Deadheads


Deadheads (USA, 2011)

Blu-ray, Splendid Film
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 95 Min.

Extras
- Trailer

Regie:
Brett Pierce

Hauptdarsteller:
Michael McKiddy (Mike Kellerman)
Ross Kidder (Brent Guthrie)
Thomas Galasso (Thomas Jeremiah)
Harry Burkey (Cliff)
Natalie Victoria (Ellie Masterson)
Markus Taylor (Cheese)
Benjamin Webster (McDinkle)
Greg Dow (Gillman)
Leonard Kelly-Young (Charles Masterson)




Inhalt

Im Jahre 2006 wird Michael McKiddy erschossen. Sein Mörder ist Charles Masterson, der Vater von Mikes Freundin Ellie. Mike wollte Ellie einen Heiratsantrag machen und hat zu diesem Zweck einen Ring gekauft. Masterson hätte sich die Mühe sparen können, denn Ellie wollte sowieso Schluss machen und hat Mike einen Abschiedsbrief geschickt. Mikes Leiche wird für ein geheimes militärisches Experiment benutzt.

Drei Jahre später, am 10. August 2009, kommt Mike in einem mobilen Labor mitten im Wald irgendwo in Colorado zu sich. Er hat Einschusslöcher in der Stirn und sieht auch sonst reichlich derangiert aus. Überall torkeln kaum noch menschlich wirkende Kreaturen herum, die über die Lebenden herfallen, um sie zu zerfleischen. Eines dieser Wesen ist Brent Guthrie, dessen Todesursache "autoerotische Asphyxie" lautet - er hatte also wenigstens Spaß beim Sterben. Im Gegensatz zu den anderen Untoten kann Brent reden und benimmt sich wie ein ganz normaler Mensch. Er macht Mike klar, dass auch er ein Zombie ist. Die beiden freunden sich an und beschließen, ungeachtet ihres nicht sehr ansehnlichen Äußeren nach Michigan zu fahren und Ellie zu suchen, damit Mike den Ring doch noch an die Frau bringen kann. Unterwegs sammeln sie den Zombie Cheese auf (benannt nach dem Geruch, den er verströmt) und begegnen dem Vietnam-Veteranen Cliff, der sie in seinem Auto mitnimmt. Cliff ist ebenfalls unterwegs nach Michigan. Dort will er die Asche seiner Frau verstreuen. Diese Aufgabe muss schließlich Mike übernehmen, denn Cliff stirbt am Ufer des großen Sees.

Die Zombiejäger sind den ungleichen Gefährten bereits auf den Fersen. Das Experiment war zwar erfolgreich - injiziert man den Untoten ein bestimmtes Serum, dann behalten sie ihr menschliches Bewusstsein - aber es war nicht vorgesehen, dass sich die Zombies vom Ort des Geschehens entfernen. Masterson und seine Leute versuchen die Sache einzudämmen. Die Söldner McDinkle und Gillman sowie der Sträfling Thomas Jeremiah, dem man für seine Dienste die Freiheit versprochen hat, jagen Mike und seinen Freunden nach. Den lebenden Toten gelingt aber immer wieder die Flucht. Mike spricht Ellie bei einem Klassentreffen seines Highschool-Jahrgangs an, aber aus Angst vor einer Abfuhr trägt er ein Kostüm mit Maske, so dass sie ihn nicht erkennt. Draußen werden Mike und Brent gefangen genommen. Cheese wird erschossen. Da sich Masterson keine Mitwisser leisten kann, soll Jeremiah am nächsten Tag beseitigt werden. Er riecht den Braten und verhilft den Gefangenen zur Flucht. Schließlich klingeln Mike und Brent an Ellies Tür, hinter ihnen fährt Mastersons Streitmacht auf. Ellie bleibt angesichts der drastischen Veränderung in Mikes Erscheinungsbild gelassen. Mike gesteht ihr alles und erfährt, dass Ellie ihn nicht wirklich verlassen wollte. Nachdem der Ring überreicht wurde, sinkt Ellie unter dem Applaus der Zombiejäger in Mikes verwesende Arme. Brent soll Trauzeuge sein.

Kommentar

Ich glaube, ich habe jetzt erst mal genug von Zombie-Komödien. Es gibt zwar einzelne wirklich gute, zum Beispiel Shaun of the Dead und Zombieland, andere sind aber bestenfalls mäßig witzig wie Wasting away, Dead and Breakfast und Boy eats Girl. Zu letzteren gehört leider auch "Deadheads". Das liegt vor allem am schrecklichen Overacting fast aller Schauspieler, an der grauenhaften deutschen Synchronisation und nicht zuletzt an der betont "lustigen" Musik, die praktisch über den gesamten Film gebuttert wurde und jede auch nur ansatzweise gute Szene zerstört. Manche Gags zünden, die meisten nicht. Es wird nicht vor Witzen unterhalb der Gürtellinie zurückgeschreckt (abfaulender Penis usw.), manche Szenen sind viel zu sehr in die Länge gezogen wie Mikes Begegnung mit Ellie während des Klassentreffens, und nachdenkliche oder traurige Momente wie Cliffs Tod wirken eigentlich nur störend, passen jedenfalls nicht in das grob zusammengezimmerte Komödien-Konzept.

Die Spezialeffekte decken das ganze Spektrum von "sehenswert" bis "erbärmlich" ab. Die meisten Zombies sehen mit ihren unterschiedlichen Verwesungs- und Zerlegungsstadien richtig schön eklig und überzeugend aus. Es wird nicht mit abgetrennten Gliedmaßen, abgeschlagenen Köpfen, spritzendem Blut, Fressszenen und Eingeweiden gegeizt (ein Darm wird als Seil benutzt - hat da jemand bei Machete geklaut?), so dass ich mich über die FSK-16-Einstufung wieder mal nur wundern kann. Diese Effekte sind gut gelungen. Aber immer wieder wird mit abgerissenen Armen und dergleichen herumgefuchtelt, die so eindeutig nach wabbeligem Gummi aussehen, dass jegliche Glaubwürdigkeit verloren geht.

Wieder einmal kann man sehen, dass eine an sich nicht schlechte Grundidee kein Garant für einen guten Film ist. Zombies, die abgesehen vom ramponierten Äußeren im Grunde ganz normale Menschen sind und sich mit den Tücken ihrer untoten Existenz (incl. Beziehungskrise) sowie mit Zombiejägern herumschlagen müssen - klingt witzig, reicht im Fall von "Deadheads" aber nicht, um den ganzen Film zu tragen. Wären da nicht die zumeist recht gut gelungenen Splatter-Szenen, müsste man "Deadheads" als Totalverlust verbuchen. Die im Abspann gezeigten schiefgegangenen Szenen sind witziger als der gesamte Film.

J. Kreis, 25.11.2012




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