Dexter


Dexter - Die erste Season (USA, 2006)

DVD Regionalcode 2, Showtime Entertainment
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: Siehe Einzelepisoden

Extras:
- Blut als Zeuge: Eine wahre Morduntersuchung (12:29 Min.)
- Blutspritzer 101 (7:53 Min.)

Regie:
Siehe Einzelepisoden

Hauptdarsteller:
Michael C. Hall (Dexter Morgan)
Jennifer Carpenter (Debra Morgan)
Julie Benz (Rita Bennett)
Lauren Velez (Maria LaGuerta)
James Remar (Harry Morgan)
Erik King (James Doakes)
Christian Camargo (Rudy Cooper)
David Zayas (Angel Batista)
Mark Pellegrino (Paul Bennett)
Brad William Henke (Tony Tucci)
Sam Witwer (Neil Perry)
Judith Scott (Esme Pascal)




Inhalt:

Die Box enthält die komplette erste Staffel der Fernsehserie Dexter.

1.1: Der Tod kommt in kleinen Stücken (Dexter) Regie: Michael Cuesta (50:51 Min.)

Dexter Morgan führt ein Doppelleben. Er ist hochintelligent, kann Emotionen aufgrund eines Kindheitstraumas aber nur vortäuschen. Die einzige Person, für die er so etwas wie Zuneigung empfindet, ist seine Adoptivschwester Debra. Eine Art Freundschaft verbindet ihn mit seinem Kollegen Angel Batista. Dexter kann sich an seine frühe Kindheit nicht erinnern und kennt nur ein echtes Gefühl: Mordlust. Sein Adoptivvater Harry hat das bereits früh erkannt und dafür gesorgt, dass Dexters unwiderstehliches Verlangen, Menschen zu töten, in eine bestimmte Richtung gelenkt wird. Gemäß Harrys Kodex sucht sich Dexter seine Opfer nur unter denjenigen, die selbst schon Morde begangen haben, aber straflos ausgegangen sind. Dexter muss sicher sein, nur Menschen zu ermorden, die den Tod verdienen, und dabei keine Spuren zu hinterlassen. Letzteres konnte sein Vater, ein Polizist, ihm beibringen. Als Andenken an seine Opfer bewahrt Dexter Blutproben auf, die er in seiner Wohnung versteckt. Die Leichen versenkt er im Meer. Durch das strikte Befolgen des Kodex gelingt es Dexter, ein relativ normales Leben zu führen. Er ist als Forensiker mit dem Spezialgebiet "Blutspuranalysen" für die Polizei von Miami tätig, bei der auch Debra arbeitet. Nur sein Kollege James Doakes ahnt, dass mit Dexter etwas nicht stimmt. Dexter hat eine Beziehung mit Rita Bennett, einer Frau, bei der er sicher sein kann, dass sie stets eine gewisse Distanz wahren wird; sie wurde jahrelang von ihrem Mann missbraucht und geschlagen.

Debra arbeitet bei der Sittenpolizei und möchte gern ins Morddezernat wechseln. Um Punkte bei ihrer Vorgesetzten Maria LaGuerta (die ein privates Interesse an Dexter hat) zu sammeln, versucht Debra, einen aktuellen Mordfall auf eigene Faust zu klären. Dabei braucht sie Dexters Hilfe. So erfährt Dexter von einer bizarren Mordserie. Der Täter zerlegt seine weiblichen Opfer säuberlich und packt die einzelnen Teile wie Geschenke ein. Die Leichenteile sind stets völlig blutleer. Auch an den Fundorten gibt es keine Blutspuren. Obwohl Dexter somit eigentlich nichts mit der Ermittlungsarbeit zu tun hat, beginnt er zu recherchieren, denn die Arbeit des unbekannten Killers fasziniert ihn. Schon bald wird ein neues Opfer - das vierte insgesamt - gefunden. Diesmal fehlt der Kopf der Leiche. Dexter nimmt an, dass der Serienmörder einen Kühllaster verwendet. Seine Theorie wird bestätigt, als er einem solchen Laster eines Nachts folgt, nachdem er selbst wieder einmal jemanden getötet hat. Der nicht identifizierbare Fahrer wirft einen Frauenschädel auf die Kühlerhaube von Dexters Wagen. In derselben Nacht findet Dexter in seinem Kühlschrank eine Barbiepuppe. Das Spielzeug wurde auf genau dieselbe Weise zerlegt wie die Opfer des Kühllaster-Killers. Offensichtlich ist der Unbekannte nicht nur über Dexters Identität im Bilde, sondern auch über seine dunkle Seite. Dexter glaubt, der Killer wolle ihn zu einem Spiel auffordern. Er nimmt die Herausforderung mit Vergnügen an.

