Dexter


Dexter - Die sechste Season (USA, 2011)

DVD Regionalcode 2, Showtime Entertainment
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: Siehe Einzelepisoden

Extras:
- Interviews mit der Besetzung (13:08 Min.)
- Gastschauspieler (4:14 Min.)
- Dexter in Einzelteilen (4:04 Min.)
- Albtraum (2:22 Min.)
- Die Berater (7:10 Min.)
- Falsches Spiel (7:06 Min.)
- Das Atelier des Weltuntergangs-Killers: Ein Interview mit Dave Lebow (13:03 Min.)
- Das Foto Match

Regie:
Siehe Einzelepisoden

Darsteller:
Michael C. Hall (Dexter Morgan)
Jennifer Carpenter (Debra Morgan)
Colin Hanks (Travis Marshall)
Edward James Olmos (Prof. James Gellar)
Lauren Velez (Maria LaGuerta)
David Zayas (Angel Batista)
Desmond Harrington (Joey Quinn)
Charlie S. Lee (Vincent Masuka)
James Remar (Harry Morgan)




Inhalt:

Die Box enthält die komplette sechste Staffel der Fernsehserie Dexter.

Zur Vorgeschichte siehe fünfte Staffel.

6.1: Sieben Schlangen (Those Kinds of Things) Regie: John Dahl (51:36 Min.)

Dexters Leben verläuft wieder in geregelten Bahnen. Er hat das neben seiner eigenen Wohnung gelegene Appartement gekauft. Dort kümmert sich Jamie, die jüngere Schwester von Dexters Kollegen Angel Batista, als Babysitterin um den kleinen Harrison. So kann sich Dexter ganz seinem grausigen Hobby widmen und Jagd auf Mörder machen, die straflos davongekommen sind. Jamie bemerkt natürlich, dass Dexter oft nicht da ist, doch sie nimmt an, dass er dann allein mit seinem Boot herumfährt, weil er noch unter dem Verlust seiner Ehefrau Rita leidet. Demnächst soll Harrison in die Vorschule gehen. Dexter entscheidet sich für einen renommierten katholischen Kindergarten, der von Angel empfohlen wurde. Bei dieser Gelegenheit wird Dexter mit der Frage konfrontiert, woran er glaubt. Mit religiösen Themen hat er sich bisher noch nicht beschäftigt. Die Auswahl seines nächsten Opfers ist für ihn viel interessanter. Ein gewisser Joe Walker kommt in Betracht. Dexter verdächtigt ihn, seine Frau Janet ermordet und die Tat als Selbstmord getarnt zu haben. Joe, Janet und Dexter waren in derselben Highschool-Abschlussklasse, die in diesen Tagen zwanzigjähriges Jubiläum feiert. Dexter - normalerweise kein Freund derartiger Veranstaltungen - nutzt die Gelegenheit, sich etwas Blut von Joe zu beschaffen. Es stimmt mit dem Blut überein, das unter Janets Fingernägeln gefunden wurde.

Angel hat Grund zur Freude. Seine Ex-Frau Maria LaGuerta ist in den Captainsrang aufgestiegen, deshalb soll er übergangsweise zum Lieutenant befördert werden und ihre Nachfolge als Dienststellenleiter antreten. Angel weiß nicht, dass LaGuerta ihren Vorgesetzten Matthews, den stellvertretenden Polizeichef, mit schlüpfrigen Daten erpresst hat, auf die sie zufällig gestoßen ist. Dexters Schwester Debra lebt in einer Beziehung mit ihrem Kollegen Joey Quinn. Sie findet, dass er sich in letzter Zeit sehr merkwürdig verhält. Was dahintersteckt, ahnt sie nicht: Quinn möchte ihr einen Heiratsantrag machen. Ein romantisches Essen wäre die perfekte Gelegenheit. Doch daraus wird nichts. Ein Attentäter stürmt in das Restaurant und schießt um sich. Debra trägt einen Streifschuss davon. Dennoch gelingt es ihr, den Mann zu überwältigen. Andere Gäste filmen den Vorfall mit ihren Handys. Nachdem Dexter festgestellt hat, dass Joe Walker ein Mörder ist, schnappt er sich den Mann und tötet ihn. Durch einen aktuellen Mordfall wird Dexters Interesse geweckt. Ein Mann namens Omar Rivera wurde ausgeweidet. Sieben Schlangen wurden in seine Bauchhöhle gestopft. Die Wunde wurde so vernäht, dass die griechischen Buchstaben Alpha und Omega entstehen. Die Leiche wurde ins Meer geworfen, aber wahrscheinlich sollte sie dort nicht entsorgt werden. Man geht davon aus, dass der oder die Täter eine Botschaft senden wollten.


Dexter

Dexter und Harrison


6.2: Der gute Hirte (Once Upon a Time ...) Regie: SJ Clarkson (51:13 Min.)

Dexter stellt fest, dass Harrison (inzwischen zwei Jahre alt) allmählich Details vom Hobby seines Vaters bewusst wahrnimmt. Dexter nimmt sich vor, künftig alles von Harrison fernzuhalten, was irgendwie mit dieser Welt zu tun hat - nicht etwa aus Selbstschutz, sondern weil er nicht will, dass sein Sohn in die Sache hineingezogen wird. In der Mordsache Omar Rivera wird "Bruder Sam" befragt, ein Mörder, der nur knapp der Todesstrafe entronnen ist und daraufhin zu Gott gefunden hat. Er besitzt eine Autowerkstatt, in der er ausschließlich ehemalige Häftlinge beschäftigt, um diesen eine zweite Chance zu geben. Rivera war eines seiner "Schäfchen". Dexter hatte Bruder Sam früher schon einmal auf seiner Todesliste. Er glaubt nicht, dass sich Bruder Sam geändert hat und gibt sich als Kunde aus, um herauszufinden, ob der Mann in den aktuellen Mordfall verstrickt ist. Doch es stellt sich heraus, dass Bruder Sam wirklich geläutert ist. Er riskiert sogar sein Leben, um seinen Angestellten zu helfen. Dexter steht Bruder Sam bei, als dieser von Gangstern bedroht wird, die ein Interesse an einem der Angestellten namens Nick haben. Anführer der Bande ist ein gewisser Julio Benes. Er hat vor einiger Zeit jemanden ermordet, wurde nicht dafür belangt und landet somit wenig später auf Dexters Hobbytisch.

