Dark Shadows


Dark Shadows (USA, 2012)

Blu-ray, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 113 Minuten

Extras:
- Film mit Fokuspunkten
- Fokuspunkte (36:54 Min.)
- Nicht verwendete Szenen (5:39 Min.)

Regie:
Tim Burton

Hauptdarsteller:
Johnny Depp (Barnabas Collins)
Eva Green (Angelique Bouchard)
Bella Heathcote (Josette DuPres / Maggie Evans / Victoria Winters)
Michelle Pfeiffer (Elizabeth Collins Stoddard)
Chloe Moretz (Carolyn Stoddard)
Helena Bonham Carter (Dr. Julia Hoffman)
Jonny Lee Miller (Roger Collins)
Gulliver McGrath (David Collins)




Story

Die reiche Familie Collins aus Liverpool reist im Jahre 1760 in die Neue Welt. Ein florierendes Fischereiunternehmen wird gegründet, das bald zum Zentrum der neu entstehenden Stadt Collinsport wird. Die Familie residiert in Collinwood, einem Anwesen von den Ausmaßen eines Schlosses hoch über der Stadt. Barnabas Collins, Sohn der Stadtgründer, hat ein Verhältnis mit der Bediensteten Angelique Bouchard, das er jedoch beendet, da er nicht sie liebt, sondern Josette DuPres. Die verschmähte Frau sinnt auf Rache und setzt ihre Hexenkünste ein, um die gesamte Familie mit einem Fluch zu belegen. Barnabas' Eltern werden von einem herabstürzenden Wasserspeier erschlagen. Josette stürzt sich unter Angeliques Einfluss von einer Klippe. Barnabas springt hinterher. Im Gegensatz zu Josette stirbt er nicht, sondern verwandelt sich in einen Vampir, so dass er gemäß Angeliques Willen ewig mit der Erinnerung an seine verlorene Liebe leben muss - und zwar in absoluter Isolation und Finsternis: Die von Angelique aufgehetzten Stadtbewohner begraben Barnabas in einem mit Ketten gesicherten Stahlsarg. In den folgenden knapp zweihundert Jahren geht es mit der Familie Collins bergab. Als Stadtgründer sind sie immer noch angesehen, aber sie verlieren praktisch die gesamte Fischerei-Industrie an das Konkurrenzunternehmen Angel Bay. Dieses wird von niemand anderem als Angelique geleitet, die sich mit Magie ewig jung erhält und in wechselnden Identitäten als ihr eigener Nachkomme auftritt.

Bei Ausschachtungsarbeiten wird der Stahlsarg entdeckt und geöffnet. Der völlig ausgehungerte Barnabas tötet die Arbeiter und trinkt ihr Blut, dann geht er nach Hause. Inzwischen schreibt man das Jahr 1972. Im heruntergekommenen Anwesen leben noch vier Nachfahren der Collins: Familienoberhaupt Elizabeth Collins Stoddard, deren Tochter Carolyn (ein extrem exzentrischer Teenager), Elizabeths nichtsnutziger Bruder Roger und dessen zehnjähriger Sohn David. Seit dem Tod seiner Mutter sieht David deren Geist und wird deshalb von der Psychiaterin Dr. Julia Hoffman behandelt, die ebenfalls im Anwesen wohnt. Barnabas gibt sich nur Elizabeth Collins zu erkennen und verhilft ihr mit einem versteckten Schatz zu neuem Reichtum. Sie willigt ein, als er ankündigt, er gedenke zu bleiben und das Familienunternehmen wieder aufzubauen. Er muss seine vampirische Natur jedoch geheim halten. Als Barnabas Davids Kindermädchen Victoria Winters erblickt, verliebt er sich sofort in sie, denn sie ist Josette wie aus dem Gesicht geschnitten. Erst später erfährt er, dass Victoria in Wahrheit Maggie Evans heißt. Sie ist aus einer Nervenklinik geflohen, in die sie von ihren Eltern abgeschoben wurde, weil sie schon von Kindesbeinen an Josettes Geist sieht. Von diesem Geist wurde sie nach Collinwood geführt.

Das Anwesen wird instand gesetzt. Familie Collins eröffnet eine neue Fischkonservenfabrik. Mit Hypnose bringt Barnabas einige Kapitäne, die bisher für Angel Bay gearbeitet haben, auf seine Seite. All das bleibt Angelique ebenso wenig verborgen wie Barnabas' Gefühle für Victoria. Angelique duldet Konkurrenz weder im Geschäft noch in der Liebe. Sie begehrt Barnabas immer noch, wird aber erneut abgewiesen und beschließt, die Familie Collins einmal mehr zu vernichten. Dr. Hoffman erkennt Barnabas' wahre Natur. Da er sich nichts mehr wünscht, als wieder ein Mensch zu sein, behandelt sie ihn mit Bluttransfusionen. Insgeheim verabreicht sie sich jedoch sein Vampirblut, um selbst unsterblich zu werden. Als Barnabas das herausfindet, saugt er Dr. Hoffman aus und versenkt die Leiche im Meer. Die aufkeimende Beziehung mit Victoria findet ein jähes Ende, als sein finsteres Geheimnis durch einen Zufall enthüllt wird. Wenig später wird Barnabas von Angelique in eine Falle gelockt und landet wieder einmal in einem unzerstörbaren Sarg. Angelique sprengt die Konservenfabrik und stellt Barnabas öffentlich als Mörder bloß. David befreit Barnabas, der gleichzeitig mit der Polizei und dem wütenden Mob in Collinwood eintrifft.

