Cleanskin


Cleanskin (GB, 2012)

DVD Regionalcode 2, e-one
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 107 Min.

Extras
- The Making of "Cleanskin" (21:41 Min.)
- Trailer

Regie:
Hadi Hajaig

Hauptdarsteller:
Sean Bean (Ewan)
Abhin Galeya (Ash)
Charlotte Rampling (Charlotte McQueen)
Tom Burke (Mark)
Peter Polycarpou (Nabil)
Tuppence Middleton (Kate)




Story

Ein Undercover-Einsatz des britischen Geheimagenten Ewan schlägt fehl. Ein Waffenhändler, den er beschützen sollte, wird ermordet, ein Koffer mit Plastiksprengstoff wird gestohlen. Islamistische Terroristen verüben mit diesem Sprengstoff einen Selbstmordanschlag mitten in der Londoner Innenstadt. Ewan erhält von Charlotte McQueen, seiner Vorgesetzten, eine letzte Chance. Er soll die Situation schnellstmöglich bereinigen und alle Terroristen ausschalten. Ewan hat freie Hand, arbeitet aber außerhalb des Protokolls. Nur McQueen und Ewans neuer Kollege Mark wissen Bescheid. Mit Hilfe einer Prostituierten, die mit dem Waffenhändler zusammen war und in die Sache verwickelt ist, spürt Ewan den Bombenbauer auf. Es kommt zum Kampf, Ewan erschießt seinen Gegner.

Kopf der Terrorzelle ist ein gewisser Nabil. Schon vor Jahren hat er den Jura-Studenten Ash rekrutiert, zum Hass auf alle Nicht-Muslime erzogen und zu einem fanatischen Kämpfer ausgebildet. Ash hat sich seinerzeit deshalb von seiner Freundin Kate getrennt und war damals schon in einen brutalen Mord verwickelt. In der Gegenwart begegnen sich Ash und Kate wieder und verabreden sich. Ash bereitet aber gleichzeitig weitere Anschläge vor. Er selbst will sein Leben opfern, um Nabils Ziele zu verwirklichen. Die Aktivitäten der Extremisten bleiben dem Geheimdienst nicht verborgen. Ewan wird auf einen Mann angesetzt, den er für einen Attentäter hält. Trotz aller Unschuldsbeteuerungen übergießt Ewan ihn mit Benzin und zündet ihn an. Ewan und Mark spüren einen Terroristen auf, der schon mit einer Jacke voller Sprengstoff unterwegs ist, und machen ihn unschädlich.

In derselben Nacht erscheint Mark in Ewans Hotelzimmer und versucht ihn zu erschießen. Ewan behält die Oberhand und schaltet Mark aus. Er findet heraus, dass Ash in diesem Hotel einen Selbstmordanschlag verüben will, weil sich dort ein amerikanischer Senator aufhält. Ewan tötet Ash in letzter Sekunde mit einem Kopfschuss. Dennoch explodiert eine Bombe im Hotelfoyer. Ewan begreift, dass seine eigenen Leute dafür verantwortlich sind. In den Hinterlassenschaften des Mannes, den er dem Feuertod überantwortet hat, findet Ewan brisantes Material. Der Mann war ebenfalls Geheimagent und hat Beweise dafür gesammelt, dass McQueen gemeinsame Sache mit Nabil macht. Aus demselben Grund sollte Ewan von Mark beseitigt werden. McQueen nutzt die Anschlagsserie aus, um den Geheimdienstchef auszubooten und seinen Platz einzunehmen.

Ewan gibt die Unterlagen an die Presse weiter und sucht McQueen auf. Um zu verhindern, dass McQueen die ganze Sache dementiert, bringt er sie um. Er lässt es wie Selbstmord aussehen und sorgt auf diese Weise gleichzeitig für die Glaubwürdigkeit der Informationen, die er der Presse zugespielt hat, denn jetzt sieht es so aus, als sei McQueen unter der Last der Wahrheit zusammengebrochen.

