Dexter


Dexter - Die vierte Season (USA, 2009)

DVD Regionalcode 2, Showtime Entertainment
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: Siehe Einzelepisoden

Extras:
- Audiokommentar zu Episode 4.12
- Dexter: Interview mit Michael C. Hall und John Lithgow (11:00 Min.)
- Blut, Innereien und Körperteile: Das Blut (5:59 Min.)
- Blut, Innereien und Körperteile: Die Requisiten (6:52 Min.)

Regie:
Siehe Einzelepisoden

Hauptdarsteller:
Michael C. Hall (Dexter Morgan)
John Lithgow (Arthur Mitchell)
Jennifer Carpenter (Debra Morgan)
Julie Benz (Rita Ann Morgan)
Keith Carradine (Frank Lundy)
Lauren Velez (Maria LaGuerta)
David Zayas (Angel Batista)
Charlie S. Lee (Vincent Masuka)
Desmond Harrington (Joey Quinn)
Courtney Ford (Christine Hill)
James Remar (Harry Morgan)




Inhalt:

Die Box enthält die komplette vierte Staffel der Fernsehserie Dexter.

Zur Vorgeschichte siehe erste, zweite und dritte Staffel.

4.1: Ein Leben wie im Traum (Living the Dream) Regie: Marcos Siega (51:57 Min.)

Dexter ist stolzer Vater. Sein Sohn Harrison ist vor drei Monaten auf die Welt gekommen. Die Familie ist in ein neues Haus umgezogen, seine alte Wohnung hat Dexter jedoch insgeheim behalten. Hier bewahrt er die für sein mörderisches Hobby benötigten Utensilien auf. Es ist gar nicht so einfach, Beruf, Hobby und Familienleben unter einen Hut zu bringen, zumal das Baby seinen Eltern regelmäßig schlaflose Nächte bereitet. Dexter hat ein besonderes Talent dafür, das Baby zu beruhigen, und ist deshalb derjenige, der immer aufstehen muss. Wegen des chronischen Schlafmangels macht Dexter einen Fehler und bringt die falschen Blutanalysen zu einer Gerichtsverhandlung mit. Das führt dazu, dass der Mörder Benito Gomez auf freien Fuß kommt. Das ist eine gute Gelegenheit für Dexter, endlich wieder einmal seinen dunklen Trieben nachzugehen. Er beginnt mit den Vorbereitungen für den Mord an Gomez.

Gleichzeitig arbeitet Dexter an zwei neuen Fällen. In Miami werden seit einiger Zeit Touristen überfallen, jetzt wurde einer erschossen. Dexters Kollege Quinn gibt Informationen an die Reporterin Christine Hill weiter, mit der er obendrein ausgeht. LaGuerta bekommt Druck von oben, denn solche Publicity kann sich die Stadt nicht leisten. Außerdem wurde eine junge Frau namens Lisa Bell tot mit durchschnittener Beinarterie in der Badewanne aufgefunden. Bei der Untersuchung des Tatortes findet Dexter dreißig Jahre alte Blutspuren, die darauf schließen lassen, dass hier früher schon jemand umgebracht worden ist. Wie es der Zufall will, interessiert sich FBI-Agent Frank Lundy für diese Angelegenheit, also jener Mann, der Dexter fast auf die Schliche gekommen wäre. Lundy ist inzwischen pensioniert und recherchiert auf eigene Faust. Er ist schon seit Jahren auf der Jagd nach dem Trinity-Mörder, dem (wie Lundy glaubt) einzigen Serientäter, den er nie überführen konnte. Der Trinity-Mörder bringt jährlich drei Menschen innerhalb kurzer Zeit um - immer auf dieselbe Weise und stets in einer anderen Stadt. Offensichtlich hat er sich jetzt Miami als Jagdgebiet ausgesucht. Dexter soll Lundy bei der Suche nach dem Trinity-Mörder helfen.

Dexter schnappt sich Gomez und bringt ihn in ein sorgfältig präpariertes Versteck. Er nimmt Aufputschmittel, da er einzuschlafen droht. Als Dexter zur Tat schreiten will, ruft Rita an. Harrison hat eine Ohrenentzündung und Dexter soll so schnell wie möglich Medikamente besorgen. In aller Eile tötet und zerstückelt Dexter sein Opfer. Völlig übermüdet macht er sich mit dem Auto, in dessen Kofferraum die Leichenteile liegen, auf den Weg. Er hat einen Sekundenschlaf und kommt von der Straße ab. Der Wagen überschlägt sich...


Dexter

Dexters neue Nachbarschaft


4.2: Hängepartie (Remains to Be Seen) Regie: Brian Kirk (47:50 Min.)

Dexters Auto hat nach dem Unfall nur noch Schrottwert, er selbst kommt mit einer leichten Gehirnerschütterung davon. Rita gegenüber spielt er die Sache herunter. Allerdings kann er sich nicht mehr daran erinnern, was er mit Gomez' Leiche gemacht hat. Im Kofferraum liegen die Teile nicht, auch nicht an der Unfallstelle. Dexters Suche nach den Leichensäcken gestaltet sich schwierig. Er leidet unter den Folgen des Schlafmangels und der Gehirnerschütterung, muss Überstunden machen, wird von Lundy bedrängt, der seine Hilfe bei der Suche nach dem Trinity-Mörder braucht (der Killer ist - wie Lundy aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen zu Recht annimmt - bereits auf der Suche nach einem neuen Opfer), und beobachtet am Tatort eines weiteren Touristenmordes, wie Quinn dort gefundenes Geld unterschlägt. Dexter rät Lundy, sich an Debra zu wenden, der die Ermittlungen in der Sache Lisa Bell übertragen worden sind. Debra weiß nicht, wie sie mit Lundy umgehen soll, da sie mit Anton glücklich ist. Sie verhört den Mann, dem der 30 Jahre zurückliegende Mord angelastet wird, dessen Spuren Dexter am Lisa-Bell-Tatort gefunden hat. Der Mann behauptet, er sei damals zu Unrecht verurteilt worden. Außerdem hat er mit Lisa Bells Tod offensichtlich nichts zu tun.