Dort entbrennt der alles entscheidende Kampf zwischen Angelique und Barnabas. Allein ist er ihrer Hexenkraft nicht gewachsen. Er erhält unerwartete Unterstüztung von Carolyn. Das Mädchen ist ein Werwolf! Auch hierfür ist Angelique verantwortlich, wie sie selbst zugibt, ebenso wie für den Mord an Davids Mutter, deren Geist erscheint und Angelique schwer zusetzt. Inzwischen beginnt das in Flammen stehende Anwesen zusammenzubrechen. Als Barnabas behauptet, Angelique könne nicht lieben, reißt sich die Hexe das Herz aus der Brust und bietet es Barnabas an, woraufhin sie stirbt. Victoria stürzt sich in Barnabas' Anwesenheit von derselben Klippe wie Josette, denn sie will nicht an der Seite des unsterblichen Vampirs altern und zwingt ihn, den einzigen denkbaren Ausweg zu wählen. Barnabas springt in die Tiefe und gibt Victoria den Vampirkuss, so dass beide für immer und ewig zusammen sein können. Noch jemand macht dieselbe Verwandlung durch: Dr. Hoffman erwacht unter Wasser als Vampirin.

Kommentar

Man möge mir den müden Witz verzeihen, aber ich kann nicht anders, als diesen Film, insbesondere die Figur des Vampirs Barnabas Collins, als ziemlich blutleer zu bezeichnen. An der Handlung liegt es nicht. Die basiert auf einer US-Fernsehserie der Sechziger- und Siebzigerjahre und ist weder besser noch schlechter als die Story jedes beliebigen anderen Vampirfilms. Gut, es gibt den einen oder anderen sinnlosen Subplot wie die Sache mit Davids Vater, der von Barnabas aus dem Haus geworfen wird. Das führt zu nichts und hätte ebenso gut weggelassen werden können. Die Idee, dass die beiden Unsterblichen zunächst einmal auf dem Gebiet des Kapitalismus gegeneinander antreten, bevor sie mit ihren unterschiedlichen magischen Kräften aufeinander losgehen, sowie die Ausgangssituation (verschmähte Frau rächt sich mit Fluch) sind gar nicht so schlecht. Tatsächlich enthält der Beginn, also der Rückblick auf das Jahr 1760, fast mehr Handlung und Dramatik als der ganze restliche Film.

Zunächst wirkt Vampir-Barnabas durchaus noch gefährlich - vielleicht deshalb, weil man ihn zunächst gar nicht sieht, sondern nur das, was er mit den unglücklichen Bauarbeitern anstellt, die ihn ausgegraben haben. Doch dann degeneriert er zum mehr oder weniger harmlosen Familienmenschen, und jegliche Bedrohlichkeit geht flöten. Es mag ja sein, dass Barnabas als Aristokrat des achtzehnten Jahrhunderts steif und reserviert wirken soll, aber er ist eher eine Witzfigur als ein mit den Segnungen der Moderne überfordertes Relikt aus einer längst vergangenen Epoche. Es wird nicht einmal vor dem uralten Gag zurückgeschreckt, dass Barnabas die Rückwand eines Fernsehers herausreißt, weil er meint, in dem Kasten seien winzige Menschen verborgen. Selten so gelacht. Ohnehin ist nichts davon irgendwie handlungsrelevant. Weder wird näher auf die Tragik der anachronistischen Existenz des Unsterblichen oder auf die Qualen des Vampirdaseins eingegangen, noch glaubt man Barnabas, wenn er immer wieder beteuert, was für ein böses Monstrum er doch sei. Dass er ein paar Hippies tötet, nachdem er sich mit ihnen am Lagerfeuer bei einer guten Tüte über die Macht der Liebe unterhalten hat, ändert daran nichts.

Mit einer oder zwei Ausnahmen bleiben alle anderen Darsteller im übertragenen Sinne genauso blass wie der weiß geschminkte Johnny Depp. Schade eigentlich, denn die Figurenkonstellation klingt durchaus interessant. In der Collins-Familie, die wie eine weichgespülte, harmlose Version der Addams-Family wirkt, kann allenfalls Chloe Moretz als aufsässige Lolita mit ganz besonderen Problemen (die leider erst ganz am Schluss aus dem Hut hervorgezaubert werden) überzeugen. Bleibt noch Eva Green als ebenso laszive wie eiskalte Hexe, die mit ihrem nie bis zu den Augen reichenden Haifischlächeln mehr Bösartigkeit ausstrahlt als Johnny Depp mit Vampirzähnen und bleicher Haut. Sie hat einige sehr starke Szenen, und ihr Tod ist beeindruckend. Am Ende bleibt von ihr nichts übrig als eine zerbröckelnde leere Hülle aus Porzellan.

Vielleicht hätte mir "Dark Shadows" besser gefallen, wenn ich ein Fan der Originalserie wäre. Die kenne ich aber nicht. So kann ich nur sagen, dass die etwas wirre Mixtur aus Komödie, Drama und Gruselfilm für mich einfach nicht funktioniert. Wären da nicht die herrlich fiese Eva Green und das kultige Design der 70er-Jahre, so könnte ich euch keinen Grund nennen, warum ihr euch diesen Film anschauen solltet...

Blu-ray-Features

Spielt man den Film mit Fokuspunkten ab (die Fokuspunkte können beim Bonusmaterial auch gesondert abgespielt werden), erhält man Bild-im-Bild-Informationen zu verschiedenen Aspekten des Produktionsprozesses: Ein paar Interviewschnipsel, etwas Hinter-den-Szenen-Material, das war's. Immerhin kann man sehen, dass die gesamte Stadt Collinsport eigens für den Film gebaut wurde, und dass Collinwood allein für die Szene, in der das Gebäude zerstört wird, als Modell im Maßstab 1:3 errichtet worden ist. Die fünf nicht verwendeten Szenen sind absolut unspektakulär und nicht der Erwähnung wert.


J. Kreis, 16.04.2013




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