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Devilman Schuber

Devilman
Devilman (Japan, 2004)
DVD - Regionalcode 2, Legend Home Entertainment
FSK: Keine Jugendfreigabe
Laufzeit: ca. 112 Minuten

Extras

Mood Video, Showreel, Impressionen vom Set, Trailer & TV-Spots, VFX-Digest, Designstudien, Charaktere, Sets, Animationen, VFX-Probeaufnahmen, Behind the Scenes

Regie:
Hiroyuki Nasu

Hauptdarsteller:
Hisato Izaki (Akira Fudo / Devilman)
Yusuke Izaki (Ryo Asuka / Satan)
Ayana Sakai (Miki Makimura)
Asuka Shibuya (Miko)




Inhalt

Der Schüler Akira Fudo ist ein Schwächling, der in der Schule gegängelt und gehänselt werden würde - wenn da nicht sein Freund Ryo Asuka wäre, der ihn beschützt. Tatsächlich muß Akira seinen Freund sogar bremsen, denn Ryo geht mit unglaublicher Grausamkeit gegen jeden vor, der Akira belästigt. Akira lebt bei einer Adoptivfamilie, denn seine Eltern sind vor Jahren ums Leben gekommen. Er liebt Miki, die Tochter seiner Adoptiveltern. Eines Tages erhält Ryo eine Nachricht seines Vaters, der von Bohrungen im ewigen Eis berichtet, bei denen man auf fremde Wesen gestoßen sei. Diese Wesen oder Dämonen hätten sich der Körper der Wissenschaftler bemächtigt - auch Ryos Vater habe dieses Schicksal erlitten. Ryo und Akira fahren zum Labor und finden dort nur noch die grausig veränderten Überreste von Ryos Vater. Einer der Dämonen dringt in Akiras Körper ein, doch im Gegensatz zu den anderen Opfern behält Akira sein Herz und seine Seele. Er wird deshalb nicht zu einem echten Dämon, sondern behält seine Menschlichkeit. Er ist jetzt Devilman, ein mächtiges, unbesiegbares Wesen mit riesigen Fledermausflügeln. Er kann aber seine menschliche Gestalt wieder annehmen, wenn er es will. Die freigesetzten Dämonen verbreiten sich über die ganze Welt und übernehmen Tausende von Menschen. Fast alle Übernommenen sind keine Menschen mehr und verwandeln sich auch körperlich. Es gibt nur einzelne Ausnahmen wie Akira und die junge Schülerin Miko.

Die Dämonen überziehen die ganze Welt mit Tod und Vernichtung. Die Menschen wenden sich gegeneinander, da jeder ein Dämon sein könnte. Pogrome und Hexenjagden erschüttern die Länder, dann bricht sogar ein Weltkrieg aus. Nutznießer dieses Chaos ist Ryo, der in Wirklichkeit ebenfalls ein Dämon oder das Oberhaupt derselben ist. Er will die Erde in eine Welt für Dämonen verwandeln. Akira beschließt, die Menschen als Devilman vor den Dämonenhorden zu beschützen. Miko, die einen kleinen Jungen vor seinen dämonischen Eltern gerettet hat, findet bei Akiras Adoptiveltern vorübergehend Unterschlupf. Doch Nachbarn, die eine Art Bürgerwehr gegründet haben, kommen ihnen auf die Spur. Miko und der Junge müssen fliehen. Akira gibt sich als Besessener zu erkennen, um Miki und ihre Eltern zu schützen. Man bringt ihn weg und erschießt ihn. In der Nacht fällt der entfesselte Mob über Akiras Adoptifamilie her und metzelt sie nieder. Als Akira, dessen Körper sich über Nacht regeneriert hat, zum Haus zurückkommt, findet er nur noch die Leichen der Erwachsenen und Mikis abgetrennten Kopf vor.

Schließlich kommt es zum Endkampf zwischen Akira und Ryo. Sie scheinen gleich stark zu sein, doch am Ende unterliegt Akira: Sein Körper wird in zwei Hälften zerrissen. Auch Ryo ist schwer verwundet und wird Akira wahrscheinlich bald ins Jenseits folgen. Am Ende wandern nur noch Miko und der von ihr gerettete Junge über die apokalyptische Erde...