Da Quinn weiß, was Dexter gesehen hat, versucht er sich bei ihm lieb Kind zu machen, aber Dexter hat ganz andere Sorgen. Sollten die Leichensäcke gefunden werden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis man ihn als Täter identifiziert. Er hat immer wieder Visionen seines Vaters, der ihn auf den Kodex und die Gefährlichkeit der Situation hinweist. Um Zeit zu gewinnen, strengt er sich bei der Arbeit besonders an und kann LaGuerta einen entscheidenden Hinweis auf die Identität des Touristenmörders geben. Ein gewisser Johnny Rose muss am Tatort gewesen sein. Schließlich erkennt Dexter, dass die Visionen Botschaften seines Unterbewusstseins sind, die Hinweise auf das Versteck der Leichensäcke enthalten. So gelingt es Dexter doch noch, Gomez' Überreste endgültig zu entsorgen. Jetzt freut er sich darauf, endlich einmal schlafen zu können. Doch daraus wird nichts - Klein-Harrison fängt mal wieder an zu schreien...


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Gestatten: Dexter und Sohn!


4.3: Vandalenjagd (Blinded by the Light) Regie: Marcos Siega (49:36 Min.)

Die neuen Nachbarn der Familie Morgan bilden eine enge Gemeinschaft. Dexter erträgt diese heile Welt nur schwer und muss sich anstrengen, um nicht zum Außenseiter zu werden. Die ständige Aufmerksamkeit der Nachbarn kann er wegen seines besonderen Hobbys sowieso nicht gebrauchen. Diese Situation verschlimmert sich, als eine Nachbarschaftswache (komplett mit Patrouillen, Bewegungsmeldern und Flutlichtern) eingerichtet wird, weil ein Vandale sein Unwesen treibt, dessen "Streiche" immer gefährlicher werden. Dexter hat den Nachbarsjungen Jesse, auf den Astor ein Auge geworfen hat, in Verdacht und verfolgt ihn, wird dabei aber selbst zum Gejagten und kann sein Inkognito nur knapp wahren. Derweil tötet der Trinity-Mörder sein zweites Opfer, eine Mutter von zwei Kindern. Indem er ankündigt, sich an ihrer Familie zu vergreifen, zwingt er sie, sich selbst in den Tod zu stürzen. Debra untersucht die Sache und ist entgegen der Meinung ihrer Kollegen davon überzeugt, dass dies kein Selbstmord war, obwohl alles danach aussieht. Lundy ist ganz ihrer Meinung, denn die Tatumstände entsprechen genau der Vorgehensweise des Trinity-Mörders. Debra ermittelt, dass sich auch an diesem Tatort schon vor 30 Jahren etwas sehr ähnliches ereignet hat. Dexter ist hiervorn völlig fasziniert. Von einem Serienmörder, der seine Opfer einfach herumliegen lässt und trotzdem seit Jahrzehnten nicht identifiziert werden konnte, kann selbst er noch etwas lernen!

Als der Vandale wieder zuschlägt, wobei ein Auto und Codys Fahrrad zerstört werden, ist für Dexter das Maß voll. Maskiert dringt er in Jesses Haus ein, doch der junge Mann liegt im Bett und draußen ist zu hören, wie der Vandale erneut etwas zerstört. Es stellt sich heraus, dass Jesses Vater der Gesuchte ist. Dexter nutzt die Erkenntnisse, die er aus der Vorgehensweise des Trinity-Mörders gewonnen hat, um dem Vandalen Angst einzujagen und ihn von weiteren Untaten abzuhalten. Zufrieden kehrt Dexter nach Hause zurück. Die Bewegungsmelder reagieren, das Flutlicht geht an. Genervt zerschlägt Dexter die Lichter. Dummerweise hat sich Rita genau diesen Moment ausgesucht, um vor die Tür zu treten...


Dexter

Trinity erspäht sein nächstes Opfer


4.4: Sucht nach Freiheit (Dex Takes a Holiday) Regie: John Dahl (52:32 Min.)

Herrliche Zeiten für Dexter: Drei Tage Ruhe vor der Familie! Rita fährt mit den Kindern zu einer Hochzeit. Dexter darf wegen der Sache mit den Flutlichtern nicht mit; er nutzt die Gelegenheit auf seine Weise. Er hat Beweise gesammelt, mit denen er die Polizistin Zoey Kruger des Mordes an Ehemann und Tochter überführen könnte. Sie hat es so dargestellt, als sei ein Drogendealer der Täter und sie selbst sei bei dem Überfall verletzt worden. In Wahrheit wollte sie sich von ihrer Familie befreien. Dexter kann die Frau ganz gut verstehen, denn seine jetzige Existenz kommt ihm manchmal wie eine Falle vor. Ungebunden zu sein wie der Trinity-Mörder, der nach Lundys Meinung wie ein "einsamer Wolf" von Ort zu Ort zieht, wäre vielleicht gar nicht so schlecht. Nachdem Dexter Angel und LaGuerta (eher unwissentlich) bei deren Beziehungsproblemen geholfen hat, macht er sich auf den Weg zu Zoey, doch die kommt ihm zuvor. Dexters Recherche ist nicht unbemerkt geblieben. Unter anderem hat er die Fallakte angefordert, und das wurde Zoey vom zuständigen Beamten gesteckt. Sie stellt und bedroht ihn. Dexter merkt, dass er am besten an sie herankommt, wenn er sie weiter provoziert. Das gelingt ihm; nachdem er erneut ins Hornissennest gestochen und sie mit seinen Erkenntnissen konfrontiert hat, erscheint Zoey nachts bei ihm zu Hause. Er überwältigt sie und bereitet alles vor. Im Gespräch mit Zoey, bei dem sie die Tat gesteht, erkennt Dexter, dass er seiner Familie die Wahrheit sagen würde, wenn er ansonsten Gefahr liefe, sie zu verlieren.

