Don Louis


Don Louis - Die dummen Streiche der Reichen (F/S/I/D, 1971)
- La Folie des grandeurs -

DVD Regionalcode 2, Marketing-Film
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 103 Minuten

Extras
Keine

Regie:
Gerard Oury

Hauptdarsteller:
Louis de Funes (Don Salluste de Bazan)
Yves Montand (Blasius)
Alberto de Mendoza (König Karl II)
Gabriele Tinti (Don Cesar)
Karin Schubert (Königin Maria)
Alice Sapritch (Dona Juana)




Inhalt:

Spanien, gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Der Adlige Don Salluste ist Finanzminister, und er erfüllt die Aufgabe des Steuereintreibers mit einer Hingabe, die bewundernswert wäre, wenn er sich dabei nicht ständig selbst bereichern und vor allem die Armen quälen würde. Eines Tages beschuldigt ihn Königin Maria, er habe eine ihrer Hofdamen geschwängert. Er wird vom Hof verbannt, doch das trifft den geldgierigen Alten weniger schwer als die gleichzeitige Aberkennung all seiner Besitztümer. Um sich zu rächen, heckt Salluste eine Intrige aus. Sein Neffe Don Cesar soll die Königin verführen. Salluste will die untreue Gattin dann beim König anschwärzen. Er hofft, der Herrscher werde die Königin verstoßen und ihn selbst wieder in Amt und Würden einsetzen. Als Cesar sich weigert, hetzt Salluste seine Schergen auf ihn und verkauft ihn an die Berber. Cesar muss künftig als Sklave in der Wüste schuften. Blasius, Sallustes Diener, soll Cesars Platz einnehmen. Da er in die Königin verliebt ist, spielt Blasius mit.

Als Salluste Blasius am Hof einführt, deckt der angeblich gerade erst aus Amerika zurückgekehrte Don Cesar durch Zufall eine Intrige der anderen Granden auf und rettet dem königlichen Ehepaar das Leben, indem er die für sie bestimmte Bombe aus dem Fenster kickt. Salluste bleibt zwar weiter in Ungnade, aber Blasius alias Cesar erhält das vakante Amt des Finanzministers. Durch seine unkonventionellen Ideen (er nimmt nicht nur dem einfachen Volk, sondern auch dem weit zahlungskräftigeren Adel Steuern ab) steigt er schnell in der Achtung des Königs. Auch die Königin wirft ein Auge auf ihn. Soweit verläuft alles nach Sallustes Plan. Allerdings verliebt sich durch einige Missverständnisse auch die prüde Hofdame Dona Juana in Blasius. Außerdem erfährt der echte Cesar durch den zu den Berbern verkauften Drahtzieher des Bomben-Attentats, was am Hof vor sich geht. Er zettelt einen Gefangenenaufstand an und flieht im Durcheinander der Kämpfe.

Salluste findet heraus, dass die Granden Blasius ermorden wollen. Er warnt ihn, nimmt ihn dann aber selbst gefangen, um endlich das geplante Stelldichein mit der Königin einzufädeln. Doch nicht nur die schöne Edelfrau trifft am Ort des Geschehens ein, sondern auch Dona Juana und der echte Cesar. Als der von Salluste informierte König erscheint, hat sich Cesar bereits insgeheim mit der Königin abgesetzt. Blasius hat die liebestolle Dona Juana betäubt und sich mit ihr ins Bett gelegt. Der König findet das Ganze zwar amüsant, aber Blasius wird vor die Wahl gestellt, entweder Dona Juana zu heiraten oder an die Berber verkauft zu werden. Er entscheidet sich für letzteres! Da mit Salluste genauso verfahren wird, finden sich Herr und Diener bald gemeinsam in der Wüste wieder, wo sie schwere Fronarbeit leisten müssen. Doch selbst hier ist Blasius nicht sicher: Dona Juana taucht auf!

Der Film:

Dieser Film, auch bekannt als "Don Louis der Größenwahnsinnige", hat das Theaterstück "Ruy Blas" von Victor Hugo aus dem Jahre 1838 zum Vorbild, geht aber recht frei mit der Vorlage um. Vor allem ist Victor Hugos Stück keine Komödie, sondern ein Drama - während Salluste und sein Diener am Ende des Films lediglich in die Wüste geschickt werden, kommen beide im Theaterstück ums Leben. In den Achtzigern wurde der Film mehrmals im Fernsehen gezeigt, nach 1990 meines Wissens nicht mehr. Seit 2009 ist er in ungeschnittener Fassung auf DVD erhältlich.

Louis de Funes brilliert einmal mehr in seiner Paraderolle des raffgierigen Giftzwergs, der immer nach oben buckelt und Tritte nach unten verteilt. Er gibt sein gewohntes Repertoire an Grimassen, schleimiger Servilität usw. zum Besten, außerdem darf man ihn als Dame mit riesigem Rock und hochtoupierter Perücke bewundern. Yves Montand hat aber eine mindestens ebenso große Rolle. Man könnte fast sagen, der Film sei eher auf ihn als auf Louis de Funes zugeschnitten. Dabei hätte eigentlich nicht Yves Montand, sondern Bourvil die Rolle des Blasius übernehmen sollen. Bourvil starb aber noch vor Beginn der Dreharbeiten. Das ist natürlich tragisch, aber Bourvil hätte Blasius mit Sicherheit einen völlig anderen Charakter verliehen: Den des naiven Trottels - wie in Louis, das Schlitzohr und Die große Sause. Und das hätte dem Film höchstwahrscheinlich nicht gut getan.

"Don Louis" ist zwar amüsant, aber nicht so klamottenhaft wie andere Louis-de-Funes-Filme. Er hat eine teils durchaus ernsthafte Handlung, spielt an vielen verschiedenen Originalschauplätzen und könnte somit auch als "ganz normaler" Historienfilm durchgehen. Witzig: Karin Schubert, die die Königin spielt, spricht manchmal auch im französischen Original deutsch. Diese Szenen wurden nicht neu synchronisiert, was dazu führt, dass sie mit französischem Akzent spricht. In den synchronisierten Szenen spricht sie akzentfreies Deutsch...

Screenshots


Don Louis

Je mehr Gold Don Salluste in der Hand hat...


Don Louis

...desto weniger Hirn hat er im Schädel!


Don Louis

Die Granden Spaniens planen Böses.


Don Louis

Don Salluste - fast nicht wiederzuerkennen.


Don Louis

Blasius kann der liebestollen Dona Juana nicht mehr entkommen.


Don Louis

Cesar und die Königin entschwinden in die Nacht.


Don Louis

Salluste und Blasius drehen am Rad.


J. Kreis, 08.08.2011




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