1.2: Eiskalt erwischt (Crocodile) Regie: Michael Cuesta (52:24 Min.)

Dexter findet potentielle neue Opfer: Carlos Guerrero, Oberhaupt eines Drogensyndikats, auf dessen Konto die Ermordung des Undercover-Polizisten Ricky Simmons und dessen Frau Kara geht, sowie einen Alkoholiker, der schon mehrere Menschen auf dem Gewissen hat. Beide werden straffrei bleiben und es ist zu erwarten, dass der Gangster in Zukunft viel schlimmeren Schaden anrichten wird als der Alkoholiker, den Dexter schon ins Visier genommen hat. Dexter müsste seine sorgfältige Planung über den Haufen werfen, um den Gangster zu töten. Er bleibt den von seinem Vater erlernten Grundsätzen treu und ermordet den Alkoholiker. Er weiß nicht, dass Doakes ein Verhältnis mit der Frau des ermordeten Polizisten hatte. Die Ermittlungen im Fall Kühllaster-Killer machen Fortschritte. Ermutigt von ihrem Adoptivbruder stellt Debra weitere Nachforschungen an und findet den Kühllaster. Der Serienmörder hat das Fahrzeug anscheinend in voller Absicht zurückgelassen. Im Laderaum befindet sich ein Eisblock, in dem die Fingerkuppen eines weiteren Opfers eingeschlossen sind. Jeder Fingernagel hat eine andere Lackfarbe - genau wie bei der Puppe, die Dexter in seinem Kühlschrank gefunden hat. Zähneknirschend muss sich LaGuerta dem Druck ihres Vorgesetzten Captain Matthews beugen und Debra zur Mordkommission befördern. Nachdem Dexter die Überreste seines neuesten Opfers entsorgt hat, findet er einen weiteren an seinen Kühlschrank gehefteten Puppenkopf vor. Andere Puppenteile sind diesmal nicht vorhanden.

1.3: Cherry on Ice (Popping Cherry) Regie: Michael Cuesta (48:50 Min.)

Der Kühllaster-Killer deponiert die Leichenteile seines nächsten Opfers auf der Spielfläche eines Eishockeystadions. Tony Tucci, der Nachtwächter, wird vermisst. Aufzeichnungen einer Überwachungskamera zeigen, wie Tucci die Leichenteile auf dem Eis ablegt. Für LaGuerta steht fest, dass Tucci der Kühllaster-Killer ist. Debra ist anderer Meinung. Bei der Analyse des Videos stellt sie fest, dass Tucci Anweisungen von jemandem folgt, der auf dem Video nicht zu sehen ist. Sie geht mit diesen Informationen direkt zu Captain Matthews und bricht somit die Befehlskette. Dexter hat ebenfalls ein neues Opfer ausgespäht: Jeremy Downs, einen Jugendlichen, der sich auf seinen zweiten Mord vorbereitet. Dexter verhindert die Tat, lässt den Jungen aber laufen, denn Downs wurde seinerzeit vergewaltigt. Ihn für den Mord an seinem Peiniger zu töten, würde Harrys Kodex widersprechen. Ein "Freund" von Ritas Ex-Mann taucht auf, bedroht sie in Dexters Anwesenheit und nimmt ihr Auto mit, weil ihr Mann ihm noch Geld schuldet. Dexter beschafft Rita später einen neuen Wagen. Doakes nimmt den Mord an Kara Simmons persönlich. Er konfrontiert Guerrero in aller Öffentlichkeit. Sein Verhältnis mit Kara Simmons ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Seine Kollegen (einer davon ist Karas Bruder) nutzen dies aus, um auf eigene Faust gegen einen Handlanger Guerreros vorzugehen und den Verdacht auf Doakes zu lenken.

