The Cabin in the Woods


The Cabin in the Woods (USA, 2011)

Blu-ray, Universum Film
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 95 Minuten

Extras:
- Audiokommentar
- Interactive Experience (Bonus View)
- We are not who we are
-- Making of Cabin in the Woods (28:34 Min.)
-- An Army of Nightmares: Make up & Animatronic-Effects (12:10 Min.)
-- Visual Effects (12:08)
- The Secret Stash
-- Marty's Stash (8:05 Min.)
-- Hi, my Name is Joss an I'll be your Guide (5:03 Min.)
- Wondercon Q&A (27:31 Min.)
- Trailer
- BD Live

Regie:
Drew Goddard

Hauptdarsteller:
Kristen Connolly (Dana Polk)
Fran Kranz (Marty Mikalski)
Chris Hemsworth (Curt Vaughan)
Anna Hutchison (Jules Louden)
Jesse Williams (Holden McCrea)
Richard Jenkins (Gary Sitterson)
Bradley Whitford (Steve Hadley)
Sigourney Weaver (Direktorin)




Story

Die Studentinnen Dana und Jules wollen mit ihren Freunden Curt und Marty sowie dem neuen Kommilitonen Holden ein nettes Wochenende in einer abgelegenen Waldhütte verbringen. Abends öffnet sich plötzlich wie von Geisterhand eine Falltür in der Hütte, die zum Keller führt. Dort ist ein Sammelsurium kurioser Gegenstände gelagert, unter anderem ein hundert Jahre altes Tagebuch. Darin werden die bestialischen Morde an den früheren Bewohnern des einsamen Hauses beschrieben. Als Dana eine Art Beschwörungsformel am Ende der Eintragungen rezitiert, entsteigen die untoten Mordopfer ihren Gräbern und fallen über die jungen Leute her. Jules wird bei einem Schäferstündchen mit Curt im Wald geköpft, Marty wird unter die Erde gezogen. Den drei anderen gelingt die Flucht mit dem Wohnmobil, doch der einzige Weg zurück in die Zivilisation führt durch einen Tunnel, in dem sich eine Explosion ereignet, so dass er verschüttet wird. Curt versucht mit dem Motorrad über einen Abgrund zu springen und so doch noch die Straße am anderen Ende des Tunnels zu erreichen. Mitten in der Luft prallt er gegen ein unsichtbares Energiefeld und stürzt in die Tiefe. Bei der Rückfahrt zur Hütte wird Holden von einem Zombie getötet, das Wohnmobil stürzt ins Wasser. Dana kann sich befreien, fällt am Ufer jedoch einem weiteren Zombie in die Hände.

Der gesamte Bereich unterhalb der Hütte ist eine riesige Operationszentrale, von der aus alles, was im Wald geschieht, durch ein Heer von Technikern und Wissenschaftlern gesteuert und mit versteckten Kameras beobachtet wird. In regelmäßigen Abständen werden hier vier bis fünf junge Menschen zur Besänftigung der "alten Götter" geopfert. Dabei muss ein vorgegebener Ablauf eingehalten werden, ein Ritual der Bestrafung, bei dem die Opfer vor ihrem Tod entsetzlich leiden. Die Techniker Sitterson und Hadley sind verantwortlich für den reibungslosen Ablauf der Opferung. Die "Probanden" werden im Vorfeld sorgfältig ausgesucht und unbemerkt unter Drogen gesetzt, durch die ihre Urteilskraft getrübt und die Libido verstärkt wird. Wenn sich die jungen Leute trotzdem nicht so verhalten, wie es von ihnen erwartet wird, werden weitere Drogen in Form von Gas freigesetzt. Das Ritual wird seit Urzeiten überall in der Welt durchgeführt. Aktuell sind jedoch alle anderen Opferungen fehlgeschlagen. Sitterson und Hadley müssen unter allen Umständen Erfolg haben. Andernfalls würden sich die alten Götter aus der Unterwelt erheben und die gesamte Menschheit vernichten. Deshalb ist der Jubel in der Operationszentrale groß, als sich der Tod des letzten Opfers abzeichnet.