Quinn macht Debra einen Heiratsantrag. Sie kann nicht mit der Situation umgehen und ist nicht sicher, ob sie überhaupt auf Dauer mit ihrem Freund zusammensein will. Sie lehnt ab, was zu einer ernsten Beziehungskrise führt. Debra verlässt die gemeinsame Wohnung und zieht bei Dexter ein. Der Film von Debras Heldentat im Restaurant verbreitet sich rasend schnell im Internet. Matthews nutzt die Gelegenheit, um LaGuerta eins auszuwischen. Er befördert Debra anstelle von Angel, so dass sie nun Dienststellenleiterin ist. Angel nimmt es Debra nicht übel, aber er weiß sehr wohl, welchen Umständen er die Zurücksetzung zu verdanken hat. Masuka und dessen neue Assistentin Ryan finden heraus, dass die in Riveras Bauchhöhle eingenähten Schlangen in einem bestimmten Gebiet der Everglades gefangen wurden. Was sie nicht wissen: Verantwortlich für diese Tat sind ein junger Mann namens Travis und dessen Meister, ein gewisser Professor Gellar. Travis ist Gellar hörig und beschafft ein neues Opfer für ihn.


Dexter

Travis und Prof. Gellar in ihrer Galerie des Schreckens


6.3: Die Rückkehr der Zahnfee (Smokey and the Bandit) Regie: Stefan Schwartz (48:23 Min.)

Die Leiche einer Prostituierten wird gefunden. Es sieht so aus, als habe jemand versucht, ihr einen Eckzahn herauszubrechen. Dexter, der schon als Kind von Serienmördern fasziniert war, fühlt sich an die "Zahnfee" erinnert. In den Achtzigerjahren hat dieser Täter in Oregon mehrere Frauen ermordet und Zähne als Trophäen mitgenommen. Er ist nie gefasst worden und müsste jetzt ein alter Mann sein. Um herauszufinden, ob die Zahnfee wieder aktiv geworden ist, nimmt Dexter eine Seniorenresidenz in der Nähe des Tatorts unter die Lupe. Von den drei aus Oregon stammenden Bewohnern kommt nur Walter Kenney als Mörder in Frage. Dexter macht sich an den grantigen alten Mann heran. Er bemerkt, dass Kenney einen künstlichen Eckzahn hat. Kenney ist bei der Polizei aktenkundig, allerdings nicht wegen eines von ihm verübten Delikts, sondern weil er im Kindesalter von seiner Mutter mehrfach in aller Öffentlichkeit verprügelt worden ist. Dexter findet heraus, dass Kenney eine Garage als Versteck benutzt. Er bricht ein und entdeckt eine Trophäenschachtel voller Zähne, an denen getrocknetes Blut klebt. Somit kann kein Zweifel mehr daran bestehen, dass Kenney die Zahnfee ist und wieder zu morden begonnen hat. Doch Kenney weiß, dass Dexter ihm auf die Spur gekommen ist. Nachdem er herausgefunden hat, dass Dexter Polizist ist, lockt er ihn in eine Falle. Dexter behält die Oberhand. Kenney landet im Killing Room. Dexter muss sich die Frage stellen, ob er einst ebenso enden wird wie Kenney. Um zu verhindern, dass Kenneys Sohn erfährt, wer sein Vater wirklich ist, lässt Dexter es so aussehen, als habe Kenney einen natürlichen Tod erlitten.

Währenddessen tritt Debra den Dienst als Dezernatsleiterin an. Sie hat Selbstzweifel und wird von LaGuerta bedrängt, die mit Debras Beförderung natürlich alles andere als einverstanden ist. Außerdem lässt Quinn keine Gelegenheit aus, Debra Retourkutschen zu verpassen. Er stürzt sich in verschiedene Liebschaften. Debra hat Mühe, sich bei der Auswahl eines neuen Detective gegen LaGuerta durchzusetzen. Sie entscheidet sich für Mike Anderson aus Chicago. Masuka verschafft Ryan Zugang zu den asservierten Beweisstücken im Fall des Kühllaster-Killers. Ryan war schon immer fasziniert von dieser Sache. Sie entwendet heimlich die Handprothese einer Prostituierten, die seinerzeit vom Kühllaster-Killer ermordet worden ist. Gellar und Travis quälen ihr neuestes Opfer, einen Mann namens Nathan. Sie wollen, dass der Mann seine Sünden aufrichtig vor Gott bereut. Nachdem sie ihn auf diese Weise "gereinigt" haben, töten und zerstückeln sie ihn. Sie binden die Leichenteile so mit Elementen von Schaufensterpuppen zusammen, dass vier makabre Gestalten entstehen. Diese werden auf Pferde geschnallt. Und so galoppieren schon bald die vier apokalyptischen Reiter durch Miami ...


Dexter

Quinn und Debra


6.4: Die Reiter der Apokalypse (A Horse of a Different Color) Regie: John Dahl (50:07 Min.)

Die Pferde der apokalyptischen Reiter tragen das gleiche Alpha-Omega-Symbol wie Rivera. Dexter findet einen Papierschnipsel unter einem Augenlid Nathans. Darauf steht die Zahl 1242. Da ein Zusammenhang mit dem Rivera-Mord bestehen muss, nimmt Dexter dessen Überreste noch einmal genauer in Augenschein. In den Eingeweiden ist ein weiterer Zettel mit der Zahl 1237 versteckt. Vermutlich ist dies eine Art Countdown, denn seit dem Mord an Rivera sind fünf Tage vergangen. Die Verweise auf die Offenbarung des Johannes legen den Schluss nahe, dass es um den Tag des Jüngsten Gerichts geht. Debra bezeichnet den Täter deshalb als "Doomsday-Killer" und gibt ihren Leuten die Anweisung, in die entsprechende Richtung zu ermitteln. Masuka stellt fest, dass beide Opfer mit einem Eisenschwert getötet wurden. Eine heiße Spur führt zu einem Experten für das Buch der Offenbarung namens Gellar, der ein religiöses Internetportal betreibt und vor drei Jahren untergetaucht ist. Er ist von der Universität geflogen, weil er ein Schwert gestohlen haben soll, das der Legende nach dem Autor der Offenbarung gehört hat. Dabei handelt es sich vermutlich um die Mordwaffe. Dexter geht allerdings davon aus, dass man es mit zwei Mördern zu tun hat.

