Dotterbart


Dotterbart (GB, 1983)
- Yellowbeard -

DVD Regionalcode 2, Concorde Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 93 Minuten

Extras:
Trailer

Regie:
Mel Damski

Hauptdarsteller:
Graham Chapman (Yellowbeard - Dotterbart)
Martin Hewitt (Dan)
Madeline Kahn (Betty Beard)
Eric Idle (Commander Clement)
Peter Cook (Lord Percy Lambourn)
Michael Hordern (Dr. Ebenezer Gilpin)
Peter Boyle (Mr. Moon)
Marty Feldman (Gilbert)
Tommy Chong (El Nebuloso)
Stacey Nelkin (Triola)




Story

Nach Jahren des Raubens, Mordens, Vergewaltigens und Verspeisens der Herzen unglücklicher Kapitäne landet der grausame Pirat Dotterbart seinen größten Coup. Im Jahre 1687 kapert er die Galeone des zur spanischen Armada gehörenden Kapitäns El Nebuloso. Die zusammengerafften Reichtümer vergräbt Dotterbart auf einer Insel, die Schatzkarte mauert er zu Hause ein. Doch dann wird er von seinem Bootsmann Moon verraten und wegen Steuerhinterziehung verhaftet. Zwanzig Jahre lang trotzt der unverwüstliche Pirat den schrecklichen Haftbedingungen im Kerker, der Folter und allen Rehabilitationsmaßnahmen. Standhaft verschweigt er das Versteck des Schatzes. Auch sein für Moon spionierender Mithäftling Gilbert erfährt nichts. Wenige Tage vor der Entlassung erfährt Dotterbart von seiner Frau Betty, dass er einen inzwischen zwanzigjährigen Sohn namens Dan hat, der allerdings gar nicht nach ihm geraten ist, sondern als Gärtner arbeitet und seine Freizeit mit Büchern verbringt. Dan lebt bei Lord Percy Lambourn, dem Betty erzählt hat, er sei der Vater. Zur selben Zeit ersinnt Commander Clement vom Geheimdienst ihrer Majestät einen tückischen Plan, um doch noch an Dotterbarts Reichtümer zu kommen. Er leiert der Königin (oder vielmehr Lady Churchill, die am Hof das Sagen hat) die schnellste und am schwersten bewaffnete Fregatte der Flotte aus den Rippen, anschließend erzählt er Dotterbart, die Haftzeit sei um 140 Jahre verlängert worden.

Erwartungsgemäß bricht Dotterbart aus. Verfolgt von Clement und dessen Faktotum Mansell sowie von Moon und Gilbert eilt er nach Hause und stemmt die Wand auf, doch die Karte ist weg. Betty sagt, sie habe die Karte damals verbrannt, zuvor aber eine Kopie in Form einer Tätowierung auf Dans Kopf angefertigt. Umgehend schnappt sich Dotterbart den seiner Ansicht nach missratenen Sohn und will ihn um einen Kopf kürzer machen, denn mit einer Leseratte an Bord kann er nichts anfangen. Mit dem Argument, der abgetrennte Schädel werde zu schnell verwesen, kann Dan seinen Vater umstimmen. Da er jemanden braucht, der die Schatzsuche finanziert, ist Dotterbart außerdem einverstanden, dass Lord Percy und dessen Freund, der Naturforscher Dr. Ebenezer Gilpin, mit auf die Reise gehen. Die drei werden allerdings von Moon und Gilbert, die sich als Zwangsrekrutierer eines britischen Kriegsschiffes ausgeben, kurzerhand schanghait und finden sich somit nicht als zahlende Passagiere in komfortablen Kabinen wieder, sondern als einfache Matrosen im Schiffsbauch. Dotterbart, der gerade dabei war, sämtliche Prostituierten des Hurenhauses zu vergewaltigen und der Rekrutierung entgangen ist, schleicht sich unbemerkt an Bord. Auf hoher See zetteln Moon und Gilbert eine Meuterei an und sorgen dafür, dass Dan neuer Kapitän wird, denn sie gehen davon aus, dass er nun schnurstracks zur Schatzinsel fahren wird. Das geschieht wirklich, allerdings setzt Dotterbart heimlich den richtigen Kurs.


