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Blues Brothers The Blues Brothers (USA, 1980)
DVD - Regionalcode 2, Universal
FSK: 12
Laufzeit: ca. 142 Minuten

Extras
"Die Geschichten um das Making of", Original-Trailer, Produktionsnotizen und Infos zu den Hauptdarstellern (Texttafeln), Universal-Weblink

Regie:
John Landis

Hauptdarsteller:
John Belushi (Joliet Jake Blues)
Dan Aykroyd (Elwood Blues)
Cab Calloway (Curtis)
Carrie Fisher (Jakes sitzengelassene Freundin)
James Brown (Reverend Cleophus James)
Die Blues Brothers Band
u.v.m.!




Inhalt:

Jake Blues wird nach 3 Jahren vorzeitig wegen guter Führung aus dem Gefängnis entlassen und von seinem Bruder Elwood mit dem neuen Bluesmobil, einem umgebauten Polizeiauto, abgeholt. Sie besuchen das Saint Helen - Waisenhaus, in dem sie aufgewachsen sind (Jake hatte es der Nonne, die das Haus leitet, versprochen) und vernehmen dort die böse Nachricht, daß es verkauft werden soll, falls nicht innerhalb von elf Tagen 5.000 Dollar an Steuerschulden bezahlt werden. Natürlich können die "Pinguine" soviel Geld nicht aufbringen. Die Kinder würden dann auf der Straße stehen, die Nonnen selbst würden wahrscheinlich in irgendwelche finsteren Missionen geschickt werden... Das können Jake und Elwood nicht zulassen, denn die Nonnen und der alte Hausmeister Curtis sind die einzige Familie, die die Blues Brothers je hatten. Leider würde die Schwester Oberin niemals unrechtmäßig erworbenes Geld annehmen. Deshalb müssen die Blues Brothers den Zaster irgendwie auf legalem Wege zusammenkratzen. Nur: wie? Während eines von Reverend Cleophus James gehaltenen Gottesdienstes kommt Jake die Erleuchtung: Er wird "DIE BAND" wieder zusammenbringen, seine alte Musikgruppe aus alten, erfolgreichen Zeiten! Es wäre doch gelacht, wenn das Geld dann nicht nach ein paar Gigs zusammenkommen würde, schließlich sind die Blues Brothers im Auftrag des Herrn unterwegs!

Dieses Vorhaben erweist sich aber als problematisch, denn die Band hat sich längst aufgelöst, alle Musiker haben "ernsthafte" Jobs angenommen. Außerdem bekommt Elwood Ärger mit der Polizei, denn er wird mit ungültigem Führerschein erwischt, als er eine rote Ampel überfährt. Er liefert sich eine Verfolgungsjagd mit den Cops, bei der ein ganzes Einkaufszentrum zu Bruch geht - von diesem Moment an hat er also die Polizei am Hals. Jake wiederum wird von seiner Ex verfolgt, die er am Tag der Hochzeit sitzen gelassen hat und die sich jetzt immer neue Methoden ausdenkt, um ihrem untreuen Liebhaber das Lebenslicht auszublasen. Schließlich machen die Blues Brothers sich noch die Illinois-Nazis zu Feinden, indem sie eine Kundgebung der Braunhemden im wahrsten Sinn des Wortes baden gehen lassen. Nichtsdestotrotz gelingt es den Blues Brothers tatsächlich, nach und nach alle Mitglieder ihrer alten Band zusammenzubringen und Instrumente zu besorgen. Aber schon der erste Auftritt in "Bob's Country Bunker" geht in die Hose, denn dort wartet man nicht auf Soulmusiker, sondern auf die Country-und-Western-Combo "The Good Ole Boys" - Jake hat sich den Auftritt in dem Western-Saloon ergaunert. Außerdem übersteigen die Kosten für den Bierkonsum der Band die Gage bei weitem... Zu allem Überfluß tauchen auch noch die echten "Good Ole Boys" auf, was zur nächsten Verfolgungsjagd führt.