Debra soll eine Pressekonferenz geben. Einem Tipp Andersons folgend wirft sie sich in schicke Businesskleidung, ihre derbe Ausdrucksweise ändert sie aber nicht. LaGuerta lacht sich schon ins Fäustchen, doch Debras direkte Art kommt gut an. Sie wird von Matthews dafür gelobt. Masuka findet durch Zufall heraus, dass Ryan die Handprothese auf einer Internetplattform verkauft hat. Sie versucht ihn um den Finger zu wickeln, als er sie zur Rede stellt, wird jedoch hinausgeworfen. Harrison kommt mit einem Blinddarmdurchbruch ins Krankenhaus. Bruder Sam versucht Dexter seelischen Beistand zu leisten. Die beiden führen ein langes Gespräch über Glaubensfragen. Als Dexter allein ist, wendet er sich erstmals in seinem Leben mit einem Gebet an Gott. Er will alles tun, was Gott will, wenn Harrison wieder gesund wird. Wenig später erhält er die erlösende Nachricht: Das Kind hat die Operation gut überstanden.

Gellar ist nicht erfreut festzustellen, dass er Travis noch immer nicht ganz im Griff hat. Der junge Mann geht mit einer jungen Frau namens Erin aus. Daraufhin bestimmt Gellar Erin zum dritten Opfer. Die noch lebende Frau wird in einem Gewächshaus an einen Mechanismus gefesselt, der mit einer Stolperfalle verbunden ist. Travis und Gellar hinterlassen ein Alpha-Omega-Symbol im Gewächshaus, durch das die Polizei angelockt wird. Debra, Dexter und ihre Kollegen untersuchen den Tatort. Eine Polizistin löst unwissentlich die Falle aus, so dass der Mechanismus in Gang gesetzt wird. Erins Halsschlagader wird durchtrennt, so dass sie in wenigen Sekunden verblutet. Gleichzeitig werden ihre Arme ausgebreitet, an denen Engelsflügel angebracht sind, und ein Heuschreckenschwarm wird freigesetzt. Dexter wird auf einen Mann aufmerksam, der bei den Schaulustigen steht und im Gegensatz zu diesen nicht entsetzt, sondern geradezu entzückt aussieht. Dieser Mann ist Travis.


Dexter

Gellar und Travis im Sündenbabel


6.5: Der Engel des Todes (The Angel of Death) Regie: SJ Clarkson (49:16 Min.)

Dexter nimmt an, dass es dem Doomsday-Killer ebenso sehr auf die Übermittlung von Botschaften durch kunstvoll arrangierte Tableaus ankommt wie auf dem Akt des Tötens. In den "Engelsflügeln" des Erin-Tableaus findet er Spuren eines besonderen Klebstoffes, der vor allem bei der Restaurierung alter Kunstwerke verwendet wird. Somit hat Dexter genug Anhaltspunkte, um den Mann zu identifizieren. Er heißt Travis Marshall, hat bei Gellar studiert, arbeitet als Restaurator und ist laut Polizeidatenbank ein unbeschriebenes Blatt. Dexter kennt nun Marshalls Adresse, beginnt mit der Observierung und bricht in Travis' Wohnung ein. Dort findet er eine alte Bibel mit einzelnen ausgeschnittenen Seitenzahlen. Dexter vergleicht einen der Countdown-Papierschnipsel mit der Bibel - er passt perfekt. Travis muss also eine Hälfte des Doomsday-Killer-Duos sein. All diese Erkenntnisse verheimlicht Dexter seinen Kollegen. Zwischendurch spricht er wieder mit Bruder Sam. Dexter berichtet von seiner traumatischen Vergangenheit, denn Bruder Sam ist zu einem guten Freund geworden. Bruder Sam meint, ein winziger Lichtstrahl reiche aus, um die Dunkelheit zu vertreiben, von der Dexter sein Leben lang begleitet wird. Er bringt Dexter zu der Erkenntnis, dass Harrison jenes Licht sein könnte. Einige Zeit später wird Bruder Sam von einem Unbekannten niedergeschossen.

Gellar und Travis suchen ein Opfer für das nächste Tableau, welches die in der Johannes-Offenbarung genannte Hure Babylon repräsentieren soll. Da Gellars Bild in einem Zeitungsbericht über den Doomsday-Killer erschienen ist, muss Travis allein auf die Jagd gehen. Er attackiert eine betrunkene Partygängerin, wird aber von Passanten gestört und muss fliehen. In der nächsten Nacht ziehen Gellar und Travis wieder gemeinsam los. Sie fahren ein Liebespaar an und entführen die verletzte Frau. Angel und Quinn treffen sich an Gellars ehemaliger Universität mit Professor Carissa Porter, seinerzeit Gellars Assistentin und Geliebte. Sie lässt nichts auf Gellar kommen. Quinn wirft sich an die Frau heran und verbringt die Nacht mit ihr. Als Angel ihn am nächsten Morgen abholen will, entdeckt er in Porters Wohnung eine Umzugsbox mit einigen Habseligkeiten Gellars. Dazu gehört ein Notizbuch, in dem Gellar unter anderem Zeichnungen angefertigt hat, die den bisher gefundenen Tableaus entsprechen. Debra fühlt sich in ihrem neuen Job immer noch überfordert. Die gescheiterte Beziehung mit Quinn und die Wohnungssituation kommen erschwerend hinzu. Debra sucht sich eine neue Wohnung. Mit Hilfe seines neuen Praktikanten, eines Computerspezialisten namens Louis Greene, gelingt es Masuka, die Spuren der Online-Auktion zu tilgen, bei der die Handprothese verkauft wurde.

Dexter lauert Travis auf und erfährt, dass alle bisherigen Morde von Gellar verübt worden sind. Travis besitzt nicht den Glauben und die Stärke seines Meisters, aber er ist fest davon überzeugt, dass Gott durch Gellar spricht. Dexter versucht Travis klarzumachen, dass er von Gellar nur benutzt wird und dass der Professor keineswegs den Willen Gottes ausführt. Dann lässt er Travis laufen, damit dieser ihn zu Gellar führt.


Dexter

Bruder Sam


6.6: Am Scheideweg (Just Let Go) Regie: John Dahl (52:05 Min.)

