Charlie Chaplin Arthaus Close up

Goldrausch


Goldrausch - Arthaus Close up (USA, 1925/1942)
- The Gold Rush -

DVD Regionalcode 2 (s/w), Arthaus
Altersfreigabe: FSK 6
Laufzeit: ca. 96 / 69 Min.

Extras
- Einführung von David Robinson (5:30 Min.)
- Chaplin heute - Goldrausch (26:55 Min.)
- Fotogalerien

Regie:
Charles Chaplin

Hauptdarsteller:
Charles Chaplin (Goldsucher)
Georgia Hale (Georgia)
Mack Swain (Big Jim McKay)
Tom Murray (Black Larsen)
Malcolm Waite (Jack Cameron)




Story

Während des großen Goldrauschs Ende des 19. Jahrhunderts in Alaska irrt ein ebenso erfolg- wie namenloser Goldsucher durch einen Schneesturm und sucht Zuflucht in einer Hütte. Wenig später kommt Big Jim McKay hinzu, ebenfalls ein Prospektor, der gerade erst eine Goldmine entdeckt hat. Die Hütte ist bereits bewohnt. Black Larsen, ein steckbrieflich gesuchter Verbrecher, hat sich dort eingenistet. Alle drei müssen nun wohl oder übel miteinander auskommen. Nachdem der Sturm tagelang gewütet hat, haben die Männer nichts mehr zu essen. Das Los entscheidet, dass Larsen losziehen und Hilfe suchen soll. Der Schurke denkt aber gar nicht daran, seinen Leidensgenossen zu helfen, zumal er McKays Goldgräberlager findet. Einige Zeit später - McKays Hunger ist inzwischen so groß, dass sein Kamerad für ihn appetitlich zu werden beginnt - schießt der namenlose Goldsucher einen Bären. Damit kommen die beiden Männer über die Runden, bis der Sturm nachlässt. Ihre Wege trennen sich. McKay kehrt zu seinem Lager zurück und wird dort von Larsen niedergeschlagen. Larsen flieht mit einem Sack voller Gold, findet aber in einem Eissturz den Tod.

Der namenlose Goldsucher lässt sich in einem Städtchen nieder. Dort darf er in im Haus eines anderen Goldgräbers wohnen, der zu einer längeren Expedition aufbricht. Der Goldsucher verliebt sich in die schöne Georgia, merkt aber nicht, dass sie ihn nur benutzt, um ihren Freund Jack Cameron eifersüchtig zu machen. Georgia lässt sich vom Goldsucher zum Essen am Silvesterabend einladen, erscheint aber nicht und will ihm einen Streich spielen. Als sie erkennt, dass der Goldsucher sie im Gegensatz zu Cameron wirklich liebt, wird ihr klar, dass sie den Spaß zu weit getrieben hat. Inzwischen ist McKay ebenfalls in der Stadt angekommen. Durch den Schlag auf den Kopf hat er sein Gedächtnis verloren. Er weiß nicht mehr, wo seine Goldmine ist, kann sich aber noch daran erinnern, dass sie in der Nähe einer Hütte war. Der namenlose Goldsucher, dem er im Saloon begegnet, ist seine letzte Hoffnung, denn dieser kennt die Lage der Hütte.

Nach beschwerlicher Reise kommen die beiden dort an. In der Nacht wird die Hütte von einen Sturm an den Rand eines Abgrunds gerissen. Nachdem diese Gefahr glücklich überwunden ist, findet McKay sein altes Lager direkt neben dem Abgrund. Überglücklich teilt er seinen Reichtum mit seinem Freund. Die beiden werden zu Multimillionären und gönnen sich eine Schiffsreise. Unterwegs soll der Goldsucher für die Presse noch einmal in seiner alten Kluft posieren. Auch Georgia ist an Bord. Als sie den Goldsucher sieht, glaubt sie, er sei ein gesuchter Blinder Passagier. Sie versucht ihm zu helfen und will sogar für seine Überfahrt aufkommen, doch der Irrtum wird schnell aufgeklärt. So werden die beiden endlich glücklich vereint.


