Conan


Conan (USA, 2011)

Blu-ray, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: ca. 113 Min.

Extras
- Audiokommentare
- Die Entwicklung der Kampfszenen (5:46 Min.)
- Robert E. Howard: Der Mann hinter Conan (11:24 Min.)
- Battle Royal: Die Kunst des Kampfes (9:54 Min.)
- Das Erbe Conans (18:00 Min.)
- Filmclips (insg. 4:56 Min.)
- Red Band Kinotrailer

Regie:
Markus Nispel

Hauptdarsteller:
Jason Momoa (Conan)
Rachel Nichols (Tamara Amalia Jorvi Karushan)
Stephen Lang (Khalar Zym)
Rose McGowan (Marique)
Ron Perlman (Corin)
Nonso Anozie (Artus)
Said Taghmaoui (Ela-Shan)




Inhalt

In ferner Vergangenheit gewinnen die Totenbeschwörer von Acheron gottgleiche Macht durch eine aus menschlichen Knochen gefertigte und mit dem Blut ihrer eigenen reinblütigen Töchter gefüllte Maske. Sie versklaven viele Königreiche, bis sie von den vereinigten Barbarenstämmen aufgehalten werden. Die Maske wird zertrümmert. Die Bruchstücke werden unter den Clans verteilt und von den Stammesführern bewacht. Corin, Oberhaupt des mutigen Barbarenstamms der Cimmerier, besitzt eines dieser Bruchstücke. Corins Sohn Conan, von einer sterbenden Mutter auf dem Schlachtfeld geboren und schon als Kind ein exzellenter Kämpfer, tötet eines Tages vier Pikten, die Corins Dorf auskundschaften. Doch gegen die wenig später eintreffende gewaltige Armee des Heerführers Khalar Zym ist er ebenso chancenlos wie der ganze Stamm. Das Dorf wird vernichtet, die Bewohner werden niedergemetzelt. Khalar Zym verschon nur Corin und Conan, denn die Kampfeswut des Kindes imponiert ihm und den Vater braucht er noch. Khalar Zym ist auf der Suche nach den Bruchstücken der Knochenmaske, mit deren Hilfe er sich zum Gott aufschwingen und seine Frau Maliva aus dem Totenreich zurückholen will. Khalar Zym hat alle Bruchstücke bis auf eines zusammengetragen, und nur Corin kennt dessen Versteck. Der Cimmerier wird gefoltert, aber er schweigt. Marique, Khalar Zyms Tochter, spürt das Bruchstück mit ihren magischen Kräften auf. Corin und Conan werden so aneinandergekettet, dass sie einen schwankenden Schmelztiegel im Gleichgewicht halten müssen. Conans Kraft reicht nicht aus, seinen Vater zu retten. Corin wird durch das flüssige Metall getötet. Conan, nun der einzige Überlebende, schwört Rache.

Jahre später hat Conan viele Abenteuer erlebt und in dem Piraten Artus einen treuen Gefährten gewonnen, aber es ist ihm nie gelungen, Khalar Zym aufzuspüren. Eines Tages beobachtet Conan, wie der Dieb Ela-Shan von einem Mann verfolgt wird, in dem Conan einen von Khalar Zyms Schergen erkennt. Conan lässt sich zusammen mit Ela-Shan festnehmen, radiert dann aber alle Wachen aus (nebenbei rettet er Ela-Shan das Leben) und bringt in Erfahrung, wo er Khalar Zym finden kann. Khalar Zym hat sich inzwischen zum König aufgeschwungen und sucht im Kloster von Shapur nach einer reinblütigen Nachfahrin der Magier von Acheron, die er für das geplante Ritual benötigt. Nur Tamara, eine der Klosterschülerinnen, ist reinblütig. Da ihrem Meister klar ist, wonach Khalar Zym sucht, lässt er sie mit einer Kutsche in Sicherheit bringen, als der Angriff beginnt. Die Kutsche wird verfolgt. Conan kommt hinzu und tötet alle Soldaten bis auf einen, von dem er sich in die Nähe eines Ortes führen lässt, den Khalar Zym mit seinem Heer passieren wird. Tamara nimmt er als Köder mit, allerdings beginnt er bald Gefallen an der ebenso schönen wie mutigen jungen Frau zu finden. Er erfährt nun auch, welche Bedeutung sie für Khalar Zym hat. Unter dem Vorwand, Tamara verkaufen zu wollen, lockt Conan seinen Erzfeind in einen verlassenen Außenposten. Khalar Zym soll allein kommen, bringt jedoch Marique mit, die sich zu einer mächtigen Magierin entwickelt hat. Conan gibt sich zu erkennen und fordert Khalar Zym zum Zweikampf heraus, aber Mariques Zauberkräften ist er nicht gewachsen. Nur mit Tamaras Hilfe gelingt ihm die Flucht. Die beiden bringen sich auf Artus' Schiff in Sicherheit.