Dexter erfährt, dass Bruder Sam im Koma liegt. Er bricht die Verfolgung ab und eilt ins Krankenhaus. Er befürchtet, dass Bruder Sam einem Racheakt für den Mord an Julio Benes zum Opfer gefallen ist. Als Täter kommt Leo Hernandez in Betracht, der Benes' Platz als Anführer der Locos-Gang eingenommen hat. Dexter sammelt auf eigene Faust Beweise gegen Hernandez. Anderson ermittelt in die gleiche Richtung. Als er Hernandez aufsucht, um ihn zu verhören, eröffnet der Gangster das Feuer und wird erschossen. In seiner Wohnung wird eine Aufzeichnung der Überwachungskamera von Bruder Sams Garage gefunden. Die Tat ist zu sehen, das Gesicht des Schützen ist jedoch unkenntlich. Der Fall wird abgeschlossen, doch Dexter fällt auf, dass Bruder Sams Hund den Schützen nicht attackiert oder verbellt. Es gibt nur eine einzige Person, der gegenüber sich das Tier ruhig verhält. Das ist Nick, also genau jener junge Mann, den Bruder Sam aus den Fängen der Locos befreien und auf den rechten Weg zurückbringen wollte. Dexter stößt auf weitere Indizien, die gegen Nick sprechen. Bruder Sam erwacht aus dem Koma. Er will nur mit Dexter sprechen. Bruder Sam bestätigt Dexters Verdacht. Er weiß, dass Dexter vorhat, Nick zu töten. Stattdessen soll Dexter Nick sagen, dass Bruder Sam ihm vergibt. Wenig später stirbt Bruder Sam.

In Travis wachsen Zweifel an der Rechtmäßigkeit von Gellars Plänen. Er fühlt sich abgestoßen von der Grausamkeit und Rücksichtslosigkeit des Professors, die dieser damit begründet, dass alle Menschen Sünder sind und deshalb am bevorstehenden Tag des Jüngsten Gerichts der Verdammnis anheimfallen werden. Travis hat Mitleid mit dem neuen Opfer, das er eigentlich brandmarken und töten sollte. Die Frau wurde bei der Entführung verletzt und hat starke Schmerzen. Gellar lässt nicht zu, dass Travis ihr hilft. Als die Frau um Gnade bittet und von ihrem kleinen Sohn spricht, lässt Travis sie frei. Durch einen alten Zeitungsbericht erfahren Angel und Quinn, dass Prof. Porter viel stärker in Gellars frühere Machenschaften verwickelt war als sie zugegeben hat. Die Frau wird einbestellt, und wie zu erwarten war, erfährt Debra auf diesem Wege, dass Quinn mit ihr geschlafen hat. Dadurch werden die Ermittlungen gefährdet. Porter blockt ab und beantwortet keine Fragen mehr. Debra staucht Quinn gehörig zusammen. Nicht nur wegen der gescheiterten Beziehung mit ihm fühlt sie sich isoliert. Alle Untergebenen - einst ihre Freunde - gehen auf Distanz. Einem Rat der Polizeipsychologin folgend nimmt sich Debra eine Auszeit und gibt eine Einweihungsparty. Quinn taucht betrunken mit seiner neuesten Flamme bei der Party auf und benimmt sich derart daneben, wobei er auch noch Jamie anbaggert, dass Angel ihn niederschlägt.

Nach Bruder Sams Tod stellt Dexter Nick zur Rede. Zunächst unterdrückt Dexter den Drang, den Mörder zu töten. Er überbringt lediglich Bruder Sams Botschaft. Daraufhin beginnt Nick schlecht über Bruder Sam zu reden. Er hat ihn getötet, um wieder bei den Locos aufgenommen zu werden. Als Dexter ihn auffordert, sich der Polizei zu stellen, findet Nick das sehr lustig. Er glaubt, niemand könne ihm die Tat nachweisen. Voller Zorn und ohne auf eventuelle Beobachter zu achten stößt Dexter Nick ins Meer und ertränkt ihn. Danach hat er eine Vision seines toten Bruders. Brian applaudiert ...


Dexter

Harrison und Jamie


6.7: Die Reise nach Nebraska (Nebraska) Regie: Romeo Tirone (49:52 Min.)

Der "innere Brian" begleitet Dexter auf Schritt und Tritt. Er versucht Dexter dazu zu bringen, Harrys Kodex zu ignorieren und nur zum Spaß zu töten. Nur zu gern würde sich Dexter dieser Forderung beugen. Als er die Nachricht erhält, dass der Trinity-Killer wieder zugeschlagen hat (Arthur Mitchells Frau und Tochter wurden auf ähnliche Weise ermordet wie Trinitys frühere Opfer), steht für ihn fest, dass es sich um einen Trittbrettfahrer handelt. Schließlich hat er Mitchell eigenhändig getötet. Er geht davon aus, dass Jonah Mitchell in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist. Dexter nimmt sich ein paar Tage frei und reist nach Nebraska, um herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Dorthin sind die Mitchells seinerzeit im Rahmen des Zeugenschutzprogramms umgezogen. Damit bringt er Debra in eine schwierige Situation, denn aufgrund der schlechten Aufklärungsquote des Polizeidezernats bekommt sie Druck von LaGuerta, kann aber keine Fortschritte im Fall des Doomsday-Killers vorweisen. Dann macht Holly Benson, die von Travis freigelassene Frau, eine Aussage, der zufolge sie es mit zwei Entführern zu tun hatte. Bei der Polizei nimmt man korrekterweise an, dass der zweite Täter nur ein ehemaliger Student Gellars sein kann. Louis dampft die Liste der in Frage kommenden Personen auf 200 Namen ein. Travis versucht von Gellar loszukommen. Er verbringt viel Zeit mit seiner älteren Schwester Lisa. Doch der fanatische Professor lässt nicht locker. Er taucht immer wieder bei Lisas Haus auf und stößt Drohungen aus.

Dexter gerät auf der Fahrt nach Nebraska ganz unter "Brians" Einfluss. Er sucht Jonah auf, der aufgrund der Zeitungsberichte über Ritas Ermordung weiß, wer "Kyle Butler" (unter diesem Namen hatte Dexter Kontakt mit Mitchell aufgenommen) wirklich ist. Das hat er bisher für sich behalten. Jonah behauptet, er habe den Mord an seiner Mutter mit angesehen und es sei ihm gelungen, seinen Vater zu vertreiben. Zu Brians Missvergnügen möchte Dexter den jungen Mann nicht einfach so töten. Er will Beweise sammeln und quartiert sich in einem Motel ein. Der Besitzer stiehlt Dexters Messerset sowie den Analysekoffer. Dexter bemerkt das erst, als er den Tatort in Jonahs Haus untersuchen will. Jonah kommt hinzu. Auch ohne Hilfsmittel kann Dexter nachweisen, dass Jonah gelogen hat. Der junge Mann flieht. Der Motelbesitzer versucht Dexter zu erpressen und wird von ihm getötet. Die Leiche lässt Dexter in einem Getreidesilo verschwinden. Dann erhält er eine Nachricht von Jonah, der sich mit ihm treffen will. Dexter geht zu Recht davon aus, dass es sich um eine Falle handelt. Es kommt zum Kampf. Dexter erkennt, dass er getäuscht wurde. Jonah will sterben und Dexter soll das erledigen. Jonah erklärt, dass seine Schwester Selbstmord begangen hat. Sie hat die ständigen Vorwürfe ihrer Mutter nicht mehr ertragen. Diese war der Überzeugung, die Kinder hätten ihren Mann zu seinen Taten getrieben. Jonah hatte seine Mutter im Affekt erschlagen. Dexter setzt sich gegen Brian durch und verschont Jonah.