1.4: Mit Hand und Fuß (Let's give the Boy a Hand) Regie: Robert Lieberman (55:23 Min.)

Der Kühllaster-Killer deponiert amputierte Gliedmaßen Tuccis an Orten, die er beim Einbruch in Dexters Wohnung auf alten Familienfotos gesehen hat. Wegen der von ihr angezettelten Jagd auf Tucci, der nun nicht mehr als Tatverdächtiger in Frage kommt, entschuldigt sich LaGuerta persönlich bei Tuccis Mutter. Als Dexter nach der Untersuchung der Amputate erklärt, Tucci sei noch am Leben, mobilisiert LaGuerta alle verfügbaren Kräfte, um den Mann zu finden. Doakes hat jedoch andere Sorgen, denn Guerreros Männer folgen ihm auf Schritt und Tritt. Er wird entführt und dem Drogenbaron vorgeführt, der ihn zusammenschlägt und ihn erschießen will. Da greifen Doakes' Kollegen ein und nehmen Guerrero wegen versuchten Polizistenmordes fest. Doakes begreift, dass er als Köder benutzt wurde. Dexter findet anhand der Familienfotos heraus, dass der Kühllaster-Killer ein leer stehendes Krankenhaus für sein nächstes Diorama verwenden wird. Dexter findet dort den auf eine Liege geschnallten Tucci vor. Der Mann bittet um den Tod. Geeignetes Werkzeug liegt bereit. Dexter widersteht der Versuchung, denn ein solcher Mord würde Harrys Kodex widersprechen. Er gibt Debra einen anonymen Hinweis. So geht Tuccis Rettung auf ihr Konto, wie LaGuerta widerwillig anerkennen muss.

1.5: Das perfekte Paar (Love American Style) Regie: Robert Lieberman (53:22 Min.)

Debra wählt bei Tuccis Befragung einen ungewöhnlichen Ansatz und entlockt ihm eine wichtige Information. Tucci kann sich daran erinnern, dass der Kühllaster-Killer Hustenbonbons gelutscht hat. Das verlassene Krankenhaus wird daraufhin nochmals unter die Lupe genommen. In einem Rattennest wird ein Einwickelpapier mit einem Teilfingerabdruck des Täters gefunden. Rita verhilft Dexter unwissentlich zu neuen Opfern, als sie ihn bittet, nach einem verschwundenen illegalen Einwanderer zu suchen. Es handelt sich um den Verlobten einer Arbeitskollegin, der längst in den USA angekommen sein müsste. Dexter findet heraus, dass der Schleuser Jorge Castillo seine "Kunden" solange gefangen hält, bis die Angehörigen eine "Sonderprämie" zahlen. Wenn sie sich das nicht leisten können, ermordet er die Einwanderer. Castillo hat schon zahlreiche Menschen getötet, eine neue Fuhre ist gerade angekommen. Castillo und seine Ehefrau Valerie sind ein eingespieltes Team. Dexter tötet beide und befreit die gefangenen Einwanderer. Dabei wird er unbemerkt beobachtet. Von dem Schleuserpaar hat Dexter erfahren, dass gemeinsame Interessen eine gute Basis für eine Beziehung sind. Er spricht mit Rita über dieses Thema und stellt fest, dass sie sich dasselbe wünscht wie er: Ein normales, unauffälliges Leben.

1.6: Ein Sturm zieht auf (Return to Sender) Regie: Tony Goldwyn (50:43 Min.)

