Cowboys and Aliens


Cowboys & Aliens - Extended Director's Cut (USA, 2011)

Blu-ray, Paramount
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 135 Min.

Extras
- Audiokommentar des Regisseurs
- Gespräche mit Jon Favreau (80:10 Min.)
- Der leuchtende Himmel: Making of Cowboys of Aliens (40:18 Min.)

Regie:
Jon Favreau

Hauptdarsteller:
Daniel Craig (Jake Lonergan)
Harrison Ford (Woodrow Dolarhyde)
Olivia Wilde (Ella Swenson)
Keith Carradine (John Taggart)
Clancy Brown (Meacham)
Sam Rockwell (Doc)
Paul Dano (Percy Dolarhyde)




Inhalt

Arizona im Jahre 1873. Ein Mann kommt in der Wildnis zu sich. Er trägt ein klobiges Armband aus Metall, das er nicht abnehmen kann, und hat eine üble Bauchwunde. Er tötet drei zufällig vorbeireitende Kopfgeldjäger, die ihn ermorden wollen. Er reitet in die Kleinstadt Absolution, wo seine Wunde von Pater Meacham versorgt wird. Der Mann kann sprechen und ist geübt im Umgang mit Waffen. Ansonsten kann er sich an absolut nichts erinnern, auch nicht daran, dass er ein berüchtigter Bandit namens Jake Lonergan ist, dessen Steckbrief im Büro von Sheriff Taggart hängt. Die jüngste Tat seiner Bande war ein Überfall auf einen Goldtransport des in Absolution ansässigen und gefürchteten reichen Viehzüchters Woodrow Dolarhyde. Lonergan wird von der jungen Ella Swenson angesprochen. Sie scheint ihn zu kennen, gibt sich aber geheimnisvoll. Lonergan erteilt Dolarhydes Sohn Percy eine schmerzhafte Lektion, als dieser den Arzt und Saloonbesitzer Doc schikaniert. Percy schießt wild um sich und trifft einen Deputy. Er wird festgenommen. Auch Lonergan wird verhaftet. Beide sollen nach Santa Fe gebracht und dem Richter vorgeführt werden.

Da hat Dolarhyde ein Wörtchen mitzureden. Er ist ohnehin in schlechter Stimmung, denn einige seiner Rinder wurden bei einer unerklärlichen Explosion getötet und zwei Cowboys sind verschwunden. Dolarhyde verlangt die Freigabe seines Sohnes, auch Lonergan soll ihm überstellt werden. Die sich anbahnende Auseinandersetzung zwischen Dolarhydes Leuten und den Ordnungshütern wird jäh unterbrochen. Bizarre Fluggeräte erscheinen, schießen einige Gebäude zusammen und entführen zahlreiche Einwohner. Dazu gehören der Sheriff und Percy Dolarhyde. Lonergans Armband reagiert auf die Ankunft der Flugobjekte, indem es sich aktiviert - es ist eine Energiewaffe, mit der Lonergan sich befreien und einen der Angreifer abschießen kann. Der Pilot entkommt, ist aber verwundet. Am nächsten Tag folgen Dolarhyde und seine Leute der Spur. Ella und mehrere Bürger schließen sich ihm an. Auch Lonergan stößt zu der Gruppe. Aufgrund von Erinnerungsbruchstücken geht er davon aus, dass er und die Frau, die er liebt, ebenfalls von den Fremden entführt worden sind.

Die Menschen wollen ihre Angehörigen befreien, aber sie haben es mit einem weit überlegenen Gegner zu tun. In der Nacht wird die Gruppe von dem Fremden dezimiert. Am nächsten Tag werden die Überlebenden von Banditen aufgehalten - es ist Lonergans Bande. Die Männer sind nicht gut auf ihren alten Boss zu sprechen, denn er hat sich mit Dolarhydes Gold abgesetzt, um mit seiner Geliebten ein neues Leben zu beginnen. Lonergan schießt den neuen Anführer mit der Energiewaffe über den Haufen und flieht mit seinen Gefährten. Da tauchen erneut einige Flugobjekte auf und greifen an. Ella wird entführt. Lonergan kann sie befreien und die Flugmaschine zerstören, aber der Pilot verwundet Ella schwer. Lonergan schleppt die Frau zurück zu seinen Gefährten, aber sie stirbt. Die Männer fallen Apachen in die Hände, die die Weißen für das Erscheinen der "Dämonen" verantwortlich machen. Ellas Leiche wird den Flammen übergeben. Plötzlich erhebt sich Ella völlig unversehrt. Die Indianer sind beeindruckt und werden freundlicher, zumal Ella ihre Sprache spricht.

