Deadpool 2


Deadpool 2 - Super Duper Cut (USA, 2018)

Blu-ray, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 119 Min. (Kinofassung) bzw. 134 Min. (Super Duper Cut)

Extras:
- Audiokommentar zur Kinofassung
- Entfallene / erweiterte Szenen (2:36 Min.)
- Spaß am Set (3:11 Min.)
- Deadpools Familienwerte - Die verrückten Charaktere (15:09 Min.)
- David Leitch, nicht Lynch! Die Regie von DP2 (11:39 Min.)
- Deadpools Lippen sind verschlossen - Geheimnisse und Easter Eggs (12:52 Min.)
- Bis dass die Kauleiste wackelt - Alternative Sprüche und Szenen (9:25 Min.)
- Fratzengeballer: Action und Stunts (6:57 Min.)
- Das Deadpool Gefängnis-Experiment (11:28 Min.)
- Das wichtigste X-Force-Mitglied (2:21 Min.)
- Schach mit Omega Red (1:16 Min.)
- Muskulös und sexy (2:12 Min.)
- Deadpools prall gefüllter Sack voller Spaß 2 (Videos - 35:22 Min. / Bildergalerie - 2:23 Min.)

Regie:
David Leitch

Hauptdarsteller:
Ryan Reynolds (Wade Wilson / Deadpool)
Josh Brolin (Cable)
Julian Dennison (Russell Collins / Firefist)
Zazie Beetz (Domino)
Morena Baccarin (Vanessa Carlysle)
Stefan Kapicic / Andre Tricoteux (Colossus)
Brianna Hildebrand (Negasonic Teenage Warhead)
Karan Soni (Dopinder)
Shiori Kutsuna (Yukio)




Inhalt

Zur Vorgeschichte siehe Deadpool.

Wade Wilson alias Deadpool bekämpft das organisierte Verbrechen in aller Welt. Er knöpft sich nur die schlimmsten Gangster und solche Typen vor, an denen sich Superhelden wie zum Beispiel die X-Men nicht die Hände schmutzig machen wollen. Im Gegensatz zu Professor Xaviers Truppe sorgt Deadpool allerdings nicht dafür, dass die Schurken hinter Gitter wandern. Stattdessen tötet er sie alle. In einem speziellen Fall gelingt ihm das nicht, weil sich die Zielperson in einen Panikraum flüchtet. Der Typ dringt wenig später zusammen mit anderen Gangstern in Deadpools Wohnung ein, als der gerade mit seiner Freundin Vanessa über die Familienplanung spricht. Bei dem Überfall wird Vanessa getötet. Deadpool versinkt in Trauer und Selbstmitleid. Alles was ihm zur Erinnerung an seine große Liebe bleibt, ist eine Skee-Ball-Münze aus massivem Blei, die er Vanessa zum Jahrestag schenken wollte. Deadpool gibt sich die Schuld an Vanessas Tod und versucht Selbstmord zu begehen, indem er sich selbst in Fetzen sprengt. Doch die Superkraft ist stärker; sein Körper (die Einzelteile werden von Colossus ins X-Mansion gebracht) regeneriert sich vollständig. Deadpool hat so etwas wie eine Nahtoderfahrung. Im Jenseits begegnet er Vanessa, die erklärt, sein Herz sei nicht am richtigen Ort.

Wieder einmal startet Colossus einen Rekrutierungsversuch. Aus Deadpool soll ein echter Superheld werden, der sich an die Regeln hält und niemanden tötet. Sein erster Einsatz als X-Men-Azubi besteht darin, den jungen Mutanten Russell Collins unschädlich zu machen. Der Teenager nennt sich selbst "Firefist", denn er kann Flammen erzeugen und Feuerbälle verschießen. Wie zahlreiche andere junge Mutanten ist Russell in einem Heim gelandet, dessen Leiter von dem Wahn besessen ist, die Kinder "umerziehen" zu müssen. Durch Folter sollen die Mutanten dazu gebracht werden, auf den Einsatz ihrer Fähigkeiten zu verzichten. Russell ist ausgebrochen und läuft jetzt Amok. Deadpool knockt ihn aus. Als ihm klar wird, was in dem Heim vorgeht, erschießt er einen Wärter. Jetzt hat Colossus genug. Deadpool wird wie ein Verbrecher behandelt und ins Hochsicherheitsgefängnis "Eisbox" gebracht. Er wird zusammen mit Russell in eine Zelle gesteckt. Alle Insassen tragen Halsbänder zur Unterdrückung der Mutantenkräfte. Somit setzt Deadpools permanente Selbstheilung aus und der Krebs beginnt sich rasant auszubreiten. Russell versucht sich mit Deadpool anzufreunden. Deadpool weist den Jungen zurück, woraufhin sich dieser später einen anderen, größeren Freund sucht, nämlich den ebenfalls in der Eisbox einsitzenden Giganten Juggernaut.