Quinn hat bei einer Liebesnacht mit Christine wieder einmal Details über seine Arbeit ausgeplaudert. Die Reporterhin hat erfahren, dass ein FBI-Agent in Miami Jagd auf einen Serienmörder macht. Und so erscheint bald Lundys Bild in der Zeitung. Als der Trinity-Mörder die Nachricht liest, ist ihm klar, dass es um ihn geht. Tatsächlich ist Lundy ihm schon sehr nahe gekommen. Der Mörder provoziert ein Zusammentreffen und stellt fest, dass Lundy sein Gesicht nicht kennt. Doch nun ist Lundy auf ihn aufmerksam geworden. Lundys Ankunft hat bei Debra ein Gefühlschaos ausgelöst. Endlich werden sich beide klar darüber, dass sie sich immer noch lieben. Sie verbringen eine Nacht zusammen. Vor Lundys Hotel werden beide von einem Unbekannten niedergeschossen. Lundy stirbt.


Dexter

Abschied von Agent Lundy


4.5: Dirty Harry (Dirty Harry) Regie: Keith Gordon (47:09 Min.)

Debra wird verwundet ins Krankenhaus gebracht. Sie überlebt, ist jedoch ein emotionales Wrack und gibt sich die Schuld an Lundys Tod. Da sie ihre Beziehung mit Lundy nicht mehr verheimlichen kann und somit auch noch Anton verliert, glaubt sie, alles falsch gemacht zu haben. Dexter kann nichts weiter tun, als seine Schwester bei sich wohnen zu lassen. Die Polizei geht davon aus, dass Lundy zum Opfer des Touristenmörders Johnny Rose geworden ist. Mit Christines Hilfe lanciert Angel eine Zeitungsmeldung, durch die Roses derzeitige Freundin Nicki aufgeschreckt wird. Sie erschießt Rose und wird wenig später festgenommen. Somit gilt der Fall als gelöst. Dexter glaubt, dass seine Kollegen sich irren und dass Lundy vom Trinity-Killer getötet wurde, weil er diesem zu nahe gekommen ist. Dexter unterschlägt das von Lundy zusammengetragene Material, denn jetzt ist die Jagd nach Trinity zu einer persönlichen Angelegenheit für ihn geworden. Er hat deshalb keine Zeit für Rita, die dringend mit ihrem Ehemann reden müsste, da sich eine Krise anbahnt. Rita hat herausgefunden, dass Dexter seine Wohnung nicht wie behauptet aufgegeben hat. Rita befürchtet nun, Dexter habe noch weitere Geheimnisse vor ihr. LaGuerta hat ihren Vorgesetzten über ihre Beziehung mit Angel informiert. Um zu vermeiden, dass die Sache bekannt wird, soll Angel gegen ihren und seinen Willen wegbefördert werden.

In Lundys Aufzeichnungen findet Dexter Hinweise darauf, wann und wo Trinity wahrscheinlich seinen dritten Mord begehen wird. Doch zunächst muss er sich mit Rita auseinandersetzen. Sie ist beunruhigt wegen seiner Fähigkeit, völlig überzeugend zu lügen und bittet ihn, vorerst in seiner alten Wohnung zu bleiben. Zu gegebener Zeit muss überlegt werden, ob und wie die Ehe noch gerettet werden kann. Dexter überwacht nun den potentiellen Tatort, ein großes Bürogebäude, irrt sich aber im Opfer. Trinity hat sich nicht den Wachmann ausgesucht, sondern den Betreiber eines Cafes im Gebäude. Auf den Überwachungsmonitoren, deren Aufzeichnungsfunktion deaktiviert wurde, beobachtet Dexter, wie Trinity jemanden erschlägt. Dabei sieht er endlich das Gesicht des Mörders. Trinity soll nun selbst zum Opfer werden. Im Bürogebäude kommt Dexter aber nicht an den Mann heran. Er verfolgt ihn per Auto und muss erkennen, dass sich Lundy zumindest in einem Punkt geirrt hat. Trinity ist keineswegs ein "einsamer Wolf". Der Mann ist verheiratet und hat zwei Kinder. Also ist Trinity im Prinzip genau wie Dexter.


Dexter

Wer so guckt (Christine Hill) hat bestimmt ein finsteres Geheimnis...


4.6: Familienväter (If I had a Hammer) Regie: Romeo Tirone (53:19 Min.)

Am Tatort des letzten Trinity-Mordes entdeckt Dexter Aschespuren und ein kleines Knochenfragment. Es handelt sich um menschliche Überreste, die der Mörder absichtlich zurückgelassen hat. Da Masuka Speichelspuren Trinitys gefunden hat, kann die DNS beider Proben verglichen werden. Danach steht fest, dass die Asche von einer weiblichen Verwandten Trinitys stammt. Dexter beobachtet Trinity einige Tage lang und bringt alles in Erfahrung, was es über den Mann zu wissen gibt. Er heißt Arthur Mitchell, arbeitet als Lehrer, scheint ein perfekter Familienvater zu sein und betätigt sich als Laienprediger. Außerdem leitet er ein Hilfsprojekt, dessen Ziel in der Errichtung von Wohnhäusern für Bedürftige besteht. Da Dexter nun Trinitys Namen kennt, findet er problemlos heraus, dass Mitchells Schwester, Mutter und Vater vor vielen Jahren auf dieselbe Weise ums Leben gekommen sind, in der Trinitys Opfer sterben müssen. Rita schleppt Dexter zu einer Paartherapeutin, die allerdings auch etwas zu Ritas überzogenen Vorstellungen in Sachen Ehrlichkeit und Vertrauen zwischen Eheleuten zu sagen hat. Dennoch steht die Beziehung der beiden kurz vor dem Bruch, denn Dexter kann sich Rita nach wie vor nicht öffnen. Debra befragt Roses Freundin Nicki und glaubt danach nicht mehr, dass die beiden Lundy getötet haben. Sie stellt fest, dass Teile der Unterlagen über Trinity verschwunden sind und geht nun davon aus, dass der Serientäter auch Lundy auf dem Gewissen und das Beweismaterial vernichtet hat. Außerdem wird Debra von einer Frau angerufen, die ihren Recherchen zufolge möglicherweise eine Affäre mit Harry hatte. Nach einigem Hin und Her beschließen Angel und LaGuerta, ihre Beziehung mit einer eidesstattlichen Versicherung zu beenden, damit sie beide im Morddezernat bleiben können.

