Robinson Crusoe auf dem Mars


Robinson Crusoe auf dem Mars (USA, 1964)
- Robinson Crusoe on Mars -

DVD Regionalcode 2, Schröder Media
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 105 Min.

Extras
- Featurette: "Destination: Mars" (19:32 Min.)
- Musikvideo (4:00 Min.)
- Originaltrailer

Regie:
Byron Haskin

Hauptdarsteller:
Paul Mantee (Christopher Draper)
Victor Lundin (Freitag)
Adam West (Colonel Dan McReady)




Story

Das Raumschiff Mars Gravity Probe 1, bemannt mit Colonel Dan McReady und Commander Christopher Draper sowie dem Äffchen Mona, ist unterwegs zum Mars. In der Umlaufbahn des roten Planeten müssen die Raumfahrer in einen niedrigeren Orbit einschwenken, um einem Planetoiden auszuweichen, der direkt auf das Schiff zurast. Beim Versuch, der Schwerkraft des Mars wieder zu entkommen, wird der gesamte Treibstoff aufgebraucht. Die Männer müssen das Schiff mit Rettungskapseln verlassen. Drapers Elinor M wird nach der Landung durch einen Feuerball irreparabel beschädigt, aber er kann einige Ausrüstungsgegenstände retten. An der Landestelle der anderen Kapsel findet Draper nur Trümmer vor. McReady ist tot. Mona hat den Absturz überlebt. Das Tier wird zu Drapers einzigem Gefährten auf dem Nachbarplaneten der Erde, der noch nie zuvor von Menschen betreten wurde. Das Mutterschiff umkreist den Mars in einem stabilen Orbit, ist für Draper jedoch unerreichbar.

Draper findet Zuflucht in einer Höhle, die er notdürftig einrichtet. Brennbares Gestein wärmt ihn in den kalten Marsnächten. Er wähnt sich dem Tode nah, als sein Luftvorrat zur Neige geht, denn die Marsatmosphäre ist so dünn, dass man ohne zusätzlichen Sauerstoff nur wenige Minuten überleben kann. Es zeigt sich jedoch, dass die Steine beim Verbrennen genug Sauerstoff ausgasen, um das Atmen zu ermöglichen. Mit der geretteten Ausrüstung kann Draper sogar seine Sauerstofftanks neu befüllen. Wasser- und Nahrungsmangel sind die nächsten Probleme. Hier erweist sich Mona als Retterin in der Not, denn sie findet eine Wasserstelle, in der essbare Pflanzen wachsen. Drapers Überleben ist somit gesichert. Er leidet in den folgenden Wochen jedoch immer mehr unter der absoluten Einsamkeit, denn als Gesellschafterin ist Mona ungeeignet.

Eines Tages entdeckt Draper das Skelett eines menschenähnlichen Wesens auf der Marsoberfläche. Der Zustand des Schädels lässt darauf schließen, dass hier ein Mord geschehen ist. Um unbemerkt zu bleiben, löst Draper per Funk die Selbstzerstörung von Mars Gravity Probe 1 aus. Tatsächlich erscheinen wenig später fremde Raumschiffe, die sich besonders für ein nahe gelegenes Tal interessieren. Als sich Draper vorsichtig der Landestelle nähert, wird er von einem Mann über den Haufen gerannt, den er mit in die Höhle nimmt. Es wird klar, dass die Außerirdischen auf dem Mars nach wertvollen Erzen suchen und dabei Arbeitssklaven einsetzen. Der Fremde ist ein solcher Sklave. Er trägt Armbänder, über die er jederzeit geortet und mit Stromschlägen gefügig gemacht werden kann. Er trägt Pillen bei sich, die seinen Körper mit dem nötigen Sauerstoff versorgen. Die außerirdischen Raumschiffe fliegen ab - nicht ohne die Mine zu vernichten und alle nicht mehr benötigten Arbeiter zu töten, wie Draper und der entflohene Sklave später herausfinden.

