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Demolition Man Demolition Man (USA, 1993)
DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: 16
Laufzeit: ca. 110 Minuten

Extras
Keine

Regie:
Marco Brambilla

Hauptdarsteller:
Sylvester Stallone (John Spartan)
Wesley Snipes (Simon Phoenix)
Sandra Bullock (Leutnant Lenina Huxley)
Nigel Hawthorne (Dr. Raymond Cocteau)





Inhalt:

1996. Polizist John Spartan ist besessen von dem Gedanken, den gefährlichsten Verbrecher der USA - Simon Phoenix - zu verhaften. Tatsächlich gelingt ihm das auch, aber dabei kommt es zu schweren "Kollateralschäden": Ein kompletter Häuserblock geht in die Luft. Als danach zahlreiche verkohlte Leichen unter den Trümmern gefunden werden, steht für die Untersuchungsbehörden fest: Spartan hat den Tod der von Phoenix festgehaltenen unschuldigen Geiseln in Kauf genommen, um Phoenix im Alleingang dingfest machen zu können. Niemand ahnt, daß die vermeintlichen Opfer schon lange vorher tot waren: Phoenix hat die Leichen selbst an entsprechender Stelle deponiert, um Spartan eins auszuwischen... Der Plan geht auf: Auch Spartan wird verhaftet. Phoenix und Spartan kommen in den zweifelhaften "Genuß" einer neuen Methode des Strafvollzugs: Da die Gefängnisse aus allen Nähten platzen, werden die Verbrecher in einen künstlichen Schlaf versetzt und "tiefgefroren". Während des Tiefschlafs werden die Delinquenten einem hypnosuggestiven Rehabilitationsprogramm unterzogen. Die kriminelle Energie soll ihnen per Gedankenmanipulation ausgetrieben werden.

2032. 36 Jahre nachdem er auf Eis gelegt wurde, wird Phoenix zu einer routinemäßigen Anhörung aufgetaut. Jemand scheint den Resozialisierungsprozeß manipuliert zu haben: Die Gedankenmanipulation hat Phoenix zu einem noch gefährlicheren Kämpfer gemacht, als er es schon war. So ist es ihm ein Leichtes, aus dem Cryo-Gefängnis zu fliehen. Das ist der Super-GAU für die Polizei der Zukunft, denn die Welt des 21. Jahrhunderts hat sich enorm gewandelt. Nach einem großen Erdbeben sind Los Angeles, San Diego und Santa Barbara zu der Mega-Metropole San Angeles verschmolzen. In dieser Stadt gibt es so gut wie keine Verbrechen mehr, keine Gewalt, keine Umweltverschmutzung, keine Armut und keine Krankheiten. Die Menschen leben in einer keimfreien Umwelt, in der alles, was auch nur entfernt mit Gewalt zu tun hat oder als unmoralisch bezeichnet werden könnte, so gut wie ausgerottet ist. Ungesunde Ernährung ist ebenso verpönt wie Körperkontakt (für Kraftausdrücke gibt's Strafzettel und der Austausch von Körperflüssigkeiten findet nur noch virtuell bzw. im Reagenzglas statt), alles ist reglementiert und Individualität ist nicht mehr gefragt. In dieser scheinbar perfekten Welt kommt Phoenix sich natürlich vor wie ein Wolf in der Schafherde. Die hilflose Polizei kann ihn nicht aufhalten, denn auch die Cops haben die Gewalt verlernt. Da kommt man auf die geniale Idee, John Spartan aufzutauen, denn der ist genau so ein Überbleibsel vergangener Zeiten wie Phoenix und hat diesem ja schon einmal das Handwerk legen können.

Spartan wird der jungen Polizeibeamtin Lenina Huxley als Partner zugeteilt. Genauer gesagt: Sie soll auf ihn aufpassen, damit er nicht für allzuviel Chaos sorgt. Spartan hat aber zunächst einmal erhebliche Probleme, sich in einer Zeit zurechtzufinden, die praktisch nichts mehr mit der Welt gemein hat, aus der er stammt. Phoenix begegnet derweil Dr. Cocteau, seinem Wohltäter, der ihm die Flucht aus dem Gefängnis ermöglicht hat. Cocteau wird allgemein als Retter der Menschheit gefeiert, weil er den Cryo-Strafvollzug erfunden und die perfekte Welt von San Angeles aufgebaut hat. Phoenix soll den Anführer einer Untergrundorganisation töten, die immer wieder für lästige Störungen in Cocteaus heiler Welt sorgt. Leider findet Phoenix Gefallen an der Freiheit und denkt gar nicht daran, sich von Cocteau kontrollieren zu lassen. Nachdem er Cocteau umgebracht hat, holt er einige andere schwere Jungs aus dem Tiefkühl-Schlaf, um mit ihrer Hilfe die Macht an sich zu reißen. Spartan kommt Cocteaus Verschwörung recht bald auf die Spur und nimmt Kontakt mit den im Untergrund lebenden Menschen auf. Entgegen der allgemeinen Propaganda sind das keine Verbrecher, sondern einfach Leute, die sich der Gedankenkontrolle und der permanenten Reglementierung nicht unterwerfen wollen und die deshalb von der Gesellschaft ausgegrenzt worden sind.

