Cat Run


Cat Run (USA, 2011)

Blu-ray, Universal
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: ca. 106 Min.

Extras
- Audiokommentar
- Hinter den Kulissen (15:31 Min.)
- Entfallene Szenen (14:31 Min.)
- Trailer

Regie:
John Stockwell

Hauptdarsteller:
Paz Vega (Catalina Rona)
Scott Mechlowicz (Anthony Hester)
Alphonso McAuley (Julian Simms)
Janet McTeer (Helen Bingham)
Karel Roden (Daniel Carver)
Christopher McDonald (Bill Krebb)
Branko Djuric (Branko Jakovic)




Inhalt

Der montenegrinische Waffenhändler Branko Jakovic bereitet einen großen Waffendeal mit dem amerikanischen Verteidigungsminister Bill Krebb vor. Zum Besuchsprogramm gehört eine Orgie mit Edelprostituierten in Jakovics Villa. Catalina Rona, genannt Cat, ist eines der vielen Mädchen, die von einer "Agentur" hierfür bereitgestellt werden. Als Krebb die Kontrolle verliert und eines der Mädchen erwürgt, lässt Jakovics Sicherheitschef Daniel Carver alle anderen töten, denn es darf keine Zeugen geben. Nur Cat entgeht dem Gemetzel. Bei der Flucht nimmt sie die Festplatte aus Carvers Laptop mit. Darauf sind Aufnahmen einer Überwachungskamera gespeichert, die Krebbs Tat zeigen. Cat stiehlt das Auto des jungen amerikanischen Spitzenkochs Anthony Hester, der erfolglos versucht hat, in Montenegro ein Restaurant zu eröffnen. Anthony ist gerade erst seinem Jugendfreund Julian Simms wiederbegegnet. Dieser hat Anthony aufgesucht, um ihn zur Gründung eines Privatdetektivbüros zu überreden.

Cat kann das Land nicht verlassen, denn die Polizei ist in Carvers Hand und die Grenzen sind gesperrt. Da es Carvers Häschern jedoch nicht gelingt, Cat aufzuspüren, heuert Carver Helen Bingham an. Die Ex-MI-5-Agentin ist eine alte Flamme Carvers und betätigt sich als Auftragskillerin. Sie soll Cat töten und die Festplatte wiederbeschaffen. Auch Anthony und Julian setzen sich auf Cats Fährte. Dies soll ihr erster gemeinsamer Fall werden, aber genau genommen ist Anthony sein eigener Klient (er bezahlt alle Kosten selbst), denn er hat sich auf den ersten Blick in Cat verliebt und möchte ihr helfen. Die Suche führt die beiden Freunde durch ganz Europa. Dabei stoßen sie auf eine Spur aus Leichen, die Helen bei der Befragung von Cats Bekannten hinter sich zurücklässt. Sie tötet unter anderem Cats Freundin, die auf deren Baby aufpassen sollte, verschont aber das Kind. Anthony und Julian, die zu spät dort eintreffen, nehmen den kleinen Jungen mit.

Als Anthony und Julian Cat endlich in einem Hotel aufspüren, trifft dort zeitgleich Helen ein. Die drei jungen Leute bedienen sich des im Hotel stattfindenden Zauberer-Kongresses, um für Ablenkung zu sorgen. So können sie knapp entkommen. Die Festplatte fällt allerdings Helen in die Hände. Nachdem Helen das brisante Material an Carver weitergereicht hat, will dieser die Killerin beseitigen lassen. Er kann keine Mitwisser gebrauchen. Helen durchschaut ihn jedoch und schlägt sich jetzt auf die Seite ihrer einstigen Opfer. Sie rettet die drei jungen Leute vor einem anderen Killer, der Helen ersetzen sollte. Helen, Anthony, Julian und Cat haben nur eine Überlebenschance: Sie müssen die Festplatte in ihren Besitz bringen und die kompromittierenden Filmaufnahmen an die Öffentlichkeit bringen.

Die ungleichen Gefährten schleusen sich in Jakovics Villa ein. Dort wird ein großer Empfang anlässlich des vor dem Abschluss stehenden Geschäfts gegeben. Während Helen Carver zwingt, 14 Millionen Dollar auf ein bestimmtes Bankkonto zu transferieren, woraufhin sie ihn im Zweikampf tötet, beschuldigt Cat Krebb vor allen Gästen der Vergewaltigung und des Mordes. Anthony spielt die Aufnahmen auf einen für alle sichtbaren Großbildschirm. Doch Krebbs Skrupellosigkeit kennt keine Grenzen. Seine Handlanger töten Jakovic sowie dessen Sicherheitsleute und sperren alle Gäste in einem Raum ein, der später gesprengt werden soll. Helen opfert sich, um ihre neuen Freunde zu retten (zuvor überreicht sie Cat Unterlagen, die ihr Zugriff auf das millionenschwere Konto ermöglichen), die Gäste zu befreien und Krebb mit seiner eigenen Bombe zu töten. Somit sind alle Gefahren beseitigt. Anthony und Cat werden ein Paar. Der Skandal um Krebb beschert Anthony und Julian so viel Aufmerksamkeit, dass ihr Detektivbüro, das sie zu einer Partnervermittlung umwandeln, blendend läuft.