In Anlehnung an Daniel Defoes bekannten Roman gibt Draper seinem neuen Gefährten, dessen Heimat im Sternbild Orion liegt, den Namen Freitag. Er bringt ihm die englische Sprache bei und freundet sich mit ihm an. Nach einiger Zeit kehren die fremden Raumschiffe zurück. Sie orten Freitags Armbänder und beschießen die Höhle mit Energiestrahlen. Draper und Freitag müssen sich tiefer ins Planeteninnere zurückziehen, wobei sie das Funkgerät mitnehmen. Sie erreichen Kanäle, über die sie bis zur Polarregion vordringen können, wo sie kurz vor dem Verdursten trinkbares Wasser finden. Endlich gelingt es Draper, Freitags Armbänder zu entfernen. Doch jetzt gehen die Sauerstoffpillen zur Neige. Da meldet sich jemand per Funk - ein Rettungsschiff von der Erde ist eingetroffen. Eine Landekapsel wird abgesetzt.


Kommentar

...aber wer sollte die Außerirdischen daran hindern, das Rettungsschiff abzuschießen? Oder ihm zur Erde zu folgen und die Welt mit ihrer überlegenen Waffentechnik zu erobern?

Egal - "Robinson Crusoe auf dem Mars", auch bekannt als "Notlandung im Weltraum", ist eine meiner ganz frühen Science Fiction - Erfahrungen. Ich fand das Improvisationstalent des Mannes auf einem fremden Planeten faszinierend - genau darauf, also auf der einfühlsamen Darstellung des einsamen Raumfahrers, der dem lebensfeindlichen Mars Atemluft, Wasser und Nahrung abringen muss, und nicht auf dem Kampf gegen böse Außerirdische, liegt der Schwerpunkt des Films. Nach und nach findet Draper heraus, wie er trotz aller Widrigkeiten überleben kann. Dabei muss er sich auf sein Improvisationstalent verlassen. Die Menschen besitzen ja offenbar noch keine besonders weit entwickelte Technik, Draper kann also nicht auf futuristische Gimmicks zurückgreifen. Er kann auf dem Mars nicht atmen und muss aus den wenigen ihm zur Verfügung stehenden Ausrüstungsgegenständen z.B. eine Art Alarmanlage konstruieren, durch die er geweckt wird, wenn der Sauerstoff zur Neige geht. Alle Bestandteile der an der Wasserstelle gefundenen Pflanzen werden für verschiedene Zwecke nutzbar gemacht, und selbst aus Abfall (leere Trinkwasserkanister) lassen sich noch nützliche Utensilien basteln. Ganz wie Robinson Crusoe im titelgebenden Roman richtet sich Draper allmählich häuslich ein, die Bedrohung durch die außerirdischen Sklavenhalter sorgt erst im letzten Drittel des Films für zusätzliche Spannung.

Der Film wurde immer mal wieder im Fernsehen gezeigt, allerdings wohl stets nur in einer geschnittenen Fassung. Die DVD-Version ist uncut und somit gut zehn Minuten länger. In den wieder eingefügten Szenen ist noch mehr von Drapers Leben auf dem Mars zu sehen. Er schaut sich einen NASA-Lehrfilm an, in dem ein Professor erläutern soll, wie man auf einem fremden Planeten Wasser findet. Da noch niemand auf einem fremden Planeten war, ist das Video keine große Hilfe für Draper. In der längsten geschnittenen Szene verdirbt sich Draper den Magen und hat einen Fiebertraum, in dem er seinen toten Kameraden sieht. McReady klopft quasi als Zombie an die Höhlentür, tritt ein und sagt kein Wort. Eine ziemlich gruselige, eindringliche Szene, durch die Drapers Verzweiflung angesichts der monatelangen totalen Einsamkeit verdeutlicht wird.