Einige Jahrzehnte in der Zukunft: Nach seinem ersten Mord hat Firefist Gefallen an Gewalttaten gefunden und ist zu einem Schwerverbrecher geworden. Cable, ein zur Hälfte aus Roboterteilen bestehender Supersoldat, versucht vergeblich, Firefist unschädlich zu machen. Der Mutant tötet Cables Frau und Tochter. Um das ungeschehen zu machen, reist Cable in die Vergangenheit. Er will Firefist ermorden, solange der noch jung und somit weniger gefährlich ist. Cable dringt in die Eisbox ein und verursacht totales Chaos, erreicht sein Zeil aber nicht, weil sich Deadpool ihm entgegenstellt. Im Handgemenge verliert Deadpool die Skee-Ball-Münze an Cable. Außerdem wird Deadpools Halsband zerstört. Er überlebt daher nicht nur Cables Attacken, sondern auch den Sturz von dem Berg, in dessen Innerem das Gefängnis eingerichtet wurde, wenn auch nur knapp. In einer weiteren Nahtoderfahrung mit Vanessa gewinnt Deadpool die Erkenntnis, dass er Russell retten muss, um sich selbst zu retten. Deadpool erfährt, dass die Insassen der Eisbox demnächst verlegt werden sollen. Er stellt ein Team - die X-Force - zusammen, um Russell zu befreien. Dummerweise kommen schon auf dem Weg zum Gefangenentransporter alle Teammitglieder außer Deadpool und Domino (die Superkraft der jungen Frau besteht darin, dass sie immer Glück hat) ums Leben. Deadpool, Domino und Cable treffen beim Konvoi aufeinander. Der Kampf wird dadurch unterbrochen, dass Russell Juggernaut befreit. Letzterer reißt Deadpool in zwei Hälften und verschwindet mit Russell.

Cable verbündet sich mit Deadpool und erklärt, dass der Moment, in dem Russell endgültig zum Verbrecher wird, kurz bevorsteht. Russell wird den Heimleiter ermorden und danach wird es für ihn kein Zurück mehr geben. Sobald Deadpools untere Körperhälfte nachgewachsen ist, macht er sich mit Cable und Domino auf den Weg zum Heim. Cable billigt Deadpool einen Versuch zu, Russell auf den rechten Weg zurückzuführen. Im Kampf gegen Juggernaut droht das Trio zu unterliegen. Da greifen Colossus, Negasonic Teenage Warhead und deren Freundin Yukio ein. Juggernaut wird außer Gefecht gesetzt. Deadpool redet Russell ins Gewissen, doch der meint, er könne Deadpool nicht vertrauen. Cable feuert seine letzte Kugel auf Russell ab. Deadpool, der sich zuvor ein Mutantenkräfteunterdrückungshalsband umgelegt hat, wirft sich in die Flugbahn des Geschosses und wird tödlich getroffen. Russell erkennt, dass Deadpool sich für ihn geopfert hat, erfährt einen Sinneswandel und verschont den Heimleiter. Cables Familie ist gerettet. Cable könnte sich nun in seine eigene Zeit versetzen, doch er nutzt die letzte Ladung der Mini-Zeitmaschine, um zum Zeitpunkt kurz nach der Ankunft beim Heim zu reisen und die Skee-Ball-Münze in Deadpools Kamfpanzug zu stecken - an genau die Stelle, die er später trifft. Somit darf Deadpool nicht bei Vanessa im Jenseits bleiben, sondern muss weiterleben. An Russells Läuterung ändert sich dadurch nichts. Deadpools Freund, der Taxifahrer Dopinder, führt den Heimleiter der gerechten Strafe zu, indem er ihn überfährt.

Cable bleibt in Deadpools Zeit, um zu verhindern, dass die Menschheit den Planeten so zugrunde richtet, wie er es erlebt hat. Er ahnt nicht, dass er durchaus zu seiner Familie zurückkehren könnte, weil Yukio und NTW die Zeitmaschine repariert haben. Sie überlassen sie Deadpool. Yukio fragt sich, ob das eine gute Idee war ...


