Zurück zu den Filmen

bloody_mallory_box

bloody_mallory
Bloody Mallory (F, 2002)
DVD - Regionalcode 2, Legend Home Entertainment
FSK: 16
Laufzeit: ca. 92 Minuten

Extras
Making of "Bloody Mallory", Trailer

Regie:
Julien Magnat

Hauptdarsteller:
Olivia Bonamy (Mallory)
Jeffrey Ribier (Vena Cava)
Thylda Bares (Talking Tina)
Laurent Spielvogel (Papst Johannes I.)
Valentina Vargas (Lady Valentine)
Adria Collado (Pater Carras)
Sophie Tellier (Morphine)




Inhalt:

Bis zu ihrem Hochzeitstag war Mallory eine ganz normale Durchschnittsfrau. Ihr Mann entpuppte sich jedoch noch in der Hochzeitsnacht als Dämon. Welche Frau kennt dieses Phänomen nicht ;-) ? In Mallorys Fall bestand das Problem aber darin, daß der dämonische Gatte sie opfern wollte. Sie hatte keine Wahl, als ihn mit einer Axt zu erschlagen - leider war dabei Dämonenblut auf Mallorys Arm gespritzt und unter die Haut gedrungen. Seit diesem etwas ungewöhnlichen Erlebnis hat sich Mallorys Weltbild natürlich grundlegend gewandelt. Jetzt ist Mallory eine Dämonenjägerin. Mit ihrer Spezialeinheit macht sie im Auftrag der Regierung alle möglichen Geschöpfe der Nacht, Dämonen und sonstiges Gelichter in ganz Frankreich unschädlich. Ihr Team besteht aus drei Leuten: Vena Cava, ein Transvestit und Sprengstoffexperte. Talking Tina, ein kleines telepatisch begabtes Mädchen, das zwar nicht sprechen, aber jedes beliebige Lebewesen mental übernehmen kann. Inspektor Durand, Chef der Spezialeinheit. Bei einem gründlich in die Hose gegangenen "Routineeinsatz" gegen Ghouls, die jungfäuliche Nonnen zur Fortpflanzung mißbrauchen wollen, verliert Mallory zwei ihrer Leute. Durand wird getötet, Tina fällt ins Koma. Eine kryptische Nachricht, die in ein Stück Haut geritzt wurde, welches man Durand herausgerissen hat, bleibt als einziger Hinweis am Ort des Geschehens zurück.

Als einige Zeit später der Papst von vermummten Wesen entführt wird, mit denen Mallory es bei diesem Debakel schon zu tun hatte, wird sie mit den Recherchen beauftragt. Da sie nicht so recht weiß, wo sie anfangen soll, führt sie ein Ritual durch, um ihren dämonischen Ehemann aus der Zwischenhölle herbeizurufen. Tatsächlich gibt er ihr einige Tipps (dazu ist er laut den Bestimmungen des "Necronomicon" verpflichtet) und bringt sie auf die Spur eines im Jahre 1986 spurlos verschwundenen Dorfes. Mallory findet ein Tor, durch das man das Dorf betreten kann - es befindet sich in einer anderen Dimension und ist zu einem recht ungemütlichen Ort geworden: Die Einwohner haben sich entweder selbst in Wahnsinnige und Dämonen verwandelt oder werden von diesen gefoltert, in kleine Käfige gesperrt und gefressen. Zum Glück muß Mallory sich hier nicht allein durchschlagen (was sie eigentlich zuerst vorhatte, um ihre Freunde nicht zu gefährden), denn Tina hatte es geschafft, ihren Geist auf eine Fledermaus zu übertragen und war Mallory in dieser Gestalt begegnet. Sie wiederholt die Seelenwanderung jetzt mit einem muskelbepackten Tankwart in dem fluchbeladenen Dorf. Weitere Hilfe erhält Mallory von Pater Carras, einem Leibwächter des Papstes, und von Vena Cava, die sich nicht abschütteln lassen will.

Gemeinsam flüchten die vier vor der Übermacht der Monster in einen Brunnenschacht, der direkt in ein unterirdisches Labyrinth führt. Dort finden sie den Papst, der in einer seltsamen Apparatur steckt, und befreien ihn. Das war ja einfach, denkt Mallory - zu einfach! Ihr Verdacht bestätigt sich: Der Heilige Vater ist in Wirklichkeit einer der Gefallenen Engel, dem alle 100 Jahre gestattet wird, menschliche Gestalt anzunehmen. Seine Entführung war nur vorgetäuscht! Unterstützt von der Vampirlady Valentine und der Gestaltwandlerin Morphine will er die Erde von der verderbten Menschheit reinigen und die Rückkehr seiner Engel-Kollegen vorbereiten. Dazu leitet er, nachdem er Mallory angekettet hat, ein finsteres Ritual ein, bei dem Vena Cava geopfert werden soll. Die Rettung erscheint in Gestalt von Mallorys Ehemann, der seine Witwe immer noch zu lieben scheint. Er gibt ihr den Tipp, daß sie die Kraft des in sie eingedrungenen Dämonenbluts nutzen soll, um sich und Pater Carras zu befreien. Mallory unterbricht das Ritual, knockt den Engel aus (der sich durch eine von Tina manipulierte Dimensionstür in die interstellare Leere verabschiedet) und rettet die Welt. Die Vampirlady sprengt sich praktischerweise mit einem von Vena Cavas Spezial-Lippenstiften selbst in die Luft. Zu guter Letzt gibt Mallory noch ihren in der Zwischenhölle gefangenen Ehemann frei, indem sie ihm ihren Ehering überreicht...

