The Colony


The Colony Hell freezes over (Kanada, 2013)
- The Colony -

Blu-ray, Splendid Film
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: ca. 95 Minuten

Extras:
- Behind the Scenes (9:27 Min.)

Regie:
Jeff Renfroe

Hauptdarsteller:
Kevin Zegers (Sam)
Laurence Fishburne (Briggs)
Bill Paxton (Mason)
Charlotte Sullivan (Kai)
Atticus Mitchell (Graydon)




Story

Aufgrund der globalen Erwärmung werden gewaltige Maschinen zur Wetterkontrolle in Betrieb genommen. Die Aggregate funktionieren allerdings zu gut. Die Temperaturen fallen immer weiter, es beginnt zu schneien und hört nicht wieder auf. Schon bald herrscht eine globale Eiszeit. Auf der Erdoberfläche ist kein Leben mehr möglich. Einige Gruppen von Überlebenden ziehen sich in verschiedene unterirdische Einrichtungen zurück, wo sie die folgenden Jahre überdauern. Kolonie 7 ist eine dieser autarken Zufluchten. Die Versorgung mit Nahrung, Trinkwasser und Strom ist sichergestellt, aber die gehorteten Medikamente gehen zur Neige und neue können nicht hergestellt werden. Durch Grippewellen wird die ursprünglich 400 Personen große Gruppe stark dezimiert. Ihr Oberhaupt, der Ex-Soldat Briggs, nimmt deshalb jeden in Quarantäne, der auch nur Anzeichen einer Erkältung zeigt. Wem es nach einigen Tagen nicht besser geht, wird getestet. Werden Grippevieren gefunden, so wird der Erkrankte vor die Wahl gestellt, allein in die Eiswüste hinauszugehen oder getötet zu werden. Diese Maßnahmen gehen Mason, einem Kriegskameraden von Briggs, nicht weit genug. Mason würde am liebsten jeden Kranken sofort erschießen.

Eines Tages erhält Kolonie 7 ein SOS-Signal von der nicht weit entfernten befreundeten Kolonie 5. Da die Kolonien einen Beistandspakt geschlossen haben, bricht Briggs zu einer Hilfsexpedition auf. Der Techniker Sam und der junge Graydon melden sich freiwillig als Begleiter. Sams Freundin Kai soll Briggs vertreten. Nach beschwerlichem Marsch erreichen die drei Männer Kolonie 5. Die Anlage scheint verlassen zu sein. Überall sind Blutspuren zu sehen. Die Männer hören Geräusche und stoßen auf einen verschlossenen Raum. Sie knacken das Schloss und finden Leyland, einen völlig entkräfteten und verängstigten Bewohner der Kolonie. Nachdem sich der Mann etwas beruhigt hat, erzählt er, was geschehen ist. Die Kolonisten haben eine Antenne verstärkt und eine kurze Videobotschaft empfangen, die der Mann jetzt nochmals abspielt. Darin ist ein Unbekannter zu sehen, der vor einem funktionsfähigen Wetterkontrollturm steht. Angeblich ist es gelungen, den Prozess der Klimaveränderung umzukehren. Rund um den Turm hat Tauwetter eingesetzt! Die dortige Gruppe hat somit Sonnenschein und fruchtbare Erde, aber keinerlei Saatgut. Kolonie 5 hat einen Erkundungstrupp zu den triangulierten Koordinaten geschickt. Der Trupp wurde unterwegs von wilden Kannibalen angegriffen und bis zurück zu Kolonie 5 verfolgt. Briggs und seine Begleiter können sich mit eigenen Augen davon überzeugen, dass die Kannibalen immer noch da sind und sämtliche Kolonisten geschlachtet haben. Dasselbe wollen sie mit den Neuankömmlingen tun.

Leyland schließt sich wieder ein. Briggs und Sam fliehen, Graydon wird von den Kannibalen ermordet. Einige Dutzend Kannibalen heften sich auf Briggs' und Sams Spuren. Briggs opfert sich, um eine Brücke zu sprengen, mehrere Kannibalen mit in den Tod zu reißen und Sam etwas Zeit zu verschaffen. Als Sam zu Kolonie 7 zurückkehrt, hat sich dort einiges geändert. Mason hat die Macht an sich gerissen und mit der Erschießung von Kranken begonnen. Er nimmt weder Sams Warnung vor den Kannibalen ernst, noch glaubt er die Geschichte vom funktionierenden Kontrollturm. Kolonie 7 hat allerdings Zugriff auf einen Satelliten. Sam stellt dessen Kamera auf die von Leyland erhaltenen Koordinaten ein und kann Kai zeigen, dass es wirklich eine warme Zone mit blauem Himmel gibt. Die Kannibalen sind Sam weiter gefolgt. Sie greifen die Kolonie an. Die Kolonisten besitzen zwar Schusswaffen, sind den aggressiven Wilden, die durch die Lüftungsschächte und eine aufgebrochene Luke eindringen, jedoch nicht gewachsen. Beide Gruppen dezimieren sich gegenseitig. Mason wird schwer verwundet. Als die Kannibalen über ihn herfallen, verursacht er eine Explosion, die den gesamten Komplex in Brand setzt. Kai und einige wenige Überlebende retten sich ins Freie. Sam folgt, nachdem er den Anführer der Kannibalen getötet hat. Er nimmt einen Sack voll Saatgut mit. Da die Kolonie zerstört ist, haben Sam und seine Begleiter nur noch eine Hoffnung. Sie müssen den funktionsfähigen Kontrollturm erreichen.


