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dog soldiers Dog Soldiers (GB, 2002)
DVD - Regionalcode 2, Legend Home Entertainment
FSK: 16
Laufzeit: ca. 100 Minuten

Extras
Audiokommentare, 6 nicht verwendete Szenen, Making of "Dog Soldiers", "B-Roll": Hinter den Kulissen, Gag-Reel, Kurzfilm des Regisseurs: "Combat", Interviews mit Cast und Crew, Trailer, Bildergalerie

Regie:
Neil Marshall

Hauptdarsteller:
Kevin McKidd (Private Cooper)
Sean Pertwee (Sergeant Harry G. Wells)
Emma Cleasby (Megan)
Liam Cunningham (Captain Ryan)




Inhalt:

Irgendwo in den schottischen Highlands. Ein junges Pärchen, das eine romantische Nacht im Wald verbringen wollte, wird von Unbekannten brutal niedergemetzelt.

Einige Zeit später wird eine kleine Gruppe von Soldaten per Hubschrauber in den Highlands abgesetzt, aber mit dem Mord an den Wanderern hat das nichts zu tun. Die Waffen des Spähtrupps sind mit Platzpatronen geladen, denn es handelt sich nur um eine Übungsmission: Sergeant Wells und seine Männer sollen sich mit einer Spezialeinheit messen, die irgendwo in der Wildnis ein Camp errichtet hat. Keiner hat so richtig Lust auf diese Übung, denn sie findet weit entfernt von der nächsten Siedlung statt und ausgerechnet an diesem Tag soll ein entscheidendes Fußballspiel zwischen England und Deutschland angepfiffen werden... Der Umstand, daß sie dieses Spiel verpassen, gehört aber bald zu den geringsten Sorgen der Soldaten. Als sie sich nämlich zur Nachtruhe begeben wollen, plumpst plötzlich eine übel zugerichtete Kuh von einem Felsvorsprung herab direkt neben das Lagerfeuer, und als die Männer am nächsten Tag die Spuren des Tieres zurückverfolgen, stoßen sie auf das Camp der Spezialeinheit - doch dort finden sie nur noch Blut und Fleischfetzen vor. Nur der ziemlich unsympathische Anführer der Spezialeinheit, Captain Ryan, ist noch am Leben, aber er ist schwer verletzt und ringt mit dem Tode. Private Cooper, einer von Wells Männern, kennt Ryan nur zu gut. Cooper hatte sich nämlich vor einiger Zeit um Aufnahme in Ryans Spezialeinheit beworben, war aber trotz guter Leistungen durchgefallen, weil er sich geweigert hatte, grundlos einen Hund zu erschießen. Die Soldaten schnappen sich die Waffen der Spezialeinheit - denn die sind mit scharfer Munition geladen und die Männer haben begriffen, daß es jetzt ernst wird...

Wer auch immer Ryans Männer zu Hackfleisch verarbeitet hat, ist noch in der Nähe. Als es dunkel wird, erfolgt der nächste Angriff. Schattenhafte, unglaublich schnelle Wesen hetzen Wells und seine Männer, die durch den verletzten Ryan behindert werden, durch den Wald. Einer der Soldaten wird von einem der unheimlichen Wesen zerfleischt, und als Wells ihm zur Hilfe eilt, reißt das Biest ihm die Bauchdecke auf. Cooper zerrt Wells aus der Reichweite des Angreifers, der sich auch durch massiven Beschuß nur kurz aufhalten läßt. Die fliehenden Soldaten werden in letzter Sekunde von der jungen Megan gerettet, die am Vortag Schüsse im Wald gehört und sich mit ihrem Geländewagen auf den Weg dorthin gemacht hatte, um nach dem Rechten zu sehen. Gemeinsam verschanzt man sich in einem nahe gelegenen Farmhaus, das seltsamerweise völlig verlassen ist, obwohl es so aussieht, als wären die Bewohner gerade eben noch da gewesen. Alle Ausbruchsversuche scheitern, ein Soldat nach dem anderen fällt den wütenden Angriffen der unaufhaltsamen Bestien zum Opfer - und die Munition geht allmählich zur Neige. Als die schweren Verletzungen von Ryan und Wells innerhalb weniger Stunden völlig verheilen, beginnt Cooper das zu glauben, was Megan schon früher behauptet hat: Sie haben es mit Werwölfen zu tun - Ryan und Wells sind infiziert. Zur Rede gestellt, rückt Ryan damit heraus, daß seine Einheit den Auftrag hatte, einen Werwolf für militärische Experimente zu fangen. Man hatte nur nicht damit gerechnet, daß gleich ein ganzes Rudel von Lycanthropen auftauchen würde. Ryan macht sich nicht beliebter, als er gesteht, daß der Spähtrupp von Sergeant Wells nur als Köder für die Ungeheuer dienen sollte...

