The Descent


The Descent - Abgrund des Grauens (GB, 2005)
- The Descent -

Blu-ray, Universum Film
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: ca. 100 Minuten

Extras:
- 2 Audiokommentare
- Making of (41:13 Min.)
- Deleted Scenes (9:55 Min.)
- Outtakes (5:11 Min.)
- Hinter den Kulissen (6:32 Min.)
- Storyboard-Vergleich (10:25 Min.)
- Trailer und TV-Spots
- BD-Live

Regie:
Neil Marshall

Hauptdarsteller:
Shauna Macdonald (Sarah)
Natalie Jackson Mendoza (Juno)
Alex Reid (Beth)
Saskia Mulder (Rebecca)
MyAnna Buring (Sam)
Nora-Jane Noone (Holly)
Oliver Milburn (Paul)
Molly Kayll (Jessica)




Story

Ein Jahr nach dem tragischen Unfalltod ihres Mannes und ihrer Tochter versucht Sarah auf andere Gedanken zu kommen, indem sie mit ihren Freundinnen Juno und Beth sowie drei weiteren Frauen eine Höhlentour in den Appalachen macht. Juno führt die Gruppe an. Erst als der enge Zugangstunnel einbricht, durch den sie sich gerade gequetscht haben, erfahren die Frauen, dass Juno keineswegs wie geplant die touristisch längst erschlossenen Boreham-Caverns ausgesucht hat, sondern ein völlig unerforschtes Höhlensystem. Hoffnung auf Rettung besteht nicht, weil Juno das Ganze geheim gehalten hat; sie wollte als Entdeckerin der Höhle in die Geschichte eingehen und auf diese Weise ihr angespanntes Verhältnis zu Sarah verbessern. Die Frauen entdecken allerdings Höhlenmalereien und mindestens hundert Jahre alte Kletterhaken. Offensichtlich ist die Höhle doch nicht so unbekannt wie gedacht, und möglicherweise gibt es noch einen anderen Zugang. Die Frauen dringen auf der Suche nach dem Ausgang immer tiefer in das weit verzweigte Höhlensystem ein. Dabei stürzt die allzu übereifrige Holly in einen Schacht und erleidet einen offenen Unterschenkelbruch. Während sich die anderen um Holly kümmern, entfernt sich Sarah von der Gruppe. Im Licht ihrer Taschenlampe ist kurz eine bleiche Gestalt zu sehen, die sofort wieder verschwindet.

Wenig später werden die Frauen von Kreaturen angegriffen, die wie deformierte Menschen aussehen. Die Wesen sind völlig blind, aber perfekt an das Leben in absoluter Dunkelheit angepasst. Sie orientieren sich wie Fledermäuse durch Schall und sind perfekte Kletterer. Bei dem Angriff werden die Freundinnen getrennt. Holly wird von den Kreaturen getötet und weggeschleppt. Juno setzt sich erfolgreich gegen einen Angreifer zur Wehr, schlägt aber allzu wild mit ihrem Eispickel um sich und trifft Beth. Juno flieht und lässt die hilflose Verletzte liegen. Sarah irrt panisch umher und landet in einer von unzähligen Tier- und Menschenknochen erfüllten Höhle. Durch das Display ihrer Infrarotkamera muss sie mit ansehen, wie Holly gefressen wird. Nachdem sich die Kreaturen verzogen haben, rüstet sich Sarah mit dem Eispickel aus, der als Schiene für Hollys gebrochenes Bein verwendet wurde, und baut sich mit dem Öl aus einer alten Grubenlampe eine Fackel. Nachdem Sarah eine weibliche Kreatur und deren Kind getötet hat, findet sie die im Sterben liegende Beth. Die eröffnet ihr, dass Juno ein Verhältnis mit Sarahs Mann hatte. Da Sarah Beth nicht mitschleppen kann, erschlägt sie sie, um ihr den qualvollen Todeskampf und das Schicksal zu ersparen, bei lebendigem Leib gefressen zu werden.

