Blutgletscher


Blutgletscher (Österreich, 2013)

Blu-ray, Koch Media
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 100 Minuten

Extras:
- Creature Feature (11:44 Min.)
- Trailer

Regie:
Marvin Kren

Hauptdarsteller:
Gerhard Liebmann (Janek)
Edita Malovcic (Dr. Tanja Monstatt)
Brigitte Kren (Ministerin Bodicek)
Felix Römer (Harald)
Hille Beseler (Birte)
Peter Knaack (Falk)
Wolfgang Pampel (Bert Krakauer)
Murathan Muslu (Luca)
Michael Fuith (Urs)
Adina Vetter (Irene)




Story

In der auf 3.500 Metern Höhe in den Alpen gelegenen Klimaforschungsstation Glazius leben und arbeiten drei Wissenschaftler und ein Techniker zusammen. Das Forschungsteam wechselt jährlich, aktuell besteht die Besatzung aus Birte, Falk und Harald. Der Techniker Janek haust schon im fünften Jahr in einer Hütte neben der Station. Er hat sich in die früher dort eingesetzte Glaziologin Tanja Monstatt verliebt und wurde vor etwa drei Jahren von ihr sitzen gelassen. Seitdem betrinkt sich Janek regelmäßig und beschäftigt sich lieber mit seinem Hund Tinnitus als mit den Kollegen. Tanja gehört jetzt zu einem Klimakompetenzteam und begleitet Ministerin Bodicek bei einer vom Bergsteiger Krakauer geführten Wanderung zur Glazius-Station. Janek ist nicht begeistert von der Aussicht, demnächst der Frau wiederzubegegnen, die sein Herz gebrochen hat. Die Wissenschaftler setzen große Hoffnungen in diese PR-Aktion, denn unterwegs will sich die Ministerin ein Bild von den Auswirkungen des Klimawandels machen.

Tatsächlich ist der lokale Gletscher schon fast vollständig abgeschmolzen. Kurz vor der erwarteten Ankunft der Ministerin entdecken Janek und seine Kollegen unbekannte Mikroorganismen, die das verbliebene Eis rot färben, so dass es aussieht, als blute der Gletscher. Tinnitus wird in einer Gletscherhöhle von (wie Janek glaubt) einem tollwütigen Fuchs gebissen. In der Nacht treibt sich der Fuchs bei der Station herum. Janek ist entsetzt, als er das Tier zu Gesicht bekommt, denn es ist bizarr deformiert. Die Wissenschaftler glauben ihm nicht, außerdem ist das "Gletscherblut" am nächsten Tag verschwunden. Doch dann stolpert Janek buchstäblich über eine Kreatur, die es nicht geben dürfte. Das Wesen sieht aus wie eine riesige, teils mit Fuchspelz besetzte Assel. Birte stellt fest, dass die Gletscherblut-Einzeller hierfür verantwortlich sind. Sie sind so etwas wie ein Genlabor mit Brutkasten. Finden sie einen Wirt, so kombinieren sie dessen Erbgut mit der DNS seines Mageninhalts und erschaffen daraus rasend schnell wachsende und äußerst aggressive Schimären - in diesem Fall Zwitterwesen aus Fuchs und Insekt.

Gegen den Widerstand seiner Kollegen warnt Janek Tanja per Satellitentelefon vor dem "tollwütigen Fuchs" und geht ihr entgegen. Die Ministerin hat bereits mit dem Aufstieg begonnen. Mit von der Partie sind neben Tanja und Krakauer noch Bodiceks Assistentin Irene, der Bodyguard Luca und der Reporter Urs. Letzterer wird von einem mutierten Insekt gestochen. Wenig später wird ein panisch herumrennendes Bauernmädchen aufgegriffen. Es wurde von einer Flugschimäre verletzt, die jetzt über Luca herfällt und ihn tötet. Urs läuft Richtung Tal, die anderen fliehen zur Forschungsstation, wobei sie das Mädchen mitnehmen. Hilfe kann nicht gerufen werden. Die Wissenschaftler wollten ihre Entdeckung geheim halten, deshalb haben sich Falk und Birte auf den Weg zu einer Messstelle beim Gletscher gemacht, um die Riesenassel dort zu verstecken. Das einzige Funktelefon haben sie mitgenommen. Birte wurde von der Assel angegriffen und von Falk versehentlich erschlagen. Nachdem Janek erfahren hat, dass Tanja seinerzeit von ihm schwanger war (sie hat das Kind nicht behalten), muss er Tinnitus einschläfern. Falk kommt ohne das Telefon zurück. Er wird von einem mutierten Steinbock verfolgt, der nur mit knapper Not vertrieben werden kann.

