Buckaroo Banzai


Buckaroo Banzai Die 8. Dimension (USA, 1984)
- The Adventures of Buckaroo Banzai Across the 8th Dimension -

Blu-ray, Koch Media
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 102 Minuten

Extras:
- Audiokommentar
- Pinky Carruthers unbekannte Fakten (Textkommentar)
- Alternativer Anfang (4:16 Min.)
- Dokumentation zum Film (22:49 Min.)
- Geschnittene Szenen (13:33 Min.)
- Interview mit Regisseur W.D. Richter (1:40 Min.)
- Animierter Pitch-Trailer (2:25 Min.)
- Banzai-Radio: Audiointerview (10:03 Min.)
- Bildergalerie (2:23 Min.)
- Trailer

Regie:
W. D. Richter

Hauptdarsteller:
Peter Weller (Buckaroo Banzai)
John Lithgow (Dr. Emilio Lizardo / Lord John Whorfin)
Ellen Barkin (Penny Priddy)
Carl Lumbly (John Parker)
Jeff Goldblum (Dr. Sidney Zweibel / New Jersey)




Story

Buckaroo Banzai ist ein weltberühmter und allseits beliebter Rockstar, Comicheld, Kampfsportler, Rennfahrer, Neurochirurg und Kernphysiker. Mit seinem aus den Hong Kong Cavaliers, den Radar Rangers, den Blue Blaze Irregulars, den Rug Suckers sowie verschiedenen anderen Anhängern und Fans bestehenden Team arbeitet er im Banzai Institute und von einer mobilen Einsatzzentrale aus (die gleichzeitig als Tourbus dient) mit der US-Regierung zusammen, um die Welt vor dem Bösen zu schützen. Bei der Erprobung eines überschallschnellen Jet-Autos setzt er insgeheim den von seinem Mentor Prof. Hikita konstruierten Oszillations-Alpha-Laser ("Oscillation Overthruster") ein. Ausgehend von der Erkenntnis, dass jegliche Materie hauptsächlich aus Zwischenräumen besteht, hat Hikita die Idee entwickelt, dass es möglich sein müsste, in eine andere Dimension einzudringen und somit beispielsweise einen Berg zu durchqueren. Genau das gelingt Buckaroo während der Testfahrt, doch bei der Durchquerung der 8. Dimension nimmt er unabsichtlich etwas mit ins vierdimensionale Raum-Zeit-Kontinuum. Er stößt mit einem nichtmenschlichen Organismus zusammen, der sich am Jet-Auto festsetzt.

In den Nachrichten wird groß über Buckaroos Erfolg berichtet. So erfährt Dr. Emilio Lizardo, dass ein funktionsfähiger Overthruster existiert. Lizardo und Prof. Hikita haben schon 1938 an einem solchen Gerät gearbeitet. Bei der ersten nur teilweise erfolgreichen Erprobung ist Lizardo kurz in die 8. Dimension eingedrungen. Dort ist sein Geist von Lord John Whorfin übernommen worden, dem Kriegsherrn der reptilienartigen Roten Lectroiden. Whorfin und seine bösen Gefolgsleute sind aufgrund diverser Gräueltaten von ihren friedfertigen Artgenossen, den Schwarzen Lectroiden vom Planeten 10, in die 8. Dimension verbannt worden. Whorfin und einige weitere Rote Lectroiden leben seit Jahrzehnten unerkannt auf Erden unter den Menschen. Sie wollen ihre immer noch in der 8. Dimension gefangenen Kameraden befreien und Planet 10 erobern. Die Roten Lectroiden haben eine Firma namens Yoyodyne Propulsion Systems gegründet und kassieren Fördermittel zum Bau eines neuartigen Bombers vom US-Verteidigungsministerium. In Wahrheit basteln sie an einem Raumschiff, das sie für eigene Zwecke einsetzen wollen. Lizardo/Whorfin und seine Schergen setzen nun alles daran, den Overthruster an sich zu bringen.

