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Brust oder Keule (F, 1976)
DVD - Regionalcode 2, Tobis Home Entertainment
FSK: 6
Laufzeit: ca. 101 Minuten

Extras
Trailershow

Regie:
Claude Zidi

Hauptdarsteller:
Louis de Funes (Charles Duchemin)
Coluche (Gerard Duchemin)
Ann Zacharias (Marguerite)
Julien Guiomar (Jacques Tricatel)




Inhalt:

Charles Duchemin ist Restaurantkritiker und gibt alljährlich den "Guide Duchemin" heraus, ein Buch, mit dem über Wohl und Wehe sämtlicher Restaurants Frankreichs entschieden wird. Denn Duchemin beschäftigt einen ganzen Kader an von ihm selbst ausgebildeten Test-Essern, die er inkognito durchs Land schickt (er selbst macht in verschiedenen Kostümierungen dabei natürlich auch mit) und deren Urteil dann ausschlaggebend dafür ist, ob ein Restaurant einen oder mehrere der begehrten "Sterne" erhält oder auch aberkannt bekommt. Duchemin sieht sich selbst als Hüter der französischen Esskultur und soll wegen seiner diesbezüglichen Verdienste demnächst sogar in die Academie Francaise aufgenommen werden. Trotz dieser erfreulichen Aussichten ist Duchemin nicht glücklich. Sein Sohn Gerard, der eines Tages seine Nachfolge antreten soll, möchte lieber Clown werden und begleitet seinen Vater nur deshalb auf seiner letzten Test-Reise durch die Provinz, weil Duchemins neue (junge und hübsche) Aushilfs-Sekretärin Marguerite dabei ist, in die Gerard sich verliebt hat. Diese Reise sorgt für so manche Verwicklung, denn Gerards ohnehin schon in Finanzschwierigkeiten steckender kleiner Zirkus muß ihm in die Provinznester folgen, die Duchemin senior ansteuert. Bei einer dieser Gelegenheiten erfährt Duchemin denn auch von den bisher geheim gehaltenen Zukunftsplänen seines Filius.

Viel schlimmer als diese privaten Schwierigkeiten ist für Duchemin jedoch die Nachricht, daß sein Erzfeind Tricatel, Betreiber von Autobahnraststätten und Hersteller von Fast-Food, nach und nach viele einstmals traditionsreiche Restaurants aufkauft und dort dann nur noch seine ungenießbaren synthetischen Nahrungsmittel an den Kunden bringt. Um Tricatels Machenschaften zu entlarven, will Duchemin sich ihm in einem Fernsehduell stellen. Tricatel ist aber auch nicht auf den Kopf gefallen. Er schickt seinem Erzfeind einen Spion hinterher, der jedem Besitzer der Restaurants, die Duchemin testen will, dessen wahre Identität verrät. Einer dieser Restaurantbesitzer will sich an Duchemin rächen, denn der hat ihm vor einiger Zeit seinen "Stern" aberkannt und ihn damit ruiniert. Er zwingt Duchemin mit vorgehaltener Flinte, alle möglichen Küchenabfälle und auch einiges an Tricatel-Fraß hinunterzuschlingen. Dieses Attentat hat ungeahnte Folgen: Duchemins feiner Gaumen, der bisher in der Lage war, jede noch so feine Geschmacksabstufung zu erschmecken und z.B. sogar das Alter des Rinds zu bestimmen, von dem ein Steak stammte, erträgt die widerliche Folter nicht. Duchemin verliert seinen berühmten Geschmackssinn!

Doch der pfiffige Feinschmecker gibt sich nicht geschlagen. Er dringt mit Gerard in Tricatels Fabrik ein und schmuggelt einige der dort hergestellten künstlichen Lebensmittel heraus. Dabei entkommt er nur knapp einem Mordanschlag, den der schon im Fernsehstudio sitzende Tricatel selbst initiiert hat. Weiterhin erklärt er seinen Sohn Gerard offiziell zu seinem Nachfolger, so daß dieser an seiner Stelle am TV-Duell teilnehmen kann. Es läuft auch alles ganz gut. Gerard macht seinem Vater alle Ehre und erschmeckt während der Fernsehsendung ein ausgefallenes Gericht nach dem anderen. Nur ein besonderer Wein bereitet ihm Probleme. Da springt Duchemin senior doch noch einmal ein und identifiziert den edlen Stoff anhand des bloßen Aussehens. Jetzt ist Tricatel dran, doch was er nicht weiß: Es werden ihm die von Duchemin herausgeschmuggelten Produkte aus seiner eigenen Firma vorgesetzt! Als Tricatel den Fraß als ungeniessbar bezeichnet und als dann auch noch herauskommt, daß er seinen Konkurrenten hatte beseitigen lassen wollen, sind seine Expansionspläne Geschichte. Duchemin hat gut Lachen, zumal Gerard sich angesichts der Tatsache, daß Marguerite jetzt fest bei Duchemin angestellt wird, evtl. doch noch dazu entschließen könnte, die Nachfolge seines Vaters anzutreten.

Dann ist der große Tag da - Duchemin wird feierlich als neues Mitglied der Academie Francaise begrüßt. Zur Feier des Tages gibt es nach seinem Rezept zubereitete Pasteten. Nur komisch, daß sich in einer davon Duchemins Taschenuhr wiederfindet, die er in Tricatels Fabrik verloren hatte...

Der Film:

Wie es oft der Fall bei Filmen ist, die man als Kind mal gesehen und dann jahrelang in den endlosen TV-Wiederholungen ignoriert hat, fand ich Brust oder Keule irgendwie bei weitem nicht mehr so lustig wie damals. Der Film leidet unter der erbärmlichen deutschen Synchronisation, in der versucht wurde, beinahe jede Szene mit saublöden Sprüchen "lustiger" zu machen - das war in den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts eine weit verbreitete Unsitte. Interessanterweise konzentriert der Film sich diesmal nicht ausschließlich auf den Hauptdarsteller Louis de Funes. Auch der 1986 gestorbene Michel Colcci, genannt Coluche, hat eine große Rolle und soll sein Teil an Humor beisteuern. Das führt zu ganz amüsanten Gegensätzen zur Zappelei und Grimassenschneiderei von de Funes. Es gibt durchaus so manche wirklich witzige Szene, insgesamt wirkt Brust oder Keule heute aber doch etwas arg angestaubt.

Die DVD:

Dazu gibt es nichts zu sagen, außer daß der Film sowohl einzeln als auch zusammen mit Der Querkopf und Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe in einer Box erhältlich ist und daß die Filmtrailer dieser DVD die gleichen sind wie auf den beiden anderen Filmen dieser Box...

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