Dexter

Brian und Dexter


6.8: Die Hure Babylon (Sin of Omission) Regie: Ernest Dickerson (50:24 Min.)

Dexter ist so sehr von der Jagd auf Gellar eingenommen, dass er Debra wieder und wieder belügt. Trotzdem kommt sie dahinter, dass er Jonah Mitchell in Nebraska besucht hat. Debra ist zutiefst enttäuscht von ihrem Bruder, fühlt sich ausgeschlossen und sucht Trost in Gesprächen mit der Polizeipsychologin. Obendrein wird sie von LaGuerta in der Arbeit behindert. Von ihr wird verlangt, dass sie den Fall der an einer Drogen-Überdosis gestorbenen Prostituierten Jessica Morris auf sich beruhen lässt, obwohl es Hinweise darauf gibt, dass zum Todeszeitpunkt jemand bei ihr war. Debra ahnt nicht, dass LaGuerta jemanden deckt. Dexter erkennt, dass sich die Schlinge um Travis' Hals zuzuziehen beginnt (er steht auf der Liste der möglichen Kontaktpersonen Gellars, Debra befragt sogar seine Schwester) und setzt alles daran, ihn vor der Polizei zu erreichen. Travis soll ihn zu Gellar führen. Durch ein wenig Bibelstudium findet Dexter den richtigen Hebel. Er wirft dem gläubigen jungen Mann vor, er versündige sich, wenn er Gellar nicht an weiteren Untaten hindere. Travis schließt einen Kompromiss. Zunächst will er seine Schwester in Sicherheit bringen, dann will er sich Dexter zur Verfügung stellen. Daraus wird nichts. Gellar lauert Travis auf und schlägt ihn mit einer Schaufel bewusstlos.

Wenig später wird Dexter zu einem neuen Tableau des Doomsday-Killers gerufen. Lisa Marshall wurde ermordet und als "Hure Babylon" zur Schau gestellt. Auf einer der für das Tableau verwendeten Stoffbahnen findet Dexter ein Namensschild, das ihn zu einem im Altenheim lebenden Priester führt. Der Greis ist dement, doch von einer Pflegerin erfährt Dexter, dass die ehemalige Kirche des Priesters seit vielen Jahren verlassen ist. Das auf einem verwilderten Gelände stehende Gebäude ist das ideale Versteck für den Doomsday-Killer. Travis wurde in der Kirche angekettet. Gellar foltert ihn, um seine Seele zu reinigen. Travis ist außer sich, als er erfährt, dass Lisa zu Gellars neuestem Opfer geworden ist. Als Dexter die Kirche betritt, verschwindet Gellar. Travis ist nun bereit, Dexter bei der Tötung Gellars zu helfen.


Dexter

Lt. Debra Morgan. Begeisterung sieht anders aus - verständlich bei den Aktenstapeln!


6.9: Die Schalen des Zorns (Get Gellar) Regie: Seith Mann (48:22 Min.)

Nachdem er Travis befreit und in einem Hotelzimmer untergebracht ist, geht Dexter einem Hinweis auf das nächste Doomsday-Killer-Tableau nach, den er in der Kirche gefunden hat. Diesmal geht es um die "Schalen des Zorns", die über den Ungläubigen ausgeschüttet werden sollen. Dexter geht davon aus, dass Professor Trent Casey hierfür ermordet werden soll. Gellar hasst den Mann, denn Casey ist Atheist und zieht in seinen Vorlesungen über Kreationisten und Religionsfanatiker her. Da Casey Dexters Warnung nicht ernst nimmt, observiert er den Mann gemeinsam mit Travis. Als Travis behauptet, er habe Gellar vor der Universität gesehen, folgen er und Dexter ihm getrennt, können ihn aber nicht stellen. Anscheinend weiß Gellar, dass er verfolgt wird. Er manipuliert den Aufzug, so dass Dexter zu spät in Caseys Büro kommt. Der Mann ist verschwunden, im Büro herrscht Chaos und es gibt Blutspuren auf dem Boden.

Louis ermittelt die IP-Adresse, von der aus Gellar sein Internet-Blog aktualisiert. Es handelt sich um einen freien WLAN-Zugang. Die Polizisten nehmen die nähere Umgebung des WLAN-Hotspots in Augenschein. Ermutigt durch die Gespräche mit der Psychologin beschließt Debra, dass es an der Zeit ist, eingefahrene Handlungsmuster zu durchbrechen. So missachtet sie LaGuertas Befehl und lässt den Fall Jessica Morris auf Wunsch des Vaters der Toten wieder aufleben. Damit macht sie sich einen mächtigen Feind, denn die Person, die bei Jessicas Tod zugegen war, ist niemand geringerer als Matthews. Dann wird Caseys mitten im Hörsaal arrangierter Leichnam gefunden. Über dem Tableau aufgehängte Schalen voller Blut und Eingeweide ergießen sich über die Anwesenden.

Travis findet Caseys abgetrennte Hand im Waschbecken seines Hotelzimmers vor. Eine mit Blut an die Badezimmerwand geschriebene Botschaft lässt keinen Zweifel daran, dass Gellar im Zimmer war. Travis soll Dexter in die Kirche locken. Dexter wiederum verlangt, dass Travis Kontakt mit Gellar aufnimmt und so tut, als wolle er zu ihm zurückkehren. In der Nacht suchen Dexter und Travis die Kirche auf. Dexter entdeckt eine versteckte Kammer. Dort steht eine Tiefkühltruhe, und darin liegt Gellars gefrorener Leichnam.


Dexter

Der echte Gellar


6.10: Neue Jünger (Ricochet Rabbit) Regie: Michael Lehmann (47:17 Min.)

