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enzyklopythonia Das Leben des Brian (GB 1979)
- Monty Pythons Life of Brian -

DVD - Regionalcode 2, Columbia TriStar
FSK: 12
Laufzeit: ca. 90 Minuten

Extras:
Trailer, Dokumentation über die Dreharbeiten

Regie:
Terry Jones

Hauptdarsteller:
Graham Chapman (Brian)
John Cleese (Reg)
Eric Idle (Loretta)
Terry Gilliam (diverse)
Terry Jones (Brians Mutter)
Michael Palin (Pontius Pilatus)
Sue Jones-Davies (Judith)




Inhalt:

Judäa, irgendwann im Jahre Null: Drei Weise aus dem Morgenland folgen einem Stern, um in Bethlehem den Messias zu finden. Das erste neugeborene Kind, das sie finden, trägt den Namen Brian. Sie überhäufen den Jungen mit Geschenken und wollen ihn sogleich preisen - doch bevor sie damit richtig anfangen können, werden sie von Brians Mutter keifend rausgeworfen. Gleich darauf holen sie sich ihre Geschenke zurück, denn der echte Messias liegt nebenan...

Brian wächst auf, ohne zu ahnen, daß er in Wirklichkeit kein echter Judäer ist, sondern der Sohn eines römischen Zenturios, der Brians Mutter einst vergewaltigt hat. Als sie es ihm eines Tages doch erzählt, bricht seine Welt fast zusammen, denn er wünscht sich nichts mehr, als dem Widerstand gegen die römischen Besatzer beizutreten. Irgendwann schafft er es tatsächlich, sich der Volksfront von Judäa anzuschließen (oder war es die Judäische Volksfront?) - nicht zuletzt, um der schönen Judith näherzukommen. Er beteiligt sich an einigen terroristischen Aktionen der VVJ, z.B. schreibt er Romanes eunt domus auf die Wand des Statthalterpalasts (was, wie ihm prompt von einer römischen Wache beigebracht wird, eigentlich Romani ite domum heißen muß). Beim Versuch, die Frau von Pontius Pilatus zu entführen, wird er allerdings geschnappt, eingekerkert und Pilatus vorgeführt. Zum Glück kann er entkommen, während Pilatus sich noch wundert, daß Prian - pardon - Brian der Pastard - pardon - Bastard eines Römers sein soll.

Nachdem Brian fast von Außerirdischen in deren Raumschiff entführt worden wäre, hält ihn das Volk für den Messias oder doch zumindest für einen Propheten. Jetzt hat Brian nicht nur die Römer, sondern auch den erregten Mob auf den Fersen! Aber auch diesmal kann er entkommen. Kurz darauf begegnet er Judith, die von seiner Messias-Vorstellung so begeistert ist, daß sie die Nacht mit ihm verbringt. Was wiederum Brians Mutter am nächsten Morgen gar nicht witzig findet. Erst recht nicht witzig findet sie die Menschenmassen, die ihr Haus belagern, um einen Blick auf den (unbekleideten) vermeintlichen Erlöser werfen zu können! Wenig später wird Brian erneut von den Römern geschnappt und umgehend gekreuzigt. Aber wie singt der Mann am Kreuz nebenan so schön? Always look on the bright side of Life...

Der Film:

Dies dürfte der beste Film der Pythons sein, denn er hat eine richtige Story und sogar eine Botschaft! Abgesehen davon sprüht er natürlich wieder vor absurdem Humor, ist vollgestopft mit skurrilen Charakteren (die selbstverständlich alle von den Pythons gespielt werden, deshalb ist die obige Übersicht der Hauptdarsteller bzw. ihrer Rollen bei weitem nicht vollständig) und sorgt bei mir immer wieder für ungehemmte Heiterkeitsausbrüche, die umso heftiger sind, je mehr Leute sich den Film mit mir zusammen anschauen. Am besten kommt er natürlich im Kino, wenn dort lauter Monty Python - Fans mit dabei sind. Ach so - die Botschaft. Tja, eigentlich ist Brian eine Religionssatire, die insbesondere Fanatismus aller Art, wortreiche (aber sinnleere) Grundsatzdiskussionen und blinden Führerglauben respektlos aufs Korn nimmt. Und das nicht mit moralisch erhobenem Zeigefinger, sondern mit beißendem Sarkasmus und hintergründiger Ironie. Das alles hält die Truppe aber nicht davon ab, wie immer hemmungslos herumzualbern, so daß ein Gag den nächsten jagt.

Ich habe diesen Film inzwischen schon zu oft in der deutschen Übersetzung gesehen, um entscheiden zu können, ob sie genauso mies ist wie die Synchro von Die Ritter der Kokosnuss. Für mich haben die deutschen Dialoge absoluten Kultcharakter erreicht und eine der witzigsten Szenen ist die im Thronsaal von Pilatus ("Der kleine Chelm ist ein Witerporst" und "solche Purchen cheinen hier unüberchehpar Prutal vorchugehen. Plutperaucht." - genial!). Oder die Steinigung mit den als Männer verkleideten Frauen. Oder die Diskussionen der VVJ. Oder die Kreuzigung. Oder...

Die DVD:

Den Film besitze ich nur in der Montys Enzyklopythonia - Ausgabe, auf die dieser Text sich bezieht. Es gibt ihn auch als Einzel-DVD, dabei dürften Film und Extras aber wohl identisch sein. Es gibt eine umfangreiche Dokumentation aus dem Jahre 1979 über die Dreharbeiten, das sind zumeist Interviews direkt am Set mit den Pythons, die dabei z.T. noch ihre Filmkostüme tragen und offensichtlich viel Spaß haben. Obwohl es an den Drehorten (Tunesien) recht heiß gewesen sein muß. Mit dabei ist ein Rückblick über die anderen Werke der Pythons, dazu gehören auch Soloprojekte wie z.B. Fawlty Towers von John Cleese.

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