Janek, Tanja und Falk machen sich auf die Suche nach dem Telefon. Derweil gelingt es Bodicek, eine im Körper des Mädchens heranwachsende Schimäre zu entfernen und zu verbrennen. Da taucht der grässlich entstellte Urs auf. Unzählige Stechmücken-Mutanten brechen aus seinem Körper hervor, Panik bricht aus. Harald setzt sich selbst und die Station in Brand. Inzwischen haben Janek und seine Begleiter die Gletscherhöhle erreicht. Falk hat Birtes Leiche dort versteckt. Er bedroht die anderen, wird aber von einer Käfer-Fuchs-Schimäre getötet. Gemeinsam erledigen Janek und Tanja das Monster. Sie finden das Telefon und fordern Evakuierung durch einen Hubschrauber an, der wenig später bei der zerstörten Station eintrifft. Dort haben nur die Ministerin, Irene und Krakauer überlebt. In Janeks Hütte findet Tanja ein weiteres Mischwesen vor. Tinnitus hatte nach seiner Infektion etwas von Janeks Blut aufgeleckt. Neben dem toten Hund liegt jetzt ein teilweise menschliches Neugeborenes. Tanja nimmt das Wesen mit in den Hubschrauber. Der Gletscher blutet wieder...

Kringels Meinung

Eine abgeschiedene Forschungsstation, ein unbekanntes Wesen, das vermutlich seit Jahrtausenden im ewigen Eis eingeschlossen war, jetzt befreit wird und daraufhin für grausige Mutationen bei Mensch und Tier sorgt - klingt das nicht alles sehr nach Das Ding aus einer anderen Welt? Ich weiß nicht, ob der Drehbuchautor von diesem Film inspiriert wurde oder ob "Blutgletscher" als Hommage gedacht ist, jedenfalls sind die Ähnlichkeiten unübersehbar. Leider entsteht in "Blutgletscher" zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd eine so unheimliche, bedrohliche Atmosphäre wie in John Carpenters Film. Das liegt zum Teil daran, dass die Frage, wer denn nun infiziert sein mag und wer (noch) nicht, bei "Blutgletscher" komplett wegfällt. Die Station wird lediglich von verschiedenen Kreaturen belagert, und wenn die Wissenschaftler nicht so dumm gewesen wären, sich in diese Gefahr hinauszuwagen und dabei auch noch die einzige Verbindung zur Außenwelt (das Satellitentelefon) mitzunehmen, dann wäre der Film schon nach der Hälfte zu Ende gewesen. Dummerweise sind fast alle Figuren, die der Bedrohung zum Opfer fallen, entweder total unsympathisch oder haben kaum Zeit, für eine emotionale Beteiligung des Zuschauers zu sorgen. Wie soll man da mitfiebern? Schade! Das alles ist in Rammbock, Marvin Krens Erstlingswerk aus dem Jahre 2010, erheblich besser gelungen.

Lobend erwähnen sollte ich das Kreaturen-Design. Alles handgemacht, mit viel Liebe zum Detail hergestellt... aber leider nicht immer effektvoll im Film eingesetzt. Ähnlich wie in "Das Ding aus einer anderen Welt" wird auch in "Blutgletscher" eine Grundregel des Horrorfilms missachtet, die da lautet: Zeige das Monster nicht! Tja, und wo die spektakulären Effekte des 30 Jahre älteren Films auch heute noch für recht heftige Schockmomente sorgen, da entsteht angesichtes der Gletscherblut-Mutanten manchmal eher unfreiwillige Komik. Jedenfalls hätte es für meinen Geschmack völlig ausgereicht, wenn die Steinbock-Kreatur nur kurz gezeigt worden wäre, und wenn man dann nur noch gesehen hätte, wie die Station wackelt und kracht, während das Vieh von draußen dagegen anrennt. Aber nein, Janek packt den Bock beherzt bei den Hörnern, so dass die außer Rand und Band geratende Ministerin zum Bohrer greifen und dem Untier ein neues Ohrloch verpassen kann. Ich fand die schauspielerischen Leistungen eher durchwachsen. Im Grunde hat mich nur Gerhard Liebmann wirklich überzeugt. Manche andere haben auf mich eher wie Laienschauspieler gewirkt, und das schadet der Spannung ganz erheblich. Dass mich Santos (der Hund) mehr für sich einnehmen konnte als jedes andere Opfer der Gletscherblut-Organismen sagt wohl schon genug...

Trotz der interessanten Ausgangssituation, einiger guter Ansätze und eines professionellen Looks mit wunderbaren Landschaftsaufnahmen hat mich "Blutgletscher" weit weniger gefesselt als der mit vermutlich erheblich geringerem Aufwand gedrehte Film "Rammbock".

Blu-ray-Features

Das "Creature Feature" ist eine Zusammenstellung unkommentierter Aufnahmen von der Herstellung der verschiedenen Kreaturen. Das Team hat viel Mühe und Aufwand in die Viecher hineingesteckt, somit ist der Jubel, in den die Damen und Herren am Ende der leider nur kurzen Featurette ausbrechen, durchaus gerechtfertigt. Leider wurden die Clips so verfremdet, dass sie wie uralte Super 8 - Filme aussehen. Warum nur? So gehen einige Details verloren.


J. Kreis, 16.06.2014




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