Centurion


Centurion (GB, 2010)

BluRay, Constantin Film
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: ca. 97 Minuten

Extras
- Interviews (ca. 23:49 Min.)
- Blick hinter die Kulissen (ca. 11:12 Min.)
- Featurette (ca. 3:53 Min.)
- Deleted Scenes (ca. 8:11 Min.)
- Outtakes (ca. 6:15 Min.)
- Darstellerinfos (Text)
- Originaltrailer

Regie:
Neil Marshall

Hauptdarsteller:
Michael Fassbender (Centurio Quintus Dias)
Dominic West (General Titus Flavius Virilus)
Olga Kurylenko (Etain)
JJ Feild (Thax)
Liam Cunningham (Ubriculius)
David Morrissey (Bothos)
Noel Clarke (Macros)
Ulrich Thomsen (Gorlacon)
Imogen Poots (Arianne)
Paul Freeman (Julius Agricola)




Inhalt:

Der Vormarsch der römischen Legionen kommt im Norden Britanniens zum Stehen, denn die Pikten leisten erbitterten Widerstand. In den unwegsamen Wäldern des Hochlands sind die stets aus dem verborgenen zuschlagenden Einheimischen gegenüber den schwer gepanzerten Legionären im Vorteil. Ihr wichtigster Anführer ist im Jahre 117 n. Chr. ein ehemaliger Bauer namens Gorlacon. Er lässt sich nie auf offene Feldschlachten ein, sondern führt einen Guerillakrieg, in dem die Römer allmählich zermürbt werden. Bei einem nächtlichen Überfall auf die nördlichste Grenzgarnison Inch-Tuth-Il werden alle Legionäre getötet - bis auf Centurio Quintus Dias, der die Pikten in ihrer eigenen Sprache verflucht. Gorlacon nimmt ihn gefangen, um Informationen aus ihm herauszupressen. Dem Centurio gelingt aber wenig später die Flucht.

Statthalter Julius Agricola entsendet die kampferprobte 9. Legion unter General Titus Flavius Virilus, um die Pikten ein für allemal zu unterwerfen. Die stumme einheimische Kundschafterin Etain soll die Legionäre zu Gorlacons Versteck führen. Unterwegs retten sie Quintus vor seinen Verfolgern. Er schließt sich der Legion an. Etain erfüllt ihren Auftrag auf andere Weise als gedacht; sie lockt Virilus in einen Hinterhalt. Sie gehört zu Gorlacons Stamm und will sich an den Römern rächen, die ihre Familie seinerzeit grausam ermordet und ihr die Zunge herausgeschnitten haben. Fast die gesamte Legion wird niedergemetzelt. Der General fällt Gorlacon in die Hände. Quintus, fünf Legionäre und ein Koch aus dem Tross überleben das Blutbad. Quintus übernimmt das Kommando und plant die Befreiung des Generals. Es gelingt den Männern, in Gorlacons Dorf einzudringen, bevor das Gros der piktischen Krieger dorthin zurückkehrt. Sie können die Ketten des Generals jedoch nicht rechtzeitig lösen. Virilus fordert Quintus auf, ihn zurückzulassen und stattdessen die letzten Überlebenden der 9. Legion in Sicherheit zu bringen.

Da der Legionär Thax während des Überfalls Gorlacons Sohn ermordet hat, dürstet der Piktenkönig nach Rache. Nachdem Etain Virilus im Zweikampf getötet hat, nimmt sie mit einem kleinen Kampftrupp die Verfolgung der Legionäre auf, die Richtung Süden fliehen. Etains Spürsinn erweist sich als unfehlbar. Die Legionäre werden eingeholt und getrennt, zwei Männer fallen. Während Thax seinen Kameraden Macros opfert, um einem Wolfsrudel entkommen zu können, finden Quintus, Ubriculius und der verwundete Bothos Zuflucht bei der allein im Wald lebenden Arianne. Die junge Frau hat einst zu Gorlacons Stamm gehört, wurde aber der Hexerei beschuldigt und verstoßen. Sie riskiert ihr Leben, als sie die drei Männer vor Etain versteckt. Quintus und Arianne fühlen sich zueinander hingezogen. Nachdem Bothos durch Ariannes Heilkunst einigermaßen wiederhergestellt ist, geht die Flucht weiter zu einem nahen römischen Fort, von dem Arianne berichtet hat. Die Festung ist jedoch verlassen. Da der Feldzug der 9. Legion gescheitert ist, hat Agricola alle Streitkräfte aus dem Norden abgezogen und hinter den Hadrianswall verlegt. Die drei Männer stellen sich den Pikten und besiegen sie, aber Ubriculius wird getötet.