Dexter wird zu einem Tatort gerufen - seinem Tatort auf dem Schrottplatz. Valerie Castillos Leiche, die Dexter gerade erst im Meer entsorgt hat, befindet sich dort. Außerdem gibt es einen Augenzeugen. Ein kubanischer Junge hat sich in einem Autowrack versteckt und alles beobachtet. LaGuerta gewinnt das Vertrauen des Jungen. Nach seinen Angaben wird ein Phantombild des Mörders gezeichnet. Debra erstellt ein Täterprofil, das genau auf Dexter passt. Für ihn steht fest, dass der Kühllaster-Killer die Leiche am Tatort deponiert hat, zumal dieser einen Smiley in Valerie Costillos Blutprobe gekratzt hat. Erstmals in seinem Leben hat Dexter Alpträume, doch er gibt sich nicht geschlagen. Er versenkt seine Mordwerkzeuge im Ozean und manipuliert die am Tatort gesammelten Beweise, so dass alle Spuren auf Jorge Castillo deuten. Somit bleibt nur noch das Phantombild. Dexter muss sich keine Sorgen machen, denn das Bild zeigt nicht ihn, sondern Jesus Christus. In der Zwischenzeit muss sich Rita mit ihrem Noch-Ehemann auseinandersetzen. Er wurde aus dem Gefängnis entlassen und will seine Kinder sehen. Rita beruft sich auf eine gerichtliche Verfügung, die ihm das verbietet.

1.7: Freundeskreis (Circle of Friends) Regie: Steve Shill (50:18 Min.)

Obwohl Rita das alleinige Sorgerecht für die Kinder erhalten hat, drängt sich Paul immer mehr in ihr Leben. Dexter kann ihn gemäß Harrys Kodex nicht einfach beseitigen. Schließlich schließt Rita einen Handel mit Paul. Sie will ihm Besuche der Kinder erlauben, wenn er die Scheidungsunterlagen unterschreibt. Paul behauptet, er habe sich gebessert, und willigt ein. Debra beginnt eine Liebesbeziehung mit Rudy Cooper, einem jungen Arzt, der Tuccis Prothesen hergestellt hat. Sie findet heraus, dass ein Mann namens Neil Perry in der Nähe der Kühllaster-Tatorte gesehen worden ist. Perry flieht, als Debra und Angel ihn befragen wollen. In seinem Wohnwagen finden sich zahlreiche bizarre Tierpräparate und Zeitungsausschnitte mit Meldungen über die Kühllaster-Morde. Eine verweste Frauenleiche, der ein Bein abgesägt wurde, wird neben dem Wohnwagen exhumiert. Für die Polizisten steht somit fest, dass Perry der gesuchte Serienmörder ist. Jeremy Downs wird wegen eines weiteren Mordes verhaftet. Er gesteht Dexter in einem kurzen Gespräch, dass er keine Gefühle hat. Dexter glaubt, einen Seelenverwandten gefunden zu haben. Downs begeht Selbstmord, bevor Dexter versuchen kann, für ihn dasselbe zu tun, was sein Vater für ihn getan hat. Perry wird nach kurzer Fahndung aufgespürt und legt mehr oder weniger ein Geständnis ab. Dexter kann nicht glauben, dass sein "Spielkamerad" gefasst worden sein soll. Tatsächlich erkennt Perry Dexter nicht, als dieser ihn im Gefängnis besucht.

1.8: Therapiestunden (Shrink Wrap) Regie: Tony Goldwyn (51:29 Min.)

Dexter untersucht den Schauplatz eines Selbstmordes. Eine einflussreiche junge Frau hat sich erschossen. Er erfährt, dass es zwei ganz ähnliche Fälle gibt, die aber ebenso wie die aktuelle Sache von der Polizei nicht weiterverfolgt werden. Dexter entdeckt eine Gemeinsamkeit - alle Frauen waren beim Psychotherapeuten Dr. Meridian in Behandlung - und wittert die Gelegenheit für einen neuen Mord. Nach Harrys Gesetz muss Dexter zuerst sicherstellen, dass Meridian den Tod der Frauen verschuldet hat, und nimmt unter falschem Namen bei ihm Therapiestunden. Die Behandlung zeitigt unerwartete Ergebnisse. Erstmals erinnert sich Dexter an ein Bruchstück seiner verloren geglaubten Vergangenheit. Außerdem lernt er, dass er insbesondere in der Beziehung mit Rita nicht immer alles unter Kontrolle behalten muss. Somit gibt er endlich seine Zurückhaltung auf und schläft mit ihr. Nachdem Dexter genug Beweise für Meridians Schuld gesammelt und die Behandlung erfolgreich abgeschlossen hat, bringt er den Therapeuten um. LaGuerta enttarnt Perry als Hochstapler, aber Captain Matthews und der Staatsanwaltschaft glauben ihr nicht. Rudy antwortet anonym, als Dexter versucht, per Kleinanzeige Kontakt mit dem Kühllaster-Killer aufzunehmen. Debra verliebt sich endgültig in Rudy. Trotz der Nähe zu ihm ahnt sie nicht, dass er der Kühllaster-Killer ist.

