Captain America


Captain America - The first Avenger (USA, 2011)

Blu-ray, Paramount
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 124 Min.

Extras
- Audiokommentar mit Regisseur Joe Johnston, Chefkamerafrau Shelly Johnson und Editor Jeffrey Ford
- Marvel-Einstellung: Etwas lustiges geschah auf dem Weg zu Thors Hammer (4:03 Min.)
- Entfernte Szenen mit optionalem Audiokommentar (5:32 Min.)
- Ausstattung eines Helden (10:52 Min.)
- Howling Commandos (6:07 Min.)
- Erweiterte Technologie (5:43 Min.)
- Die Verwandlung (8:50 Min.)
- Hinter dem Schädel (10:24 Min.)
- Captain Americas Wurzeln (3:55 Min.)
- Das Zusammentreffen beginnt (1:46 Min.)
- Trailer

Regie:
Joe Johnston

Hauptdarsteller:
Chris Evans (Steve Rogers / Captain America)
Hayley Atwell (Peggy Carter)
Hugo Weaving (Johann Schmidt / Red Skull)
Sebastian Stan (Sergeant James "Bucky" Barnes)
Tommy Lee Jones (Colonel Chester Phillips)
Stanley Tucci (Dr. Abraham Erskine)
Dominic Cooper (Howard Stark)
Toby Jones (Dr. Arnim Zola)




Inhalt

1942: Der Zweite Weltkrieg tobt in Europa. Der hochrangige deutsche Offizier Johann Schmidt, Chef der Spezialwaffenforschung, hat im Alleingang eine mächtige Organisation namnes "Hydra" aufgebaut, die zur größten Bedrohung der alliierten Streitkräfte wird. Schmidt hält die nordischen Mythen für greifbare Realität - zu Recht, wie sich herausstellt, als er in Norwegen den legendären Tesserakt entdeckt. Dieses geheimnisvolle würfelförmige Objekt stammt angeblich aus Odins Schatzkammer und birgt unvorstellbare Macht. Es gelingt Schmidts Vertrautem Dr. Arnim Zola, die gewaltige und unerschöpfliche Energie des Würfels nutzbar zu machen. Schmidt beginnt mit der Konstruktion eines ganzen Arsenals neuartiger Energiewaffen in mehreren über ganz Europa verteilten Basen. Er tritt aus Hitlers Schatten heraus und greift selbst nach der Weltherrschaft.

Um dieser neuen Gefahr entgegentreten zu können, ergreifen die Alliierten ungewöhnliche Maßnahmen. Der aus Nazideutschland geflohene Wissenschaftler Dr. Abraham Erskine und Colonel Chester Phillips starten ein Projekt, dessen Ziel in der Erschaffung von Supersoldaten besteht. Die britische Agentin Peggy Carter und der geniale Erfinder Howard Stark gehören ebenfalls zum Team. Auf der Suche nach einem geeigneten Probanden für den ersten Praxistest stößt Erskine auf Steve Rogers. Der junge Mann hat schon mehrmals Unterlagen gefälscht, um sich immer wieder neu bei der US Army bewerben zu können. Aufgrund seiner diversen Krankheiten und seines schmächtigen Körperbaus ist er bis jetzt jedes Mal abgelehnt worden. Erskine erkennt jedoch, dass Rogers alle Eigenschaften besitzt, die ein guter Soldat haben muss: Mut, Intelligenz, Entschlossenheit und Opferbereitschaft. Rogers wird angenommen und einer Prozedur unterzogen, bei der ihm ein von Erskine entwickeltes Serum injiziert wird. Gleichzeitig wird er mit Vita-Strahlen beschossen. Rogers gewinnt übermenschliche Kräfte; all seine positiven Eigenschaften werden extrem verstärkt. Sein unterentwickelter Körper wird zu dem eines Modellathleten. Am Vorabend des Experiments erfährt Rogers von Erskine, dass Schmidt vor Jahren ebenfalls mit dem Serum behandelt worden ist. Schmidts Fähigkeiten wurden dadurch ebenfalls enorm verbessert, aber auch seine Bösartigkeit. Außerdem gab es eine Nebenwirkung, weil das Serum noch unvollkommen war: Schmidts Kopf hat sich in einen roten Totenschädel verwandelt.