Bei einem Konzert lernt Buckaroo die selbstmordgefährdete Penny Priddy kennen. Da sie seiner verstorbenen Frau wie aus dem Gesicht geschnitten ähnelt, nimmt er sie unter seine Fittiche. Buckaroo wird von einem Lectroiden-Energieschock getroffen und gewinnt dadurch die Fähigkeit, die wahre Gestalt der Lectroiden zu erkennen. Außerdem wird ihm eine Formel übermittelt. Die Cavaliers hacken den Yoyodyne-Zentralcomputer. So kommen sie den Machenschaften der Roten Lectroiden auf die Schliche. Weitere Informationen erhalten sie von John Parker, einem Schwarzen Lectroiden, der mit einem Beiboot eines in den Erdorbit eingeschwenkten Raumschiffes gelandet ist. Per Hologrammnachricht wird Buckaroo aufgefordert, die Roten Lectroiden aufzuhalten. Sollte ihm das nicht gelingen, werden die Schwarzen Lectroiden der Menschheit "helfen", sich selbst zu vernichten. Kurz danach greifen die Roten Lectroiden Buckaroos Basis an und töten einige Cavaliers. Sie entführen Penny, um Buckaroo zu erpressen. Mit John Parkers Hilfe dringen Buckaroo und sein Team in die Yoyodyne-Fabrik ein. Buckaroo wird gefangen genommen und ebenso gefoltert wie Penny. Buckaroo kann sich befreien, als Whorfin und seine noch nicht von den Cavaliers über den Haufen geschossenen Gefolgsleute den Start des Raumschiffs vorbereiten. Buckaroos Arztkollege und neuestes Cavaliers-Mitglied Dr. Sidney Zweibel versucht vergeblich, Pennys Leben zu retten.

Buckaroo und John Parker kapern ein bewaffnetes Beiboot und schießen das Raumschiff nach kurzer Verfolgungsjagd ab. Die Schwarzen Lectroiden stellen die schon in die Wege geleiteten Vorbereitungen für den Dritten Weltkrieg ein. John Parker kann mit dem Beiboot nach Hause zurückkehren. Als Buckaroo die tote Penny zum Abschied küsst, springt etwas von der Lectroiden-Energie auf sie über, wodurch sie ins Leben zurückgeholt wird.


Kringels Meinung

Ich gebe es nicht gern zu, aber es war nicht alles gut in den Achtzigern! In diesem Jahrzehnt sind nicht nur unvergessliche, bis heute nachwirkende Film-Meilensteine ins Kino gekommen, sondern auch einige sehr obskure Machwerke. Manche sind so schlecht, dass sie schon wieder gut sind, andere sind einfach nur schlecht. In welche Kategorie fällt "Buckaroo Banzai"? Geschmackssache, würde ich sagen. Mir gefällt der Film nicht so besonders, aber aus mir unerfindlichen Gründen hat "Buckaroo Banzai" Kultstatus erlangt. Ich muss anmerken, dass ich den Film erst irgendwann Mitte der Neunziger auf Video gesehen habe. Wäre ich zehn Jahre zuvor ins Kino gegangen, hätte ich den Film vielleicht ebenso ins Herz geschlossen wie den mindestens ebenso schrägen Flash Gordon-Film aus dem Jahre 1980. Um mit 20 Jahren Abstand einen neuen Blick auf "Buckaroo Banzai" werfen zu können, habe ich mir jetzt mal die Blu-ray zugelegt. Die war zum Glück billig, denn ich muss leider sagen, dass ich der wirren Story und der extrem holprigen Inszenierung immer noch nichts abgewinnen kann!

Dabei bin ich mir durchaus bewusst, dass der Film eine Persiflage sein soll, eine Parodie all jener SF-Filme, in denen ein heldenhafter Tausendsassa irgendwelche außerirdischen Invasoren unschädlich macht. Dieses Klischee wird in Buckaroos Person auf die Spitze getrieben. Über die altbackenen Spezialeffekte kann ich angesichts des Alters des Films großzügig hinwegsehen, zumal mit einfachen Mitteln ein ganz eigener, irgendwie "organischer" Look für die Lectroiden-Schiffe kreiert wurde. Ich habe auch kein Problem damit, dass ständig irgendwelche Typen auftauchen, die anscheinend irgendwie wichtig sind, zu Buckaroos Team gehören oder dieses unterstützen, im Grunde aber nicht gebraucht werden, keinerlei Hintergrundgeschichte haben und nicht erkennen lassen, wodurch sie sich für die Zugehörigkeit zum Team Banzai qualifizieren. Pennys einziger Existenzzweck besteht zum Beispiel darin, dass sie in Gefahr gerät und gerettet werden muss. Die verschiedenen Logikbugs sind schon schwerer zu ignorieren. So wird behauptet, dass Whorfin seine in der 8. Dimension gefangenen Spießgesellen befreien will. Sie scheinen aber allesamt längst in der realen Welt angekommen zu sein. Wozu braucht er also den Overthruster? Befindet sich etwa der gesamte zu erobernde Planet 10 in der 8. Dimension? Davon ist nicht die Rede. Jedenfalls hatte ich auch beim wiederholten Anschauen den Eindruck, ein konfuses Sammelsurium nicht zueinander passender Episoden zu sehen, aber keinen kohärenten Film. Vom grottigen Synthie-Soundtrack ganz zu schweigen.