1.9: Spuren der Vergangenheit (Father knows best) Regie: Adam Davidson (53:19 Min.)

Harry hat Dexter und Debra vor vielen Jahren erzählt, dass Dexters leibliche Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen sind. Jetzt erhält Dexter ein offizielles Schreiben, in dem ihm mitgeteilt wird, ein gewisser Joe Driscoll habe ihn zu seinem Erben erklärt. Zum Nachlass gehört Driscolls Bungalow. Dexter und Rita sowie Debra und Rudy verbringen dort ein Wochenende, um das Haus für den Verkauf vorzubereiten. Dexter entnimmt dem aufgebahrten Leichnam Driscolls etwas Blut und lässt es zusammen mit einer Probe seines eigenen Blutes untersuchen. Das Ergebnis ist eindeutig. Driscoll ist Dexters leiblicher Vater. Dexter erinnert sich daran, dass er als Kind eine Blutspende seiner seltenen Gruppe von einem Unbekannten erhalten hat. Harry hat das seinerzeit organisiert und dem Unbekannten eine Dankeskarte Dexters übermittelt. Die Karte findet sich in Driscolls Hinterlassenschaften. Harry muss also Bescheid gewusst haben. Dexter hat den Verdacht, dass Driscoll keines natürlichen Todes gestorben ist, kann sich aber nicht vergewissern, denn die Leiche wird eingeäschert. Eine Nachbarin Driscolls könnte Dexter mehr darüber erzählen, doch Rudy stattet ihr einen Besuch ab. Paul taucht bei Rita auf und wird handgreiflich. Sie schlägt ihn nieder und flieht mit den Kindern. In der Zwischenzeit gerät Angel in einen Gewissenskonflikt. Um Doakes zu decken, der einen Mann erschossen hat, ohne angegriffen worden zu sein, müsste er lügen. Er entscheidet sich für die Wahrheit und erfährt zu spät, dass der Unbekannte ein Kriegsverbrecher aus Haiti war. Der Fall wird ohne weitere Untersuchungen geschlossen.

1.10: Rot wie Blut (Seeing Red) Regie: Michael Cuesta (54:06 Min.)

Alle Opfer des Kühllaster-Killers waren völlig blutleer. Ein Glas mit diesem Blut, in dem außerdem der Schlüssel zu Zimmer 103 des Marina View Hotels schwimmt, trifft bei der Polizei ein. Das gesamte Hotelzimmer ist in Blut getränkt, aber es gibt keine Leichen. Als Dexter den Raum betritt, wird er von Erinnerungen an sein verdrängtes Kindheitstrauma (seine leibliche Mutter wurde vor seinen Augen mit einer Kettensäge ermordet) überwältigt. Ihm ist klar, dass das Schreckensszenario im Hotelzimmer eigens für ihn erschaffen wurde. Paul zeigt Rita wegen Körperverletzung an. Da sich Paul bisher in der Öffentlichkeit mustergültig verhalten hat, und da Rita ihm die gerichtlich zugebilligten Besuche bei den Kindern verweigert, ist sie plötzlich diejenige, die als Schuldige dasteht. Gegenüber Dexter zeigt Paul sein wahres Gesicht. Dexter schlägt ihn nieder, kann ihn gemäß Harrys Kodex aber nicht einfach töten und pumpt ihn stattdessen mit Heroin voll. Anschließend ruft er die Polizei. Es sieht so aus, als habe Paul gegen die Bewährungsauflagen verstoßen und wandert ins Gefängnis. Nachdem er von Rudy ermutigt wurde, betritt Dexter Zimmer 103 noch einmal. Er will sich seinen Erinnerungen stellen. Angel begegnet zufällig einer Prostituierten, die eine Prothese mit unterschiedlich lackierten Fingernägeln trägt - genau wie ein Opfer des Kühllaster-Killers. Angel bittet Rudy um Rat. Kurz danach wird Angel von einem Unbekannten niedergestochen.