Da Phoenix daran interessiert ist, die störenden "Anarchisten" auszurotten, kommt es rasch zum ersten Zusammenstoß zwischen ihm und Spartan. Bald sorgen die aufgetauten Kriminellen für kriegsähnliche Zustände in der Stadt und Spartan hält sich bei der Jagd auf Phoenix auch nicht gerade zurück. Zum Showdown kommt es im Cryo-Gefängnis, nach hartem Kampf und mit Hilfe der suprakalten Kühlflüssigkeit kann Spartan seinen alten Widersacher schließlich endgültig unschädlich machen. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wie es nach Cocteaus Tod weitergehen soll. Vielleicht haben ja die Untergrundler, denen man das eigenständige Denken noch nicht völlig abgewöhnt hat, die Antwort?

Der Film:

Actionfilme, die sich selbst nicht so ernst nehmen, sind ein zweischneidiges Schwert. Ein wenig Selbstironie kann zwar nicht schaden, aber wenn daneben nicht genug solide Action vorkommt, werden solche Filme schnell lächerlich. Bei "Demolition Man" allerdings funktioniert die Gratwanderung recht gut, was vor allem der offensichtlichen Spielfreude von Stallone und Snipes zu verdanken ist. Gut gelaunt stapfen die beiden Dinosaurier durch die schöne neue Welt, lassen es zum Entsetzen der zahmen, harmoniebedürftigen Menschen der Zukunft ordentlich krachen und ringen mit der Tücke des Objekts. Da gibt es die legendären "Drei Muscheln", deren Verwendungszweck sich auch mir noch nicht erschlossen hat... Spartan verspeist nach all der viel zu gesunden modernen Kost ohne mit der Wimper zu zucken einen Ratten-Burger... Die Reha-Hypnose erweist sich als recht wirksam: Spartan kann jetzt prima stricken... Immer wieder kommt es zu witzigen Situationen, wenn alte und neue Welt zusammenprallen. Achtet auch mal auf die kleinen Seitenhiebe und Anspielungen - einer davon ist schon fast von der Realität eingeholt worden: In der Zukunft ist Arnold Schwarzenegger Präsident der USA... Bei allem Humor kommt die Action nicht zu kurz. Allerdings dreht sich alles um den Privatkrieg zwischen Spartan und Phoenix, d.h. die beiden sind so ziemlich die einzigen, die für Schießereien, Prügeleien und Explosionen sorgen dürfen/müssen.

"Demolition Man" enthält zwar auch gesellschaftskritische Aspekte, aber in dieser Beziehung sollte man nicht allzu viel Tiefgang erwarten. Lenina Huxley trägt ihren Namen nicht ohne Grund: Lenina ist der Name einer der Hauptfiguren aus Aldous Huxleys Roman "Schöne neue Welt", und Verhältnisse wie in diesem Roman (und in George Orwells "1984") herrschen auch in der fiktiven Welt des Jahres 2032. In all diesen Fällen wird eigenständiges Denken unterdrückt, jeder Einzelne wird permanent überwacht, und unter der dünnen Fassade einer scheinbar heilen Welt versteckt sich Faschismus in reinster Form.

Der Film ist beste Unterhaltung und man sieht ihm an, daß er kein kleines Budget gehabt haben kann. Mit solider Tricktechnik (ohne CGI) und sehr detailreicher Ausstattung wird eine überzeugende Zukunftswelt erschaffen, die so tatsächlich einmal existieren könnte. "Demolition Man" ist deshalb einer von jenen Filmen, die man immer wieder mal anschauen kann, ohne sich je zu langweilen.

Die DVD:

Auf der DVD findet man den Film, verschiedene Sprachversionen und Untertitel sowie ein Menü zur Kapitelwahl - und sonst nichts. Nichts? Nichts.

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