Kringels Meinung

Dieser Film existiert in zwei Versionen, beide liegen auf der DVD vor. Chaplin hat die ursprüngliche Stummfilmversion im Jahre 1942 überarbeitet, einen von ihm selbst gesprochenen Erzählkommentar und eigens komponierte neue Musik hinzugefügt. Die neuere Version ist deutlich kürzer, was nur zum Teil daran liegt, dass sie mit einer schnelleren Bildfrequenz läuft und dass die Texttafeln entfernt wurden. Viele Szenen wurden etwas gerafft, der Kuss zwischen dem Goldsucher und Georgia am Ende fehlt.

Wie so oft vereinigt Chaplin Tragödie und Komödie, verliert aber bei allem Humor nie den Respekt vor den wahren Ereignissen, die der Story des Films zugrunde liegen. Der Goldrausch, um den es hier geht, hat viele Leben gekostet, und angeblich haben von Schnee und Eis eingeschlossene Goldsucher in ihrer Verzweiflung wirklich versucht, ihre Schuhe zu essen. Diese Szene des Films ist ebenso in die Geschichte eingegangen wie der berühmte "Brötchentanz": Chaplin sitzt am Tisch, zwei auf Gabeln aufgespießte und im Takt der Musik bewegte Brötchen sind seine "Beine". Chaplins teils improvisierter, teils perfekt geplanter Slapstick ist ebenso unvergesslich wie die von ihm erschaffene Figur des in seiner Naivität ebenso komischen wie würdevollen Tramps. Hier ist er ein Außenseiter, der immer nur zusehen kann, wenn sich die anderen Menschen vergnügen. So behält der Film stets eine melancholische Note, trotzdem ist er einfach urkomisch. Muss man gesehen haben, gehört zur Allgemeinbildung.


DVD-Features

Der Film wurde in einer Box mit Moderne Zeiten und Der große Diktator veröffentlicht.

Die Einführung des britischen Filmhistorikers und -kritikers David Robinson sowie die Kurzdokumentation "Chaplin heute" sind französische Produktionen aus den Jahren 2002 und 2003. In beiden Beiträgen geht es um den historischen Kontext, die Entstehungsgeschichte des Films und Chaplins Inspirationsquellen. Anstoß für die Entwicklung des Films war wohl eine Aufnahme aus der Sammlung stereoskopischer Fotografien seiner Freunde Mary Pickford und Douglas Fairbanks, in der Goldsucher beim beschwerlichen Marsch über einen Gebirgspass zu sehen sind. Chaplin hat dieses Bild im Film mit 600 Statisten (größtenteils Obdachlose) nachgestellt. Die verschneite Goldgräberstadt ist nur eine Kulisse; sie wurde im sonnigen Kalifornien aufgebaut. Man erfährt, dass Chaplin in die ursprünlich für die Rolle der Georgia vorgesehene Schauspielerin Lita Grey verliebt war und sie während der Dreharbeiten geschwängert hat - sie war noch nicht einmal 16 Jahre alt. Er musste sie heiraten, die Dreharbeiten mussten unterbrochen werden, bis eine neue Hauptdarstellerin gefunden war. Lita Grey und Georgia Hale sind in Interviews zu sehen, die 1980 entstanden sind. Der Regisseur Idrissa Ouedraogo erzählt, wie er von "Goldrausch" beeinflusst worden ist. Filmausschnitte und Produktionsfotos sind zu sehen, letztere enthalten neben Hinter-den-Szenen-Material auch nicht verwendete Szenen. Außerdem hat man Gelegenheit, den Original-Brötchentanz zu sehen. Er wurde von Roscoe Arbuckle erfunden und im Film "The Rough House" (1917) verwendet. Diese Szene ist aber nur sehr kurz - kein Vergleich mit Chaplins meisterhafter Darbietung!


Screenshots


Goldrausch

Ein einsamer Goldsucher


Goldrausch

Black Larsen liest seinen eigenen Steckbrief


Goldrausch

Der Goldsucher und Big Jim teilen sich als Festessen zu Thanksgiving einen Schuh


Goldrausch

Big Jim hat Hunger-Halluzinationen


Goldrausch

Das Goldgräberstädtchen - in Wahrheit eine Kulisse im sonnigen Hollywood


Goldrausch

Georgia


Goldrausch

Der Schürzenjäger Jack Cameron


Goldrausch

Der Brötchentanz


Goldrausch

Am Abgrund


Goldrausch

Dieser Kuss kommt in der 1942er-Fassung nicht vor


J. Kreis, 02.01.2014




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