Dexter stellt sich Mitchell unter falschem Namen vor und beteiligt sich an dem Hilfsprojekt, um herauszufinden, wie Trinity es geschafft hat, sich ein Doppelleben aufzubauen, das jahrzehntelang stabil geblieben ist. Erstaunt stellt Dexter fest, dass Mitchell seine Mordwaffe ganz offen auch beim Häuserbau gebraucht (Dexter bekommt den Hammer sogar geschenkt) und dass er seine "Trophäen" in der Familienwohnung ausstellt: Urkunden über fertig gestellte Häuser in verschiedenen Städten - überall dort hat Trinity gemordet. Im Haus steht außerdem eine Urne mit der Asche von Mitchells Schwester. Mitchells Leutseligkeit gerät schwer ins Wanken, als Dexter ihn bewusst provoziert, indem er mit der Urne hantiert. Allmählich begreift Dexter, dass Mitchells Existenz so gut funktioniert, weil er Familienleben und Killerdasein eben nicht strikt trennt. Deshalb gibt Dexter in der Paartherapie gerade so viel preis, wie er verantworten kann. Er sagt ganz ehrlich, dass er durch sein Kindheitstrauma geprägt wurde und Angst hat, Rita werde ihn verlassen, sollte sie die ganze Wahrheit erfahren - was das für eine Wahrheit ist, bleibt unausgesprochen. Rita ist besänftigt und glaubt, Dexter brauche lediglich etwas Freiraum für sich und seine Sachen. Gemeinsam errichten sie ein kleines Gartenhaus, in dem Dexter alles unterbringen kann, was er in der alten Wohnung aufbewahrt hat. Rita selbst beschafft ein stabiles Vorhängeschloss für die Tür.

4.7: Models, Morde, Missverständnisse (Slack Tide) Regie: Tim Hunter (50:27 Min.)

Christine Hill versucht hartnäckig, Debra für eine Sensationsreportage zu gewinnen. Dexter hält die Journalistin auf Abstand und gerät dabei wieder einmal mit Quinn aneinander. Debra übernimmt Dexters alte Wohnung. Quinn fragt sich, warum Dexter die Wohnung nach der Heirat noch so lange behalten hat. Durch geschickt vorgebrachte Argumente ringt Debra LaGuerta die Erlaubnis ab, gegen Trinity ermitteln zu dürfen. Außerdem bringt sie in Erfahrung, dass ihr Vater Affären mit mehreren Informantinnen hatte. Dexter ist angesichts dieser Erkenntnisse beunruhigt, denn diese Spur könnte Debra zu Laura Moser und zu Dexters Bruder Brian führen, dem Kühllaster-Killer! Zu Dexters Erleichterung will Debra aber nicht weiter recherchieren, um nicht alle Illusionen über Harry zu verlieren. Sie überlässt Dexter die Informantenakten. Dexter schreddert Laura Mosers Akte, behält aber ihr Foto.

Dexter macht einen Ausflug mit Mitchell. Die beiden fällen einen Baum. Mitchel fährt ein Reh an und bringt es nicht über sich, das verletzte Tier zu erlösen. Dexter muss das übernehmen und hätte jetzt die Gelegenheit, Mitchell zu töten. Er verschiebt die Entscheidung, denn er glaubt, Mitchell werde nicht so bald wieder morden. Außerdem fordern Harrison, Cody und Astor viel von Dexters Zeit ein; von Mitchell möchte er lernen, wie man sich Freiräume schaffen kann. Mitchell rät ihm, zeitintensive Hobbys für die Kinder zu finden. Daher organisiert Dexter ein Camping-Wochenende für Cody. Astor soll Gitarrenunterricht nehmen. Rita und Cody sind begeistert (Astor weniger), aber dummerweise wird Dexter als Aufsichtsperson beim Camping eingeplant. Dem kann er sich nicht entziehen, wodurch er bei der Vorbereitung seines nächsten Mordes unter Zeitdruck gerät, zumal er den misstrauisch gewordenen Quinn abschütteln muss. Trotz nicht ganz eindeutiger Beweise glaubt Dexter, den Starfotografen Jonathan Farrow als mehrfachen Modelmörder identifiziert zu haben. Da Farrow genau zu Harrys Kodex passt und auch noch Debra anmacht, ist sein Schicksal besiegelt.

Während die Kinder in ihren Zelten schlafen, verlässt Dexter den Campingplatz und schnappt sich Farrow. Der behauptet steif und fest, niemanden getötet zu haben. Das nützt ihm jedoch nichts. Nach getaner Arbeit ist Dexter vollauf zufrieden - bis er erfährt, dass Farrows Assistent eindeutig als Modelmörder überführt wurde. Zu seiner Verzweiflung muss Dexter erkennen, dass er zu schlampig vorgegangen ist und einen Unschuldigen ermordet hat! Derweil zimmert Mitchell aus dem mit Dexter gefällten Baum einen Sarg.

4.8: Bereuen ist menschlich (Road Kill) Regie: Ernest Dickerson (52:34 Min.)

Nach dem Mord an einem Unschuldigen lernt Dexter völlig neue Gefühlsregungen kennen: Schuld und Reue. Jetzt endlich ist er entschlossen, Mitchell zu töten. Er gibt vor, an einer Konferenz in Tampa teilnehmen zu wollen, um mit Mitchell dorthin fahren zu können. Mitchell hat in Tampa ein neues Bauprojekt und wird (wie Dexter vermutet) seinen üblichen Mordrhythmus durchbrechen. Diesmal soll er aber selbst sterben. Mitchell ist zunächst mürrisch und abweisend, wird aber geradezu euphorisch, als Dexter behauptet, er brauche seinen moralischen Beistand, denn er habe bei einem Jagdunfall versehentlich einen Menschen getötet. Mitchell glaubt, eine verwandete Seele gefunden zu haben, die er mit seiner Anteilnahme retten könne. Er nimmt Dexter mit in das Haus, in dem er aufgewachsen ist und berichtet, "wie alles angefangen hat". Als Zehnjähriger hat er seine ältere Schwester beim Duschen beobachtet. Sie hat ihn bemerkt, ist erschrocken und gestürzt. Dabei hat sie sich an zerbrochenem Glas die Beinarterie aufgeschnitten und ist verblutet. Mitchells Eltern haben ihm die Schuld dafür gegeben. Seine Mutter hat sich in den Tod gestürzt und von seinem alkoholsüchtigen Vater ist er regelmäßig verprügelt worden. Dexter ist die erste Person, der Mitchell dies erzählt. Dexter bereitet nun alles für das Ritual vor. Nachts dringt er in Mitchells Zimmer ein, doch es ist niemand da. Dexter geht davon aus, dass Mitchell zur Baustelle gegangen ist. Dort will er Mitchell fassen, doch es kommt anders. Mitchell verstreut die letzten Reste der Asche seiner Schwester und will sich in den Tod stürzen. Dexter rettet ihn. Danach ist Selbstmord für Mitchell kein Thema mehr. Er glaubt, Gott habe Dexter gesandt, um ihn vor dem Tod zu bewahren.