Nachdem ein Angriff von Khalar Zyms Häschern abgewehrt ist, verbringen Conan und Tamara eine Liebesnacht miteinander. Am nächsten Morgen fällt Tamara Marique in die Hände, die sie in Khalar Zyms Festung bringt. Conan reitet zunächst in die Diebesstadt Argalon, um Ela-Shans Lebensschuld einzufordern. Ela-Shan knackt die Festungstore und muss wieder einmal von Conan gerettet werden, diesmal vor einem gigantischen krakenähnlichen Monster, das als "Haustier" in den Katakomben der Festung gehalten wird. Conan kommt fast zu spät; Khalar Zym hat Tamara bereits etwas Blut abgenommen und die Knochenmaske somit aktiviert. Er beschwört Malivas Geist, der allmählich Besitz von Tamaras Körper ergreift. Conan tötet Marique und Khalar Zym. Mit dem Ende des Totenbeschwörers verschwindet Malivas Geist, so dass Tamara gerettet ist. Conan führt Tamara aus der einstürzenden Ritualhöhle heraus und bringt sie in ihre Heimat. Dann kehrt er zu den Ruinen seines Dorfes zurück, denn seine Rache ist vollbracht.

Kommentar

Ein Remake des besten Barbarenfilms aller Zeiten, Conan der Barbar, kann das gutgehen? Der Film hat ja einige Negativkritiken erhalten, so dass meine Erwartungen nicht gerade hoch waren, trotzdem hat mich der Film enttäuscht. Und zwar nicht nur im Vergleich mit dem Original, dem das Remake (bzw. die Neuverfilmung der Conan-Romane von Robert E. Howard) selbstverständlich in keiner Beziehung auch nur ansatzweise standhält. Nein, dieser "Conan" ist einfach ein irrelevantes, wirres und - das ist der größte Vorwurf - größtenteils langweiliges Debakel, das man lieber schnell wieder vergisst. Der Prolog ist viel zu lang, den hätte man in ein paar Minuten abhandeln können. Danach geschieht nicht mehr viel, abgesehen davon, dass fast permanent gekämpft wird. Man sehnt das vorhersehbare Ende geradezu herbei! Die Action geht zwar meist in Ordnung und es wird nicht mit Gewaltspitzen gegeizt - postitiv hervorzuheben sind die Blut-Effekte: entweder wurde auf CGI-Blut verzichtet oder es ist endlich mal jemandem gelungen, CGI-Blut realistisch aussehen zu lassen - aber die Schnittführung ist ausgerechnet in diesen Szenen katastrophal. Mal hat Conan sein Schwert in der Hand, im nächsten Moment nicht, dann doch wieder. Mal reitet Conan bei der Verfolgungsjagd direkt neben Tamaras Kutsche, dann ist er plötzlich spurlos verschwunden. Die Schauspieler sind durch die Bank glattgeleckte, identitätslose Pappkameraden. Rachel Nichols ist hübsch anzuschauen, mehr aber auch nicht. Sie bleibt derart farblos, dass ich mir gewünscht hätte, sie wäre wirklich zum Gefäß der bösartigen Maliva geworden. Vielleicht hätte das der Figur etwas Profil verliehen. Stephen Lang bemüht sich nach Kräften, grimmig und irre aus der Wäsche zu gucken, entfaltet aber nie wenigstens den Bruchteil der hypnotischen Bedrohlichkeit eines James Earl Jones als Thulsa Doom. Rose McGowan kann mit ihrem merkwürdigen Aussehen punkten, neigt aber zu unfreiwillig komischem Overacting. Khalar Zyms Schergen brüllen zwar viel rum, aber Sven Ole Thorsen und Ben Davidson entfalten im Original trotz der lächerlichen Vokuhila-Frisuren weit mehr kämpferische Wucht als diese Typen.