Wenig später verwandelt Ryan sich in einen Werwolf, kann aber vertrieben werden. Als nur noch Cooper, Wells und Megan übrig sind, kommt die ganze Wahrheit ans Licht: Auch Megan ist eine Werwölfin, das draußen herumschleichende Rudel ist ihre Familie, und das Farmhaus ist ihr Heim. Megan hatte lediglich keine Lust, mit dem Rudel auf Jagd zu gehen, und hat deshalb die Aufnahme übernommen, die Werwölfe aus dem Haus hinaus- und wieder hineinzulassen. Letzteres macht sie auch jetzt... Dann verwandelt sich auch Megan, Cooper und Wells geraten in arge Bedrängnis. Als auch Wells die Verwandlung nahen fühlt, bleibt er zurück, um die Werwölfe aufzuhalten. Cooper entdeckt im Keller des Hauses die "Vorratskammer": Leichenteile und auf einen Haufen geworfene Besitztümer früherer Werwolf-Opfer hängen bzw. liegen überall herum. Darunter auch ein Silberdolch, den der unglückliche Wanderer (siehe oben) von seiner Freundin geschenkt bekommen hatte - damit besiegt Cooper den verwandelten Ryan, während Wells oben in der Küche Gas aus dem Herd strömen läßt und zur Explosion bringt, als sich alle anderen Werwölfe auf ihn stürzen wollen. Somit ist am Ende nur noch Cooper am Leben. Er kehrt in die Zivilisation mit einem Film zurück, auf dem einige Werwolf-Bilder erhalten sind - Megan hatte den Kamerablitz zur Ablenkung der Werwölfe benutzt. Doch leider werden die Zeitungen von einer ganz anderen Schlagzeile beherrscht: England hat 5:1 gegen Deutschland gewonnen...

Der Film:

Die ersten Szenen dieses Low-Budget-Films mit dem furchteinflößenden Angriff auf das Pärchen im Wald hatten mich zu der Annahme veranlaßt, ich hätte es hier mit einem richtig spannenden und ziemlich harten Horrorfilm zu tun. Das möglicherweise etwas allzu betont kernige Gehabe der Soldaten, die wenig später auf Übung durch den Wald latschen, hätte ich noch verschmerzen können, denn aus meiner Bundeswehrzeit kenne ich ähnliches, kann also bestätigen, daß die Burschen sich durchaus realitätsnah benehmen ;-) und es dauert dann ja nicht lange, bis wieder einige gut gemachte und wiederum erstaunlich blutige Szenen kommen, bei denen ich mich gewundert habe, warum der Film keine 18-er-Alterseinstufung erhalten hat. Aber spätestens als der mit Single Malt und Schmerztabletten sedierte Sgt. Wells, dem ja leider schon die Darmschlingen auf der Gürtelschnalle gehangen haben, mit Sekundenkleber wieder zusammengeflickt wurde, da war mir klar: Dieser Film soll wohl eine Horrorkomödie sein. Jedenfalls hoffe ich das, denn sonst wäre er ein unsägliches Machwerk, voll von unfreiwilliger Komik und kaum zu ertragen. Nachdem ich mich also dazu durchgerungen hatte, den Film nachträglich als sehr "britische" Komödie zu betrachten, konnte ich mich hinterher durchaus angenehm unterhalten fühlen. Ich würde mal sagen, in diesem Film ist erstmals in der Historie des Kinos ein Faustkampf zwischen einem britischen Soldaten und einem Werwolf gezeigt worden... Auch sonst gibt es kaum eine Actionszene, in der nicht irgendwelche Slapstick-Elemente vorkommen würden. Sei es der Werwolf, der eins mit der Bratpfanne übergezogen bekommt oder so mancher coole Spruch - immer wird die schnell geschnittene und extrem bleihaltige Action durch einen Gag aufgelockert. Daß der Film trotz aller Schwächen nicht mal unspannend ist, hätte ich nicht erwartet.