In Dexters Abwesenheit kommen sich Rita und Nachbar Elliot näher. Debra wird vom Trinity-Fall abgezogen, als ihre Theorie bekannt wird, dass der Serientäter auch Lundy ermordet hat. Da Debra in Tateinheit mit dem Mord angeschossen wurde und somit selbst zu den Opfern gehört, darf sie nicht weiter ermitteln. Immerhin kann sie es so deichseln, dass ein großangelegter Gentest in Miami durchgeführt wird. Das teilt sie Dexter telefonisch mit. Christine bekommt Wind von der Sache und versucht Debra mit diesem Wissen unter Druck zu setzen. Debra geht nicht darauf ein, erklärt sich nun aber bereit, ein Interview zu geben, das Christine für ihre große Story braucht. Angesichts des Schusskanals ihrer Wunde erkennt Debra, dass Trinity (der mindestens 1,80 Meter groß sein muss) nicht als Schütze in Betracht kommt. Der wahre Täter kann nicht größer sein als zum Beispiel Masuka. Daraufhin erhält Debra den Fall wieder zurück. Dexter und Mitchell stehen in einer Autoschlange, die sich an einer wegen des Gentests errichteten Straßensperre gebildet hat. Mitchell wendet und nimmt eine andere Route.

4.9: Das Fest der Dankbarkeit (Hungry Man) Regie: John Dahl (49:04 Min.)

An Thanksgiving versammelt sich traditionsgemäß die ganze Familie zum Truthahnessen. Dexter muss sogar an zwei derartigen Veranstaltungen teilnehmen. Er beobachtet, wie sich Mitchell heftig mit seinem Sohn Jonah streitet. Er folgt dem jungen Mann und kann ihn gerade noch davon abhalten, Mitchells Auto restlos zu demolieren. Dexter erfährt, dass Mitchells scheinbar perfekte Familie nur Fassade ist. Jonah hat wegen der Sache mit dem Auto Prügel zu erwarten. Um ihm zu helfen, nimmt Dexter am Festessen der Mitchells teil. Während er dabei feststellt, dass Mitchell sämtliche Familienmitglieder offenbar wie Gefangene hält, systematisch terrorisiert und misshandelt (seine Tochter würde sogar ein Verhältnis mit Dexter beginnen, nur um dieser Hölle zu entkommen), bereitet Rita zusammen mit Elliot das eigene Mahl vor. Es kommt zu einem Kuss in der Küche. Masuka, der von Debra eingeladen wurde, beobachtet die Szene unbemerkt. Debra fügt dem Trinity-Puzzle ein weiteres Teilchen hinzu. Ihr wird klar, dass alle Morde während der Ferien verübt wurden. Der Täter ist also möglicherweise Lehrer. Außerdem geht ihr auf, dass mit Christine etwas nicht stimmt. Die Reporterin hat Debra ihr Beileid wegen Lundys Tod ausgesprochen und dabei Details über den Hergang erwähnt, die ihr gar nicht bekannt sein dürften.

Dexter ist äußerst beunruhigt, als Rita anruft, um ihm zu erzählen, dass Cody beim Spielen durch das Dach des Gartenhäuschens gestürzt ist, und dass Elliot deshalb die Tür aufgebrochen hat. Trotzdem bleibt er noch bei den Mitchells, denn die Situation spitzt sich zu. Jonah hat genug von der Drangsalierung und macht eine Szene. Als er die für seinen Vater so wertvolle Urne an die Wand wirft, dreht Mitchell durch und stürzt sich auf seinen Sohn. Dexter greift ein, zerrt Mitchell in die Küche und verliert die Kontrolle. Für einen Moment lässt Dexter Mitchell das Monster sehen, das in ihm selbst wohnt. Mit dem Messer in der Hand bedroht er Mitchell und sagt, er habe ihn töten sollen, als er die Gelegenheit dazu hatte. Dann läuft er davon. Da Dexter seine Tarnung fallen gelassen hat, wird es schwer sein, noch an Mitchell heranzukommen. Doch er konnte nicht anders, denn Mitchell ist ihm zu ähnlich, und Dexter befürchtet, er könne zu einem ebensolchen Familientyrann werden. Auch die Sache mit dem Gartenhaus ist ein ungelöstes Problem. Doch als Cody beim Thanksgiving-Essen sagen soll, wofür er dankbar ist, und sofort Dexter nennt, wiegt die Sorgenlast etwas weniger schwer.

Mitchell hat in der Zeitung einen Bericht Christines über die Trinity-Morde gelesen. Er stattet der Reporterin einen Besuch ab. Er weiß, wo sie wohnt, denn er ist ihr Vater...

4.10: Die Unschuld eines Kindes (Lost Boys) Regie: Keith Gordon (54:38 Min.)