Doch die Siegesfeier ist verfrüht, denn Marty hat überlebt. Er rettet Dana vor dem Zombie und führt sie in eine Art Aufzugsschacht unter der Erde. Er überbrückt die Fahrstuhlsteuerung, so dass sich die Kabine nach unten in Bewegung setzt. Sie kommt an unzähligen identischen Kabinen vorbei. Dies sind Gefängniszellen, in denen grausige nichtmenschliche Kreaturen für ihren Einsatz beim Ritual aufbewahrt werden. Durch das Lesen des alten Tagebuches hat Dana praktisch selbst entschieden, durch welches Monster sie getötet werden sollte. Dana und Marty gelangen in die Außenbereiche des Kontrollzentrums, werden aber von einem Sicherheitstrupp gestellt. Dana betätigt eine Schaltung, durch die sämtliche Zellen geöffnet werden. Die Monster überrennen die gesamte Anlage, die Männer vom Sicherheitstrupp haben ihnen nichts entgegenzusetzen. Dana und Marty dringen weiter in die Tiefe vor, wo sie der Direktorin begegnen. Von ihr erfahren sie die Wahrheit. Dana ist fast bereit, Marty zu töten, um das Ritual zu vollenden und die Menschheit zu retten. Sie wird aber von einem Werwolf gebissen. Ein Zombie erledigt die Direktorin. Marty stößt den Zombie in den Abgrund der alten Götter und schlägt den Werwolf in die Flucht. Dana entschuldigt sich bei Marty. Gemeinsam erwarten sie den Weltuntergang. Die alten Götter erheben sich.

Kommentar

Für die Horrorfilme des Slasher- oder Backwoods-Subgenres haben sich im Verlauf der Jahre Regeln herauskristallisiert, die erstaunlich oft eingehalten werden. Diesen Regeln zufolge begibt sich eine Gruppe jugendlicher Durchschnittstypen aus der Großstadt in ein Waldgebiet fernab der Zivilisation, um ordentlich Party zu machen. Die Gruppe besteht aus bestimmten Archetypen. Vertreten sein muss mindestens ein Alphamännchen (oder -weibchen), eine Sportskanone, ein nerdiger Witzbold, eine dämliche Sexbombe und ein schlaues Mauerblümchen. Sie bekommen es wahlweise mit degenerierten Hinterwäldlern, untoten Waldbewohnern oder sonstigen dämonischen Wesen zu tun, die die armen Leute als Snack betrachten oder einfach nur aus purer Mordlust umbringen wollen. Wer Sex hat stirbt zuerst. Danach erwischt es der Reihe nach alle anderen bis auf das "Final Girl", nämlich das Mauerblümchen, das entweder einfach Glück hat oder sich zur Kampfmaschine mausert und ihre Gegner ebenso grausam massakriert, wie die es mit ihren Freunden gemacht haben. Es gibt durchaus Filme, die mit diesen Regeln spielen oder das ganze Genre auf die Schippe nehmen, zum Beispiel "Tucker and Dale vs. Evil". Ich kenne aber keinen, der diese Regeln so verblüffend auf den Kopf stellt, ohne sie jedoch zu ignorieren oder zu verspotten, wie "The Cabin in the Woods". Tatsächlich wird in diesem Film die Erklärung dafür geliefert, warum es die Regeln überhaupt gibt!

Von Beginn an wird klar gestellt, dass der Film zwar den Regeln folgen wird, andererseits aber auch wieder nicht. Der Film beginnt nicht mit dem Aufbruch der Gruppe zur Hütte, sondern mit Hadley und Sitterson, die in der Operationszentrale Witze über die bevorstehende Mission reißen. Die Opferung ist zwar eine ernste Sache, aber das hält die Leute in der Zentrale nicht davon ab, Wetten abzuschließen und sich am Stelldichein von Jules und Curt aufzugeilen. Ganz davon abgesehen, dass der Verlauf des Rituals bei den Eingeweihten ein beliebtes Medienereignis zu sein scheint - Reality TV auf einem Level, das wir in der Realität noch nicht ganz erreicht haben, könnte man sagen. Immer wieder wird von der Waldhütte zur Zentrale gewechselt, in der die aktuellen Geschehnisse kommentiert werden, als ob es sich um die Übertragung eines Fußballspiels handeln würde... Trotz dieser ironischen Brüche ist der Überlebenskampf der jungen Leute nervenzerfetzend spannend, und die Tode sind wirklich schmerzhaft. Mit Gewalt und Blut wird nicht gegeizt, aber das ist nur der Anfang!

