Darkman


Darkman (USA, 1990)

Blu-ray, Koch Media
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 95 Minuten

Extras:
- Bildergalerie
- Trailer

Regie:
Sam Raimi

Hauptdarsteller:
Liam Neeson (Peyton Westlake)
Frances McDormand (Julie Hastings)
Colin Friels (Louis Strack jr.)
Larry Drake (Robert G. Durant)




Story

Der Wissenschaftler Peyton Westlake und die Anwältin Julie Hastings sind ein Liebespaar. Westlake hat ein Verfahren zur Herstellung von künstlicher Haut entwickelt. Er benötigt lediglich das Foto eines Gesichts oder eines Körperteils, um eine nach der eingescannten Vorlage gestaltete Hautschicht herzustellen. Damit könnten Verbrennungsopfer behandelt werden, wenn es nicht ein Problem mit der Lebensdauer der Hautzellen gäbe. Sie degenerieren stets nach 99 Minuten, so dass sich die Haut verflüssigt. Julie arbeitet für den mächtigen Bauunternehmer Louis Stack. Sie stößt auf ein Dokument, welches beweist, dass Stack Bestechungsgelder gezahlt hat, um von der Planungsbehörde grünes Licht für sein ehrgeizigstes Projekt zu erhalten. Stack plant den Neubau eines kompletten Stadtteils. Als Julie ihn darauf anspricht, gibt er freimütig alles zu. Das große Ziel, so sagt er, rechtfertigt ein kleines bisschen Korruption. Julie ahnt nicht, dass Stack mit dem Gangsterboss Robert G. Durant zusammenarbeitet. Durant erledigt alle schmutzigen Jobs für Stack und erhält den Auftrag, das Dokument zu beschaffen.

Als es im Labor zu einem Stromausfall kommt, erkennt Westlake den Grund für die Instabilität der Haut: Sie vertragen kein Licht. In der Dunkelheit hat die künstliche Haut dauerhaft Bestand. Westlakes Freude ist nicht von langer Dauer, denn Durant und einige Schläger brechen ins Labor ein. Durant fordert die Herausgabe des Dokuments, von dessen Existenz Westlake bis dahin keine Ahnung hatte. Die Gangster töten Westlakes Assistenten und stoßen den Wissenschaftler in einen Säurebottich. Nachdem sie das Dokument gefunden haben, verschwinden sie - nicht ohne eine Bombe gelegt zu haben. Das Labor explodiert, Julie sieht dies von draußen mit an. Man hält Westlake für tot, doch er hat überlebt. Durch den Explosionsdruck wurde er in einen Fluss geschleudert. Westlake hat schwersten Verbrennungen erlitten. Sein Gesicht ist schrecklich entstellt. Er landet als nicht identifizierter Patient in einer Spezialklinik und wird einer experimentellen Behandlungsmethode unterzogen. Die Nervenverbindungen zu seinem Gehirn werden durchtrennt. So wird verhindert, dass er infolge der unvorstellbaren Schmerzen wahnsinnig wird. Allerdings fühlt er jetzt überhaupt nichts mehr, was einerseits zu starken Stimmungsschwankungen führt, andererseits aber auch zu erhöhter Körperkraft durch vermehrte Adrenalinausschüttung.

Westlake flieht aus dem Krankenhaus. Er versucht sich Julie zu nähern, ist aber noch zu schwach und kann nicht richtig sprechen. Sie erkennt ihn nicht und scheut vor dem grausigen Anblick zurück. Westlake hält sich für ein Monster und zieht sich in eine verlassene Fabrikanlage zurück, deren Stromversorgung noch funktioniert. Dort baut er die Apparatur zur Erschaffung der Kunsthaut neu auf. Anhand von Fotos stellt er neue Gesichtshaut für sich selbst her, so dass er künftig als sein altes Selbst sowie in verschiedenen anderen Identitäten auftreten kann. So gelingt es ihm doch noch, Kontakt mit Julie aufzunehmen. Sie ist überglücklich, versteht aber nicht, warum er sie stets nach gut anderthalb Stunden wieder verlässt, denn Westlake bringt es nicht über sich, ihr die Wahrheit zu sagen. Gleichzeitig startet Westlake einen Rachefeldzug. Er setzt verschiedene Masken ein, um einen von Durants Männern nach dem anderen zu töten. Schließlich schlüpft er sogar in die Identität des Gangsterbosses, steht dann aber dem Original gegenüber. Bei einem Ausflug mit Julie verliert Westlake die Beherrschung, was dazu führt, dass Julie doch noch erkennt, dass ihr Freund sein wahres Aussehen unter einer Maske verbirgt. Außerdem erfährt sie, wo er sich versteckt hält.

