeitscht worden sein und Mehmed II. hassen gelernt haben. Auch die Geschichte vom Tribut in Form von Jungen, den Vlad hätte erbringen sollen, bis hin zur Tötung der Gesandten und so weiter entspricht wohl der Wahrheit. Als Mehmed II. eine riesige Armee in Marsch setzte, stellte sich Vlad ihm entgegen und war sogar erfolgreich, der Preis dafür waren schreckliche Verheerungen in seinem Heimatland.

In all diesen Details bleibt der Film der realweltlichen Geschichte treu. Warum, so habe ich mich gefragt, hat man dann nicht ganz auf das Vampirthema verzichtet? Warum kein Historiendrama mit ähnlichem Ansatz wie bei Bathory - Die Blutgräfin? Das hätte ich erheblich interessanter gefunden als die Origin-Story des bekanntesten Vampirs aller Zeiten. Als Vorlage für ein actionreiches und auch ohne untote Blutsauger sehr blutiges Historiendrama hätte sich Vlads Leben bestens geeignet! Die Ergründung der Frage, wodurch dieser Mann zu seinen unvorstellbar grausamen Taten getrieben wurde, hätte ein interessantes Thema werden können. Im Film sagt Vlad lediglich, er habe die Angst der Menschen vor ihm, dem Monster, benutzt, um viel größeres Leid zu verhindern. Na ja ...

Ich möchte die Vermischung von historischen Tatsachen und Fiktion als durchaus gelungen bezeichnen und ich finde, Luke Evans macht seine Sache in der Hauptrolle sehr gut. Aber mit knapp 90 Minuten ist der Film einfach zu kurz. Alles muss schnell abgehandelt werden. So bleibt zwischen den Kampfszenen kaum Zeit zur Herausarbeitung der inneren Zerrissenheit eines Mannes, der zum Monster wird, um zu retten, was er liebt, und dadurch alles verliert. Dem Film fehlen neben der nötigen Epik auch starke Gegenspieler. Dominic Cooper hat so gut wie keine Gelegenheit, sich als Bösewicht zu profilieren. Schade! Mit vielleicht 20 Minuten an weiteren Charakterszenen (und ja: auch etwas mehr Gewalt) hätte aus "Dracula Untold" wirklich etwas werden können. In der jetzigen Form fand ich den Film enttäuschend.


J. Kreis, 01.08.2017




Gastkommentare


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Hans (06.08.2017):

Habe diesen Film erst vor kurzem gesehen. Lief im TV. Das was du kritisierst - kurze Laufzeit, wenig ausführliche Schilderung des inneren Konflikts bei Vlad und Abweichung von Bram Stokers Roman ist genau das was mir an dem Film gefallen hat.

Die Coppola-Verfilmung ist mir auch noch im Gedächtnis, ebenfalls nicht schlecht aber für mich zu lang und da ich den Originalroman von Stoker gelesen habe und sehr, sehr viele Dracula-Verfilmungen gesehen habe war Dracula Untold ein relatives Highlight für mich weil es ein neuer Ansatz ist sich dem Thema zu nähern.

Zudem ich den Hauptdarsteller interessant finde, er hat selbst einen inneren Konflikt, nämlich den Umgang mit seinem Privatleben. Zu Beginn seiner Schauspielkarriere ging er ganz offen damit um, dass er Beziehungen mit Männern hat und spielte auch einige solcher Rollen am Theater und kleineren Filmen. Als er in Hollywood Erfolg hatte nahm er das (wohl auf Anraten seines Managements) wieder zurück. Aktuell (habe das ausführlich im Netz recherchiert) steht er aber wieder dazu. Das kann ich sehr gut nachvollziehen, weil es in meinem Leben auch solche Phasen gab wo ich nicht zu mir selbst gestanden habe. Bei mir war das wg. katholischen Arbeitgebern.

Ich finde den Film wg. seiner Kürze so prägnant und eindrucksvoll. Er muss sich mit dem Bösen verbünden um etwas gutes zu tun, sein Volk vor den Osmanen retten. Naiverweise hatte ich sogar auf ein Happy End gehofft - er übersteht die drei Tage und wird wieder ein Mensch. Was nicht passiert. Die Gewaltdarstellung war für mich gerade noch erträglich, mehr wäre mir zuviel gewesen. Die Flucht in das Kloster erinnert etwas an die Schlacht von Helms Klamm in Herr der Ringe, was manche Kritiker dem Film auch ankreiden. Das Opfermotiv, er setzt sich selbst dem Sonnenlicht aus um die eigenen Leute vor sich zu bewahren hat mir gefallen, da es zeigt, dass er obwohl zum Vampir geworden sich noch einen Rest Menschlichkeit bewahrt hat. Wann gab es das schon einmal in einem Vampirfilm? Da man von Seiten der Produzenten auf eine Fortsetzung spekuliert hat kam wohl die Szene in der eine Art Alternativ-Renfield den verbrannten Vlad mit seinem Blut wieder zurück holt ins Spiel. Das hätte es für mich nicht gebraucht. Wäre er vernichtet geblieben hätte ich den Film sogar noch mehr gemocht. Zudem ja wg. zu wenig finanziellem Erfolg eine Fortsetzung nicht mehr in Frage kommt wie es aktuell aussieht.
Den Film würde ich mir auch kaufen, was ich sehr selten mache.



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