Der Film:

Eigentlich hätte dieser Film eine herrliche Parodie auf "Buffy" und die ganzen Ableger, Epigonen und Plagiate dieser TV-Serie werden können. Leider hat das nicht ganz geklappt. Zum einen deshalb, weil der Regisseur sich offenbar die ganze Zeit nicht entscheiden konnte, was für eine Art von Film er eigentlich drehen wollte. Für eine Parodie nimmt der Film sich die meiste Zeit selbst viel zu ernst und für einen "ernsthaften" Horrorfilm gibt es viel zu viele Slapstick-Elemente und Gags, wobei letztere meistens auch noch platte Rohrkrepierer bleiben. Witzig ist der Film nur in ganz wenigen Szenen (ich sag nur: Weihwasser-Spray), ansonsten enthält er allenfalls unfreiwillige Komik. Außerdem sieht man dem Film ziemlich oft auch das niedrige Budget an. Viel geht übrigens durch die deutsche Synchronisation verloren. Die Sprecher verhunzen praktisch jeden Dialog und offenbar wurden auch viele Geräusche im Studio nachvertont, denn sie klingen unecht, künstlich und störend.

Die Monsterhatz wurde an und für sich ganz nett in Szene gesetzt. Die Ghuls, mit denen Mallory zu Beginn des Films aneinandergerät, sind durchaus gut gelungen, auch die anderen Bösewichte können sich sehen lassen. Besonders gut hat mir die Gestaltwandlerin gefallen: Nimmt sie eine neue Identität an, muß sie sich im wahrsten Sinne des Wortes aus ihrer alten Haut herausschälen - zum Glück hat man bei alldem nicht auf Computergrafiken zurückgegriffen, die in Anbetracht des Budgets sicher ohnehin nur katastrophal danebengegangen wären. Stattdessen hat man dem guten alten Handwerk des Maskenbildners die Arbeit überlassen. Es gibt den einen oder anderen Splatter-Effekt zu bewundern, insgesamt bleibt die Gewaltdarstellung aber harmlos. Mallory kann sich in ihrem knappen Kampfanzug ebenso sehen lassen wie in ihren lobenswert kurzen Martial-Arts-Szenen. Gut, ein bißchen unbeholfen sind sie schon, aber wenn ich da an das endlose Geprügel von Buffy zurückdenke... Andererseits hätte es mir besser gefallen, wenn gänzlich auf derartige Einlagen verzichtet worden wäre. Welcher halbwegs vernünftige Dämonenjäger geht denn bitteschön mit den Fäusten auf Untote los? Der Film enthält sogar einige beeindruckende Bilder, aber leider wurden diese und die ansatzweise guten Plot-Ideen nicht gut genug ausgearbeitet. Aus dem dämonischen Dorf und der Burg (oder was das sein sollte) in der Hölle hätte man viel mehr machen können. Vielleicht war das wegen des niedrigen Budgets einfach nicht möglich.

Hätte man den Film etwas härter gemacht, dafür die Hälfte der dümmlichen Texte und der Faustkämpfe weggelassen sowie einen überzeugenderen Showdown eingebaut, dann hätte aus "Bloody Mallory" ein akzeptabler B-Horrorfilm werden können. Dann hätte ich auch über die haarsträubend bescheuerte Story hinwegsehen können. So bleibt der Film eine Enttäuschung, die auf DVD zu Recht im absoluten Niedrigpreisbereich verramscht wird.

Die DVD:

Die DVD-Box steckt in einem Pappschuber, der ein anderes Coverbild trägt - siehe oben.

Das sogenannte "Making of" ist eine ca. 17 Minuten lange Featurette der üblichen Machart, die aber wenigstens nicht so hektisch zusammengeschnitten wurde wie bei anderen Filmen. Man bekommt ein paar Aussagen des Regisseurs und des einen oder anderen Stuntman zu hören, auch Valentina Vargas meldet sich zu Wort - Olivia Bonamy leider nicht. Leidlich interessant sind die Aufnahmen von der Arbeit der Maskenbildner und vom Kampftraining. Letzteres sieht, wenn man es mal mit dem Training vergleicht, das die Schauspieler z.B. für Die Matrix über sich ergehen lassen mußten, geradezu lächerlich aus.

Seitenanfang