Cutie Honey: Tears


Cutie Honey: Tears (Japan, 2016)

Blu-ray, Splendid Film
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 93 Minuten

Extras:
- Trailer

Regie:
Asai Takeshi

Hauptdarsteller:
Mariya Nishiuchi (Hitomi Kisaragi)
Takahiro Miura (Seiji Hayami)
Nicole Ishida (Lady Jiru)
Sousuke Takaoka (Kazuhito Uraki)
Kouichi Iwaki (Dr. Kisaragi)




Story

In Japan nimmt die Überbevölkerung katastrophale Ausmaße an. Zur Linderung des Bevölkerungsdrucks werden immer höhere Wohntürme gebaut. So entsteht eine vertikale Megacity, deren Bevölkerung buchstäblich in eine Ober- und eine Unterschicht aufgeteilt ist. Die Verhältnisse bessern sich nur für die Bewohner der oberen Ebenen. Ihr Wohlstand geht zu Lasten der in den verwahrlosten unteren Ebenen lebenden Menschen, denn dorthin werden alle Schadstoffe abgeleitet. Im unteren Bereich der Stadt ist die Luft derart verpestet, dass man sich nicht ohne Atemmaske aus dem Haus wagen darf. In den Slums ist die Sonne praktisch nie zu sehen, toxischer Regen vergiftet den Boden. Die gesamte Stadt wird von einer Künstlichen Intelligenz kontrolliert, verkörpert durch den weiblichen Androiden Lady Jiru. Sie lenkt alle technischen Abläufe und stellt sicher, dass sich am Status Quo nichts ändert. Hierzu stehen ihr unzählige Überwachungsdrohnen sowie ein Heer von schwer bewaffneten Sodom-Kampfrobotern zur Verfügung.

Der Wissenschaftler Dr. Kisaragi rettet das Leben seiner einem Autounfall zum Opfer gefallenen Tochter Hitomi, indem er einen aus mikroskopisch kleinen Nanomaschinen bestehenden Körper für sie erschafft, in den ein Generator eingebettet ist, der jegliche Materie umwandeln und neue Nanomaschinen erzeugen kann. Somit wird Hitomi praktisch unverwundbar und gewinnt übermenschliche Kräfte. Sie altert nicht, kann jede beliebige Form annehmen und sich selbst nach schwersten Verletzungen innerhalb von Minuten regenerieren. Im Gegensatz zu Jiru ist Hitomi kein seelenloser Roboter, sondern ein fühlendes Wesen. Kisaragi und Hitomi werden von Jiru gejagt und auf der Spitze eines Wolkenkratzers in die Enge getrieben. Kisaragi wird niedergeschossen. Hitomi stürzt in die Tiefe. Sie wird von einem kleinen Jungen namens Seiji Hayami gefunden, den sie gegen angreifende Sodom-Roboter verteidigt.

Zwanzig Jahre später ist Hayami ein erfolgreicher Journalist. Er hat sein ganzes Leben der Suche nach Hitomi gewidmet und veröffentlich nur Artikel über sie. Er sympathisiert mit Untergrundaktivisten, die Jirus Macht brechen wollen. Hitomi lebt bei ihrer Tante und ihrem Onkel. Sie setzt ihre Fähigkeiten ein, um die Slumbewohner gegen Jirus brutale Willkür zu schützen. Für die Armen ist Hitomi eine Superheldin namens Cutie Honey. Auch Jiru sucht nach Hitomi, deren Elementargenerator sie für ihre Zwecke missbrauchen will. Eines Tages gelingt es Hayami tatsächlich, sein Idol aufzuspüren. Unabsichtlich führt er damit Jiru auf Hitomis Spur. Kampfroboter greifen an. Hitomis Verwandte sterben, Hayami wird verwundet. Hitomi wird vorübergehend außer Gefecht gesetzt, doch die Aktivisten deaktivieren die Roboter und bringen Hitomi in ihr Versteck.

Hayami und Kazuhito Uraki, das Oberhaupt der Aktivisten, bitten Hitomi um Hilfe beim Kampf gegen Jiru. Bei der nächsten Party der Oberschicht würden Unmengen von Giftstoffen freigesetzt werden. Unzählige Menschen in den Slums würden sterben. Uraki plant deshalb einen Sprengstoffanschlag. Den Tod von Unschuldigen nimmt er in Kauf. Hayami dagegen möchte lediglich die KI deaktivieren. Es ist ihm bereits gelungen, das Computernetz der Stadt zu hacken und Pläne des Hauptserverraums zu erbeuten. Hitomi zögert, doch als Hayami behauptet, ihr Vater sei wahrscheinlich noch am Leben und halte sich vermutlich in Jirus Zentrale auf, macht sie mit. Während Uraki und zwei weitere Aktivisten die Stromversorgung sabotieren, wobei sie von Sodoms angegriffen werden, infiltriert Hayami den Serverraum. Hitomi sorgt für Ablenkung und stellt sich Jiru. Der Android zeigt ihr, was aus ihrem Vater geworden ist. Von Dr. Kisaragi ist kaum mehr als der Kopf übrig. Jiru benutzt sein Gehirn zur Steuerung der Stadt.