Bei der Einführung der Hauptpersonen wird sofort deutlich, dass die Jungs und Mädels keineswegs dem Schlachtvieh-Klischee entsprechen. Alle fünf sind intelligente, gebildete und anständige Menschen. Der Nerd übertreibt es vielleicht etwas mit der Kifferei, aber witzigerweise versagt deshalb bei ihm der Trick mit den Drogen, die zum Einsatz kommen, wenn sich die Opfer beharrlich weigern, die typischen Horrorfilm-Fehler zu begehen (Sex im Wald, Aufteilung der Gruppe usw.). Marty führt schließlich eine unerwartete Wendung herbei, die in ein unglaubliches Blutbad mündet. Was die entfesselten Monster in der Zentrale anrichten sucht seinesgleichen, und das Design der unzähligen Kreaturen ist wirklich sehenswert! Einige der Viecher wirken vertraut, zum Beispiel gibt es neben handelsüblichen Geistern und Werwölfen einen Kerl zu sehen, der sehr an Pinhead aus Hellraiser erinnert, mit dem Unterschied, dass er Sägeblätter anstelle von Nägeln im Kopf hat, und dass er keine Puzzlebox in Händen hält, sondern eine Kugel. Bei den "alten Göttern" könnte es sich um eine Anspielung auf den Cthulhu-Mythos handeln.

Beckmersserisch wie ich nun einmal bin, sind mir aber doch ein paar Ungereimtheiten aufgefallen. So erschließt sich mir der Sinn der Einrichtung nicht, mit der zur "Reinigung" der Zellen einfach deren Türen geöffnet werden. Wäre es nicht schlauer, die Zellen - oder vielmehr deren Insassen - im Notfall restlos zu vernichten? Und welcher Wahnsinnige in der Entwicklungsabteilung ist auf die Idee gekommen, dass die Zellen dann auch noch mitten in die Operationszentrale hineingesteuert werden? Außerdem ist mir nicht klar, warum die Techniker die Ritualopfer nicht einfach selbst quälen und töten. Ein bisschen Folter unter kontrollierten Bedingungen, eine saubere Hinrichtung... das wäre doch viel effizienter als die chaotische und unsichere Methode, die hier angewendet wird.

Egal. So spannend, blutig, zynisch, trotzdem witzig und auf geniale Weise anders als die gewohnte Genre-Kost war schon lange kein Horrorfilm mehr. Und Sigourney Weaver ist mit dabei. Was will man mehr?

Blu-ray-Features

Während des Hauptfilms wird bei aktiviertem "Interactive Experience" ab und zu Bild-im-Bild-Material mit Interviews, Blicken hinter die Kulissen usw. eingeblendet.

Die einzelnen Menüpunkte des Bonusmaterials ergeben insgesamt eine anschauliche Dokumentation, die nicht so hektisch zusammengeschnitten wirkt, wie das bei solchen Featurettes sonst üblich ist. Regisseur Drew Goddard erklärt zum Beispiel, dass er Visual Effects eigentlich nicht mag, und dass deshalb wo immer möglich auf CGI verzichtet wurde. Das finde ich sehr lobenswert, und in den Extras kann man die Details der unzähligen Monstermasken, -anzüge, -modelle usw. genauer bewundern. Im Film sind die meisten Ungeheuer ja nur ganz kurz zu sehen. Fran Kranz präsentiert seine Kiffer-Requisiten, Höhepunkt ist natürlich die als Thermo-Tasse getarnte Bong, die im Film von Marty als Waffe eingesetzt wird. Produzent und Drehbuch-Coautor Joss Whedon führt den Zuschauer durch die Hüttenkulisse. Praktisch die gesamte Hütte wurde im Originalmaßstab im Studio aufgebaut.

Zu guter Letzt gehört noch eine Fragestunde zum Bonusmaterial. Goddard und Whedon haben sich nach einer Vorführung des Films beim WonderCon 2012 den Fragen des Publikums gestellt. Eine Zuschauerin stellt eine Frage, die auch mir unklar geblieben ist: Wenn eines der Opfer stirbt, wird im Kontrollraum ein Hebel gezogen. Daraufhin wird Blut freigesetzt, das über ein Wandrelief in der Kammer der alten Götter läuft. Warum aber geschieht das auch bei Martys vermeintlichem Tod? Antwort: Es handelt sich nicht um das Blut der Opfer, sondern um rituelles Blut. Bei Marty haben die Kontrolleure einen Fehler gemacht. Deshalb gab es nach der Freisetzung des für ihn vorgesehenen Ritualblutes ein Erdbeben, denn die alten Götter wussten Bescheid...


J. Kreis, 15.05.2013




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