Dead and Breakfast


Dead & Breakfast (USA, 2004)

DVD Regionalcode 2, Koch Media
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 85 Minuten

Extras
- Audiokommentar
- Vorwort des Regisseurs (3:41 Min.)
- "Behind the Screams - The Making of Dead and Breakfast" (17:00 Min.)
- Deleted Scenes (6:57 Min.)
- Storyboard (6:15 Min.)
- Alternativer Abspann (2:58 Min.)
- Outtakes (3:06 Min.)
- Zusätzliche Songs (0:47 Min.)

Regie:
Matthew Leutwyler

Hauptdarsteller:
Ever Carradine (Sara)
Gina Philips (Melody)
Oz Perkins (Johnny)
Erik Palladino (David)
Bianca Lawson (Kate)
Jeffrey Dean Morgan (Sheriff)
David Carradine (Robert Wise)
Brent David Fraser (Landstreicher)
Miranda Bailey (Lisa Belmont)
Jeremy Sisto (Christian)




Inhalt:

Sechs junge Leute sind per Wohnmobil unterwegs nach Galveston zur Hochzeit einer Freundin. Sie verfahren sich und müssen in Lovelock übernachten, einem kleinen Provinznest in Texas. Sie kommen im Bed & Breakfast - Hotel eines gewissen Mr. Wise unter. Am nächsten Morgen finden sie den Hotelkoch mit durchschnittener Kehle vor, gleichzeitig stirbt Mr. Wise an einem Herzinfarkt. Der Sheriff nimmt den Schlüssel des Wohnmobils an sich, denn die jungen Leute sind wichtige Zeugen (wenn nicht gar Tatverdächtige) und dürfen Lovelock nicht verlassen. Es gibt noch einen weiteren Verdächtigen: Einen mysteriösen Landstreicher, der am Tatort gesehen worden ist. Dieser wird hinter Schloss und Riegel gesperrt. Da sie sonst nichts zu tun haben, sehen sich die jungen Leute in dem Kaff um. Nur Johnny bleibt im Hotel zurück. Melody, Kate und David besuchen eine Feier in einer Scheune. Sara und Christian erfahren von der Stadtarchivarin Lisa Belmont, dass Mr. Wise vor einiger Zeit das Grab seines zusammen mit der Mutter bei einem Unfall ums Leben gekommenen neugeborenen Sohnes geschändet hat, um mit Hilfe eines buddhistischen Mönchs ein unheimliches Ritual zu zelebrieren. Ein geheimnisvolles versiegeltes Kästchen, das Mr. Wise als Glücksbringer aufbewahrt, muss etwas mit diesem Ritual zu tun haben.

Tatsächlich ist in diesem Kästchen, dem "Kuman Thong", ein Geist eingeschlossen, der durch das Ritual heraufbeschworen worden ist und Mr. Wise dienen sollte. Da der Geist nicht richtig versorgt wurde, ist er bösartig geworden. Mr. Wise hat den Koch vermutlich selbst getötet, weil dieser zu neugierig geworden ist. Als Johnny das Kästchen versehentlich öffnet, ergreift der Geist Besitz von ihm und verwandelt ihn in ein quasi-untotes Wesen, das mehrere Menschen ermordet. Der besessene Johnny muss nur etwas Blut oder Körperteile seiner Opfer in das Kuman Thong stecken, um weitere "Zombies" zu erschaffen. Diese fallen über die Feiernden in der Scheune her. Als Sara und Christian mit dem Sheriff dort eintreffen, wird Christian getötet. Die anderen fliehen und verschanzen sich zusammen mit dem Sheriff und dem Landstreicher im Hotel. Letzterer ist nicht zufällig vor Ort. Er weiß, was es mit dem Kuman Thong auf sich hat und wie man den bösen Geist vernichten kann. Man muss den Beschwörer (Mr. Wise) exhumieren und dasselbe Ritual vollziehen, mit dem der Geist erschaffen wurde. Aus den Knochen des Beschwörers kann man danach wirksame Waffen schnitzen.

Melody, der Sheriff und der Landstreicher schleichen sich zum Friedhof, während sich Sara, David und Kate der Zombies erwehren, die durch das Gemetzel auf dem Tanzboden entstanden sind und nun das Hotel belagern. David wird ebenfalls in einen Zombie verwandelt und tötet Kate. Somit steht Sara allein gegen die Horden blutrünstiger Bestien. Mit der unerwarteten Hilfe der Stadtarchivarin gelingt es Melody und dem Landstreicher, nach vollzogenem Ritual zum Hotel zurückzukehren. Der Sheriff bleibt auf der Strecke. Sara hat inzwischen die meisten Zombies mit improvisierten Waffen endgültig ins Jenseits geschickt, aber Johnny ist immer noch vom bösen Geist besessen. Würde er getötet werden, dann würde sich der Geist nur ein neues Opfer suchen. Schließlich gelingt es Melody, Johnny mit einem der geweihten Knochen zu durchbohren. Damit wird der Geist vernichtet. Sara, Melody und der Landstreicher verlassen Lovelock, nachdem sie das Kuman Thong den Flammen übergeben haben.

Der Film:

Shaun of the Dead, Zombieland, Wasting away, Küss mich, Zombie, Boy eats Girl, "Dead and Breakfast" - das ist ja eine richtige Zombiekomödien-Schwemme!