Endlich kann Jake einen richtig großen Auftritt an Land ziehen: Ein großes Konzert im Palace Hotel Ballroom. Die Blues Brothers rühren mächtig die Werbetrommel (unterstützt von den Kindern des Waisenhauses) und so füllt der Saal sich schnell - allerdings bleibt das auch den "Good Ole Boys" und der Polizei nicht verborgen. Obwohl der Saal umstellt wird, können Jake und Elwood sich hineinschmuggeln, nachdem sie endlich am Ort des Geschehens eingetroffen sind (unterwegs war ihnen das Benzin ausgegangen). Das Konzert wird ein voller Erfolg, ein Agent, der eine Platte mit den Blues Brothers aufnehmen will, gibt ihnen 10.000 Dollar Vorschuss. Damit können sie alle Schulden begleichen und es bleibt sogar noch etwas für die Jungs von der Band übrig, die gerade erst Wind davon bekommen haben, daß sie ohne Gage spielen sollten. Auf der Flucht durch die Kanalisation muß Jake noch schnell seine Ex becircen, die ihm aufgelauert hat und ihn am liebsten mit Blei vollpumpen würde. Die Fahrt nach Chicago, wo die Schulden des Waisenhauses beglichen werden müssen, wird zu einer wahren Materialschlacht, bei der Dutzende von Polizeiautos zu Schrott verarbeitet werden. Gerade noch rechtzeitig können Jake und Elwood das Geld abliefern, während draußen weitere Polizisten, Feuerwehrleute, Spezialeinheiten und die Nationalgarde sich anschicken, das Gebäude zu stürmen. Dieser Übermacht sind auch Jake und Elwood nicht gewachsen - diesmal gehen sie gemeinsam in den Knast. Und entfesseln dort prompt mit dem "Jailhouse Rock" einen Gefangenenaufstand...

Der Film:

Heutzutage wird ja jeder Mist sofort als "Kult" bezeichnet und in 99,9 Prozent der Fälle ist das absolut ungerechtfertigt. Nicht so bei "The Blues Brothers"! Dieser Film ist ein echter Kult-Klassiker, den man immer wieder sehen kann, ohne sich zu langweilen. Das liegt nicht zuletzt an den wie bei einem Musical in die Handlung eingeflochtenen Musik-/Tanzszenen, bei denen man solche Gaststars wie Aretha Franklin, Ray Charles, James Brown, John Lee Hooker und andere bewundern kann - erstaunlich, daß diese Größen der Musikszene bereit waren, in winzigen Nebenrollen aufzutreten! Die Band der Blues Brothers besteht ebenfalls aus hochklassigen Musikern. Aber auch Belushi und Aykroyd können sich mit ihren Interpretationen bekannter Songs mehr als sehen lassen. Der Soundtrack ist inzwischen genauso legendär geworden wie der Film selbst. Nur wer mit Blues & Soul überhaupt nichts anfangen kann, wird bei diesen Szenen ruhig auf der Couch sitzen bleiben können! Die beiden unnachahmlichen Hauptfiguren - immer mit stoisch-unbewegten Mienen, schwarzen Anzügen und Sonnenbrillen - sind natürlich das Highlight des Films. Die Blues Brothers sind durch nichts (außer durch gute Musik) aus der Ruhe zu bringen, egal ob ein Haus über ihnen zusammenbricht, ob sie mitsamt einem Telefonhäuschen durch eine Explosion in die Luft geschleudert werden oder ob Jacks Ex den Hoteleingang, den sie gerade betreten, mit einem Raketenwerfer in Trümmer ballert - immer bleiben sie unbeeindruckt und haben meist noch einen trockenen Spruch auf Lager. Viele dieser unvergleichlichen One-Liner sind in die (Film-)Geschichte eingegangen und werden immer wieder gern zitiert. Dabei reden die beiden gar nicht so viel, überhaupt gibt es relativ wenig Dialog im ganzen Film. Der Humor entsteht denn auch zumeist durch die bizarren Situationen, in die Jake und Elwood immer wieder geraten, und durch all die vielen kleinen Details, die man oft erst beim mehrfach wiederholten Filmgenuß bemerkt.

