Conan

Conan


Conan der Barbar (USA, 1982)
- Conan the Barbarian -

Blu-ray / DVD - Regionalcode 2, Concorde Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 132 Min. (Blu-ray) / ca. 121 Min. (DVD)

Extras Blu-ray
- Audiokommentar von Arnold Schwarzenegger und John Milius
- Making of: Conan the Barbarian unchained (53:14 Min.)
- Entfallene Szenen / Spezialeffekte (4:37 Min.)
- Bildergalerien (11:45 Min.)
- Kinotrailer

Extras DVD
- Produktionsnotizen (Text)
- Biografien und Filmografien von Regisseur und Schauspielern (Text)

Regie
John Milius

Hauptdarsteller
Arnold Schwarzenegger (Conan)
James Earl Jones (Thulsa Doom)
Sandahl Bergman (Valeria)
Gerry Lopez (Subotai)
Max von Sydow (König Osric)
Mako (Magier)
Valerie Quennessen (Osrics Tochter)
Sven Ole Thorsen (Thorgrim)
Ben Davidson (Rexor)




Inhalt

In ferner Vergangenheit - nach dem Ende von Atlantis und vor dem Aufstieg der Söhne des Aryus - wird der junge Cimmerier Conan von seinem Vater in das Geheimnis des Stahls eingeweiht. Wenig später wird das Dorf der Cimmerier von Fremden überfallen und vernichtet. Die Hütten werden niedergebrannt, die Erwachsenen werden trotz verzweifelter Gegenwehr getötet. Conans Vater wird vor den Augen des Jungen von Hunden zerrissen. Thulsa Doom, der Anführer der Brandschatzer, ist auf der Suche nach stählernen Waffen. Er nimmt ein jüngst von Conans Vater geschmiedetes Schwert an sich und köpft damit Conans Mutter, nachdem er sie mit seinem hypnotischen Blick dazu gebracht hat, ihre Verteidigung zu senken. Conan und die anderen Kinder werden verschleppt und zu Sklavenarbeit am Rad des Schmerzes gezwungen. Alle anderen Sklaven fallen nach und nach der jahrelangen unmenschlich schweren Arbeit zum Opfer. Conan wird durch die Qualen nur stärker, so dass er das Rad eines Tages ganz allein in Betrieb hält. Fremde Herren kaufen ihn los und lassen ihn in tödlichen Arenakämpfen gegen unzählige Gegner antreten, die er alle besiegt. Von den Schwertmeistern des Ostens wird er weiter ausgebildet, außerdem lernt er Lesen und Schreiben. Man führt ihm schöne Frauen zu, auf dass er starke Kinder zeuge. Eines Tages wird Conan freigelassen. Er macht sich auf die Suche nach den Mördern seiner Eltern. Der einzige Hinweis ist ein Symbol, das die Brandschatzer getragen haben: Eine doppelte Schlange über einer schwarzen Sonne und einem schwarzen Mond.

Von einer Hexe, die ihn nur zu gern vernaschen würde, erfährt Conan, dass er in Zamora finden wird, was er sucht. Nachdem er die Hexe vertrieben hat, befreit Conan den bei der Hütte angeketteten Hyrkanier Subotai. Der Dieb und Bogenschütze wird zu Conans treuem Gefährten. Gemeinsam besuchen sie mehrere Städte - überall wurden in den letzten beiden Jahren Türme des Schlangenkults errichtet. Diese geheimnisvolle Sekte breitet sich im ganzen Land aus. Viele junge Menschen verlassen ihre Familien, um sich Thulsa Doom anzuschließen. Er macht sie willenlos, bis ihr einziger Daseinszweck nur noch darin besteht, für ihn zu sterben. Als Conan und Subotai in einen Schlangenturm einbrechen, um ein legendäres Juwel (das "Auge der Schlange") zu stehlen, begegnen sie der Diebin Valeria. Gemeinsam stehlen sie den Edelstein und andere Reichtümer, töten die im Turm hausende Riesenschlange und lassen es sich in den nächsten Tagen gut gehen. Conan und Valeria verlieben sich ineinander. Hohepriester Rexor, der zweitmächtigste Mann nach Thulsa Doom, beschwert sich bei König Osric wegen des Diebstahls. Osric lässt die Diebe aufspüren, aber nicht, um sie zu bestrafen, sondern um sie anzuheuern. Sie sollen seine Tochter zurückholen, die Thulsa Doom verfallen ist. Da Valeria einen Kampf gegen den angeblich tausend Jahre alten Dämonenbeschwörer für zu riskant hält, sucht Conan allein nach Thulsa Dooms Tempel am Berg der Macht. Unterwegs begegnet er einem Magier, von dem er mehr über seine Feinde erfährt.

