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constantine Constantine (USA, 2005)
DVD - Regionalcode 2, Warner Home Entertainment
FSK: 16
Laufzeit: ca. 116 Minuten

Extras

Audiokommentare des Regisseurs, des Produzenten und der Drehbuchautoren. Musikvideo "Passive" von A Perfect Circle. Teaser und Trailer. Featurettes: Constantines Entstehung / Die Produktion aus der Hölle / Die Darstellung der Unterwelt / Constantines Sicht des Universums / Blick in die Zukunft - Die Macht der Prävisualisierung (mit optionalem Audiokommentar). Nicht verwendete Szenen (mit optionalem Audiokommentar). Demoversion des Constantine-PC-Spiels.

Regie:
Francis Lawrence

Hauptdarsteller:
Keanu Reeves (John Constantine)
Rachel Weisz (Angela / Isabel Dodson)
Tilda Swinton (Gabriel)




Inhalt:

John Constantine hat drei Probleme: 1.) Er kann seit frühester Jugend Dinge sehen, die nach dem herkömmlichen Weltbild "normaler" Menschen eigentlich nicht existieren dürften. Er sieht Dinge, die sich "hinter" der Realität verbergen und kann u.a. erkennen, ob jemand von einem Dämon besessen ist. 2.) Da man ihn wegen seiner Visionen für verrückt hält, begeht der junge Constantine Selbstmord. Er ist genau zwei Minuten lang klinisch tot - und fährt direkt zur Hölle, wo er unaussprechliche Qualen erleidet, bis man ihn ins Leben zurückholt. Jetzt weiß er zwar wenigstens, daß er nicht verrückt ist, aber da Selbstmörder verdammt sind, würde Constantine nach seinem (endgültigen) Tod erneut in die Hölle kommen. Um der ewigen Höllenqual vielleicht doch noch zu entgehen, will er bei Gott Pluspunkte sammeln. Deshalb betätigt er sich als Exorzist und ist in diesem Job wegen seiner besonderen Begabung auch sehr erfolgreich. Dummerweise zeigt Gott sich von Constantines Bemühungen gänzlich unbeeindruckt, denn fromm ist der stets mürrische Zyniker nun wirklich nicht. Und gläubig erst recht nicht - schließlich weiß er, daß es Himmel und Hölle tatsächlich gibt. 3.) Constantine hat Lungenkrebs, denn er raucht seit seiner Jugend wie ein Schlot. Ihm bleiben nur noch wenige Monate, bis der Teufel höchstpersönlich erscheinen wird, um seine Seele in die Hölle zu holen - wo schon Dutzende von übel gelaunten Dämonen auf ihn warten, die er in den vergangenen Jahren dorthin zurückgeschickt hat.

Auf Erden herrscht ein empfindliches Gleichgewicht im Kampf der Kräfte des Guten und des Bösen um die Seelen der Menschen. Gott und der Teufel haben eine Art Abkommen (oder besser gesagt: eine Wette) geschlossen, dem zufolge eine direkte Einmischung nicht erlaubt ist. Die Menschen sollen sich aus eigenem Willen für Gut oder Böse entscheiden. Nur den "Halbblütern" - also Wesen, die irgendwo auf der Stufe zwischen Mensch und Engel bzw. Dämon stehen - ist es erlaubt, Menschen zu guten oder bösen Taten zu verleiten, aber auch sie müssen sich auf Einflüsterungen und Verführung beschränken. Verstößt ein Halbblut gegen diese Regeln, schlägt Constantine zu und schickt ihn in die Hölle. Eines Tages wird dieses Gleichgewicht gestört, als der "Speer des Schicksals", mit dem Jesus am Kreuz erstochen worden ist, und der lange verschollen war, wieder auftaucht. Mit Hilfe dieses heiligen Artefakts will Gabriel, ein Engel-Halbblut, den Sohn des Satans auf die Erde holen. Gabriels seltsamer Plan sieht vor, daß die Menschen die Hölle auf Erden erleben sollen, um dadurch geläutert zu werden. Davon ahnt Constantine zunächst nichts, auch dann nicht, als die junge Polizistin Angela Dodson Kontakt mit ihm aufnimmt, die den vermeintlichen Selbstmord ihrer Zwillingsschwester Isabel aufklären will. Isabel hatte die selben seherischen Fähigkeiten wie Constantine - und auch Angela hat sie, muß aber erst von Constantine dazu gebracht werden, das zu akzeptieren.

Die Begegnung von Constantine und Angela erweist sich als schicksalhaft, denn Gabriel braucht ein starkes Medium, um Mammon (den Sohn des Satans) erwecken zu können. Und dazu ist niemand besser geeignet als Angela. Gabriel entführt die junge Frau und läßt sich auch von Constantine nicht aufhalten. Als das Ritual fast vollendet ist, ruft Constantine ungewöhnliche Hilfe auf noch ungewöhnlichere Art und Weise herbei. Er tötet sich selbst, was prompt den Satan persönlich auf den Plan ruft, denn der möchte sich ja bekanntlich höchstselbst um Constantines Seele kümmern. Als Constantine, der im Sterben liegt, ihm jedoch von Gabriels Plan berichtet, schreitet Luzifer ein. Denn er betrachtet die Erde als sein persönliches Eigentum, und er will sie auch nicht mit seinem mißratenen Sprößling teilen. Nach getaner Arbeit (bei der Gabriel seine Flügel verliert und in einen Sterblichen verwandelt wird) ist Luzifer mehr als überrascht, daß Constantine dabei ist, zum Himmel aufzusteigen! Wie das? Nun, schließlich hat Constantine sich selbstlos geopfert, um Angela (und die Welt) zu retten. Das kann der Satan allerdings nicht zulassen. Er hält Constantine auf Erden fest und heilt ihn nebenbei vom Lungenkrebs. Constantine soll leben, um erneut zu sündigen - was ihn dann wieder zu einem Kandidaten für eine Höllenfahrt machen würde...