Da, jetzt habe ich doch angefangen, Remake und Original miteinander zu vergleichen. Geht ja auch gar nicht anders, denn für mich gibt es nur einen Conan: Arnold Schwarzenegger. Ich weiß nicht, ob er Robert E. Howards Romanfigur so verkörpert, wie es sich der Autor vorgestellt hat (wahrscheinlich nicht), aber ich kann mir keinen anderen Schauspieler in dieser Rolle vorstellen. Seine Präsenz ist einfach unerreicht, leider kann Jason Momoa (der mir als Khal Drogo in Game of Thrones sehr gut gefallen hat) ihm nicht ansatzweise das Wasser reichen. Und damit meine ich nicht nur die Muskelmasse, sondern die Art der Darstellung. Schwarzenegger mag stoisch und hölzern agieren, aber genau das passt irgendwie zur Figur des wortkargen, grimmigen Barbaren. Klingt komisch, aber Momoa sieht zu gut aus. Er ist irgendwie zu weich und zu "modern". Das mag in die heutige Zeit passen, aber eben nicht in die der Story. Jedenfalls hat Momoa es nicht geschafft, mich irgendwie für den neuen Conan einzunehmen. Es ist mir herzlich egal geblieben, ob er gewinnt oder verliert. Er hat nicht einmal zitatwürdige Dialogzeilen zu bieten. Sätze wie "zu kämpfen mit dem Feind, ihn zu verfolgen und zu vernichten, und sich zu erfreuen am Geschrei der Weiber" sind zwar ebenfalls bekloppt, aber wenigstens cool. Sowas findet man im Remake nicht. Schwarzenegger hat Conan zu einer Ikone der Popkultur gemacht. Momoa macht seinen Job. Mehr nicht.

Der neue "Conan" versucht mit prächtigen realen, computergenerierten und gemalten Sets, dynamisch choreografierter Action und üppiger Ausstattung zu protzen. Ich kann nicht leugnen, dass manche Szenen durchaus sehenswert sind. Das Remake überzeugt aber auch in dieser Hinsicht weit weniger als das Original, dessen irgendwie archaische Atmosphäre zu keinem Zeitpunkt aufkommt. Das Ganze wirkt oft erstaunlich billig, steril und austauschbar. Dasselbe gilt für den Soundtrack. Ich konnte mich schon beim Abspann an kein einziges Musikstück mehr erinnern. Ganz anders das Original, dessen bombastische Eröffnungsmelodie mir nie wieder aus dem Kopf gegangen ist. Nö, das war nix. Da gucke doch lieber zum x-ten Mal "Conan der Barbar".

Blu-ray-Features

Jaja, es ist so einiges an Bonusmaterial vorhanden, aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust, näher darauf einzugehen. Die oben aufgelisteten Titel der kurzen und oberflächlichen Featurettes sprechen für sich. Man erfährt ein bisschen was über Conans "Vater" Robert E. Howard sowie über den Werdegang Conans in Pulp-Romanen, Comics, Filmen - sogar die Serie mit Ralf Möller in der Hauptrolle wird erwähnt - und anderen Medien. Man sieht, wie Schauspieler und Stuntleute üben und am Set arbeiten. Hinzu kommen Audiokommentare, die ich mir sicher nicht so bald zu Gemüte führen würde, sowie ein paar einzeln anwählbare Filmausschnitte. Alles nicht der Rede wert.


J. Kreis, 07.08.2012




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