Deep Star Six


Deep Star Six (USA, 1989)

DVD Regionalcode 2, Studiocanal
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 94 Min.

Extras:
- Featurette (3:33 Min.)
- Making of (3:52 Min.)
- Behind the Scenes (4:06)
- Kinotrailer
- Bildergalerie

Regie:
Sean S. Cunningham

Hauptdarsteller:
Nancy Everhard (Joyce Collins)
Greg Evigan (McBride)
Taurean Blacque (Phillip Laidlaw)
Marius Weyers (Dr. John Van Gelder)
Miguel Ferrer (Snyder)
Cindy Pickett (Dr. Diane Norris)
Matt McCoy (James Richardson)
Nia Peeples (Dr. Scarpelli)
Elya Baskin (Burciaga)




Story

Im Auftrag der US Navy errichtet die elfköpfige Besatzung der Tiefseebasis Deep Star Six eine Abschussplattform für Nuklearraketen auf dem Meeresgrund. Leiter des Projekts ist Dr. John Van Gelder, Konstrukteur der Station und Chef des zivilen Wissenschaftsteams. Militärischer Kommandeur ist Captain Phillip Laidlaw. Für Van Gelder hat die Mission größte Bedeutung. Wäre sie erfolgreich, würde dies seinen Plänen für die Kolonisierung des Meeresbodens enormen Vorschub leisten. Die vorgesehene Missionsdauer wurde jedoch schon um zwei Monate überschritten. Die Abschussplattform muss jetzt innerhalb einer Woche fertiggestellt werden. Van Gelder kann sich keine weiteren Verzögerungen leisten und ignoriert die Warnungen des Geologen Burciaga, der Hinweise auf eine große Höhle unterhalb des Bauplatzes gefunden hat. Die Höhle soll durch Sprengungen zum Einsturz gebracht werden, was wiederum der Meeresbiologin Dr. Scarpelli nicht behagt. In diesem Bereich des Ozeans wurden vor längerer Zeit unbekannte Lebewesen gesichtet, denen möglicherweise bereits mehrere Menschen zum Opfer gefallen sind. Scarpelli nimmt an, dass diese Kreaturen aus der Höhle stammen. Sie bittet darum, die Höhle vor der Sprengung untersuchen zu dürfen. Das wird abgelehnt.



Deep Star Six

(Ein Teil der Stationsbesatzung beim Frühstück)

Die Höhle wird gesprengt, doch dabei bricht fast der gesamte Meeresboden im Bereich des Bauplatzes in sich zusammen, so dass eine mit Joyce Collins und Burciaga bemannte kleine Beobachtungsstation jetzt am Rand eines Abgrundes steht. Zwei Männer dringen mit einem Unterwasserfahrzeug in die gewaltige Kaverne ein. Das Fahrzeug wird von einem unbekannten Objekt vernichtet. Das Objekt attackiert auch die Beobachtungsstation. Wasser dringt ein, die Systeme fallen aus. Burciaga erleidet schwere Verletzungen, denen er nach kurzer Zeit erliegt. Laidlaw und der mit Collins liierte U-Boot-Pilot McBride starten eine Rettungsmission. Dabei kommt der Captain ums Leben. Collins und McBride kehren zur Hauptbasis zurück. Dort ist der Befehl zum Abbruch der Bauarbeiten eingetroffen. Vor der Rückkehr aufs Festland müssen die Raketen gesichert werden. Der mit dem Sicherheitsprotokoll nicht vertraute Techniker Snyder gibt auf Anfrage des Computers "Aggression" als Grund für die Abschaltung ein, denn es wird davon ausgegangen, dass durch den Einsturz der Höhle ein urzeitliches Lebewesen freigesetzt wurde, welches die Station angegriffen hat. Snyder erhält die Anweisung, die Raketen zu zünden, und führt diese aus.