Inzwischen hat Juno Sam und Rebecca getroffen und Markierungen der früher in die Höhle eingedrungenen Menschen entdeckt, die den Weg zum Ausgang weisen. Sam und Rebecca fallen Angriffen der Kreaturen zum Opfer. Juno droht in einen Abgrund zu stürzen, wird aber von Sarah gerettet. Die beiden schalten einige Kreaturen aus, die anscheinend den Weg zum Ausgang bewachen; die Kreaturen nutzen diesen, um draußen zu jagen. Als Juno behauptet, Beth sei von einer Kreatur angegriffen worden und sie habe sie sterben gesehen, ist für Sarah das Maß voll. Sie schlägt Juno den Eispickel ins Bein und lässt sie als Köder für die nachrückenden Kreaturen zurück. So hat Sarah genug Zeit, den Ausgang zu erreichen. Sie gelangt glücklich ins Freie, findet ihr Auto und rast von dannen. Nachdem sie eine Straße erreicht hat, macht sie eine Pause. Plötzlich sieht sie Juno auf dem Beifahrersitz. Übergangslos findet sich Sarah in der Höhle wieder, wo sie von ihrer toten Tochter halluziniert.

Kringels Meinung

Was von diesem Ende ist real, was nicht? Sind vielleicht alle Geschehnisse in der Höhle nur Wahnvorstellungen Sarahs? Sie hatte in Paniksituationen schon öfter Halluzinationen und Juno ist zuletzt zu sehen, als sie einer Crawler-Horde gegenübersteht. Es könnte also durchaus sein, dass Juno überlebt und es irgendwie geschafft hat, ebenfalls aus der Höhle zu entkommen und sich in Sarahs Auto zu verstecken. Aber vielleicht war das doch nur ein Traum und Sarah sitzt wirklich immer noch in der Höhle, während die Crawler näher kommen? Gibt es womöglich gar keine Crawler und Sarah hat all ihre Freundinnen selbst niedergemetzelt? Ist im Grunde egal, aber es gibt eine Fortsetzung, in der diese Fragen sicherlich beantwortet werden. Teil 2 liegt schon bereit und wird demnächst angeschaut.

Ich muss allerdings sagen, dass mich der erste Teil schon nicht recht begeistern konnte. Er beginnt sehr eindrucksvoll mit dem Unfall, bei dem Sarahs Familie stirbt. Das kommt so unerwartet, dass ich echt schlucken musste, obwohl man den Tod von Sarahs Mann und Kind nicht direkt sieht. Aber nach gut zwanzig Minuten mit hysterischem Mädels-Gejauchze (beim Rafting, beim Treffen der Freundinnen, bei der Fahrt zur Höhle und beim Abstieg in dieselbe) und Funsportlerinnen-Gepose habe ich nur noch gehofft, dass die Damen recht bald gefressen werden, damit endlich Ruhe ist! Sarahs Hintergrundgeschichte ist wenigstens noch für einen kleinen Clou am Ende gut, aber wäre es nicht viel effektvoller, wenn Sarah gar keinen Grund hätte, Juno zu hassen und trotzdem gezwungen wäre, sie zu opfern, um überleben zu können? Ansonsten sind die Frauen für mich durch die Bank nur Nervensägen, die bestenfalls dazu geeignet sind, auf interessante Weise aus dem Leben zu scheiden. Entsprechende, sehr brutale Szenen folgen zwar, aber zuerst muss man x-mal denselben alten Trick mit Schockmomenten über sich ergehen lassen, die sich als Täuschung herausstellen. EIN MONSTER SPRINGT AUS EINEM GEBÜSCH! Ach nein, es waren nur auffliegende Vögel. EIN MONSTER SPRINGT AUS EINEM HÖHLENSCHACHT! Doch halt, es ist nur ein Schwarm Fledermäuse. EIN MONSTER PACKT SARAH! Ups, ist nur Juno, die sich von hinten angeschlichen hat. Sehr viel besser gelungen ist in dieser Anfangsphase die klaustrophobische Atmosphäre des Eingeschlossenseins in dem dunklen System aus engen Gängen und Felsrissen, die sich plötzlich zu riesigen Kavernen und gähnenden Abgründen öffnen. Da sind dem Regisseur eindringliche Szenen gelungen, die auch ohne degenerierte Kannibalen schon beklemmend genug wirken! Mich würde jedenfalls keiner dazu bringen, mich durch so einen Tunnel zu zwängen, in dem man jederzeit steckenbleiben kann...