"Buckaroo Banzai" hat zumindest einen großen Pluspunkt, nämlich John Lithgow. Während Peter Weller in der Hauptrolle die meiste Zeit ziemlich gelangweilt wirkt, chargiert Lithgow als Oberbösewicht Whorfin völlig ungehemmt mit irrem Gesichtsausdruck, größtmöglicher Theatralik und merkwürdigem Akzent. Tatsächlich ist Whorfin die einzige erinnerungswürdige Figur. Schade, dass er nicht mehr Auftritte hat! Ansonsten funktioniert der Humor nur dann, wenn er nicht zu "gewollt" rüberkommt. Sei es, dass dem US-Präsidenten ein Kriegserklärungs-Formular ("Kurzfassung") überreicht wird oder dass die Lectroiden sichtlich genervt und gelangweilt in der Yoyodyne-Zentrale herumhängen, während sie von Whorfin angefeuert werden - witzige Momente dieser Art sind durchaus vorhanden, trotzdem fehlt dem Film stets der letzte Kick.


Blu-ray-Features

Ich hatte immer den Eindruck, dass mir verschiedene entscheidende Informationen zum Verständnis der Story fehlen. Diese Vermutung wird durch das Bonusmaterial bestätigt. Darin wird immer wieder auf eine Novelization aus der Feder des Drehbuchautors Earl Mac Rauch verwiesen. Dieser Roman war mir bislang nicht bekannt, ich habe ihn jetzt mal bestellt. Ich werde berichten! Jedenfalls enthält der Roman angeblich all das, was dem Film fehlt: Backstorys für die vielen Nebenfiguren, mehr Informationen zu Penny und Peggy - und ein komplettes fiktives Universum, in welches das Geschehen eingebettet ist. Einzelne Elemente daraus finden sich im alternativen Anfang und den 14 geschnittenen Szenen wieder. So sieht man, wie Dr. Masado Banzai und dessen von Jamie Lee Curtis gespielte Ehefrau Sandra (Buckarooos Eltern) im Jahre 1954 bei einem infolge eines Sabotageakts katastrophal scheiternden Feldversuch vor den Augen des fünfjährigen Buckaroo ums Leben kommen. Dahinter steckt ein gewisser Hanoi Xan, Oberhaupt der World Crime League und Buckaroos Erzfeind. Hanoi Xan muss auch etwas mit Peggys Tod zu tun haben. Der alternative Anfang ist absichtlich im Stil eines Schmalfilmes gehalten. Die schlechte Qualität der geschnittenen Szenen muss man dagegen einfach hinnehmen. Sie sind ohnehin größtenteils uninteressant.

Die Filmdokumentation enthält Interviews, die in den Achtzigern während der Dreharbeiten entstanden sein müssen. Einige Schauspieler geben darin selbst zu, dass sie keine Ahnung haben, wovon der Film handelt! Es ist auch einiges an Hinter-den-Szenen-Material vorhanden. Man sieht, wie verschiedene Requisiten und die Masken hergestellt werden. Zusätzlich ist ein Interview des Regisseurs W. D. Richter aus dem Jahre 2002 enthalten. Er lässt sich ein wenig über den Film aus und hat den Overthruster dabei. In einem separaten Interviewschnipsel deutet er an, der Audiokommentar enthalte einen Hinweis auf den Sinn der rätselhaften Wassermelonen-Szene. Im Banzai-Institut gibt es nämlich einen Raum, in dem sich aus unbekannten Gründen eine Wassermelone befindet. Diese Szene scheint völlig sinnlos zu sein. Wenn ich den Audiokommentar richtig verstanden habe, dann war das Absicht. Der Regisseur wollte wissen, ob die Szenen von den Studioleuten, die sich die täglichen Aufnahmen angeschaut haben, bemängelt werden würde. Das war nicht der Fall und somit wusste er, dass er sich alles erlauben kann ...

Der "Animierte Pitch-Trailer" ist eine CGI-Demo für potentielle Geldgeber einer geplanten, aber nie realisierten BB-Fernsehserie. In einem Nur-Ton-Interview unterhält sich Terry Erdmann, der damals am Marketing für "Buckaroo Banzai" beteiligt war, mit Denise Okuda, die sich seinerzeit unter anderem um die Fanpost gekümmert hat. Die Werbekampagne, das Merchandising und das Fandom sind die Themen dieses Gesprächs.


J. Kreis, 06.04.2016




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