Dexter benutzt jetzt einen leeren Schiffscontainer als Aufbewahrungsort für seine Mordwerkzeuge. Hier soll Mitchell sterben. Dexter verfolgt ihn, muss seine Pläne jedoch aufgeben, denn auch Mitchell ist auf der Jagd nach einem neuen Opfer. Er entführt den zehnjährigen Scott und lässt sich dabei nicht von Dexter aufhalten. Dexter begreift, dass Mitchell den Namen "Trinity" nur erhalten hat, weil Lundy das Mordschema nicht vollständig durchschauen konnte. In jedem Jahr ist in der jeweiligen Stadt ein zehnjähriger Junge spurlos verschwunden, bevor Trinity die drei Morde begangen hat. Mitchell sieht sein früheres Selbst in den Kindern und will ihre Unschuld für immer bewahren, indem er sie umbringt. Dass Mitchell bereits jetzt einen neuen Zyklus einleitet (es ist noch kein Jahr vergangen) ist äußerst ungewöhnlich. Dexter kommt nicht umhin, sich die Schuld dafür zu geben. Deshalb und weil er selbst Vater ist, setzt er alles daran, Scott zu retten. Mit Jonahs Hilfe gelingt es ihm nach geraumer Zeit, Mitchells Versteck ausfindig zu machen. Doch er kommt zu spät. Mitchell hat Scott betäubt und ist mit ihm davongefahren. Durch verstreuten Zement kommt Dexter auf die Idee, dass Mitchell den Jungen im Fundament der von seiner Wohltätigkeitsorganisation gebauten Häuser verschwinden lassen will, was erklären würde, warum in all den Jahren keines der Kinder je wieder gefunden wurde. Tatsächlich gelingt es Dexter, Mitchell zu stellen. Er schlägt ihn nieder, muss ihn dann aber kurz aus den Augen lassen, um Scott zu retten, der bereits im Beton versinkt. Der Junge überlebt, aber Mitchell kann entkommen.

Debra bittet Angel, das Interview mit Christine heimlich zu beobachten. Dabei wird beiden klar, dass die Frau etwas verbirgt. Außerdem war sie in der Nacht von Lundys Tod verdächtig früh am Tatort. Sie beschaffen sich eine DNS-Probe, die von Masuka analysiert wird. Ergebnis: Christine ist mit Trinity verwandt. Sie wird verhaftet, doch zuvor trifft sie sich noch einmal mit ihrem Vater. Sie gesteht, dass sie als Kind seinen ersten Mord beobachtet hat. Sie weiß, wer er wirklich ist, und hat Lundy getötet, um ihn zu schützen. Aus demselben Grund hat sie sich bei Quinn eingeschmeichelt.

4.11: Hallo, Dexter Morgan (Hello, Dexter Morgan) Regie: SJ Clarkson (49:01 Min.)

Christine wird verhört. Sie schweigt selbst dann noch eisern, als in ihrer Wohnung außer einer Schuhsammlung auch Postkarten von "Dad" gefunden werden, die in den Städten abgeschickt worden sind, in denen die Trinity-Morde begangen wurden. Dennoch befürchtet Dexter, Christine könnte Mitchells Identität enthüllen. Das würde seine Mordpläne über den Haufen werfen. Er kommt auf die Idee, seinen Kollegen einen anderen Verdächtigen zu präsentieren. Mitchell fragt sich, warum Dexter (den er unter dem Namen Kyle Butler kennt) Scott bei dessen Eltern abgeliefert hat, ohne sich zu erkennen zu geben. Er stellt Dexter telefonisch zur Rede. Dexter tut so, als halte er Mitchell für einen Pädophilen und wolle 50.000 Dollar erpressen. Mitchell geht zum Gegenangriff über und stattet jedem Kyle Butler, den er im Telefonbuch findet, einen Besuch ab. Bei einem gibt es Schwierigkeiten; Mitchell erschlägt den Mann. Als Dexter den Namen des Opfers erfährt, wird ihm klar, dass er jetzt der Gejagte ist. Er wartet in der Wohnung eines weiteren Mannes namens Kyle Butler auf Mitchell, doch sein Plan geht nicht auf. Als ob er noch nicht genug Schwierigkeiten hätte, gesteht Rita ihm auch noch die Sache mit dem Kuss. Sie betrachtet den Vorfall als kleinen Ausrutscher, ist aber doch pikiert, weil Dexter ohne weiteres darüber hinweggeht. Als Dexter Elliot später einen saftigen Schwinger verpasst, ist Rita wieder zufrieden. Zu guter Letzt muss Dexter Trauzeuge für LaGuerta und Angel spielen. Die beiden wurden bei einem Kuss beobachtet. Sie heiraten, um ihren Chef - der es besonders auf LaGuerta abgesehen hat - daran zu hindern, ein Dienstaufsichtsverfahren anzustrengen, das beide den Job kosten würde.

In einem wegen eines Formfehlers straflos davongekommenen Mörder namens Stan Beaudry findet Dexter den perfekten Köder für seine Kollegen. Beaudry passt in Harrys Kodex, so dass Dexter ihn töten und verschwinden lassen kann. Utensilien mit Mitchells DNS und dessen Hammer lässt Dexter in Beaudrys Wohnung zurück, außerdem deponiert er Teile von Lundys Trinity-Akte sowie ein Foto von Christine in Beaudrys Lastwagen. So dauert es nicht lang, bis die Polizei in den Nachrichten verkünden kann, den Trinity-Killer identifiziert zu haben. Mitchell versteht zwar nicht, wie es dazu kommen konnte, ist jedoch vorerst außer Gefahr. Er erhält einen Anruf von Christine. Angel hat sie in der Hoffnung auf freien Fuß gesetzt, sie werde ihn zum Versteck ihres Vaters führen. Christine ist völlig verzweifelt, doch Mitchell fertigt sie gröber ab als je zuvor. Er bedauert, dass sie überhaupt geboren wurde und sie soll nie wieder anrufen. Nun will Christine doch noch auspacken. Sie trifft sich mit Debra, gesteht den Mord an Lundy und bittet um Verzeihung. Als Debra ihr die Absolution verweigert, erschießt sich Christine, ohne Trinitys wahren Namen genannt zu haben. Mitchell geht zum Schein auf Dexters Erpressungsversuch ein und lockt ihn damit in eine Falle. Dexter glaubt, Mitchell nun endlich schnappen zu können. Stattdessen beobachtet Mitchell ihn aus dem Hinterhalt und folgt ihm bis ins Polizeirevier. Dort stehen sich die beiden plötzlich gegenüber.

4.12: Die Schlinge zieht sich zu (The Getaway) Regie: Steve Shill (49:14 Min.)

Vorsicht: Die Zusammenfassung dieser Episode enthält massive Spoiler!