Der Film:

Manchmal hat man Glück, wenn man sich auf einen unbekannten Film einläßt, manchmal nicht. Im Fall von "Devilman" kann man leider wirklich nicht von Glück sprechen. In diesem Film stimmt einfach gar nichts. Erst dachte ich, die Story sei völlig wirr, sinnlos und voller Löcher, letzteres auch in Bezug auf die Logik. Das stimmt aber gar nicht - wahr ist, daß der Film praktisch keine Story hat, er besteht nur aus einer wahllosen Zusammenstellung irgendwelcher Ereignisse. Selbst das wäre noch nicht schlimm, wenn der Film wenigstens spannend oder gut gemacht wäre, aber er ist schlicht langweilig. Dann die Schauspieler. Oder: Die so genannten Schauspieler. Ich habe gelesen, Ryo werde von einem japanischen Popstar gespielt. Das glaube ich gern und nehme auch an, daß alle anderen Darsteller ebenfalls nie auch nur in die Nähe einer Schauspielschule gekommen sind, denn sie zeichnen sich allenfalls durch nett anzuschauende Gesichtszüge aus (jedenfalls die Damen), aber schauspielerisches Talent haben sie definitiv nicht. Und wenn der fast schon erschreckend magere Devilman-Schauspieler mit großer Pose zum Kampf antritt, dann ist das zwar unfreiwillig komisch, sonst aber auch nichts. Viel glaubwürdiger wirkt Miko, die eine Spezialeinheit mit einem Schwert schnetzelt (eine der wenigen richtig guten Szenen des Films). Die Spezialeffekte sind durchwachsen. Der Endkampf ist klasse gemacht und auch die Verwandlung der Erde in einen Höllenpfuhl kann gefallen. Aber die Computergrafiken sind allzu deutlich als solche zu erkennen und wirken manchmal sogar störend. Noch nicht einmal die Filmmusik erfüllt ihren Zweck: Es ist billiges Synthi-Gedudel, das praktisch nie zur Situation paßt.

"Devilman" ist der Held einer in Japan sehr erfolgreichen Comicserie. Mir war er bislang völlig unbekannt. Dem DVD-Booklet kann man entnehmen, der Film sei die zum damaligen Zeitpunkt teuerste japanische Produktion gewesen. Da frage ich mich unwillkürlich: Wenn "Devilman" so beliebt ist, warum hat man sich dann bei der Verfilmung nicht mehr Mühe gegeben - und wo ist das ganze Geld hingeflossen? Das hohe Budget sieht man dem Film nämlich nicht an. Verschlimmert wird das Ganze noch durch die grausige deutsche Synchronisation. Zugegeben: Ich kenne die japanischen Originaltexte nicht, aber so bescheuert und so lieblos vorgetragen werden sie bestimmt nicht. Was ist dieser "Devilman" eigentlich für ein komischer Held? Die meiste Zeit wird er verprügelt, er bewirkt nichts und kann nicht einmal seine Freundin retten, am Ende beißt er ins Gras. Toll.

Der Film ist ein einziges weitgehend uninteressantes Durcheinander holpriger Dialoge und überwiegend grottiger Spezialeffekte, das jegliche Atmosphäre vermissen läßt. Vor dem totalen Versagen rettet ihn nur das fulminante Finale, das sich wirklich sehen lassen kann, aber zu kurz und - wie der ganze Film - eher sinnfrei ist. Okay, es gibt auch leichte sozialkritische Untertöne (Hexenjagd), aber die spielen praktisch keine Rolle.

Die DVD:

Das Bonusmaterial besteht aus vielen kurzen, meist recht schnell geschnittenen Clips, die sich hauptsächlich mit den digitalen Effekten beschäftigen. Das gleiche gilt auch für den einzigen längeren Beitrag ("Animationen"), der ca. 25 Minuten läuft. All diese Beiträge sind unkommentiert, die wenigen japanischen Text-Erläuterungen sind nicht untertitelt. Man sieht nicht viel mehr als die Entstehung der Computergrafiken. Immerhin wird auf diese Weise nochmal ein genauerer Blick auf Devilman und die anderen sonderbaren Wesen ermöglicht. Es gibt nur ganz wenige Aufnahmen vom Set und man sieht ein paar Stunts, die vermutlich fürs Motion Capturing verwendet worden sind. Interviews oder Informationen irgendwelcher Art zu den Comics sucht man vergebens - da muß man schon auf das beigefügte Booklet zurückgreifen. Das alles ist genauso mager wie der Film selbst.

J. Kreis, 10.04.2006
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