Kommentar

Nach der Lektüre der einen oder anderen geradezu euphorischen Internet-Review dachte ich, "Cat Run" sei ein ebenso überdrehter, ironisch-geschmackloser und nicht ernst zu nehmender Fun-Splatter-Thriller wie z.B. Machete. OK, es gibt so einiges an expliziter Gewaltdarstellung zu sehen. Ein Schädel explodiert. Finger, Testikel und ein Arm werden abgetrennt. Mehrere Kopfschüsse sind deutlich zu sehen. Aber ganz so übertrieben wie "Machete" ist "Cat Run" nicht, und er ist längst nicht so kultig. Wie bei "Machete" lassen sich außerdem einige Längen nicht leugnen. Dennoch enthält "Cat Run" genug Action und Humor, um für einen vergnüglichen Kinoabend zu sorgen. Den man am besten mit ein paar Bierchen einläutet, damit es leichter fällt, über den einen oder anderen nach hinten losgehenden Gag hinwegzusehen. Oder über die nicht immer logische Story. Zum Beispiel habe ich nicht verstanden, warum überall in Europa nach Cat gesucht wird, nur nicht in Montenegro.

Eigentlich wird eine ziemlich geradlinige Thriller-Story erzählt. Die Geschichte ist vielleicht nicht besonders verzwickt oder originell, sondern eher vorhersehbar, aber sie erfüllt ihren Zweck. Ein paar inszenatorische Mätzchen peppen das Ganze auf: Wird eine neue Person eingeführt, dann stoppt der Film und eine Texttafel mit verfremdetem Bild und kurzen Infos wird eingeblendet. Parallel verlaufende Ereignisse werden im Splitscreen-Modus gezeigt. Kurze Rückblicke werden eingeblendet, durch die etwas verdeutlicht wird, was jemand gerade gesagt hat. Die Hauptdarsteller schlagen sich wacker, wenn ich auch sagen muss, dass sie es bis auf eine Ausnahme nicht geschafft haben, mein Herz zu gewinnen, und dass Alphonso McAuley ein nicht unerhebliches Nerv-Potential entfaltet. Man muss den Film übrigens im englischen Original gucken, sonst wird man nicht begreifen, was an bestimmten Dialogen am Ende des Films witzig sein soll. Des Rätsels Lösung: Der Mann hat eine dunkle Hautfarbe (darf man sagen, dass er ein "Schwarzer" ist?) und redet mit finsterstem schottischem Akzent. Wie jeder echte Schotte trägt er nichts unter dem Kilt. Er lüpft das Röckchen in einer brenzligen Situation, um schussbereite schurkische Schergen abzulenken. Warum denen die Kinnlade runterfällt, müsst ihr euch selbst anschauen. Bin mir bis jetzt noch nicht darüber klar geworden, ob ich diese Szene absolut niveaulos oder urkomisch finden soll.

Jetzt aber zur erwähnten Ausnahme: Damit meine ich Janet McTeer als Helen Bingham. Die Frau ist einfach unglaublich! Stets beherrscht, höflich und ein wenig steif wie eine distinguierte Britin der gehobenen Gesellschaft auf der einen Seite - gnadenlos, unaufhaltsam und ebenso brutal wie sarkastisch auf der anderen. Es gibt einige köstliche Momente, wenn Helen mit ihren neuen Freunden bei ihrer Mutter einkehrt, die nicht weiß, welchen Job Helen eigentlich hat. Janet McTeer ist als eiskalte Killerin absolut glaubwürdig; leider ist ihr Sinneswandel aus genau diesem Grund aber nicht nachvollziehbar. Egal - wenn der Film sonst nichts zu bieten hätte, so wäre er allein schon aufgrund der genialen Leistung dieser Schauspielerin sehenswert. Hinzu kommen noch einige andere skurrile Figuren wie der als Ersatz für Helen angeheuerte Killer, dessen Drohungen ins Leere gehen, weil seine Opfer ihn wegen des starken Akzents nicht verstehen, oder der arm- und beinlose Gehilfe der beiden Privatdetektive, der es tatsächlich schafft, Helen zumindest vorübergehend Paroli zu bieten. Höhepunkt ist für mich der Kampf zwischen Helen und Carver, der wie ein tödlicher Tango choreografiert wurde.

Blu-ray-Features

Neben dem Audiokommentar, den ich noch nicht gehört habe, findet man beim Bonusmaterial eine kurze und wenig aussagekräftige Featurette, bestehend aus Filmausschnitten, Interviews und Hinter-den-Szenen-Material. Kaum zu glauben, dass Janet McTeer, wie im Making of behauptet wird, noch gar keine Stunt-Erfahrung hatte, denn all ihre Action-Szenen wirken hundertprozentig überzeugend. Hinzu kommen elf nicht verwendete Szenen. Dazu gehören unter anderem eine längere Auto-Verfolgungsjagd und Rückblicke auf Julians frühere Jobs (die natürlich alle schiefgegangen sind). Außerdem bekommt man den Inhalt von Helens zweitem Reisekoffer zu sehen. Der erste enthält, wie man im Film sehen kann, neben Klamotten ein schönes Teeservice. Im zweiten ist Helens Waffenarsenal untergebracht. Selbiges wird denn auch gleich erprobt.


J. Kreis, 31.01.2012




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