Kommentar

"Cleanskin" beginnt wie ein handelsüblicher Thriller, in dem gute Agenten gegen böse Terroristen kämpfen. Der Film schlägt dann aber doch eine andere Richtung ein. Über weite Strecken geht es gar nicht mehr um Ewans Suche nach den Bombenlegern. Tatsächlich steht plötzlich nicht mehr Ewan im Mittelpunkt, sondern Ash. In Rückblenden wird sein Weg vom gut integrierten, nur etwas kritischen Jurastudenten zum Selbstmordattentäter nachgezeichnet. Es soll verdeutlicht werden, wie Agitatoren es fertigbringen können, intelligente junge Leute in verblendete Extremisten zu verwandeln. Schließlich ist vieles von dem, was Nabil sagt, durchaus wahr. Ash ist nicht mit allem einverstanden, was seine Leute tun, aber er verstrickt sich so sehr in ihre Machenschaften, dass er irgendwann keine Wahl mehr hat. Verständnis für Ashs Motive wird geweckt, so dass er, wenn die Handlung zur Gegenwart zurückkehrt, nicht einfach nur ein x-beliebiger Schurke ist. Er ist eine Hauptfigur, deren Tod man bedauert, auch wenn man Ashs Taten nicht gutheißen kann.

Gleichzeitig wird gezeigt, wie sehr sich Ewan ausnutzen lässt. Seine Frau wurde von Terroristen getötet, deshalb geht er blind gegen alle (echten und vermeintlichen) Terroristen vor, die man ihm als Ziele vorsetzt. Nicht unbedingt, um einen Job zu erledigen, sondern vor allem wegen des Wunsches nach Rache. Ewan wurde nur benutzt, denn es war klar, dass er kompromisslos unter allen Personen aufräumen würde, die McQueen im Weg stehen. Ewan und seine Auftraggeber sind ebenso wenig die "Guten", wie Ash und Nabil die "Bösen" sind. Ewans Grausamkeit wird aus gutem Grund so explizit gezeigt; man soll ihn nicht als sympathischen Helden sehen. Tatsächlich fragt man sich, inwieweit er sich eigentlich von seinen Gegenspielern unterscheidet. McQueen ist die Verkörperung einer Politik, die Angst in der Bevölkerung schürt, um immer neue Überwachungsmaßnahmen und sonstige Aktionen durchsetzen zu können.

Leider haben die Rückblenden den unschönen Nebeneffekt, sich störend auf die Thriller-Atmosphäre auszuwirken und die Handlung ziemlich unübersichtlich zu machen. Man weiß manchmal gar nicht, ob sich die Geschehnisse gerade in der Handlungsgegenwart abspielen, oder ob es sich um eine weitere Rückblende handelt. Kaum kommt Spannung auf, wenn ein Terrorist gejagt wird oder ähnliches, schon springt die Handlung zurück zu Ash und Kate, die irgendwelche privaten Probleme ausfechten. Die Balance zwischen der für einen FSK-16-Film erstaunlich harten Action (Kopfschüsse! Das wäre früher ein Grund zur Indizierung gewesen) und den Charakterszenen passt irgendwie nicht immer so richtig. Trotzdem ist "Cleanskin" ein gutes Beispiel dafür, dass ein Actionfilm durchaus zum Nachdenken anregen kann.

DVD-Features

Die Ausstattung mit Bonusmaterial ist mager ausgefallen, denn das so genannte "Making of" ist kaum mehr als eine aufgepumpte Werbe-Featurette. Ein paar Interviews, bei denen sich die Befragten hauptsächlich gegenseitig loben, etwas Hinter-den-Szenen-Material, einige Filmausschnitte. Das Ganze ist nicht besonders aussagekräftig. Es ist allerdings nicht uninteressant zu sehen, wie lange der Stuntman, den Sean Bean auch real in Brand gesetzt hat, tatsächlich brennen musste, und welche Vorbereitungen getroffen wurden, um ihn zu schützen.


J. Kreis, 03.02.2013




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