Kringels Meinung

"The Colony" beginnt mit düsterer Weltuntergangsthematik und es sieht so aus, als hätte man einen Psychothriller zu erwarten. Das Zusammenleben der Kolonisten auf engem Raum birgt einiges an Zündstoff, ein Konflikt zwischen Briggs und Mason bahnt sich an. So entsteht eine richtig fesselnde, beklemmende Atmosphäre. Die von Eis und Schnee bedeckte Welt, das Innere und Äußere der Kolonien, die Kontrolltürme - das alles wirkt mit einzelnen Abstrichen glaubwürdig, obwohl wahrscheinlich kostengünstig in irgendwelchen Bunkern, Bergwerken oder dergleichen gedreht wurde. Kevin Zegers und Charlotte Sullivan sind für meinen Geschmack als Hauptdarsteller zu blass, aber das wird durch Laurence Fishburne und Bill Paxton mehr als ausgeglichen. Leider wird "The Colony" schon bald zum banalen Monsterfilm, aber ohne echte Monster. Schade, denn im Grunde wäre die Bedrohung durch tobende Menschenfresser gar nicht nötig gewesen. Ebenso gut hätte Kolonie 5 ja zum Beispiel durch eine Virusepidemie ausgerottet werden können. Mason und vielleicht noch einige Handlanger hätten als Gegenspieler, die den anderen Bewohnern von Kolonie 7 das Leben zur Hölle machen und im Showdown bekämpft werden müssen, völlig ausgereicht.

Stattdessen wurden durchgedrehte Wilde eingebaut, die zwar keine Zombies oder sonst irgendwelche übernatürlichen Wesen sind, sich aber praktisch nicht von solchen Kreaturen unterscheiden. Klar, hätte man auf die Kannibalen verzichtet, dann wären wahrscheinlich nicht so schön blutige Actionszenen möglich gewesen. Und entmenscht müssen die Kerle natürlich schon deshalb sein, damit man sie bedenkenlos töten kann. Wenigstens wird der Versuch gemacht, ihr Verhalten zu erklären. In einem ruhigen Moment spricht Briggs von einem Erlebnis, das er in der Anfangsphase der Eiszeit hatte. Tausende Flüchtlinge waren in einem Stadion zusammengepfercht, und als die Nahrungsmittelvorräte erschöpft waren, haben sich unbeschreibliche Szenen abgespielt. Der Hunger, so meint Briggs, macht Menschen zu Bestien. Man muss halt akzeptieren, dass die Kannibalen einfach Lust auf Metzeleien haben und Menschenfleisch für sehr viel leckerer halten als alles, was die Bewohner von Kolonie 5 ihnen hätten anbieten können. Wahrscheinlich sind bei den Typen in der Kälte ein paar Gehirnzellen abgestorben, anders kann ich mir nicht erklären, warum sie sich wie Tiere benehmen, nur brüllen oder grunzen und nicht mal in der Lage sind, eine von Briggs kaputt gemachte Leiter wieder an die Wand zu stellen. Außerdem hätte ihnen sonst auffallen müssen, dass es vielleicht keine gute Idee ist, alle Kolonisten aufzuessen. Mit Nachschub war schließlich nicht zu rechnen.

Somit wirkt der Film gerade eben noch akzeptabel, aber recht uneinheitlich. Interessantes Endzeitdrama in der ersten Hälfte, vorhersehbare und nicht besonders gut gemachte Action in der zweiten.


Blu-ray-Features

Die "Behind the Scenes" - Featurette kann man getrost ignorieren. Die paar wild zusammengeschnittenen Interviews, Filmszenen und Aufnahmen von den Dreharbeiten enthalten so gut wie nichts, was irgendwie von Interesse wäre.


J. Kreis, 01.09.2014




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