Logik oder eine tiefer gehende Charakterisierung der Hauptpersonen darf man von diesem Film allerdings nicht erwarten. Warum fährt Megan, die ja zu den Werwölfen gehört, überhaupt in den Wald, warum nimmt sie die Soldaten mit und warum kämpft sie so leidenschaftlich gegen ihre eigene Familie, wenn sie sich am Schluß doch verwandelt? Und was das betrifft: Warum verwandelt sie sich nicht gleich, schließlich steht der Vollmond am Himmel? Warum stehen die Soldaten immer in der Nähe von Fenstern oder Türen herum, so als würden sie nur darauf warten, daß da eine Klaue durchbricht, um sie am Schlafittchen zu packen? Warum schenkt das Mädel ihrem Freund zu Anfag ausgerechnet einen Silberdolch? Was die Charaktere angeht, so muß man sich mit etwas zu klischeehaft geratenen Demnächst-Opfern begnügen. Das allzu markige Gequatsche der Soldaten entsteht übrigens nicht erst durch die deutsche Synchronisation, das ist im englischen Original genauso - dort wirkt es aber wegen der heftigen Akzente sehr viel besser. Immerhin: Die Soldaten sind nicht völlig austauschbar, jeder hat seine eigene Macke...

Was die Spezialeffekte angeht, ist bei mir ein zwiespältiger Eindruck zurückgeblieben. Was die Werwölfe mit ihren Opfern anstellen, ist... nun... "interessant" und sieht zum größten Teil sehr überzeugend aus, wenn man mal von der einen oder anderen Szene absieht, in der die herumliegenden blutigen Bröckchen eher an Erdbeermarmelade ("mit ganzen Früchten") erinnern. Gerade die bereits erwähnte Eröffnungssequenz ist richtig gut gelungen - so dynamisch und so brutal kann man sich eine Werwolf-Attacke vorstellen. Und das, obwohl man in dieser Szene gar keinen Werwolf zu Gesicht bekommt! Oder vielleicht gerade deshalb, denn leider bleibt das nicht so und sobald von den Werwölfen mehr zu sehen ist als eine Klaue hier und ein Schatten dort, ist es aus mit der Illusion. Gut, die Viecher haben zwar ein ganz nettes Design, vor allem sind sie dankenswerterweise nicht computergeneriert, aber sie bewegen sich zu langsam und zu "menschlich". Außerdem erinnern mich vor allem die Schädel irgendwie zu sehr an die Muppets Show. Weiß auch nicht warum. Verwandlungsszenen hat man fast ganz weggelassen, vermutlich aus Budgetgründen - egal was der Regisseur auch im Interview behaupten mag.

Die DVD:

Die obige Aufzählung der Extras klingt nach mehr, als tatsächlich auf der DVD zu finden ist. Zum Beispiel sind die Interviews nur ganz kurze, schlecht zusammengeschnittene Clips. Man bekommt noch nicht einmal zu hören, welche Fragen eigentlich gestellt wurden. Außerdem wurden Ausschnitte dieser Interviews auch schon für das kurze und nicht besonders aussagekräftige "Making of" verwendet, bei dem man abgesehen von den Interviewschnipseln hauptsächlich Filmszenen zu sehen bekommt. "B-Roll" ist nichts anderes als ein Sammelsurium von Szenen, die jemand mit einer Handkamera während der Dreharbeiten aufgenommen hat. Das Ganze ist unkommentiert, aber gar nicht mal so uninteressant. Man sieht auch, welche Probleme die Werwolf-Darsteller hatten: Die armen Kerle sind mit verdrehten Fußgelenken in Stelzen geschnallt worden.

Der Kurzfilm "Combat" ist ein merkwürdiges Werk, in dem es darum geht, daß ein paar junge Männer in den Pub gehen, sich dort betrinken und/oder mit Frauen anbandeln. Merkwürdig wird der Film erst dadurch, daß man keine Dialoge usw. hört, sondern nur die Geräusche von Maschinengewehrfeuer, Explosionen und angreifenden Jagdflugzeugen. Also eine akustische Untermalung des Geschlechterkampfs? Na ja...

Die nicht verwendeten Szenen sind weniger sehenswert, hauptsächlich handelt es sich um kurze Dialogsequenzen während des Marschs des Spähtrupps durch den Wald. Hinzu kommen ein paar sehr kurze schiefgegangene Szenen ("Gag-Reel"). Auf dem DVD-Cover steht übrigens, in den Extras seien auch Storyboards vorhanden. Davon habe ich aber keine Spur gefunden. Deshalb habe ich es auch nicht in der Auflistung erwähnt.

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