Rogers stellt seine unglaublichen Kräfte öffentlich unter Beweis, als Erskine durch einen Hydra-Attentäter ermordet wird. Rogers verfolgt den Mann durch die Stadt und verhindert, dass er mit der letzten Probe des verbesserten Serums entkommt. Die Ampulle wird dabei jedoch zerstört. Somit war das Supersoldatenprojekt zwar erfolgreich, muss aber trotzdem eingestellt werden, denn die Formel des Serums war nur Erskine bekannt. Rogers wird befördert, darf aber nicht an Kampfeinsätzen teilnehmen. Stattdessen wird er werbewirksam zum Superhelden "Captain America" aufgebaut. All seine Einsätze finden nur auf der Kinoleinwand oder auf Revuebühnen im ganzen Land statt. Damit sorgt Rogers zwar für einen Anstieg des Verkaufs von Kriegsanleihen, aber an der Front wird er ausgebuht, als er dort in seinem der US-Flagge nachempfundenen Kostüm auftritt. Eines Tages erfährt Rogers, dass sein bester Freund "Bucky" Barnes in Kriegsgefangenschaft geraten ist. Schmidt will Barnes und andere Gefangene für Experimente missbrauchen. Rogers entfernt sich mit Carters und Starks Hilfe befehlswidrig von der Truppe und befreit die Männer im Alleingang. Dabei trifft er erstmals mit Schmidt zusammen, der sofort erkennt, mit wem er es wirklich zu tun hat. Im Triumph kehrt Rogers zu seiner Einheit zurück. Jetzt ist er auch für die kämpfende Truppe zum Superhelden geworden.

Rogers hat bei seinem gewagten Einsatz wichtige Informationen über Schmidts Welteroberungspläne erhalten. Er stellt ein Team zusammen, zu dem auch Barnes gehört. Von Stark erhält Rogers eine auf seine Kräfte zugeschnittene Kampfmontur, zu der auch ein runder Schild aus Vibranium gehört, einem Metall, das härter und leichter als Stahl ist und jegliche Energie absorbieren kann. So ausgerüstet, vernichten Rogers und seine Kameraden eine Hydra-Basis nach der anderen. Sie können sogar Zola entführen, doch bei diesem Einsatz kommt Barnes ums Leben. Phillips bringt Zola zum Reden und erfährt, dass Schmidt seinen Welteroberunfsfeldzug mit der Vernichtung aller amerikanischen Großstädte einleiten will. Rogers und seine Kameraden infiltrieren Schmidts geheime Hauptzentrale, die anschließend von regulären Truppen erobert wird. Schmidt flieht mit einem gigantischen Nurflügel-Bomber, der nicht nur die Superbomben transportiert, sondern auch das Aggregat, mit dem der Tesserakt angezapft wird. Rogers verfolgt Schmidt und beschädigt die Energiequelle. Schmidt greift nach dem Tesserakt und wird von dessen Energie aufgelöst. Der Würfel schmilzt sich durch die Hülle des Flugzeugs und fällt ins Meer. Um zu verhindern, dass der Bomber über bewohntem Gebiet abstürzt, lenkt Rogers ihn zum Polarkreis. Die Maschine stürzt ab und versinkt zum größten Teil im ewigen Eis. Der Tesserakt wird wenig später von Stark geborgen. Der Bomber wird erst 70 Jahre später wiederentdeckt.