Dexter hat die schlimmsten Befürchtungen, weil Mitchell nun seinen wahren Namen kennt. Doch Mitchell verlangt nur, Dexter möge ihn in Ruhe lassen. Dexter willigt ein, folgt Mitchell aber unbemerkt, um die Sache zu Ende zu bringen. Dabei beschädigt er unabsichtlich den Außenspiegel eines anderen Autofahrers, hält aber nicht an. Mitchell parkt seinen Kleintransporter in einer Tiefgarage und besucht eine Bank. Dexter lauert Mitchell auf, betäubt ihn und legt ihn in dessen Wagen. Mitchell hat einen Umschlag mit Bargeld bei sich. Er hat all seine Konten gekündigt. Diese Gelegenheit ist perfekt! Seine Kollegen, so nimmt Dexter zu Recht an, werden schon bald erkennen, dass die gegen Beaudry sprechenden Beweise manipuliert wurden. Dexter will es so aussehen lassen, als stecke Mitchell dahinter und habe sich jetzt ins Ausland abgesetzt. Doch da erscheint der Besitzer des beschädigten Autos mit zwei Polizisten. Es gelingt Dexter nicht, sich aus der Sache herauszureden. Als er handgreiflich wird, landet er im Gefängnis. Bis Rita ihn ausgelöst hat, ist Mitchell verschwunden. Mitchell zwingt seine Familie, ihm Geld und Wertgegenstände auszuhändigen. Jetzt will er nicht nur aus dem Land fliehen, sondern sich an Dexter rächen. Dexter ist sich darüber im Klaren, dass nun auch seine Familie in Gefahr ist. Für die Kinder war sowieso ein Trip nach Disneyland geplant, Rita hatte zweite Flitterwochen vorgeschlagen. Dexter überredet Rita, schon früher zu fliegen. Somit sollten alle in Sicherheit sein.

Debra erfährt von einer früheren Informantin ihres Vaters, dass Laura Moser die Mutter des Kühllaster-Killers Brian Moser war und dass Dexter dessen Bruder ist. Außerdem stellt sie eine Verbindung zwischen Fällen von Kindesentführung und den Trinity-Morden her. Mit großem Einfühlungsvermögen befragt sie Scott. Der Junge kann sich an ein Bild erinnern, das er in Trinitys Wagen gesehen hat. Es ist das Symbol von Mitchells Wohltätigkeitsorganisation. Nachdem auf einer der Baustellen eine vergrabene Kinderleiche gefunden wurde, steht Trinitys Identität für Debra und ihre Kollegen fest. Als sie das Haus stürmen, ist Mitchell längst weg. Dexter ist schon vor Ort; er hat vergeblich versucht, Mitchell aufzuspüren. Nun muss er seinen Kollegen erklären, warum er so früh am Tatort sein konnte. Das schafft er mehr schlecht als recht, allerdings hat Debra andere Sorgen. Sie konfrontiert Dexter mit ihren Erkenntnissen über Laura Moser. Erleichtert nimmt Dexter zur Kenntnis, dass Debra sonst nichts weiß. Dexter ist fest entschlossen, niemals zuzulassen, dass seine Familie in Gefahr gerät - weder durch andere noch durch seinen eigenen "dunklen Begleiter". Um das zu erreichen, muss Dexter sicherstellen, dass Mitchell endgültig aus seinem Leben verschwindet. Es gelingt ihm, Mitchell zu stellen und zu überwältigen. Angesichts des Todes gibt sich Mitchell fatalistisch und macht eine Bemerkung, die Dexter erst versteht, als er nach der Entsorgung der Leiche zu Hause ankommt. Rita hatte ihren Ausweis vergessen und ist nach Hause gefahren, um ihn zu holen. Dort ist sie von Mitchell ermordet worden. Harrison hat offensichtlich alles mit angesehen. Der Kleine sitzt in einer Lache des Blutes seiner Mutter - ganz so, wie es Dexter einst ergangen ist.

Kringels Meinung:

Vorsicht! Der folgende Text enthält massive Spoiler!

Einige grundsätzliche Überlegungen zu dieser Serie habe ich bei der ersten und zweiten Staffel angestellt. Um hier nicht alles wiederholen zu müssen, verweise ich auf die beiden Kommentare. Im Kommentar zur dritten Staffel habe ich bemängelt, dass das Tempo zurückgeschraubt wurde und dass nur wenig wirklich Neues geschieht. Das ist in der vierten Staffel völlig anders! Vor allem endet sie mit einem Tiefschlag, den ich nicht erwartet hatte. Der hat wirklich gesessen! Mit Ritas Tod habe ich nicht gerechnet. Er wirkt aber nicht herbeigezwungen, sondern folgt logisch aus der Handlung dieser Staffel. Rita war mehr als nur die eher unscheinbare Frau an Dexters Seite; wenn der Tod einer fiktiven Figur Betroffenheit auslöst, dann muss wohl mehr dran gewesen sein. Verrückt: Ich habe mir überlegt, wie schlimm das alles für Astor und Cody sein muss, was Rita wohl in ihren letzten Minuten durchgemacht haben mag und so weiter - da kann man mal sehen, wie sehr mir die Leute in dieser Serie schon ans Herz gewachsen sind!

Ritas Tod ist natürlich eine harte Zäsur. Mindestens ebenso wichtig ist aber Dexters innerer Wandel. Schon im Verlauf der dritten Staffel war abzusehen, dass das Familienleben nicht ohne Auswirkungen auf Dexter bleiben würde. Durch seine Bekanntschaft mit Mitchell wird der Prozess noch beschleunigt, denn im Trinity-Killer sieht Dexter das, was aus ihm selbst werden könnte, sollte er noch jahrzehntelang so weiter machen wie bisher. Noch liebt Dexter seine Familie, aber wahrscheinlich war das bei Mitchell früher nicht anders. Doch jetzt ist Mitchell ein brutaler Tyrann, der Frau und Kinder durch Psychoterror und Misshandlungen auf Linie hält, weil er sie zur Tarnung braucht. Als Dexter in Episode 12 wegen der Sache mit der Fahrerflucht im Gefängnis sitzt und Zwiesprache mit seinem Gewissen hält - auch in dieser Staffel wieder personifiziert durch seinen Vater Harry - und sich von diesem vowerfen lassen muss, dass er den Kodex verletzt hat, schlampig geworden ist (deshalb musste sogar ein Unschuldiger sterben) und sich selbst sowie seine Lieben in Gefahr gebracht hat, da sagt er "ich will das nicht mehr". Was er damit meint, ist ihm deutlich anzusehen. Er will nicht etwa zurück zu seinem alten, unabhängigeren Leben. Im Gegenteil! Ihm ist klar geworden, dass ihm das Töten von Menschen nicht mehr wichtiger ist als alles andere. Er würde seinen "dunklen Begleiter" gern für immer verbannen - schon um zu verhindern, dass Rita und die Kinder je dasselbe durchmachen müssen wie Arthurs Familie nach dessen Enttarnung. Ich glaube nicht, dass es in irgendeiner vorherigen Episode einen solchen Moment gegeben hat.