Dexter begreift, dass Gellar nur in Travis' Gedankenwelt existiert. Travis hat alle Morde selbst begangen. Das wird nun auch Travis klar, doch die Erkenntnis ist nicht heilsam für ihn. Er sucht Helfer, um das Werk fortzusetzen. Er glaubt, auf diese Weise lasse sich der Jüngste Tag herbeiführen. In Steve Dorsey, einem Fan von "Gellars" Blog, und dessen Frau Beth findet Travis geeignete Anwärter. Dexter wurde von Travis eingesperrt. Er kann sich befreien, doch bis dahin ist Travis längst verschwunden. Durch einen Anruf Debras erfährt Dexter, dass die Polizei schon bald bei der Kirche eintreffen wird. Da er Travis unbedingt allein fangen will, lässt er Gellars Leiche verschwinden. Zuvor trennt er eine Hand ab und verteilt und Fingerabdrücke in der Kirche. Debra und ihre Kollegen glauben deshalb weiterhin, dass es zwei Doomsday-Killer gibt. In der Kirche erleidet Debra eine Panikattacke - ein weiteres Gesprächsthema für die Therapiestunden. Bei der Durchsicht der Hinterlassenschaften von Jessica Morris stößt Debra auf Hinweise, die zu der Erkenntnis führen, dass Matthews Jessicas Kunde war.

Da Travis sein Notebook im Hotel zurückgelassen hat, kann sich Dexter in Gellars Blog einloggen und Kommentare posten, um Kontakt mit Travis aufzunehmen. Travis antwortet auf die gleiche Weise und kündigt an, er werde seinen Fehler bereinigen. Dexter nimmt an, dass damit Holly Benson gemeint ist. Damit liegt er richtig, allerdings arbeitet Travis diesmal nicht allein. Steve und Beth sollen mitmachen und so beweisen, dass sie würdige Jünger sind. Sie überfallen und töten die Frau auf der Luxusyacht ihres Geliebten. Dexter findet heraus, wo sich Holly aufhält, kommt aber zu spät. Er wird von Louis aufgehalten, der ihm ein von ihm entwickeltes Videospiel präsentieren will. Darin kann man in die Rolle berühmter Serienmörder schlüpfen. Dexter äußert sich abfällig zu dieser Idee. Louis ist zutiefst enttäuscht. Auf der Yacht trifft Dexter nur Steve an, der den Tatort reinigt. Da der Mann einen Ganzkörper-Schutzanzug trägt, hält Dexter ihn für Travis. Es kommt zum Kampf. Dexter ersticht seinen Gegner. Anhand leerer Chemikalienpackungen erkennt Dexter, was Travis als nächstes vorhat. Er will einen Giftgasanschlag verüben und auf diese Weise ein Tableau für jene Textstelle in der Offenbarung herstellen, in der vom giftigen "Stern Wermut" die Rede ist, der auf die Erde fallen soll. Dexter gibt der Polizei einen anonymen Hinweis.

Louis nimmt Gellars Blog unter die Lupe, um mögliche Komplizen der Doomsday-Killer ausfindig zu machen. Er stößt auf Steve, ermittelt dessen Adresse und gibt sie Angel. Da Quinn mal wieder nicht erreichbar ist (seit der Trennung von Debra lässt er sich gehen und macht jede Nacht durch), sucht Angel die Dorseys allein auf. Beth versucht ihn abzuwimmeln, doch Angel bleibt misstrauisch. Travis kommt hinzu und schlägt Angel hinterrücks nieder.


Dexter

Dexter und Debra in einem seltenen Moment trauter Zweisamkeit


6.11: Der Feuersee (Talk to the Hand) Regie: Ernest Dickerson (46:04 Min.)

Bei der Untersuchung der Yacht ziehen Dexters Kollegen die von ihm gewünschten Schlüsse. Sie gehen davon aus, dass Travis einen Komplizen ermordet hat. Beth soll den Giftgasanschlag verüben. Mit Angels Chipkarte kann sie das Miami PD problemlos betreten. Einen Rucksack mit den brisanten Chemikalien, die sich auf Knopfdruck vermischen und innerhalb von Sekunden tödliche Gase freisetzen sollen, hat sie dabei. Den Auslöser soll Beth in unmittelbarer Nähe der leitenden Ermittlerin (Debra) betätigen. Sie muss warten, denn noch ist Debra am Tatort. Quinn, der endlich aufgewacht ist, wird von Debra zu den Dorseys geschickt. Er kommt gerade rechtzeitig, um zu verhindern, dass Travis Angel erschießt. Travis legt Feuer und flieht. Quinn bringt Angel in Sicherheit. Als das Team ins Polizeirevier zurückkehrt, schlägt Beth zu. Dexter erkennt in letzter Sekunde, wer sie ist und was sie vorhat. Er warnt seine Kollegen, stößt Beth ins Verhörzimmer und hält die Tür so lange zu, bis Beth tot ist. Das Gebäude wird evakuiert. Dexter atmet eine geringe Menge des Gases ein, so dass seine oberen Atemwege in Mitleidenschaft gezogen werden. Ein Sanitäter rät ihm, ins Krankenhaus zu gehen, doch er hat wichtigeres zu tun. Nachdem er Harrison in Sicherheit gebracht hat, arrangiert er ein eigenes Tableau mit Gellars Hand, um Travis anzulocken. Er gewinnt etwas Zeit, weil die Arbeit seiner Kollegen durch Ermittlungen der Heimatschutzbehörde behindert wird. Es muss geklärt werden, ob der Giftgasanschlag einen terroristischen Hintergrund hatte.

Louis ist derjenige, der die aus der Asservatenkammer entwendete Hand ersteigert hat. Er schickt sie Dexter per Post. Debra sagt Matthews auf den Kopf zu, dass er in den Tod der Prostituierten verwickelt ist. Er versichert, die Frau sei infolge einer Drogen-Überdosis gestorben, womit er nichts zu tun habe. Debra verspricht die Akte zu schließen und Stillschweigen zu bewahren. Die Psychologin deutet an, Debra empfinde mehr als nur schwesterliche Gefühle für Dexter. Debra weist das von sich, aber ihre Träume sprechen eine andere Sprache. Am nächsten Tag wird Debra von Matthews zur Rede gestellt. Jemand hat ihn bei seinen Vorgesetzten denunziert, woraufhin er in den vorzeitigen Ruhestand geschickt wurde. Er gibt Debra die Schuld. Sie weiß, wer wirklich dahintersteckt: LaGuerta. Sie hat Debra benutzt, um Matthews auszubooten und seinen Platz einzunehmen.