1.11: Tödliche Weihnachten (Truth be told) Regie: Keith Gordon (51:45 Min.)

Angel überlebt die Attacke schwer verwundet. Seine Informantin hat weniger Glück. Rudy weiß, dass Angel mit ihr gesprochen hat, und ermordet sie. Er legt die zerstückelte Leiche wie Weihnachtsgeschenke für Dexter in einem Einkaufszentrum ab, und zwar unter einer Uhr, deren Zeiger auf 1:03 Uhr stehen. Mit dabei ist eine Videocassette mit Aufnahmen vom Mord an der Prostituierten. Durch eingehendes Studium des Videos kommt Debra zu dem Schluss, dass sich der Kühlraum des Killers in einer Privatwohnung befinden muss. Somit kann die Suche nach dem Versteck auf Wohnungen mit einem besonders hohen Stromverbrauch eingegrenzt werden. Im Stadtarchiv findet Dexter Zeitungsberichte über den Mord an seiner Mutter, der sich am 3. Oktober 1973 ereignet hat. Ihr Name war Laura Moser. Sie war eine Drogensüchtige und Dealerin, die zusammen mit drei Komplizen von einem Konkurrenten in einem Frachtcontainer getötet wurde. Dexter war zwei Tage lang mit den Leichen im Container eingeschlossen und wurde von Harry Morgan befreit. Dexter fragt sich, was sein Adoptivvater ihm noch alles verschwiegen haben mag, und welchen Wert Harrys Kodex nach alldem überhaupt hat. Auf Anraten Dexters bringt Rita Paul dazu, den Kindern zu erklären, warum er im Gefängnis sitzt, denn sie geben ihr die Schuld daran. Aufgrund verschiedener Hinweise wächst in Dexter der Verdacht, Rudy könne der Kühllaster-Killer sein. Er verheimlicht dies aber vor seinen Kollegen. Der Vergleich eines Blutflecks von Angels Kleidung mit einer Probe, die Dexter heimlich von Rudy beschafft, bestätigt Dexters Verdacht. Tatsächlich bereitet Rudy seinen letzten Schlag vor. Er lockt Debra unter dem Vorwand, ihr einen Heiratsantrag machen zu wollen, auf sein Boot und betäubt sie.

1.12: Blutsbrüder (Born free) Regie: Michael Cuesta (54:08 Min.)

Auf der Suche nach Debra entdeckt Dexter den immer noch am Hafen stehenden Frachtcontainer, in dem vor über dreißig Jahren sein "dunkles Ich" geboren wurde. Dort ist Debra nicht zu finden, stattdessen kommt es zur Konfrontation mit Doakes, der Dexter gefolgt ist. Aufgrund Angels Aussage besteht inzwischen für Doakes und LaGuerta kein Zweifel mehr daran, dass Rudy der Kühllaster-Killer ist. LaGuerta wird von Captain Matthews aus Rache für das Neil-Perry-Debakel degradiert. Esme Pascal tritt ihre Nachfolge an und übernimmt die Leitung der Jagd nach Rudy. Dessen Versteck wurde inzwischen entdeckt. Dort findet Dexter weitere Hinweise, die von Rudy absichtlich hinterlassen wurden und ihn zum Haus seiner leiblichen Mutter führen. Außerdem stellt sich heraus, dass Rudy die Identität eines schon vor Jahren Verstorbenen angenommen hat. Angel gibt einen Abgleich von Rudys Fingerabdrücken mit den Abdrücken aller Insassen psychiatrischer Einrichtungen in Auftrag. So erfährt Angel, was auch Dexter klar wird, als er bei Laura Mosers Haus ankommt: Rudy ist in Wahrheit Brian, Dexters älterer Bruder. Auch er hat das Kettensägenmassaker mit ansehen müssen und war zusammen mit Dexter zwei Tage lang im Container eingeschlossen. Brian hatte aber nicht so viel Glück wie Dexter, der von den Morgans liebevoll umsorgt worden ist; Brian wurde seinerzeit in die Psychiatrie eingewiesen und erst mit 21 Jahren entlassen. Seitdem hat er eine "Familienzusammenführung" vorbereitet. All seine bisherigen Taten hatten nur das Ziel, Dexters "gute" Seite zu zerstören. In Zukunft will er weitere Morde zusammen mit seinem Bruder begehen. Debra soll das erste gemeinsame Opfer sein.