Als Schlangenpriester verkleidet dringt Conan bis zum Tempel vor. Er muss einfach nur den Pilgern folgen, die in Scharen zu Thulsa Doom strömen. Conan wird jedoch enttarnt. Rexor und Thorgrim, Thulsa Dooms zweitmächtigster Krieger, foltern Conan und kreuzigen ihn an einem Baum in der Wüste. Conan ist dem Tode nahe, als Subotai ihn findet und befreit. Der Magier holt Conan durch eine magische Zeremonie ins Leben zurück, kündigt jedoch an, dass ein hoher Preis zu entrichten sein wird. Diesen Preis muss Valeria zahlen: Nachdem die drei Gefährten die widerstrebende Prinzessin befreit, eine Kannibalen-Orgie unterbrochen und einige Zerstörungen im Tempel angerichtet haben, wird Valeria auf der Flucht erschossen. Thulsa Doom verwendet hierfür eine Schlange, die er in einen Pfeil verwandelt. Conan und Subotai können fliehen, haben aber nur wenig Zeit, sich auf den Gegenangriff vorzubereiten. Valeria erhält eine Feuerbestattung. Thulsa Doom persönlich führt eine berittene Streitmacht an, die am nächsten Tag angreift. In einem uralten Gräberfeld kommt es zum Kampf. Conan und Subotai dezimieren ihre Gegner, selbst der ängstliche Magier bezwingt einen Feind. Thorgrim tappt in eine ausgeklügelte Falle und wird getötet. Rexor bringt Conan zu Fall, doch da erscheint Valeria, gewappnet wie eine Walküre, in strahlendem Licht. Sie blockt Rexors Schlag ab und blendet ihn, dann verschwindet sie wieder. Conan tötet Rexor, doch Thulsa Doom entkommt. Er schießt mit einem Schlangenpfeil auf die Prinzessin. Subotai fängt das tödliche Geschoss mit einem Schild ab.

Conan dringt erneut in den Tempel ein, während Thulsa Doom zu seinen Anhängern spricht. Thulsa Doom versucht Conan zwar noch zu hypnotisieren und auf seine Seite zu ziehen, aber der Barbar erweist sich als stärker und trennt den Kopf seines Erzfeinds mit einigen wuchtigen Schlägen ab. Die Kultisten verlassen das Gelände. Conan brennt den Tempel nieder und bringt die geläuterte Prinzessin zu Osric zurück. Irgendwann später macht Conan sich selbst zum König - aber das ist eine andere Geschichte...


Kommentar

"Ein Film wie ein Erdbeben, ein Mann wie ein Vulkan" - oder war's umgekehrt? Jedenfalls war das damals der Werbeslogan für einen unvergesslichen Film, der Arnold Schwarzenegger den internationalen Durchbruch ermöglicht und das Genre des Barbarenfilms begründet oder zumindest stilbildend geprägt hat. Keine Ahnung, ob Schwarzenegger die perfekte Besetzung für Robert E. Howards Romanfigur ist, aber ich kann mir keinen anderen Schauspieler in dieser Rolle vorstellen. Seine Präsenz ist einfach unerreicht. Schwarzenegger ist Conan - beim Terminator geht's mir genauso. Etwas mit diesem Film vergleichbares war mir damals, als ich "Conan" im zarten Alter von 16 Jahren oder so erstmals gesehen habe, noch nicht untergekommen: "Ernsthafte", finstere Fantasy für Erwachsene mit Riesenschlangen, Hexen, Zauberern, geheimnisvollen Kulten, Menschenopfern und anderen bizarren Elementen, außerdem mit vielen für die damalige Zeit überraschend brutalen, blutigen Schwertkämpfen. Ganz klar: Ich war schwer beeindruckt, und trotz all der inzwischen vergangenen Zeit kann ich mir "Conan" immer wieder anschauen, ohne mich je zu langweilen.

Die Kampfszenen können den heutzutage üblichen, sorgfältig ausgefeilten Martial-Arts-Choreographien nach dem Matrix-Schema natürlich nicht das Wasser reichen. Sie wirken vergleichsweise langsam und etwas unbeholfen, passen damit aber wiederum ganz gut zu der ganzen Atmosphäre der Primitiviät, zu den schweren Breitschwertern und den muskelbepackten Akteuren. Das Blut spritzt reichlich, Köpfe und andere Körperteile werden abgetrennt und so weiter. Selbst Conan bleibt nicht unangetastet, erweist sich aber als ebenso unverwüstlicher wie wortkarger Recke, der sein einziges Ziel - die Rache - beharrlich und unerbittlich verfolgt. Die Story ist einfach, wird aber episch und geradlinig erzählt. Conans Gefährten sind nicht nur verzichtbares Beiwerk, sondern haben ihren eigenen Charakter und spielen wichtige Rollen. Besonders hervorzuheben ist dabei James Earl Jones, der als Thulsa Doom einen wunderbaren Gegenspieler abgibt. Nur beim Anblick der Heavy-Metal-Matten von Sven Ole Thorsen und Ben Davidson muss ich immer grinsen.