"Dead and Breakfast" liegt, was die Komik angeht, irgendwo zwischen "Shaun of the Dead" und "Boy eats Girl". Einzelne alberne Gags zünden nicht wirklich (etwa wenn David über Johnnys Schuhe pinkelt), außerdem wird in diesem Film ein uralter Fehler gemacht: Manche Szenen werden mit "lustiger" Musik unterlegt, damit der Zuschauer auch ja merkt, dass er es mit einer Komödie zu tun hat. Es gibt aber einige Elemente, die zumindest bizarr genug sind, um für Erheiterung zu sorgen: Zombie-Johnny verwendet Christians abgetrennten Kopf wie ein Bauchredner als Handpuppe, Sara bastelt improvisierte Schrotflinten zusammen, und die Archivarin (meine heimliche Heldin) mag nicht ganz richtig im Kopf sein, nimmt ihren Job aber sehr ernst - so ernst, dass sie ein ganzes Waffenarsenal auffährt, um die Akten gegen die Zombie-Horden zu verteidigen. Der Gipfel der Skurrilität ist erreicht, wenn der in einen Zombie verwandelte Countrysänger "Randall Keith Randall" und seine Band einen Hillbilly-Rap anstimmen, zu dem die Untoten das Tanzbein schwingen. Eine Hommage an Michael Jacksons "Thriller"-Video? Vor und nach seiner Verwandlung tritt Randall übrigens immer wieder mal auf, um mit einem Song von einer Szene zur nächsten überzuleiten und das Geschehen zu kommentieren. Dazu dann noch diverse übersteigerte Klischees, Anspielungen und Zitate sowie viel recht blutiger Splatter-Slapstick nach dem Vorbild von Braindead - da bleibt kein Auge trocken.

Die Besessenen sind eigentlich keine Zombies, jedenfalls verhalten sie sich untypisch. Sie sprechen, singen und tanzen, reißen Witze, empfinden Schmerzen und machen sich über die Lebenden lustig. Aber sie überstehen selbst schwerste Verletzungen und können nur auf die übliche Weise vernichtet werden: Rübe ab oder Kugel in den Kopf. Trotz FSK-16-Freigabe werden daher einige drastische Gewaltdarstellungen geboten. Schädel und andere Körperteile werden zerschossen oder durchbohrt, natürlich kommt auch die unvermeidliche Kettensäge zum Einsatz. Das Blut fließt in Strömen und die Leichen stapeln sich nur so. Das Ganze ist aber derart übertrieben, dass man nichts ernst nehmen kann. Lobenswert: Anstelle von CGI kommen nur "klassische" Tricks und maskenbildnerische Effekte zum Einsatz. Man sieht zwar manchmal recht deutlich, dass da mit Puppen usw. hantiert wird, insgesamt erfüllen die Effekte aber durchaus ihren Zweck. Das Over-Acting mancher Schauspieler nervt manchmal ein bisschen und die Story ist nicht der Rede wert. Insgesamt kann man mit dem Film aber zufrieden sein - sofern man sich für die englische Tonspur entscheidet. Die müde, amateurhaft wirkende deutsche Synchronisation raubt dem Film nämlich jeglichen Wortwitz und einen großen Teil der Atmosphäre.

DVD-Features:

Die DVD hat zwar eine eher mäßige, in dunklen Szenen sogar schlechte Bildqualität, ist aber vergleichsweise üppig mit Bonusmaterial ausgestattet. So kann man sich den Hauptfilm wahlweise mit Audiokommentar von Regisseur und Schauspielern sowie mit einer Einleitung des Regisseurs und zweier Schauspieler anschauen. Der Regisseur erzählt, dass der Film in Deutschland seine Europa-Premiere hatte. Zach Selwyn alias "Randall Keith Randall" gibt sogar einen Deutschland-Song zum Besten. Im von Ric Barbera kommentierten "Making of" kann man u.a. sehen, wie die Masken entstehen. Angeblich wurden 72 Liter Kunstblut verbraucht! Außerdem sind Aufnahmen von der Weltpremiere enthalten und man erfährt, dass Miranda Bailey alias "Lisa Belmont" ausführende Produzentin des Films war. Auch einige andere Mitglieder des Produktionsteams haben Rollen als Zombies im Film.

Die sieben nicht verwendeten Szenen sind eigentlich nur Erweiterungen bereits vorhandener Szenen. Ein bisschen mehr Dialog, eine Szene mit etwas mehr Gewalt und eine ohne Ton. Hinzu kommen ein alternativer Abspann, in dem die Hauptfiguren nochmal durch Filmausschnitte präsentiert werden, sowie zwei nicht verwendete kurze Songs von "Randall Keith Randall". Die Outtakes (schiefgegangene Szenen) sind nur mäßig lustig. Dazu kommt noch eine Gegenüberstellung von Storyboards und Filmszenen. Außerdem befindet sich in der DVD-Hülle ein Poster mit einem anderen Covermotiv.

Screenshots


Dead and Breakfast

Dinge, die man für einen Horrorfilm braucht:
Genug Frischfleisch...
Check!


Dead and Breakfast

Ein ominöses altes Haus...
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Dead and Breakfast

Einen gruseligen Herbergsvater...
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Dead and Breakfast

Geheimnisvolle fernöstliche Artefakte...
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Dead and Breakfast

Degenerierte Hinterwäldler...
Check!


Dead and Breakfast

Einen wahnsinnigen Killer...
Check!


Dead and Breakfast

Einen planlosen Sheriff...
Check!


Dead and Breakfast

Ausreichend Feuerkraft...
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Dead and Breakfast

Kreischende Chicks und Kettensägen...
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Dead and Breakfast

Untote, Blut und abgetrennte Köpfe...
Check!
OK, alles vorhanden! Weitermachen!


J. Kreis, 19.10.2011




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