Rogers kommt in einem Krankenzimmer zu sich. Er hat den Absturz überlebt und ist nicht gealtert. Er findet sich in einer veränderten Welt wieder - seine Verabredung mit Peggy Carter, in die er sich verliebt hat, hat er leider verpasst. Nick Fury, der Leiter der S.H.I.E.L.D.-Initiative, begrüßt ihn im 21. Jahrhundert.

Kommentar

In einer Szene während des Abspanns erklärt Nick Fury, dass er einen Job für Captain America hat. Danach folgt ein Trailer für den kommenden "Avengers"-Film, auf den ich mich schon wie verrückt freue. Alle Superhelden dieses Teams sind in eigenen Filmen vorgestellt worden: Hulk, Iron Man, Thor und jetzt also auch Captain America. Hinzu kommt natürlich noch Nick Fury selbst. Black Widow und Hawkeye werden ebenfalls mit von der Partie sein. Nick Fury ist ja schon mehrmals in Marvel-Verfilmungen in Erscheinung getreten. Black Widow und Hawkeye hatten Auftritte in den Filmen "Iron Man 2" und "Thor".

Für Nicht-Amerikaner ist "Captain America" vermutlich der problematischste aller Superhelden, wobei man fairerweise berücksichtigen muss, dass die Comicserie während des Zweiten Weltkriegs entstanden ist. Ich selbst konnte früher mit dieser Figur nicht viel anfangen, schließlich hatte er keine "richtigen" Superkräfte, und die düstere Coolness eines Batman, die diesen Mangel hätte ausgleichen können, fehlte ihm vollkommen - ein Typ in einem blau-weiß-roten Kostüm mit Flügeln am Helm? Also wirklich! Erstaunlicherweise wird diese Klippe in der Verfilmung gut umschifft. Tatsächlich hat mir der Film mehr Spaß gemacht als "Thor" und sogar mehr als "Iron Man 2". Natürlich trieft dem Captain der Patriotismus schon allein aufgrund des Outfits aus jeder Pore. Aber dafür gibt es einen guten Grund, der für eine ironische Brechung sorgt: Captain America soll lediglich die Werbetrommel für Kriegsanleihen rühren, und dafür braucht man natürlich eine bombastische Bühnenshow, komplett mit beineschwingenden Revuegirls und einem Helden im plakativ-knallbunten Kostüm. Beim ersten echten Einsatz Captain Americas verschwindet dieses Kostüm unter Feldanzug und Fliegerjacke. Die spätere Version ist weit "gedämpfter" und so gestaltet, dass lediglich einzelne Elemente des klassischen Kostüms angedeutet werden. Einzige Ausnahme ist der Schild, der einfach viel zu schick ist, als dass man auf das Original-Design verzichten könnte.

Auch halte ich es für zu kurz gegriffen, die Hauptfigur aufgrund fehlender Selbstzweifel zu kritisieren oder dem Film Kriegsverherrlichung vorzuwerfen, wie es einigen Kritiken geschehen ist. Rogers will einfach um jeden Preis seinem Land dienen, und genau das macht er dann auch. Er ist Soldat und kämpft gegen einen Feind, der ja nun wirklich das absolut Böse personifiziert. Solange es gegen die Nazis geht, muss man sich nicht mit Diskussionen darüber aufhalten, ob es die USA verdienen, von Captain America gerettet zu werden. Dass er sich bedingungslos in den Dienst seines Landes stellt, mag reaktionär oder naiv sein, aber was bitte stellen denn andere Superhelden an? Zum Beispiel der viel gelobte Iron Man? Im Gegensatz zu ihm praktiziert Captain America nicht etwa Selbstjustiz an Kriegsschauplätzen (ich spiele auf die Aktion an, bei der Iron Man einige Rebellen in Afghanistan tötet). Stattdessen führt er Befehle aus wie jeder andere Soldat. Dabei erweist sich übrigens die andere "Schwäche" der Comics, die mich damals gestört hat, lustigerweise als Stärke: Cap bleibt menschlicher als so mancher mit echten Superkräften ausgestattete Held. So kann er Buckys Tod nicht verhindern und muss am Ende den eigenen Tod in Kauf nehmen, um die Welt zu retten. Was die Kriegsverherrlichung angeht, so würde ich eher sagen, dass es sich um "Verniedlichung" handelt. Erwartungsgemäß sterben die gesichtslosen Hydra-Nazis trotz aller Superwaffen wie die Fliegen. Aber wer würde in einer derart irrealen Comic-Verfilmung kritische Töne erwarten? So dumm es klingt: Das wäre hier fehl am Platz.