Deep Star Six

(Collins und McBride in trauter Zweisamkeit)

Durch die Explosion werden Druckwellen verursacht, von denen Deep Star Six schwer in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Sauerstoff-Aufbereitungsanlage und das Kühlsystem für den Kernreaktor der Station fallen aus. Obendrein ist die Dekompressionskammer nicht mehr funktionsfähig. Sie wird dringend benötigt, denn der Reaktor wird in wenigen Stunden hochgehen und ohne vorherige Dekompression ist eine Rückkehr zur Meeresoberfläche unmöglich. Zur Reparatur der Kammer muss eine Leitung an der Außenwand geschweißt werden. Das Besatzungsmitglied James Richardson verlässt die Station mit einem schweren Skaphander und erledigt die Arbeit. Er wird von der Kreatur bedroht, kann aber in die Station zurückkehren. Die Kreatur folgt ihm, so dass sich die Schleuse nicht sofort schließen lässt. Das Zentralmodul von Deep Star Six läuft allmählich voll Wasser. Die Kreatur dringt ein und tötet Richardson sowie Scarpelli. Die anderen bewaffnen sich und kehren ins Zentralmodul zurück, denn die Reparaturen sind noch nicht abgeschlossen. McBride nimmt die letzten Handgriffe vor. Wieder kommt es zu einer Attacke durch das riesige Lebewesen. In Panik macht Snyder einen Fehler und tötet Van Gelder. Die Überlebenden ziehen sich in die Seitenmodule zurück.



Deep Star Six

(Die Kreatur)

Snyder dreht durch und verlässt die Station mit der Fluchtkapsel. Er stirbt an den Folgen der zu schnellen Dekompression. McBride taucht durch die inzwischen fast vollständig geflutete Basis und holt ein Mini-U-Boot zu dem Modul, in dem sich jetzt nur noch Collins und die Stationsärztin Dr. Diane Norris befinden. Die Frauen werden von der Kreatur angegriffen. Norris setzt das Wesen mit einem überladenen Defibrillator außer Gefecht, wobei sie selbst einen tödlichen Stromschlag erleidet. Nun können Collins und McBride die Dekompressionskammer aktivieren und in letzter Minute mit dem U-Boot fliehen. Hinter ihnen vergeht Deep Star Six in der Explosion des Reaktors. Collins und McBride kommen an die Oberfläche, kurz danach aber auch die Kreatur. McBride lässt Treibstoff ab, den er mit einer Signalpistole in Brand setzt. Das U-Boot explodiert und reißt die Kreatur in den Untergang. Collins und McBride überleben in einem zuvor ausgesetzten aufblasbaren Rettungsfloß.



Deep Star Six

(Die Kreatur beim Showdown im Tageslicht)

Kringels Meinung

Manchmal kommen kurz nacheinander verschiedene Filme mit sehr ähnlicher Thematik ins Kino, von denen einer ein echter Blockbuster und der andere weit weniger erfolgreich ist. Man denke nur an "Armageddon" und "Deep Impact" (Asteroid bedroht die Erde) oder Robocop und Vindicator (Mensch-Maschine-Mischwesen stapft durch die Lande). Das Jahr 1989 stand eindeutig im Zeichen der Unterwasser-Actionfilme - The Abyss, Leviathan und "Deep Star Six" sind nur drei von mehreren Beispielen. Zufall? Oder hat sich James Camerons Idee (Drehbuch und Regie bei "The Abyss") herumgesprochen und so großen Anklang gefunden, dass man sich an den zu erwartenden Erfolg anhängen und schnell ein paar weit billigere Produktionen auf den Markt werfen wollte?