Dexter hat sich nach eigenen Angaben aber schon zu sehr an seine Adoptivschwester gewöhnt und verhindert, dass Rudy/Brian sie tötet. Im selben Moment trifft die Polizei ein. Rudy/Brian flieht. In der Nacht bricht er in Dexters Wohnung ein, um Debra doch noch umzubringen. Dexter hat ihm jedoch eine Falle gestellt. Nicht Debra liegt im Bett, sondern sorgfältig arrangierte, von Rudy/Brian selbst hergestellte Prothesen. Dexter betäubt seinen Bruder und tötet ihn in dessen Kühlraum. Er lässt es wie Selbstmord aussehen. Debra hält Dexter für einen Helden, aber Doakes ist immer noch misstrauisch. Er wird Dexter im Auge behalten. Auch Rita muss erkennen, dass Dexter möglicherweise nicht der Mann ist, für den sie ihn immer gehalten hat. Paul ist davon überzeugt, von Dexter niedergeschlagen worden zu sein. Er bittet Rita, nach einem Schuh zu suchen, den er in der fraglichen Nacht verloren hat. Tatsächlich liegt der Schuh neben der Mülltonne...

Kommentar:

Eine Soap-Opera mit einem psychisch schwer gestörten Serienmörder als Hauptfigur? Darf das sein? Schließlich wird Dexter - egal wie oft er selbst betonen mag, dass er ein gefühlloses Monster ist - durchaus als positive Figur, als Sympathieträger aufgebaut. Ist das moralisch verwerflich? Damit die Beantwortung dieser Frage für den Zuschauer nicht so schwer wird, erhält er eine Krücke an die Hand: Harrys Kodex. Dexter tötet zwar aus purer Lust, aber nicht wahllos. Unters Messer kommen nur Menschen, die den Tod nach volkstümlichem Rechtsempfinden verdient haben. Dexter stellt durch genaue Recherche sicher, dass er nur wahrhaft böse Leute ermordet, die sonst straffrei ausgehen würden. Man könnte sogar sagen, dass er im Grunde nichts anderes macht als jeder beliebige Superheld. Seine Version der Selbstjustiz ist natürlich um einiges krasser (oder sollte ich sagen: konsequenter?), denn er nimmt die Schurken nicht nur fest, sondern verhängt noch das Todesurteil und vollstreckt es auch gleich selbst. Aber wird die Bewertung der Figur Dexter dadurch für den Zuschauer wirklich leichter? Schließlich bleibt Dexters Motiv trotz des Kodex dasselbe, und Selbstjustiz hat nun einmal nichts mit Recht und Gesetz zu tun. Dexters Opfer mögen verabscheuungswürdige Schwerverbrecher sein, aber sie hätten das Recht auf ein Gerichtsverfahren wie jeder andere Mensch. Wenn man es als Zuschauer akzeptabel findet, dass Dexter ihnen das verwehrt, tja dann...