Kringels Meinung

... diese Frage ist berechtigt, wie wir in mehreren Szenen während des Abspanns erfahren. Natürlich reist Deadpool zuallererst zu einem Zeitpunkt kurz vor Vanessas Tod zurück, um zu verhindern, dass es überhaupt dazu kommt. Nachdem er seine Liebste gerettet hat, macht sich Deadpool daran, die Zeitlinien zu "korrigieren". So macht er Waffe XI unschädlich, sein Alter Ego aus dem Film X-Men Origins: Wolverine, und tötet Ryan Reynolds, bevor dieser den Fehler machen kann, die Hauptrolle in Green Lantern zu übernehmen. Deadpool reist also nicht nur durch die Zeit, sondern sogar durch die fiktiven Universen, denn Green Lantern ist ja keine Figur aus dem Marvel-Universum. Ach ja, und den Tod des Oliba-Trägers Peter aus dem X-Force-Team verhindert Deadpool auch. Gut so, schließlich muss Peter noch die Katze füttern. Im knapp 15 Minuten längeren Super-Duper-Cut reist Deadpool zu guter Letzt ins Jahr 1889. Dort steht er am Kinderbettchen eines gewissen A. Hitler, bringt es aber nicht über sich, das niedliche Baby zu töten. Das muss dann wohl Cable übernehmen. Der hat schließlich kein Problem damit, Kinder zu beseitigen, bevor sie lästig werden können.

Gags dieser Art sind es, die mir in den Deadpool-Filmen am besten gefallen. In dieselbe Kategorie fällt eine Szene, in der sich Deadpool im X-Mansion darüber aufregt, dass er dort immer nur Colossus und NTW (OK, plus Yukio) zu sehen bekommt, aber nie einen der "richtigen" X-Men. Ob das Budget nicht ausgereicht hat, will er wissen. Nur der Zuschauer sieht, dass Deadpool mit dem Rücken zu einem Raum steht, in dem genau diese Leute versammelt sind, also die Originalschauspieler aus dem X-Men-Reboot! Ganz leise machen sie die Tür zu ... Es gibt noch weitere herrliche Cameo-Auftritte. Matt Damon, mit Bart, Gesichtsteilen und Schmerbauch kaum zu erkennen, referiert über die Vorzüge feuchten Toilettenpapiers. Brad Pitt alias Vanisher ist die meiste Zeit unsichtbar. Er wird erst sichtbar, als er sein unrühmliches Ende in einer Starkstromleitung findet! Dann ist da natürlich noch Domino, meine neue Lieblingsheldin. Einfach köstlich, was man sich für die Verdeutlichung der Funktionsweise ihrer Superkraft hat einfallen lassen. Sie hat wirklich immer Glück! Egal ob jemand versucht, sie zu erschießen (dann hat die Waffe Ladehemmung), ob sie von irgendwo runterfällt (dann steht da etwas, das ihren Sturz sanft bremst) oder ob sie mit einem halben Dutzend bösen Buben in den Clinch geht (dann stolpern die ständig über irgendwas, werden von umfallendem Mobiliar erschlagen usw.) - Fortuna ist stets auf Dominos Seite. Dabei hätte sie so viel Glück gar nicht nötig, denn sie teilt sehr ordenlich aus. Ha! Ich habe soeben erkannt, dass ich auch eine Superkraft besitze. Leider ist sie das genaue Gegenteil von Dominos Fähigkeit. Cable darf nicht unerwähnt bleiben, denn er ist eine richtig coole Socke und auf seine Art ebenfalls urkomisch.