Julie sucht Stack auf, der sich nach Westlakes "Tod" an sie herangemacht hat. Sie will die Beziehung beenden. Dabei entdeckt sie das brisante Dokument und begreift, dass Stack hinter allem steckt. Er lässt sie laufen, aber nur, damit sie Durant zu Westlakes Versteck führt. Dort wird sie entführt. Durants Leute attackieren Westlake, doch durch den Einsatz weiterer Masken kann er einige ausschalten. Er verfolgt Durant, der mit einem Helikopter flieht, tötet seinen Intimfeind und nimmt erneut dessen Identität an, um an Stack heranzukommen und Julie zu befreien. Doch Stack durchschaut die Maskerade. Es kommt zum Endkampf auf dem Baugerüst eines Wolkenkratzers. Westlake behält die Oberhand. Er lässt Stack in die Tiefe stürzen und rettet die ebenfalls abstürzende Julie. Sie versichert ihm, dass sie ihn trotz allem liebt und mit ihm zusammenleben möchte. Doch Westlake weiß, dass er nicht in sein altes Leben zurückkehren kann. Durch seine Taten hat er sich zu sehr verändert. Peyton Westlake, der Mann, den Julie geliebt hat, existiert nicht mehr. Sein neuer Name lautet Darkman. Ausgestattet mit neuer Maske verschwindet er in der Anonymität einer Menschenmenge.


Kringels Meinung

Anfang der Neunziger war Sam Raimi bei Horror-Fans wegen der für damalige Verhältnisse sehr splatterigen Tanz der Teufel-Filme bekannt. Der große Erfolg kam erst viel später mit der völlig anders gelagerten Spider-man-Trilogie. Was Inhalt und Stil angeht, liegt "Darkman" irgendwo zwischen diesen beiden Polen. "Darkman" wirkt wie eine Comicverfilmung, ist soweit ich weiß aber keine. Es ist alles da: Eine Origin-Story mit fehlgeschlagenem Experiment, Erlangung von Superkräften zum Preis des Verlusts der Menschlichkeit und so weiter. Allerdings ist Westlake eher ein Antiheld, denn er beschützt nicht etwa die Hilflosen, sondern interessiert sich nur für seinen Rachefeldzug und geht dabei absolut rücksichtslos vor. Horror-Elemente wie Westlakes schreckliche Entstellung sind ebenso vorhanden wie Gewaltszenen, die dem Film seinerzeit eine Indizierung eingebracht haben. Die Listenstreichung und Neuprüfung ist im Jahre 2013 erfolgt. Seitdem ist die ungeschnittene Version des Films mit einer FSK-16-Freigabe erhältlich.

Seltsamerweise funktioniert der Film weit weniger gut als gedacht. Ein brutaler Held, der sich durch seine Peiniger metzelt und verzweifelt versucht, sein verlorenes Leben zurückzuerlangen - das klingt nach Tragik und Düsternis, doch das wird nur selten geboten. Stattdessen bringt Raimi jene teils heillos übertriebene Mischung aus Gewalt und Komik zum Einsatz, die typisch für die "Tanz der Teufel" - Filme ist. Dort hat sie den Horror noch verstärkt, hier stört sie nur. Schlimmer noch: Wenn Liam Neeson Westlakes Stimmungsschwankungen zeigen soll, entsteht manchmal unfreiwillige Komik. Interessanterweise hat Neeson in diesem Film relativ wenig zu tun, an seiner Stelle agieren die Schauspieler jener Figuren, in deren Rollen Westlake schlüpft. Die entsprechenden Szenen wissen zu gefalllen. Anders sieht es mit der Action aus; die ist nicht durchweg gut gelungen. So sind die Szenen, in denen Westlake aus seinem Versteck getrieben wird, nicht dynamisch, sondern einfach nur unübersichtlich. Somit bleibt "Darkman" ein wenig zufriedenstellender Hybrid. Der Film hat durchaus seine Momente, ist aber für Horror-Fans viel zu unspektakulär, vermag als Actionfilm nicht zu überzeugen und versagt als Charakterdrama völlig.


J. Kreis, 13.09.2016




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