Jedenfalls kam "Deep Star Six" meines Wissens vor "The Abyss" in die Kinos, zumindest habe ich den Film zuerst gesehen. Wenn ich mich recht erinnere, war ich ziemlich beeindruckt. Der vergleichsweise realistische Ansatz hat mir gefallen und das Design der Unterwasserstation ist mir überzeugend vorgekommen. Damals wusste ich ja noch nicht, wie eine richtig aufwändig gestaltete Unterwasserbasis aussehen muss! Cameron hat dann wenig später gezeigt, wie das geht. Die Außenaufnahmen der Station Deep Star Six sind Lichtjahre hiervon entfernt. Das Innere ist besser gelungen, wenn mir auch nie ganz klar geworden ist, wie die Station eigentlich aufgebaut ist. Zumindest scheint ihr äußeres Erscheinungsbild nicht zur Aufteilung der Module zu passen. Und ich habe mich immer gefragt, wie das angeblich so riesige Monster in diese Enge hineinpasst. Im Gegensatz zu "The Abyss" kann "Deep Star Six" mit einigen Gewaltspitzen punkten. So beißt das Monster, das ich damals ziemlich bedrohlich fand, kurzerhand die untere Hälfte des Skaphanders ab, in dem Richardson steckt. Blutige Gewebefetzen baumeln heraus. Snyder rammt Van Gelder versehentlich eine Druckluftharpune in den Rücken, so dass der Brustkorb des Mannes aufbricht. Snyder selbst zerplatzt in der Rettungskapsel, was allerdings nicht bis zum bitteren Ende gezeigt wird. Diese Effekte können auch heute noch überzeugen, aber fast alle Unterwasserszenen wirken einfach nur billig. Beim Auftauchen des Mini-U-Bootes sieht man überdeutlich, dass die Schauspieler vor einem gemalten Hintergrund agieren.

Die Schauspieler liefern akzeptable Leistungen ab. Insbesondere Miguel Ferrer kann einiges aus seiner Rolle des labilen Arschlochs herausholen. Für die teils unterirdischen Dialoge des Drehbuchs können die Akteure ja nichts. Von der Story darf man nicht allzu viel erwarten. Damit das Ganze nicht gar so dünn ausfällt, wird eine im Grunde verzichtbare problematische Liebesgeschichte mit hineingepackt. McBride leidet unter Bindungsängsten. Er glaubt, Collins habe was besseres als ihn verdient. Erst kurz vor Schluss erfährt er, dass sie schwanger ist und macht ihr einen Heiratsantrag. Nun ja. Die Besatzungsmitglieder sterben nach dem spätestens seit Alien allseits bekannten "Zehn kleine Negerlein"-Prinzip (ich habe übrigens den Verdacht, dass Greg Evigan wegen einer gewissen Ähnlichkeit mit Michael Biehn - Aliens: Die Rückkehr - ausgewählt wurde). Sie stellen sich so dumm an, dass das Urzeitmonster zeitweise Pause machen kann. Es wird trotzdem fleißig weiter gestorben! Trauriger Höhepunkt ist die Sache mit den Atomraketen, die ja erst zu der Situation führt, in der das Monster zur Gefahr werden kann. Snyder mag überfordert sein, aber dass er auf die Idee kommt, dem Bordcomputer einer geheimen Militäreinrichtung mitzuteilen, die Raketen müssten aufgrund eines aggressiven Akts gesichert werden, ist schon schwer zu schlucken. Dass er sie sogar zündet, ist erst recht nicht zu fassen. Die Dinger stehen doch fast in Sichtweite der Basis!


DVD-Features:

Die DVD enthält die ungekürzte, seinerzeit ab 18 Jahren freigegebene Kinofassung.

Das Bonusmaterial ist nicht uninteressant, aber viel zu kurz und leider teilweise redundant. Zählt man die drei Featurettes zusammen und zieht die Filmausschnitte sowie doppelt vorhandene Bestandteile ab, bleiben insgesamt fünf bis sechs Minuten mit unkommentiertem Hinter-den-Szenen-Material und Interviews, in denen Regisseur und Hauptdarsteller ein paar Allgemeinplätze von sich geben. Immerhin erfährt man, dass die Dreharbeiten alles andere als angenehm waren, denn Schauspieler und Produktionsteam mussten viel Zeit in einem eigens für die Dreharbeiten angefertigten Riesentank voller kaltem Wasser verbringen. Außerdem bekommt man Einzelteile des "lebensgroßen" Monster-Modells zu sehen.


J. Kreis, 09.01.2017




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