Die vierte Staffel enthält wieder viele richtig starke Charakterszenen. Mein Highlight ist der Moment in Episode 9, wenn Dexter die Maske fallen lässt und Mitchell mit dem Messer bedroht. Da ist selbst der Trinity-Killer entsetzt! Am Ende bleibt die Frage offen, ob Dexter sich wirklich ändern kann. Als Debra in Episode 5 zusammenbricht und sich Selbstzerfleischungen hingibt, hatte ich das Gefühl, dass Dexter kurz davor ist, ihr die Wahrheit zu sagen. Ritas Tod dürfte entscheidend für die weitere Entwicklung sein. Ich habe jedoch keine Ahnung, welchen Weg Dexter einschlagen wird. Gibt er das Familienleben auf, weil er erkennen musste, dass es ihm nie gelingen wird, seine Lieben aus allem herauszuhalten? Oder wird er das Morden jetzt erst recht aufgeben, damit die Familie niemals wieder in Gefahr gerät? Ich frage mich sowieso, wie lange Dexter das Geheimnis noch bewahren kann. Er hat in dieser Staffel so viel Chaos verursacht und sich so weit aus dem Fenster gelehnt, dass es einfach zu viele Hinweise gibt, die einem aufmerksamen Beobachter zeigen müssten, dass mit ihm etwas ganz und gar nicht stimmt. Debra kennt nun außerdem seine Vergangenheit. Und wie soll Dexter Ritas Tod erklären? Als Zufall wird er ihn wohl nicht hinstellen können und die Verbindung zu den Trinity-Morden ist offensichtlich. Wie lange wird es dauern, bis irgendjemand die richtigen Querverbindungen herstellt? Schließlich ist Dexter bei der Mitchell-Familie bekannt, der kleine Scott kennt sein Gesicht...

Wie dem auch sei: Die vierte Staffel kann durch gute Figurenentwicklung und mit einem wahrhaft beängstigenden Gegenspieler überzeugen. John Lithgow spielt den diabolischen, aber auch innerlich zerrissenen Serienmörder wirklich wunderbar! Das wirkt umso beunruhigender, wenn man Lithgow nur als Sympathieträger (z.B. in 2010) oder gar aus Komödien kennt ("Hinterm Mond gleich links")! Auch die Gewaltdarstellung hat es in sich. Gleich am Anfang der ersten Episode ermordet Mitchell eine junge Frau - das ist eine geradezu schockierende Eröffnungsszene, die den Ton für die Staffel angibt. Zu Beginn war mir völlig unklar, wohin die Reise gehen soll. Nach und nach wurde aber die besondere Beziehung zwischen Dexter und Mitchell deutlich, durch die Dexter erst erkennt, wie viel ihm Rita und die Kinder bedeuten. Nach leichten Längen im Mittelteil folgte ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel. Aufgelockert wird das Geschehen durch einige wunderbare Szenen mit Dexters neuem Leben im Kleinstadtidyll. Köstliche Momente wie z.B. eine Fahrt mit Rita zur Arbeit, bei der sie fröhlich alte Hits mitträllert, kommen hinzu. Ein paar Nebenhandlungen haben mich dagegen weniger überzeugt, betroffen sind stets Beziehungskisten. Gut, die Sache mit Christine und Quinn trägt durchaus etwas zur Handlung bei. Man muss sich aber schon fragen, ob Liebe wirklich blind macht, denn Quinn sollte doch begreifen, dass er nur ausgenutzt wird. Und ob die alte Geschichte mit Debra und Lundy hätte aufgewärmt werden müssen? Ich weiß nicht. Tja, und Angels Verhältnis mit LaGuerta, lang und breit ausgewalzt bis hin zur überstürzten Heirat, überzeugt mich überhaupt nicht. Es wird für die Serie auch nicht benötigt. Es ist ja nett, dass den Nebenfiguren etwas Aufmerksamkeit gewidmet wird, aber diese Beziehung wirkt für mich einfach nur sinnlos und aufgesetzt.


DVD-Features:

Im "Interview" sitzen sich Michael C. Hall und John Lithgow gegenüber. Sie berichten von den Dreharbeiten, von der Entwicklung ihrer Rollen und so weiter. Hauptsächlich redet Lithgow - er ist gut drauf, während Hall etwas gehemmt wirkt und seinem Gegenüber nur selten in die Augen schaut. Diesbezüglich sind sich Hall und Dexter ähnlich, aber nicht im Aussehen. Hall trägt Bart und Kurzhaarschnitt... ein sehr ungewöhnlicher Anblick! Lithgow sagt, das Staffelfinale sei bis zuletzt geheim gehalten worden. Es wurden sogar Drehbücher mit einem falschen Ende der letzten Episode verteilt. Außerdem erzählt er, seine ganze Familie habe sich die Staffel zusammen mit ihm angeschaut. Seine Frau habe ihm Seitenblicke zugeworfen und gesagt: "Wer bist du?" Da ist es ihr wohl ergangen wie mir; sie hat ganz neue Seiten an ihm kennengelernt!

Zwei kurze Featurettes beschäftigen sich mit der Entstehung der Spezialeffekte. Spezialeffekt-Künstler John C. Hartigan und Requisiteur Joshua Meltzer erklären und demonstrieren, wie sie vorgehen, um Blut und Körperteile so realistisch wie möglich darzustellen. Das ist ihnen übrigens meiner Meinung nach nicht immer ganz überzeugend gelungen. In Episode 7 wird ein menschlicher Arm aus dem Magen eines Alligators gezogen. Man sieht ganz genau, dass das Ding aus Gummi ist...


J. Kreis, 09.08.2015




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