Jetzt rückt Ella mit der Wahrheit heraus. Sie stammt von einem anderen Planeten und hat menschliche Form angenommen, um den Menschen gegen die "Dämonen" zu helfen. Die Angreifer sind außerirdische Kundschafter. Sie suchen nach Gold und entführen Menschen, um sie zu vivisezieren und mehr über die Schwächen der Menschen zu erfahren. Sollten die Kundschafter zu ihrer Heimatwelt zurückkehren, dann droht der Menschheit die Vernichtung - genauso ist es Ellas Volk ergangen. Sie behauptet, Lonergan wisse, wo die Außerirdischen ihr Raumschiff versteckt haben. In einem schamanischen Ritual kann Lonergans Gedächtnis tatsächlich wiederhergestellt werden. Er weiß nun, dass seine Geliebte von den Außerirdischen getötet wurde und dass er selbst nur mit knapper Not aus dem Raumschiff entkommen ist, weil eines der Wesen leichtsinnigerweise eine Energiewaffe in Lonergans Reichweite abgelegt hatte. Außerdem wird ihm klar, dass die Außerirdischen hinter dem geraubten Gold her waren - Lonergan hat sie also unwissentlich selbst angelockt.

Lonergan und seine Gefährten, die Indianer und Lonergans Bande schließen sich für den Kampf gegen die Außerirdischen zusammen. Mit Dynamit werden die Außerirdischen aufgescheucht. Es kommt zu einem für beide Seiten verlustreichen Kampf. Währenddessen dringen Lonergan und Ella ins Innere des tief in der Erde steckenden Schiffes ein. Nachdem sie die gefangenen Stadtbewohner befreit und auf den Weg ins Freie geschickt haben, schleichen sie weiter bis zum Kern des Schiffes. Lonergan legt die Energiewaffe ab, damit Ella sie zur Vernichtung des Schiffes einsetzen kann. Mit Dolarhydes Hilfe kann Lonergan die angreifenden Außerirdischen abwehren und nach draußen gelangen. Das Schiff hebt ab, explodiert aber, als Ella die Energiequelle erreicht und die Waffe zündet. Lonergan ist betrübt über den Verlust Ellas, denn er hat sich in sie verliebt. Bei den Stadtbewohnern und Banditen ist die Stimmung erheblich heiterer, denn sie können die bereits von den Außerirdischen erschlossene Goldmine ausbeuten. Auf Lonergans Kopf ist noch immer eine Belohnung ausgesetzt. Sheriff Taggard könnte aber schwören, dass Lonergan beim Kampf gegen die Außerirdischen getötet wurde...

Kommentar

"Cowboys and Aliens" - der Titel ist Programm. Genau das wird geboten, allerdings mehr Cowboys als Aliens. In der ziemlich langen Handlungszusammenfassung habe ich zahlreiche Elemente, denen im Film zum Teil recht breiter Raum gewährt wird, noch gar nicht erwähnt. Zum Beispiel das Verhältnis zwischen Dolarhyde und seinem Sohn sowie einem indianischen Handlanger, der eigentlich ein besserer Sohn für ihn gewesen wäre. Oder den minderjährigen Sohn des Sheriffs, der sich dem Suchtrupp anschließt und gegen Ende einen Außerirdischen eigenthändig mit einem Messer tötet, das ihm zuvor von Dolarhyde geschenkt wurde. Von diversen kleinen Nebenhandlungen rund um verschiedene Stadtbewohner und Bandenmitglieder ganz zu schweigen. Das alles sorgt für zahlreiche schöne und amüsante Momente, es macht den Film aber zu lang. Es dauert geraume Zeit, bis endlich der ersehnte erste Auftritt der Außerirdischen kommt, und im Mittelteil, also bei der Suche nach der Außerirdischen-Basis, geht dem Film ein wenig die Puste aus. Da wäre es gar nicht nötig gewesen, noch knapp 17 Minuten an die Kinoversion dranzuhängen und dem "Extended Director's Cut" noch einige zwar ganz okaye, im Grunde aber verzichtbare Charakterszenen (und ein bisschen mehr Action) zu verpassen. Im Gegenteil! Eine leichte Straffung hätte dem Film bestimmt gut getan.