Der Film:

Schon wieder eine Comic - Verfilmung; die Welle reißt nicht ab. Ich kenne zwar die "Hellblazer" - Comics nicht, auf denen dieser Film basiert, aber selbst mir ist aufgefallen, daß Keanu Reeves eine krasse Felbesetzung für den Zyniker, Misanthropen und Kettenraucher Constantine ist. Reeves ist viel zu artig und wirkt auch in diesem Film viel zu sehr wie Neo aus Matrix - selbst seine Bewegungen, mit denen er sich alle paar Minuten eine Zigarette anzündet, wirken übertrieben und gekünstelt. Wahrscheinlich ist allein die Tatsache, daß in diesem Film ständig geraucht wird, für das USA-Publikum schon gewagt genug. Es gelingt Reeves nicht, seine Rolle mit Leben zu erfüllen. Anders gesagt: Man sieht die ganze Zeit Keanu Reeves - aber nicht John Constantine! Daß der Film-Constantine sich auch sonst sehr deutlich von seinem Comic-Vorbild unterscheidet, habe ich erst mitbekommen, als ich die DVD-Specials angeschaut habe - diese Unterschiede haben mich also nicht gestört. Fans der Comics werden aber schonmal irritiert davon sein, daß Constantine im Film weder Brite noch blond ist...

Ansonsten fällt mir zu diesem Film nicht viel ein. Es wird ein weitgehend sinnfreies Effektspektakel geboten, wobei die hauptsächlich am Computer entstandenen Spezialeffekte nicht immer überzeugen können. Die Darstellung der Hölle ist sehr eindrucksvoll, aber die Dämonen, von denen die Hölle bevölkert ist, wirken eigentlich nur lachhaft. Irgendwie haben sie mich die ganze Zeit an Gollum erinnert und man sieht viel zu genau, daß es sich nur um CGI handelt. Sehr gut gefallen haben mir neben der düsteren Atmosphäre vor allem die Nebenrollen-Schauspieler: Tilda Swinton als androgyner Engel Gabriel, Djimon Hounsou als "neutraler" Dämonenclub-Betreiber, Peter Stormare als ziemlich ausgeflippter Satan (ganz ohne Hörner, aber doch eine sehr beunruhigende Erscheinung). "Constantine" ist nicht mehr und nicht weniger als "Eye-Candy", also eine schön anzuschauende Mixtur aus opulenten (CGI-)Sets, flotten Actionsequenzen, coolen Posen und ausgefallenen Requisiten (z.B. ein zur Schrotflinte umgebautes Kruzifix). "Constantine" ist übrigens kein Horrorfilm, denn gruseln wird man sich höchstens wegen der teilweise etwas dämlichen Dialoge!

Am Ende wird die recht dürftige Handlung immerhin zu einem relativ logischen Ende gebracht und man wurde knapp zwei Stündchen lang ganz nett unterhalten. Über die mehr als verquere Verbindung von Christentum und Okkultismus, die in diesem Film zum Ausdruck kommt, breiten wir aber mal lieber den Mantel des Schweigens.

Aus reinem Zufall habe ich den Film nicht gleich zu Beginn des Abspanns abgeschaltet. Deshalb kann ich euch den Tipp geben, daß nach dem Abspann noch eine Szene kommt!

Die DVD:

Es gibt zwar eine ganze Menge an Menüpunkten bei den Specials, aber die Beiträge, die sich dahinter verbergen, sind alle recht kurz und auch nur teilweise sehenswert. "Constantines Entstehung" widmet sich den Comics, auf denen der Film basiert, und ist eigentlich der einzige interessante Beitrag. Man erfährt, wie es überhaupt zu der Entstehung der Serie gekommen ist, welchen Charakter Constantine hat usw., es gibt auch einige Bilder aus den Comics zu sehen. So kann man die Unterschiede zwischen Comics und Film gut erkennen. "Constantines Sicht des Universums" enthält ziemlich verquastes Gefasel zum Thema Religion, Mythen und Heldentum. Alle anderen Beiträge zeigen die Entstehung der (vor allem digitalen) Spezialeffekte, gespickt ist das Ganze mit Interviewschnipseln, in die Länge gezogen werden die Beiträge durch zahlreiche Ausschnitte aus dem Film.

Die entfallenen Szenen sind ebenfalls nur teilweise interessant. Man bekommt eine Nebenfigur zu sehen, die im endgültigen Film praktisch keine Rolle mehr spielt, nämlich eine Dämonin, mit der Constantine gar ein Verhältnis hat...

Ganz nett finde ich, daß das Musikvideo zu einem Titel aus dem Soundtrack, den man im Film nur kurz zu hören bekommt, auf die DVD gepackt wurde.

Insgesamt gilt für die Specials das gleiche wie für den Film: Gerade geguckt, schon wieder vergessen.

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