Dotterbart

(Käpt'n Dotterbart)


Clement verfolgt das Kriegsschiff mit seiner Fregatte. Unterwegs wird Betty solange kielgeholt, bis sie sich zumindest grob an die Lage des Schatzes erinnern kann. Beide Schiffe erreichen die Insel. Dort befindet sich der Palast El Nebulosos. Der ehemalige Kapitän hat sich zum Alleinherrscher aufgeschwungen und gebietet über eine große Anhängerschaft. Die Ankunft der Engländer bleibt ihm nicht verborgen. Dan wird gefangen genommen und soll gefoltert werden. El Nebulosos Tochter verliebt sich in ihn. Dans Freunde rücken an, um ihn zu retten. Da El Nebuloso annimmt, die Eindringlinge seien auf der Suche nach Dotterbarts Schatz, hält er es für eine gute Idee, sie bis in seine Gemächer vordringen zu lassen und dort zu überrumpeln. Er hat jedoch nicht damit gerechnet, dass der unbesiegbare Kämpfer Dotterbart dabei ist, außerdem hat Dr. Gilpin ein Pflanzenextrakt entwickelt, mit dem er El Nebulosos Schergen lähmen kann. Dotterbart tötet El Nebuloso persönlich. Nun lässt Moon die Maske fallen und greift an. Nachdem auch der Verräter sowie dessen Gefolgsleute unschädlich gemacht sind und Dans Schädeldach kahlrasiert wurde, kann endlich der Schatz gehoben werden. Trunken vor Freude angesichts der Kisten voller unermesslicher Reichtümer drückt Dotterbart seinen Sohn an die Brust, womit er sich selbst aufspießt, denn Dan hat noch die Waffe in der Hand. Die Vorstellung, vom eigenen Sohn erdolcht worden zu sein, erfüllt Dotterbart mit Stolz. Einen solch grausigen Tod hat er sich immer gewünscht.

Kaum hat Dotterbart die Augen geschlossen, taucht Clement mit einer großen Streitmacht auf und nimmt den Schatz mit an Bord. Triola, die sich eher in den Schatz als in Dan verliebt hat, wirft sich dem Commander an den Hals. Während Clement noch darüber nachdenkt, sich mit dem Schatz in die Neue Welt abzusetzen, entern der quicklebendige Dotterbart und Dan das Schiff. Triola wechselt mal wieder die Seiten. Vater und Sohn hissen die Piratenflagge.


Kringels Meinung

Damals, in der schlechten alten VHS-Zeit, war dieser Film nur in einer geschnittenen Version auf Videocassette erhältlich. Die fehlenden Szenen wurden zur DVD-Veröffentlichung wieder eingefügt, aber nicht synchronisiert. Sie liegen also mit englischen Originalton vor. Macht nichts, denn ich rate sowieso dringend von der deutschen Synchronfassung ab. Die Eindeutschung ist so unterirdisch schlecht, dass der ohnehin nur spärlich vertretene Wortwitz völlig verloren geht und durch dümmliche Kalauer ersetzt wird. Der Film wurde seinerzeit unter dem Titel "Monty Python auf hoher See" vermarktet, hat mit der legendären Komikertruppe aber nur insoweit zu tun, als zwei Mitglieder (Chapman und Idle) in Hauptrollen zu sehen sind. Mit John Cleese ist sogar noch ein dritter Python vertreten, aber nur in einer fast völlig verzichtbaren Nebenrolle. Cleese spielt einen Blinden mit superscharfem Gehör, aus unbekannten Gründen Dauergast in Bettys Kneipe und irgendwie in die Machenschaften des Verräters Moon verstrickt. Diese Figur hätte man verlustfrei streichen können. Tatsächlich hätte eine Straffung der zu langen Auftaktphase dem Film vermutlich gut getan. Es dauert zu lang, bis die Story in die Gänge kommt. Die Schatzsuche und die Auseinandersetzung mit El Nebuloso werden dagegen sehr schnell abgehandelt.

Auch sonst wirkt der Film irgendwie schwerfällig, jedenfalls im Vergleich mit dem Python-Meisterwerk Das Leben des Brian. Aber auch gegen Die Ritter der Kokosnuss oder Der Sinn des Lebens kann "Dotterbart" nicht anstinken. Der subversive, anarchische Python-Humor blitzt nur ganz selten durch. Viel zu viele Gags wollen einfach nicht zünden, sind zu albern oder zu lahm, und längst nicht jeder Schauspieler ist mit der nötigen Verve bei der Sache. Chapman ist als ständig knurrender, superböser Pirat durchaus witzig, manche Szenen mit Cheech & Chong als El Nebuloso und El Segundo sowie Kenneth Mars als ihr Folterknecht haben mir ein Grinsen entlockt. Ganz misslungen ist der Humor durchaus nicht. Auch gibt es an der Ausstattung nichts auszusetzen. Kostüme, Schiffe und so weiter wirken authentisch, die Szenen auf der Insel vermitteln karibisches Flair. Als früher Vorläufer humoristischer Piratenfilme wie Fluch der Karibik kann sich "Dotterbart" also zumindest sehen lassen.

Insgesamt hinterlässt "Dotterbart" einen unbefriedigenden Eindruck. Langweilig ist er nicht, aber auch nicht besonders unterhaltsam und nur selten wirklich lustig. Immerhin kann man hier Marty Feldman in seiner letzten Rolle sehen (er ist während der Dreharbeiten gestorben) und David Bowie hat einen Cameo-Auftritt!


J. Kreis, 06.09.2015




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