Die Vermischung von Klischees aus dem Westerngenre mit typischen Science-Fiction-Versatzstücken funktioniert dagegen eigentlich sogar ganz gut. Der Grund für die Alien-Invasion ist so gut oder schlecht wie jeder beliebige andere; immerhin geht es ihnen um wertvolle Rohstoffe und nicht darum, sich am Gekreisch schöner Jungfern zu delektieren. Der Film fängt aber zunächst einmal wie ein richtig schön realistischer, dreckiger Western an. Neben wunderbaren Landschaftspanoramen gibt es fiese Kopfgeldjäger, einen ebenso kampfstarken wie wortkargen Helden (unterkühlt-kantig und charismatisch wie immer: Daniel Craig) und ein unter einem tyrannischen Großgrundbesitzer incl. missratener Nachkommenschaft leidendes Städtchen zu sehen. Harrison Ford brilliert derart als knurriger alter Tyrann, dass ich es a) schade und b) kaum glaubhaft finde, wenn er später sein weiches Herz offenbart und am Ende - genau wie sein Sohn - völlig geläutert ist, so dass sich alle lieb haben können. Olivia Wildes Rolle hat mich am wenigsten überzeugt. Wie ist die Außerirdische zur Erde gelangt? Woher wusste sie zumindest ungefähr, wo sich ihre Feinde verstecken? Warum ist sie überhaupt gestorben? Wohl nur, um spektakulär im Feuer wiedergeboren werden zu können.

Dann treten die Aliens hinzu und sorgen für einige sehenswerte Effektszenen. Ich frage mich zwar immer wieder, warum die bösen Außerirdischen immer so hässlich sein müssen, aber das sorgt wenigstens für interessantes Alien-Design. Die Action ist knackig und gar nicht so unblutig, wie man es von einem ab 12 Jahren freigegebenen Film erwarten könnte. Insgesamt hätte ich vom Science-Fiction-Aspekt des Films aber mehr erwartet. Der Schwerpunkt liegt eindeutig mehr auf den Cowboys als auf den Aliens, und es wird deutlich mehr geritten oder geredet als gekämpft. Beim großen Endkampf habe ich mich die ganze Zeit gefragt, warum eigentlich keiner auf die Idee kommt, den besiegten Aliens die Armbänder oder Handwaffen abzunehmen. Lonergans Beispiel beweist ja, dass man sie ohne jegliche Ausbildung intuitiv bedienen kann. Stattdessen gehen Cowboys und Indianer immer nur mit Colts, Speeren und Pfeil & Bogen auf die mit erstaunlichen Nehmerqualitäten ausgestatteten Aliens los...

Der Film ist durchaus spaßig und wartet mit zwei tollen Hauptdarstellern auf - plus Olivia Wilde als eye candy - holt aus der interessanten Grundidee aber einfach zu wenig Spannung heraus, als dass er über die allzu deutlichen Plotlöcher und Längen hinwegtrösten könnte.

Blu-ray-Features

Im größten Batzen des Bonusmaterials unterhält sich Jon Favreau ausgiebig mit Daniel Craig, Harrison Ford, Olivia Wilde und den Produzenten sowie den Drehbuchautoren. Nur die Produzenten lässt er ausreden, den anderen fällt er ständig ins Wort, was ziemlich nervt. In den Gesprächen geht es zum Teil um die Dreharbeiten, zum Teil aber auch um andere Filme, an denen die jeweiligen Personen beteiligt waren. Das "Making of" ist zwar vergleichsweise lang, bietet aber kaum mehr Informationsgehalt als die üblichen Werbe-Featurettes: Filmausschnitte, kurze Interviews, Blicke hinter die Kulissen. Immerhin kann man das Alien-Design ausgiebig bewundern.


J. Kreis, 16.10.2012




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