Vielleicht liegt's ja an der knackigen Action mit massenweise Explosionen, Feuergefechten und akrobatischen Einsätzen Captain Americas mit und ohne Schild, dass ich den Film so unterhaltsam finde? Die Spezialeffekte sind erstklassig, und das gilt nicht zuletzt für die täuschend echt wirkende "Verschlankung" von Chris Evans. Ich dachte wirklich erst, seine muskulösere Version sei der Spezialeffekt, nicht umgekehrt! Möglicherweise liegt es auch am liebevoll nachempfundenen Vierziger-Jahre-Flair. An der Mischung aus Fiktion und Weltkriegs-Realismus. An den gleichzeitig futuristischen und altmodischen Hydra-Waffen. Oder an den durch die Bank bestens aufgelegten Hauptdarstellern. Chris Evans ist sympathisch und verliert nie die Selbstironie aus dem Auge, Hugo Weaving versprüht selbst unter der entstellenden Maske noch sein unverwechselbares bedrohliches Charisma, Tommy Lee Jones ist für so manchen trockenen Oneliner gut, Hayley Atwell brilliert als toughe Agentin mit Herz. Witzig: Dominic Cooper tritt als Tony Starks Vater auf. Man sieht: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm! "Captain America" reiht sich nahtlos ein in die Riege der gelungenen Marvel-Verfilmungen und heizt die Vorfreude auf "The Avengers" nochmal so richtig an.

Blu-ray-Features

Die Featurettes von "Ausstattung eines Helden" bis "Captain Americas Wurzeln" sind zusammengenommen ganz interessant. Man sieht, wie sich das Design des Captain-America-Kostüms gewandelt hat. Das Kostüm, das während der Revues zum Einsatz kommt, entspricht dem Entwurf aus den Comics. Caps Kameraden - die "Howling Commandos" - werden genauer vorgestellt; diese Figuren kommen im Film leider ein wenig zu kurz. Man bekommt einige Entwürfe für Hydra-Technik zu sehen und es wird gezeigt, wie der Effekt des "geschrumpften" Steve Rogers erzielt wurde. Hugo Weavings Verwandlung in Red Skull ist zu sehen und Joe Simon, einer der Erfinder Captain Americas, kommt selbst zu Wort. "Das Zusammentreffen beginnt" ist nicht mehr als Werbung für den Avengers-Film.

Die fünf nicht verwendeten Szenen enthalten zum Teil noch unfertige (oder gar keine) CGI-Effekte. Sie sind eher uninteressant. Immerhin stellt Rogers in einer davon eine Frage, die im Film nicht beantwortet wird: Wie konnte er 70 Jahre im ewigen Eis völlig unbeschadet und ohne Alterserscheinungen überstehen? Nick Fury meint, eine Kombination aus Kryostase und den Selbstheilungskräften, die Cap dem Serum verdankt, könne dafür verantwortlich sein.

"Etwas lustiges geschah auf dem Weg zu Thors Hammer" ist ein professionell produzierter Kurzfilm, in dem zu sehen ist, wie S.H.I.E.L.D.-Agent Coulson auf dem Weg zur Fundstätte von Thors Hammer an einer Tankstelle Halt macht und einen Überfall verhindert. Köstlich!


J. Kreis, 01.01.2012




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