Dexters Plan funktioniert und geht doch schief. Travis lässt sich wie beabsichtigt anlocken, doch im entscheidenden Moment erleidet Dexter einen Schwächeanfall infolge des Inhalationstraumas. Travis überwältigt ihn und macht ihn zur Zentralfigur des nächsten Tableaus. Für ihn ist Dexter das in der Offenbarung erwähnte "Tier", welches in einen Feuersee stürzen soll. Er legt Dexter in ein mit Benzinkanistern vollgestopftes Boot, kippt weiteres Benzin ins Wasser, schießt eine Leuchtfackel hinein und verschwindet. Es kommt zu einer gewaltigen Explosion. Travis hält Dexter für tot, doch er konnte seine Fesseln lösen und ins Wasser springen.


Dexter

Travis sieht in Dexter das Tier der Apokalypse


6.12: Die Säule des Lichts (This is the Way the World Ends) Regie: John Dahl (49:18 Min.)

Dexter hält sich an einem Wrackteil über Wasser. Am nächsten Morgen wird er von einem Flüchtlingsboot aufgelesen. Der Schleuser wird aggressiv. Dexter tötet den Mann und geht mit den Flüchtlingen an Land. Man hat sich schon Sorgen um ihn gemacht, bringt ihn aber nicht mit dem vermeintlich letzten Tableau des Doomsday-Killers in Verbindung. Debra hat erkannt, dass sie in ihren Adoptivbruder verliebt ist. Sie versucht es ihm zu sagen. Er versteht es nicht. Die Polizei stößt auf das neue Versteck des Doomsday-Killers. Travis hat sich in einem Haus eingenistet, dessen Bewohner er ermordet hat. Dexter betritt das Haus zuerst und hat gerade noch genug Zeit, ein von Travis angefertigtes Wandgemälde zu beschädigen, auf dem das in der Offenbarung erwähnte "Tier" mit Dexters Gesicht zu sehen ist. Außerdem findet Dexter eine Zeichnung, die vermuten lässt, dass Travis einen weiteren Mord verüben wird, um das prophezeite Ende der Welt herbeizuführen. Zu diesem Ergebnis kommt auch Debra. Man geht davon aus, dass der Mord während der bevorstehenden Sonnenfinsternis auf einem Hochhausdach stattfinden soll. Anhand der Zeichnung findet Dexter im Gegensatz zu seinen Kollegen heraus, um welches Gebäude es sich handelt.

Mit LaGuertas Billigung postiert Debra Polizisten auf jedem Haus ab einer bestimmten Höhe. Später bittet sie Dexter, noch einmal Spuren in der alten Kirche zu sichern. Angel kann seinem unzuverlässigen Partner Quinn nicht mehr vertrauen und beantragt dessen Versetzung. Travis hat Dexters Brieftasche an sich genommen und kennt nun die Adresse seines Widersachers. Er sieht sich in Dexters Appartement um und bestimmt den Sohn des "Tiers" zum letzten Opfer. Eine Gelegenheit zur Entführung des kleinen Jungen ergibt sich bei einer Theatervorführung im Kindergarten, bei der Kinder und Eltern maskiert auftreten - so auch Dexter und Harrison. Nach der Vorstellung setzt sich Travis Dexters Maske auf und führt Harrison hinaus. Debra ruft Dexter an, um ihm die neuesten Erkenntnisse mitzuteilen, denen zufolge Travis während der Sonnenfinsternis ein "Lamm" opfern wird. Dexter bemerkt Harrisons Verschwinden, zieht die richtigen Schlüsse und eilt zum Hochhaus. Dort hat Travis bereits den Wachposten getötet. Dexter bietet sich als Opfer an. Travis lässt Harrison gehen, als Dexter sich selbst eine Dosis des Mittels spritzt, mit dem er seine Opfer betäubt. Doch Travis wird getäuscht; Dexter ist bei vollem Bewusstsein. Er überwältigt Travis und bringt ihn in die alte Kirche, in der er einen Killing Room eingerichtet hat.

Nach dem Ende der Sonnenfinsternis funkt Debra alle Wachtposten an. Da sich einer nicht meldet, ist klar, wo nach dem Doomsday-Killer gesucht werden muss, doch der ist verschwunden. Debra ist am Boden zerstört, weil sie den Killer immer noch nicht schnappen konnte und einen Kollegen verloren hat. Ausgerechnet LaGuerta spendet ihr Zuspruch. Debra betritt die alte Kirche und sieht mit an, wie Dexter Travis tötet.


Dexter

Zum ersten Mal sieht Debra das wahre Gesicht ihres Bruders


Kringels Meinung:

Einige grundsätzliche Überlegungen zu dieser Serie habe ich bei der ersten und zweiten Staffel angestellt. Um hier nicht alles wiederholen zu müssen, verweise ich auf die beiden Kommentare. Im Grunde könnte ich sogar Teile meines Kommentars zur fünften Staffel wiederholen, denn ein Hauptkritikpunkt trifft auch auf die sechste Staffel zu: Es gibt zu viele sinnlose Nebenhandlungen, zum Beispiel das ganze Getue rund um Quinn, der nach der Trennung von Debra jeden Halt verliert und Stress mit Angel bekommt. Auch auf LaGuertas umfangreiches Intrigenspiel hätte ich gut verzichten können. Und welchen Sinn der Handlungsstrang mit Louis und der Hand aus dem Kühllaster-Killer-Fall hat, erschließt sich mir nicht. Für die aktuelle Staffel keinen, würde ich sagen. Vielleicht wird diese Geschichte in der nächsten Staffel noch Bedeutung erlangen. Ich vermute, dass Louis bei den Recherchen zu seinem Serienkiller-Videospiel herausgefunden hat, welchem Hobby Dexter in der Freizeit frönt. Natürlich tragen auch Dexters Morde nicht zur Weiterentwicklung der übergreifenden Story bei, aber sie gehören nun einmal zum Repertoire der Serie. Deshalb habe ich nichts dagegen, dass so manche Episode nicht viel mehr enthält als Vorbereitung und Ausführung dieser Taten. Zum Glück kommt der Humor nicht zu kurz. Angel und Quinn bekifft, ein das Tanzbein schwingender Dexter beim Klassentreffen ... köstlich. Als weniger gut gelungen muss ich manche Spezialeffekte bezeichnen. Die Leiche des "Apokalyptischen Reiters" und Gellars abgetrennte Hand wirken wenig überzeugend. Man sieht überdeutlich, dass es sich um Gummirequisiten handelt.