"Deadpool 2" enthält neben der nach Teil 1 zu erwartenden äußerst blutigen Action wiederum sehr viel Humor, der die gesamte Bandbreite von präpubertären Fäkalzoten und plumpen Genitalwitzen bis hin zu Selbstironie, Anspielungen für Nerds und purem Zynismus abdeckt, so dass für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte. Wie üblich durchbricht Deadpool, dessen Mundwerk einfach nie stillsteht, ständig die so genannte vierte Wand, blickt in die Kamera und wendet sich direkt ans Publikum. Allerdings muss ich einräumen, dass sich manches doch ein wenig abgenutzt hat, das heißt, es wird im Grunde nochmal dasselbe geboten wie im ersten Deadpool-Film und der Reiz des neuartig-unerwarteten ist nicht mehr vorhanden. Die größtenteils sehr guten Spezialeffekte reißen's wieder raus; man merkt deutlich, dass ein wesentlich höheres Budget zur Verfügung gestanden hat als bei Deadpools Originstory. Nur Juggernaut hat mich nicht hundertprozentig überzeugt. Deadpool kündigt ja höchstpersönlich einen "CGI-Kampf" an, als es zum Clash zwischen Juggernaut und Colossus kommt. Genau das wird dann auch erkennbar geboten. Ich würde "Deadpool 2" im Gegensatz zu Teil 1 übrigens nicht als Superheldenparodie bezeichnen. Zumindest gilt das für die Story, wenn auch nicht für die nach wie vor politisch höchst inkorrekte Hauptfigur. Ganz ehrlich? Mich hat das Hin und Her mit dem unsympathischen Balg eigentlich nur genervt. Ich hätte Cable seinen Moment der Rache gegönnt. Trotzdem macht der Film einen Heidenspaß! In einer Featurette sagt jemand ganz richtig, dass "Deadpool 2" albern und respektlos ist - aber mit Herz.


Extras

Das Digipack enthält zwei Blu-rays. Kinoversion und Bonusmaterial befinden sich auf einer Disc, der Super-Duper-Cut auf der zweiten. Abgesehen von der oben erwähnten Abspannszene punktet der Super-Duper-Cut vor allem mit noch mehr exzellenter Action. So sind die Kämpfe in den Auftaktszenen viel länger, außerdem unternimmt Deadpool zwei weitere gescheiterte Selbstmordversuche. Einige Charakterszenen sind ebenfalls dazugekommen. Andere Stellen bieten alternatives Material, d.h. einzelne Szenen der Kinofassung sind im SDC nicht enthalten! Beim Bonusmaterial sind lediglich zwei Deleted Scenes vorhanden, nämlich ein weiterer Selbstmordversuch Deadpools und etwas mehr Dialog in der Hitler-Szene.

Das Bonusmaterial besteht aus vielen teils ziemlich kurzen Einzelfeaturettes, die unterschiedliche Themen behandeln, fast alle gleich aufgebaut sind (Filmausschnitte, Interviews, Hinter-den-Kulissen-Materiall in schneller Folge) und zusammengenommen eine recht umfassende Filmdoku mit abendfüllender Länge ergeben. Redundanzen sind kaum vorhanden. Warum also wurden sie nicht zu einem einzigen Making-of zusammengefasst? Genau wie beim ersten Deadpool-Film ist der ungekünstelte Enthusiasmus des Filmteams und der Schauspieler deutlich erkennbar. Man sieht, mit wie viel Spaß sie bei der Sache waren und wie viel insbesondere von Ryan Reynolds und T.J. Miller (letzterer ist der Darsteller von Deadpools Kumpel Weasel) bei den Dialogen improvisiert wurde. Wer angesichts des Titels der Featurette "Geheimnisse und Easter Eggs" erwartet, auf die unzähligen im Film versteckten Anspielungen usw. hingewiesen zu werden, dürfte enttäuscht sein, denn abgesehen von den Cameo-Auftritten Brad Pitts und Matt Damons wird so gut wie gar nichts verraten.

"Deadpools prall gefüllter Sack voller Spaß 2" enthält hauptsächlich Trailer. Deadpool wäre nicht Deadpool, wenn es sich nur um ganz normale Kinotrailer handeln würde. Solche sind zwar vorhanden, aber selbst bei denen passiert durchaus mal was Unerwartetes, etwa wenn sich Deadpool einmischt, weil die CGI-Effekte noch nicht fertig sind. Der Trailer wird gestoppt und Deadpool stellt die Handlung mit Actionfiguren nach! Mit dabei sind zwei Trailer, die man als eigenständige Kurzfilme bezeichnen kann. In einem versucht Deadpool sich wie Superman in einer Telefonzelle umzuziehen, um einen alten Mann zu Hilfe zu eilen, der gerade überfallen wird. Das dauert natürlich viel zu lang ... In einem anderen tritt Deadpool als Bob Ross auf. Das ist so unfassbar witzig - ich habe Tränen gelacht! Auch noch im Sack sind zwei Musikvideos. Eins mit Celine Dion, bei dem Deadpool auf seine unnachahmliche Art mitwirkt, und "Welcome to the Party" von Diplo, French Montana, Lil Pump und Zhavia Ward. Da hält DP sich raus.


J. Kreis, 09.05.2019




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