Quintus und Bothos reiten weiter nach Süden, wobei sie auf Thax treffen. Als sie den Hadrianswall erreichen, stürmt Bothos voraus. Die römischen Wachsoldaten halten ihn für einen Pikten und spicken ihn mit Pfeilen. Quintus ist gezwungen, Thax eigenhändig zu töten. Der Legionär wollte den Centurio ermorden, um zu verhindern, dass seine Verbrechen bekannt werden. Agricola begrüßt Quintus als Helden, will ihn aber insgeheim beseitigen lassen - es darf keinen Mitwisser für die Niederlage der 9. Legion geben. Quintus kann entkommen, wird aber schwer verwundet. Er flieht zu Arianne, um künftig mit ihr zu leben.

Der Film:

Eine 9. Legion, die in Spanien gekämpft hat und in Britannien unter ungeklärten Umständen verschwunden ist, hat es wohl wirklich gegeben, und auch die Probleme, die das römische Reich mit den Pikten hatte, dürften nicht übertrieben sein. Was an diesem Film sonst noch historisch korrekt ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Ist ohnehin egal, denn "Centurion" ist nicht als Historien-Lehrstück angelegt. Deftige Action steht im Mittelpunkt. Die Story ist vernachlässigbar. Mehr als das übliche Szenario einiger weniger Überlebender, die sich hinter den feindlichen Linien durchschlagen müssen und einer nach dem anderen ins Gras beißen, ist nicht drin. Immerhin ist dem Zuschauer ihr Schicksal nicht gleichgültig, was den durch die Bank guten schauspielerischen Leistungen zu verdanken ist. Besonders gut gefällt mir Olga Kurylenko als unerbittliche Jägerin. Da sie keine einzige Textzeile hat, muss sie sich ganz auf Mimik und Körpersprache verlassen, und das macht sie sehr gut. Fast ist es schade, dass sie am Ende nicht siegreich bleibt. Michael Fassbender funktioniert problemlos als Helden- und Identifikationsfigur. Dumm nur, dass Gorlacon im Verlauf des Films in Vergessenheit gerät, und dass Arianne praktischerweise genau dort haust, wo die drei Legionäre vorbeikommen. Die Beziehung zwischen ihr und Quintus entwickelt sich nicht, sie ist einfach da. Das muss man halt hinnehmen. Lobenswert sollte man erwähnen, dass die Pikten nicht nur als blutrünstige Bösewichte dargestellt werden. Sie haben allen Grund, gegen die römischen Besatzer aufzubegehren und sich brutal an ihnen zu rächen.

Die Schauwerte des Films können überzeugen. Sehr viel zu sehen bekommt man zwar nicht (Römerlager, Piktendorf, im Bau befindlicher Hadrianswall), aber das wenige wird effektvoll eingesetzt. Außerdem wurde viel in der freien Natur gedreht, und die Landschaftsaufnahmen sind wirklich beeindruckend. Die Ausrüstung der römischen Legionäre sieht authentisch aus - ebenso realistisch wird gezeigt, was der Einsatz ihrer Waffen anrichtet. Tatsächlich ist der Gewaltgrad sehr hoch: Da werden Gliedmaßen abgetrennt, Köpfe gespalten, spitze Gegenstände in verschiedene Körperteile gebohrt und das Blut spritzt nur so durch die Gegend. Das wirkt manchmal etwas selbstzweckhaft, leider fällt ab und zu außerdem unangenehm auf, dass nicht immer Kunstblut verwendet wurde - gerade beim Genuss des Films in HD-Qualität ist viel zu deutlich erkennbar, dass diese Effekte nachträglich per CGI eingebaut worden sind. Auch in diesem Film wird weidlich Gebrauch von der "Wackelkamera" in Actionszenen gemacht, dennoch kann man immer erkennen, was da eigentlich geschieht.

Es werden geboten: Handwerklich solide, spannende Action mit ordentlicher Härte, sympathischen Schauspielern und einem interessanten Setting. Es fehlen: Charakterentwicklung und Story. Irgend eine Art von "Anspruch" habe ich weder erwartet noch entdecken können. Aber wer braucht das schon bei einem solchen Film.

BluRay-Features:

Das Bonusmaterial ist leider nicht der Rede wert. In den Interviews erzählen Regisseur, Produzent und Schauspieler praktisch noch einmal den Film nach oder loben sich gegenseitig. Die kurze "Featurette" enthält nochmal Schnipsel derselben Interviews, diesmal vermischt mit Filmszenen. Ganz interessant ist der unkommentierte "Blick hinter die Kulissen": Da wird u.a. die Entstehung des Piktenüberfalls auf die 9. Legion und auf Inch-Tuth-Il sowie des Kampfes Etains gegen General Virilus gezeigt. Von den fünf nicht verwendeten Szenen sind nur zwei erwähnenswert. Eine zeigt eine Besprechung in Agricolas Hauptquartier, bei der Druzilla recht viel Text hat - sie ist es, die den Einsatz der 9. Legion vorschlägt. Die andere enthält eine flammende Motivationsansprache des Generals vor seinen Leuten. Hinzu kommen dann noch ein paar witzige Outtakes - das war's.


J. Kreis, 05.10.2010


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