Allein schon diese Konstellation bietet genug Stoff zum Nachdenken, und Michael C. Hall spielt die ungewöhnliche Hauptfigur mit vielen subtilen Untertönen. Wie "gut" oder "böse" ist Dexter wirklich? Zumindest nach der ersten Staffel kann ich mich noch nicht entscheiden. Klar, er begeht grausame Morde. Aber ansonsten ist er doch ganz lieb. Oder hat er wirklich keinerlei Emotionen und täuscht alles nur vor? Ich weiß es nicht. Dass er in der letzten Episode zögert, Debra zu töten, weil er sich nach eigener Angabe "an sie gewöhnt" hat, könnte darauf hindeuten, dass er wirklich keine echte Beziehung zu seinen Mitmenschen aufbauen kann. Aber irgendwie ist das in den bisherigen zwölf Episoden noch nicht so deutlich herausgekommen. Dexter hat sich wohl einfach zu gut in der Gewalt, er handelt nie unvorhersehbar. Jedenfalls hatte ich nicht den Eindruck, dass Leute wie Debra, Rita oder Doakes (der es ja wohl wirklich herausfordert) durch ihr Zusammensein mit Dexter gefährdet sind. Wenn er Debra getötet hätte, gut, dann wäre klar geworden, dass sein Alltagsgesicht nur Tarnung ist. Aber so? Handelt Dexter bei ihrer Rettung wieder nur nach Harrys Kodex oder ist da doch noch mehr? Man ist darauf angewiesen, dass alles stimmt, was Dexter als Ich-Erzähler im Voiceover-Kommentar sagt. Das könnte aber Selbsttäuschung sein.

Immer wieder werden Rückblicke auf Dexters Jugend eingebaut. Szenen aus verschiedenen Lebensabschnitten des angehenden Serienmörders verdeutlichen, wie er und Harry das Problem in den Griff bekommen haben, wie es zu den aktuellen Geschehnissen der jeweiligen Episode gekommen ist und so weiter. Man sieht zum Beispiel, wie Dexter seinen allerersten Mord begeht. Star Trek - Fans kennen sein Opfer: Denise Crosby alias Tasha Yar! Hier spielt sie eine Krankenschwester, die sich als "Todesengel" betätigt hat und beinahe auch Harry um die Ecke gebracht hätte. Dexter hat mich in dieser Szene an Carl Stargher aus The Cell erinnert. Hinzu kommen neben den Soap-Opera-typischen (und im Falle Dexter doch wieder untypischen) Beziehungskisten noch zahlreiche Nebenhandlungen, die ich zum Teil in der Handlungszusammenfassung gar nicht berücksichtigt habe, weil mir unklar ist, welche Bedeutung sie für die Serie haben. Etwa Angels Scheidungskrise, einiges rund um Doakes, oder die Eskapaden von Vince Masuka, einem weiteren Kollegen Dexters. Im Zentrum steht natürlich die Suche nach dem Kühllaster-Killer und das Rätsel um dessen besondere Beziehung zu Dexter. Das ist schlau gemacht, und die Auflösung kann voll und ganz überzeugen. Ich frage mich jetzt nur noch, was in den folgenden Staffeln kommen soll. Das Geheimnis um Dexters Vergangenheit ist ja geklärt.

Die Gewaltdarstellung ist dem Thema angemessen, meiner Meinung nach aber weder übertrieben noch so ausgeprägt, dass sie eine 18er-Einstufung rechtfertigen würde. Tatsächlich sieht man abgesehen von sauber zerlegten Leichen und etwas Blut (OK, in manchen Episoden ist es viel Blut) so gut wie gar nichts. Ich vermute, dass das Grundthema der Serie hierfür maßgeblich war, vom schwarzen Humor ganz zu schweigen. Etwas mehr Härte hätte der Serie vielleicht nicht geschadet. Will sagen: Solange Dexters schreckliche Taten nicht gezeigt werden, solange man nicht sieht, wie grausam er wirklich ist, fällt es schwer, ihn dafür zu verurteilen.

DVD-Features:

Das Bonusmaterial hat zwar nur indirekt mit der Serie zu tun, ist aber trotzdem sehr interessant. In "Blut als Zeuge" berichten Sgt. James Kazakos und der Forensiker Jim Conley, beide von der Anaheim Police, wie ein realer Mord durch die genaue Untersuchung der Blutspuren aufgeklärt werden konnte. Tatortfotos sind zu sehen und in Spielszenen wird die Tat nachgestellt. Der Täter wurde damals identifiziert und verurteilt. "Blutspritzer 101" ist eine Zusammenstellung mehrerer kurzer Clips, in denen der Kriminalist Steve Schliebe demonstriert, was unter den verschiedenen Bezeichnungen für Blutspritzer zu verstehen ist und wie die jeweiligen Spuren zustande kommen.

J. Kreis, 20.06.2013




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