Es kommt zum Kampf zwischen Hitomi und Jiru. Letztere droht die Oberhand zu gewinnen, doch Hayami greift rechtzeitig ein. Hitomi vernichtet Jiru, woraufhin alle Kampfroboter und Drohnen ausfallen. Anschließend versucht Hayami die Giftwolke aufzuhalten, doch dies misslingt. Ein Avatar Kisaragis erscheint und erklärt, dass das Unheil mit den Mitteln der Stadt nicht abgewendet werden kann. Er hat Hitomi jedoch ein Werkzeug an die Hand gegeben, um dies zu erreichen: Den Elementargenerator. Hitomi setzt den Generator ein, um die Giftwolke umzuwandeln. Dabei wird der Generator überlastet. Die Nanomaschinen verlieren den Zusammenhalt, so dass sich Hitomis Körper buchstäblich auflöst. Ihr Opfer war nicht umsonst. Von der Umweltverschmutzung ist nichts mehr zu bemerken. Die Menschen in den Slums können nun erstmals die Sonne sehen. Hayami trauert um Hitomi, in die er sich verliebt hat. Doch der Generator wurde nicht zerstört - und er ist immer noch aktiv ...


Kringels Meinung

Cutie Honey, die Heldin japanischer Mangas und Animeserien, wird in diesem Film nicht zu ersten Mal von einer leibhaftigen Schauspielerin verkörpert. Schon im Jahre 2004 ist eine Verfilmung auf den Markt gekommen, und die mag in vielerlei Hinsicht sehr trashig wirken, hat aber ihren ganz eigenen Charme. Der stets hart am Rande zur Persiflage entlangschrammende Film ist derart ungewöhnlich inszeniert und strotzt so sehr vor verrückten Ideen, dass die abstruse Story, das Over-Acting der Schauspieler und die mit einfachsten Mitteln zusammengezimmerten Spezialeffekte überhaupt nicht stören. Im Gegenteil! Alles passt geradezu perfekt zusammen; das total durchgedrehte, zuckersüße, kunterbunte, leicht schlüpfrige und unübersehbar selbstironische Durcheinander macht einfach einen Heidenspaß.

Leider ist von alldem in "Cutie Honey: Tears" rein gar nichts zu spüren. Bizarre Superschurken mit merkwürdigen Kostümen? Sieg der Heldin durch Liebe und geballte Niedlichkeit? Einfallsreich gestaltete Martial-Arts-Kämpfe, bei denen auch mal ein Streichquartett zum Einsatz kommt und sich der Realfilm in ein Anime verwandelt? Alkoholselige Karaoke-Gesangseinlagen? Seitenhiebe auf die japanische Gesellschaft? Schräger Humor in jeder einzelnen Szene? Fehlanzeige! In diesem Film ist offensichtlich alles bierernst gemeint. Das Pathos ist aber nur peinlich. Wenigstens bessere Spezialeffekte? "Moderner" - ja, "besser" - nein. Abgesehen von der einen oder anderen Totale, in der die Megacity zu sehen ist, ein paar computergenerierten Displays und anderen CGI-Elementen, die durchaus als sehenswert bezeichnet werden können, hat der Film nicht viel mehr zu bieten als Herumgerenne in Umgebungen, die verdächtig nach x-beliebigen Lagerhallen und stillgelegten Fabriken aussehen.

Der ganze Film ist schlicht langweilig. Er wirkt größtenteils billig und ihm fehlt jegliches Alleinstellungsmerkmal. Die Kämpfe sind einfallslos, zu keinem Zeitpunkt kommt auch nur ein Hauch von Atmosphäre auf. Nebenbei bemerkt kann Mariya Nishiuchi ihrer viel schnuckeligeren Kollegin Eriko Sato aus dem oben verlinkten Film nicht das Wasser reichen - weder in den Kampfszenen noch in Sachen Sexappeal. Ihre Rolle ist ja auch ganz anders angelegt. Schade drum!


J. Kreis, 07.08.2017




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