Es gibt nur sehr wenig Dialog in diesem Film, dafür sind die Texte umso kerniger. Immer wieder gern zitiert werden Conans Vorstellungen von einem perfekten Leben (zu kämpfen mit dem Feind, ihn zu verfolgen und zu vernichten - und sich zu erfreuen am Geschrei der Weiber) und Thulsa Dooms Erkenntnis, dass Stahl nichts ist im Vergleich mit der Hand, die ihn schwingt. Trotz der aus heutiger Sicht eher lächerlichen Effekte und Kostüme vermittelt "Conan" immer noch die überzeugende Atmosphäre einer vorgeschichtlichen Zeit. Kein anderer Barbarenfilm, nicht mal Conan der Zerstörer oder Red Sonja, in denen Arnold Schwarzenegger ja ebenfalls zu bewundern ist, konnte bisher die archaische Wucht von "Conan" erreichen. Der einprägsame, bombastische Soundtrack, den ich während der unvergleichlichen Eröffnungssequenz immer besonders laut aufdrehe, trägt entscheidend zu dieser Stimmung bei.

"Conan" mag seine Schwächen haben, er kann in Sachen Action nicht mit modernen Filmen mithalten und wirkt in seiner pathetischen Ernsthaftigkeit womöglich ein wenig lächerlich, aber er hat Charme. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach ist er ein Klassiker, der in jede Sammlung gehört.

Blu-ray / DVD-Features

Die DVD enthält die Original-Kinoversion, digital überarbeitet und somit schön anzuschauen. Sehr ärgerlich sind hier allerdings die nicht ausblendbaren deutschen Untertitel bei der englischen Version. Die Extras beschränken sich auf Textinformationen.

Die Blu-ray enthält eine etwas verlängerte Version des Films. Zahlreiche Szenen sind ein paar Sekunden länger, die größte Veränderung fällt am Ende auf. Hier hat nämlich die Prinzessin eine wichtige Rolle zu spielen, während sie in der Kinoversion nach dem Kampf im Gräberfeld nicht mehr auftritt. Sie hilft Conan dabei, in den Tempel einzudringen. Die Vernichtung des Tempels dauert länger, danach trägt Conan die Prinzessen vom Ort des Geschehens weg. Das Ende wirkt auf diese Weise weniger hektisch als in der Kinoversion. Die Bildqualität ist gut, Wunder darf man aber nicht erwarten.

Das Bonusmaterial der Blu-ray kann sich ebenfalls sehen bzw. hören lassen. Es gibt einen von John Milius und Arnold Schwarzenegger gesprochenen Kommentar, in dem man unter anderem erfährt, dass teilweise echte Schwerter aus Stahl in den Kampfszenen verwendet wurden. Das Making of enthält hauptsächlich Interviews aus dem Jahre 2000, für die fast alle Beteiligten vor die Kamera geholt wurden: Alle Schauspieler, der Regisseur und der Komponist kommen zu Wort, sogar Dino De Laurentiis und seine Tochter Raffaella (sowie viele andere) wurden befragt. Zwischendurch werden zahlreiche Filmausschnitte und zeitgenössische Fotos gezeigt. John Milius erzählt eine Geschichte, der zufolge Robert E. Howard mit der Niederschrift der ersten Conan-Geschichte unter Zwang begonnen habe: Angeblich hat Conan persönlich mit der Axt in der Hand hinter dem Schriftsteller gestanden... Außerdem erfährt man, dass Arnold Schwarzenegger und Sandahl Bergman bei den Dreharbeiten verletzt wurden. Schwarzenegger wurde von einem schlecht dressierten Hund gebissen, die Wunde musste genäht werden. Bergman verlor fast einen Finger bei einer Fechtszene mit einem Komparsen.

Das mit dem Hund kann man sich in den entfallenen Szenen selbst anschauen. Man sieht, wie Schwarzenegger stürzt, gebissen wird und daraufhin einen saftigen Fluch ausstößt. In einer weiteren nicht verwendeten Szene hat der Regisseur einen Cameo-Auftritt. Er spielt einen Händler, bei dem Conan Eidechsen-Spießchen kauft. In der dritten nicht verwendeten Szene ist König Osrics Tod zu sehen. Der König wird von seinen eigenen, zu Thulsa Doom übergelaufenen Leibwächtern ermordet. Zu guter Letzt wird noch eine Splitscreen-Gegenüberstellung der Szene gezeigt, in der Conan von den Toten zurückgeholt wird - mal mit Geistern, mal ohne. In selbstablaufenden, mit Filmmusik unterlegten Bildergalerien werden Konzeptzeichnungen, Werbefotos und Aufnahmen von den Dreharbeiten präsentiert.


J. Kreis, 16.04.2012




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