Die Spezialeffekte... Schwamm drüber. Viele Szenen wurden im Death Valley gedreht und wirken deshalb sehr authentisch. Leider ist dann der Gegensatz zu den Studiokulissen, Matte Paintings und Modellen, die ansonsten verwendet wurden, nur umso größer. Da auf Aliens, Lasergewehr-Duelle und ähnlichen Schnickschnack weitgehend verzichtet wurde, fallen die technischen Mängel aber zum Glück nicht so sehr auf. Die Raumschiffe der Außerirdischen erinnern mich übrigens fatal an "Kampf der Welten", einen anderen Film von Byron Haskin. Wurden da evtl. dieselben Modelle verwendet? Wie auch immer. "Robinson Crusoe auf dem Mars" ist ein zwar ruhiger, aber trotzdem fesselnder SF-Film, den man trotz seines Alters immer noch genießen kann.


DVD-Features

Die wieder eingefügten Szenen wurden nachvertont. Man kann im DVD-Menü außerdem die ursprüngliche deutsche Synchronfassung auswählen, dann haben die genannten Szenen englischen Ton. Die englische Originalversion ist natürlich auch vorhanden.

In der englischsprachigen, nicht untertitelten Featurette "Destination Mars" aus dem Jahre 2001 referieren Autoren und Wissenschaftler darüber, dass in "Robinson Crusoe auf dem Mars" Wert auf wissenschaftliche Korrektheit gelegt wurde, natürlich nach dem Kenntnisstand der damaligen Zeit. So sind die Beiboote von Mars Gravity Probe 1 den Gemini-Landekapseln nachempfunden, die damals gerade entwickelt wurden. Es wird ein kurzer Rückblick auf das NASA-Raumfahrtprogramm und auf die verschiedenen Theorien über die Beschaffenheit des Mars gegeben, außerdem wird auf neuere Erkenntnisse eingegangen. Die Raumsonde Mariner 4 ist erst im Jahre 1965 am Mars vorbeigeflogen. Seit dieser Zeit ist bekannt, dass die Marsatmosphäre viel dünner ist, als es im Film dargestellt wird. Es wird außerdem kurz erwähnt, dass im ersten Drehbuchentwurf durchaus fiese Marsmonster vorgesehen waren. Der Regisseur hat das (wohl aus Budgetgründen) verworfen - zum Glück!

Das so genannte Musikvideo ist eine kleine Kuriosität: Victor Lundin (Freitag) singt ein Lied, in dem er die Geschichte eines Mannes erzählt, der seinen Traum verwirklicht und Raumfahrer wird, dann auf dem Mars notlandet, gerettet wird und nach Hause zurückkehrt. Er bettet sozusagen die Story des Films in eine Rahmenhandlung ein. Einige Filmausschnitte wurden so zusammengestellt, dass sie zum Songtext passen.

Screenshots


Robinson Crusoe auf dem Mars

Mars Gravity Probe 1 im Anflug auf den Mars.


Robinson Crusoe auf dem Mars

McReady und Mona.


Robinson Crusoe auf dem Mars

Draper bereitet sich auf das Absetzmanöver vor.


Robinson Crusoe auf dem Mars

Elinor M in Schieflage.


Robinson Crusoe auf dem Mars

Draper hat das Geheimnis der brennenden Steine entdeckt.


Robinson Crusoe auf dem Mars

Mona betätigt sich als Vorkosterin.


Robinson Crusoe auf dem Mars

Draper stellt fest, dass er auf dem Mars doch nicht völlig allein ist.


Robinson Crusoe auf dem Mars

Ein Raumschiff der außerirdischen Sklavenhalter.


Robinson Crusoe auf dem Mars

Draper hat einen neuen Freund gefunden.


Robinson Crusoe auf dem Mars

Draper und Freitag fliehen in die Marskanäle.


Robinson Crusoe auf dem Mars

Die Rettungskapsel landet in der Polarregion.


J. Kreis, 26.03.2013




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