Noch besser gefallen mir die Kreaturen und das, was sie anrichten. Mit ihrem Gekreische, den deformierten Körpern und den bizarren Bewegungen sowie ihren blindwütigen Angriffen wirken die Crawler sehr bedrohlich. Man kann sich gut vorstellen, dass diese Wesen schon seit Jahrtausenden im Untergrund leben. Ein bisschen Ironie fehlt auch nicht; die Gefahr für unsere Heldinnen geht nämlich nicht nur von den Menschenfressern aus, sondern in nicht unerheblichem Ausmaß von den Frauen selbst... Besonders lobenswert finde ich, dass vollständig auf computergenerierte Effekte verzichtet wurde. In "The Descent" ist alles handgemacht und wirkt deshalb stets glaubwürdig. Ich halte es nur für etwas unwahrscheinlich, dass die Crawler ihre Opfer überhaupt nicht wahrnehmen, wenn diese ausnahmsweise mal die Klappe halten. Was ist mit Körperwärme und -geruch? Die Mädels dürften nach dem schweißtreibenden Marsch durch die Höhlen doch ziemlich pikant duften. Außerdem ist es die ganze Zeit viel zu hell. Gut, das muss wohl so sein, sonst würde das Publikum ja nichts sehen, aber es ist schon ein bisschen komisch, dass von irgendwoher selbst dann noch ein Lichtschein kommt, wenn alle Taschenlampen ausgeschaltet sind. Leider ist der Film viel zu vorhersehbar, um wirklich spannend sein zu können. Das Gemetzel verfehlt seine Wirkung nicht, aber es ist doch etwas irritierend, dass sich die Frauen plötzlich in Kampfmaschinen verwandeln, die es mit mehreren Crawlern gleichzeitig aufnehmen können!

Blu-ray-Features

Das Making of ist zwar keine richtige Filmdokumentation, lässt aber doch erkennen, dass Schauspieler und Filmteam mit Elan bei der Sache waren und viel Spaß während der Dreharbeiten hatten. Zuerst werden alle nach ihren Lieblings-Horrorfilmen gefragt, dabei kommen einige erstaunliche Ergebnisse heraus. Dann sieht man die Damen beim Klettertraining, die Herstellung der Höhlen-Bühnenbilder wird gezeigt und einige Blicke auf die Kreaturen, die im Film ja meist nur undeutlich zu sehen sind, werden ermöglicht. Witzig: Die Schauspielerinnen wussten zunächst nicht genau, wie die Kreaturen aussehen. Ein Stuntman in voller Montur hatte sich im Bühnenbild versteckt - das wussten die Damen, aber sie wussten nicht, wo er war. Der Schreck, als er hervorgesprungen kam, war wohl gewaltig!

Die nicht verwendeten Szenen sind weitgehend uninteressant: Noch mehr Mädels-Gequatsche, ein bisschen mehr Geklettere, das war's dann auch schon. Die Outtakes sind dagegen sehenswert, vor allem der Tanz eines Crawlers im Mick-Jagger-Stil zu "I can't get no Satisfaction" - köstlich! Hinzu kommen noch ein paar unkommentierte Aufnahmen während der Dreharbeiten, verschiedene Szenen im Storyboard-Vergleich, Audiokommentare...

Eine Bemerkung zur Technik: Meine PS3 hat sich beharrlich geweigert, die Blu-ray abzuspielen. Ich musste die Disc x-mal auswerfen und neu in den Slot schieben, bis sie endlich von der Konsole erkannt wurde. Das ist mir vorher noch nie passiert, muss also wohl an der Disc liegen. Solltet ihr dasselbe Problem haben: Nicht aufgeben, irgendwann funktioniert's.


J. Kreis, 09.02.2014




Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Henning (13.02.2014):

Hallo Kringel,
den Film kenne ich nicht, nur die Geschichte erinnert mich an eine Kurzgeschichte von Ambroce Bierce: An Occurrence at Owl Creek Bridge
LG



Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Seitenanfang


Startseite

Filme