Dann wäre da noch Dexters Beschäftigung mit Glaubensfragen. Ich finde die Art und Weise, mit der an dieses Thema herangegangen wurde, grundsätzlich nicht schlecht. Während Dexters Kollege Angel ganz schön ins Stottern kommt, als er von Dexter gefragt wird, warum man religiös sein sollte, hat Bruder Sam echte Antworten zu bieten. Es ist nicht leicht, einen wahrhaft gläubigen Menschen darzustellen, der weder von missionarische Eifer erfüllt ist noch zum Salbadern neigt. Das hätte böse in die Hose gehen können, hat aber gut geklappt. Sam ist kein frömmelnder Schwätzer, sondern einer, der sein Leben wirklich geändert hat, von tiefem Glauben erfüllt ist und Dexter neue Denkanstöße geben kann, ohne in Predigten zu verfallen. Nur ... wohin führt das alles? Zu gar nichts! Dexter verändert sich nicht (dass er seinen Sohn liebt, ist ja nichts neues), er sagt lediglich in der letzten Episode, dass es für ihn einen Platz in dieser Welt gibt, weil es ohne die Dunkelheit kein Licht geben kann oder so. Na ja. Was ich überhaupt nicht verstehe, ist Dexters "Amoklauf" in Episode 7. Angestachelt von "Brian", der sozusagen das Teufelchen auf Dexters Schulter ist, das sich vorübergehend gegen Harry, das Engelchen, durchsetzt, rast er in der Nacht mit irrem Tempo über eine Landstraße und schießt auf Verkehrsschilder. Nach einem Quickie mit einer Verkäuferin in einer Tankstelle tötet er den Motelbesitzer. Mit alldem geht er unfassbare Risiken ein. Viele Menschen haben ihn gesehen und können ihn mit dem Verschwinden des Motelbesitzers in Verbindung bringen. Das alles ist selbst dann unglaubwürdig, wenn ich berücksichtige, dass Dexter kein normaler Mensch ist. Es passt einfach nicht zu ihm. Vielleicht sollte in dieser Episode gezeigt werden, was aus Dexter werden könnte, wenn er einfach nur seinem Mordtrieb folgen würde. Dann wäre wirklich alles möglich. Aber wir wussten doch längst, dass Dexter auf einem schmalen Grat balanciert. Warum mussten wir nochmal mit der Nase darauf gestoßen werden?

Leider hat der Doomsday-Killer nicht das Format früherer Hauptantagonisten. Travis (egal ob mit oder ohne Gellar) kann ihnen nicht das Wasser reichen und an Trinity kommt er nicht annähernd heran. Dabei ist die Idee, Dexter gegen jemanden antreten zu lassen, der wie er von einer imaginierten Figur angeleitet wird, an sich nicht schlecht. Sobald man Gellars Leiche gesehen hat, erscheinen die Geschehnisse der vorherigen Episoden in einem ganz neuen Licht. Offensichtlich sollte gezeigt werden, dass sich Travis und Dexter gar nicht so sehr voneinander unterscheiden. Die "Vater-Sohn-Beziehungen" kommen mir jedoch zu aufgesetzt vor. Immerhin steht für Dexter fest, dass er Harrison keinesfalls in seine Welt hineinziehen darf. Wie soll das funktionieren, wenn der Junge erst einmal älter wird? Tja, und so kommen wir zu Debra. Es wurde höchste Zeit, dass sie erfährt, wer Dexter wirklich ist. Eigentlich hätte sie längst dahinterkommen müssen. Ich habe mich schon in früheren Staffeln gefragt, ob Debra mit Blindheit geschlagen ist. Das war also überfällig - aber ihre Gefühle für Dexter? Hm. Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll. Ich befürchte, dass sie durch ihre Liebe zu Dexter dazu gebracht werden wird, ihn nicht zu verraten. In diesem Zusammenhang muss ich mich über das Verhalten der Polizeipsychologen wundern. Meiner Meinung nach stellt sie Suggestivfragen, durch die Debra in eine bestimmte Richtung geführt wird. Würde eine echte Therapeutin so etwas tun? Übrigens habe ich im Verlauf der sechsten Staffel festgestellt, dass ich Astor und Cody nicht vermisse (sie haben keinen einzigen Auftritt), Lumen aber sehr. Schade, dass sie so ganz aus der Serie verschwunden ist.

Insgesamt bin ich mit dieser Staffel nicht wirklich zufrieden. Zu aufgebläht, zu wenig Weiterentwicklung, schwacher Gegner ... Wären da nicht die wie immer grandiosen Schauspieler, denen ich einfach gern zusehe - allen voran natürlich Michael C. Hall - so hätte ich mich über weite Strecken hinweg gelangweilt. Der Cliffhanger allerdings hat sich gewaschen. Ich bin durchaus gespannt auf die Fortsetzung.


DVD-Features:

Vor dem Start der meisten Featurettes erhält man eine Spoilerwarnung. Nötig wäre das nicht, denn das Bonusmaterial ist durchweg sehr oberflächlich. In kurzen Interviews erzählen Michael C. Hall, Jennifer Carpenter und Colin Hanks, wie sie ihre Figuren sehen und wie sich die Handlung weiterentwickelt. Dasselbe tun die Darsteller der Haupt-Nebenrollen (außer Mos Def) in einer weiteren Featurette, die allerdings hauptsächlich aus Filmausschnitten besteht. Das restliche Bonusmaterial ist ähnlich aufgebaut. Mal geht es um die Konstruktion des Tötungsraumes in Episode 1 - hier kommen auch einige Mitglieder des Produktionsteams zu Wort - mal stellen Stuntkoordinator Wally Crowder und seine Kollegen Kampfszenen nach. Interessanter sind da schon die Ausführungen der Berater Walter Sawall (seit 30 Jahren im Polizeidienst) und Kimberlee Guluzian (Gerichtsmedizinerin). Sawall zeigt, wie man Fingerabdrücke nimmt, Guluzian demonstriert die Blutanalyse usw.

Der Beitrag "Albtraum" ist eine bestenfalls mäßig witzige Parodie auf Lehrfilme, mit denen man am Arbeitsplatz behelligt wird. Ausgerechnet Vince Masuka wird als Vorbild für ein respektvolles Miteinander von Männern und Frauen vorgestellt ... Außerdem findet man beim Bonusmaterial einen virtuellen Ausstellungsraum mit Gemälden des Künstlers Dave Lebow. Hierbei handelt es sich um die vom Doomsday-Killer angefertigten Bilder; siehe obige Screenshots bei den Episoden 2 und 11. Klickt man die Bilder an, beginnt je ein Interview mit Lebow. Darin erläutert der Künstler seine Arbeitsweise. Zu guter Letzt gibt's ein kleines Ratespiel. Man muss Lebows Bilder der passenden Episode zuordnen. War die Zuordnung richtig, startet ein Filmausschnitt, in dem das Gemälde vorkommt.


J. Kreis, 01.06.2017




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