Die Actionszenen dieses Films muß man einfach gesehen haben. Sie sind derart übertrieben, daß man sie nicht ernst nehmen kann. Daß Elwoods Fahrkünste spätestens in dem Moment nicht mehr real sein können, in dem er das Bluesmobil einen Salto rückwärts schlagen läßt, dürfte auch den Moralwächtern der Freiwilligen Selbstkontrolle aufgefallen sein, denn sonst wäre der Film sicher nicht ab 12 Jahren freigegeben worden. Zu Schaden kommt trotz all der fast schon surrealen Zerstörungswut ja ohnehin niemand. Die haarsträubenden Verfolgungsjagden gipfeln immer mindestens in der Verschrottung einiger Polizeiautos, es wird aber auch schonmal ein Einkaufszentrum fachgerecht zerlegt und für das Ende der Illinois-Nazis wurde ein Auto von einem Hubschrauber abgeworfen... Trotz aller Abgedrehtheit bleibt aber die Spannung nicht auf der Strecke, was auch daran liegt, daß alle Actionszenen an Originalschauplätzen gedreht wurden. Irgendwelche billigen Trickaufnahmen vor Studiokulissen wird man in diesem Film nicht finden!

Angeblich ist die DVD-Version dieses Films ca. 12 Minuten länger als die Kinoversion. Es wurden einige zusätzliche Szenen eingefügt, die nicht nachsynchronisiert worden sind. So bekommt man Elwood an seinem alten Arbeitsplatz zu sehen, manche Musikszenen sind länger und man sieht die Garage des Bluesmobils: Angeblich bezieht es seine "magischen" Kräfte aus der Energie einer Transformatorstation, unter der es geparkt wird. Schaut man sich den Film in der deutschen Version an, so wechselt die Sprache bei den zusätzlichen Szenen ins Englische. Man sollte sich also lieber die englische Version zu Gemüte führen, schon allein deshalb, weil die deutsche Version nur in Mono vorliegt - und das ist bei einem Film, in dem Musik eine so wichtige Rolle spielt, fast schon ein Verbrechen. Gleiches gilt auch für die schlampige bzw. gewollt bekloppte Übersetzung mancher Textzeilen. Das war in den Siebzigern und frühen Achtzigern in Deutschland leider sehr "beliebt".

Die DVD:

Es gibt zwar einige gar nicht so uninteressante Texttafeln zu lesen, Herzstück der Specials ist aber die knapp einstündige Dokumentation "The story behind the Making of The Blues Brothers". Es sind einge Interviews der Schauspieler, des Regisseurs u.a. enthalten, die vermutlich anläßlich der Produktion des Sequels "Blues Brothers 2000" entstanden sind. Man erfährt, daß Belushi und Aykroyd schon früher als "Blues Brothers" aufgetreten sind, u.a. in der Fernsehshow "Saturday Night Live", und es werden einige amüsante Anektdoten aus der damaligen Zeit und über die Entstehung des Films erzählt. Hinzu kommen Ausschnitte von den Dreharbeiten. Zum Beispiel sieht man, wie ein komplettes leerstehendes Einkaufszentrum für die entsprechende Szene wieder aufgebaut und anschließend zerstört worden ist... Dieses "Making of" ist zwar sehr interessant, schaltet man aber die deutschen Untertitel hinzu, wird es erst so richtig lustig. Da werden nämlich nicht nur die Interviews übersetzt, sondern auch die Songtexte der immer wieder eingeblendeten Musikstücke aus dem Film. Und die Übersetzung erfolgt wörtlich, was meistens natürlich überhaupt keinen Sinn ergibt!

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