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deep_blue Deep Blue (GB / D 2003)
DVD - Regionalcode 2, Kinowelt
FSK: 6
Laufzeit: ca. 87 Minuten

Extras
Trailer

Regie:
Alastair Fothergill und Andy Byatt




Inhalt:

Dieser ungewöhnliche Dokumentarfilm ist ein fürs Kino produzierter "Zusammenschnitt" der BBC-Fernsehserie "The Blue Planet" ("Unser blauer Planet"), die ebenfalls auf DVD erhältlich ist. Der Film kann mit "Mikrokosmos" und "Nomaden der Lüfte" verglichen werden. Alle diese Filme haben eins gemeinsam: Man kann sich voll und ganz auf die faszinierenden Bilder konzentrieren, denn man wird nicht durch gesprochene Kommentare abgelenkt. Es werden nur ganz selten ein paar einleitende Worte gesprochen, dann gibt es nur noch den wunderschönen Soundtrack zu hören, der ein wesentlicher Bestandteil der Dramaturgie ist. Man sollte in "Deep Blue" deshalb nicht so sehr eine Natur-Dokumentation sehen, denn an manchen Stellen würde man sich sonst etwas mehr an Erläuterung wünschen. Kaum etwas wird näher erklärt, wissenschaftliche Informationen gibt es so gut wie gar nicht. "Deep Blue" sollte vielmehr als Fest für Auge und Ohr betrachtet werden - meiner Meinung nach wäre ein ausführlicherer Textkommentar auch nur störend gewesen.

Eine Handlung im eigentlichen Sinne oder einen bestimmten thematischen Zusammenhang gibt es natürlich nicht. D.h. ein Thema hat der Film schon: Das Meer. Man wird nach einem Vorspann durch verschiedene Regionen der Weltmeere geführt, den Inhalt könnt ihr nachfolgenden Kapitelüberschriften entnehmen:

Flug der Albatrosse
Delfine
Seelöwen und Killerwale
Brandung bricht an den Klippen
Armee der Krabben
Korallenmeere
Mond am Nachthimmel
Gewitter
Unter der Eisdecke
Eisberge und Eisbär
Pinguine
Polarbär in der Schneewüste
Belugawale im Eis gefangen
Gesang der Grauwale
Offener Ozean
Springende Delfine
Speerfische
Sonnenstrahlen stechen in die Tiefe
Ostpazifischer Delfin
Majestätische Blauwale

Die Filmaufnahmen, besonders in der Tiefsee, sind faszinierend, teilweise habe ich so etwas noch nie zuvor gesehen. Orcas, die sich auf den Strand werfen, um Seelöwen zu jagen. Bizarre Tiefseefische, die im Scheinwerferlicht in allen Regenbogenfarben leuchten. Tausende Krabben, die einen Strand überfluten. Fischschwärme, die wie Unterwasser-Tornados umherwirbeln. Wunderschöne Korallenriffe. Wale, die unter dem Eis gefangen sind und sich ein kleines Loch zum Atemholen teilen müssen, wo schon ein Eisbär lauert. Tanzende Delfine. Pinguine, die sich wie römische Legionäre zusammendrängen, um dem Schneesturm zu trotzen...

Es gibt aber ein paar Szenen, die nicht echt sein können. Wenn z.B. ein U-Boot in den Marianengraben hineinfährt, dann kann man deutlich erkennen, daß es sich um eine Computergrafik handelt. Das sind aber die einzigen Ausnahmen.

Jede Szene wird von einem eigens dafür komponierten, immer zur Situation passenden Musikstück untermalt. Der teils majestätisch-orchestrale, teils gespenstisch-elektronische Soundtrack verwandelt "Deep Blue" in einen spannenden, emotionsgeladenen Film, der keine Minute Langeweile aufkommen läßt.

Wer keine ausführlich belehrende Naturdokumentation zu sehen erwartet, wird vom visuellen Reiz und von der Dramatik dieses Beinahe-Spielfilms begeistert sein. Selbst wenn ihr mit "Tierfilmen" sonst nicht so viel anfangen könnt, solltet ihr euch "Deep Blue" auf jeden Fall einmal ansehen, denn er spielt in einer völlig anderen Liga als alles, was z.B. Sielmann oder Grzimek jemals produziert haben...

Die DVD:

"Deep Blue" ist in der Normalversion auf einem Silberling und als Special Edition auf zwei Silberlingen erhältlich. Meine einfachere Version hat als einziges Extra nur einen Kinotrailer, die Special Edition wartet mit einem ausführlichen (50 Minuten!) Making-of, Interviews und einer Fotogalerie auf.

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